Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Balthasar Glättli

Der grüne Nationalrat Balthasar Glättli gehört zu den letzten Liz-Studierenden der Schweiz. Ob er seinen Abschluss noch holt, ist unklar.   Bild: watson

Letzte Prüfungs-Chance

Verlümmelt Balthasar Glättli sein Liz-Studium?

Ab dem 20. Oktober müssen sich die letzten Liz-Studenten der Schweiz an der Uni Zürich zur Prüfung voranmelden. Zu den Zitterkanditaten gehören unter anderem die Nationalräte Balthasar Glättli und Cédric Wermuth.



Die Tage sind gezählt. Haben die Studenten jetzt nicht alle Scheine, Seminararbeiten und die Lizentiatsarbeit zusammen, waren all die Jahre Studium umsonst: Die letzten Studenten, die noch im alten Studiensystem studieren, haben ab nächstem Montag eine Woche Zeit, um sich für die Prüfungen an der Universität Zürich voranzumelden. Dann ist das Lizentiat endgültig Geschichte. 

Es sind nicht wenige, die in diesen Tagen zum wiederholten Male fieberhaft ihre Bestätigungen und Zulassungsreglemente durchgehen und an den letzten Sätzen ihrer Liz-Arbeit feilen: «Derzeit sind noch rund 800 Personen im Lizentitatsstudium», sagt Bettina Jakob, Mediensprecherin der Universität Zürich.

Sie sind die «Lizlümmel», eine aussterbende Gattung des alten Systems, das 2006 vom Bologna-System mit Bachelor und Master abgelöst wurde.

Wermuth ist auf Kurs, Glättli will nichts mehr sagen

Einer der prominentesten Liz-Zitterkandidaten ist Nationalrat Cédric Wermuth. Er bastelte gerade an den letzten Tabellen seiner Abschlussarbeit zum Thema «Urban Governance», als watson anrief. Der SP-Nationalrat ist guten Mutes: «Der Druck ist da, die Zeit ist knapp, aber es sollte hinhauen. Ich habe alle Leistungsnachweise erbracht und werde meine Liz-Arbeit pünktlich zum 27. Oktober abgeben können», sagt er.

Wermuth hat seinen Brötchenjob unterbrochen, um Zeit für seinen Studienabschluss zu haben. «Für mich war es klar, dass ich dieses Studium jetzt abschliessen will. Sonst hätte ich Punkte im Bachelor nachholen und einen grossen Teil des Masters wiederholen müssen», sagt er. 

Bei Balthasar Glättli dürfte es knapp werden. Schon im Frühling erklärte er, dass er sich nicht sicher sei, ob er seine Ämter mit den zeitlichen Erfordernissen des Studiums unter einen Hut bringen würde. Gegenüber watson wollte Glättli keine Stellung nehmen. Er sei in den Ferien, lässt er per SMS ausrichten. Hat er sich zurückgezogen, um seine Liz-Arbeit fertig zu schreiben? Oder hat der Grüne Nationalrat schon aufgegeben? Diese Fragen beantwortete Glättli seit Mittwoch nicht.

Glättli studiert Philosophie, Linguistik und Neuere deutsche Literatur. Daneben jongliert er eine eigene Firma, das Nationalratsmandat und die Zusatzbelastung als Fraktionspräsident. Sollte er sein Lizentiatsstudium jetzt nicht abschliessen, würde Glättli in ein Bachelorstudium zurückfallen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ernst Stocker lässt Firmen warten – der Thurgau zeigt, wie einfach Geldverteilen geht

Einige Kantone tun sich schwer, das Härtefallprogramm für angeschlagene Firmen schnell umzusetzen. Der Kanton Thurgau zeigt, wie es auch einfach, unkompliziert und vor allem schnell ginge.

Normalerweise kommt an den Bundesratspressekonferenzen Gesundheitsminister Alain Berset (SP) die meiste Aufmerksamkeit zuteil. Doch am Mittwoch stahl ihm ein anderer die Show. Der Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) schien verärgert. Als Präsident der Finanzdirektorenkonferenz sollte er über die Umsetzung der Härtefall-Regelung referieren, deren Lockerung Bundesrat Ueli Maurer (SVP) soeben kommuniziert hatte. Doch irgendwie schien Stocker etwas unleidig.

>>> Alle News zum …

Artikel lesen
Link zum Artikel