Gesundheit
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kalte füsse

Vor allem Frauen leiden im Winter unter kalten Füssen.
Bild: shutterstock

Winter-Zeit ist Kalte-Füsse-Zeit: Was man gegen das ewige Leiden tun kann

Die Zehen sind kaum zu spüren, die Kälte kriecht die Knöchel hoch: Vor allem Frauen klagen oft über frostige Füsse. Klar, dicke Socken sind ein guter Anfang. Aber wie kann man die Eisblöcke dauerhaft erwärmen?



Ein Artikel von

Spiegel Online

Um das Offensichtliche gleich abzuhandeln: Passendes, warmes Schuhwerk und Wollsocken sind die Basisausstattung, um die Füsse im Winter warm zu halten. Wer allerdings ständig kalte Füsse hat – auch bei milden Temperaturen – sollte untersuchen lassen, ob eine Durchblutungsstörung oder eine andere Krankheit dahintersteckt.

Grundsätzlich ist Frieren ein normaler und nützlicher physiologischer Vorgang. «Unser Körper arbeitet immer ergonomisch», sagt Monika Baumann, Ärztin für Physikalische Medizin aus München. «Prinzipiell wird durch die Kreislaufversorgung der ganze Körper durchblutet, das Blut wird aber vermehrt dorthin geschickt, wo es gerade am dringendsten benötigt wird.»

An erster Stelle stehen das Gehirn und die lebenswichtigen Organe im Brust- und Bauchraum. In diesen Körperregionen wird die Temperatur konstant auf 37 Grad gehalten. Arme und Beine dürfen etwas kühler werden. «Wenn man die Füsse gerade nicht braucht, beispielsweise weil man lange im Büro sitzt, werden sie nicht so stark durchblutet und kühlen dadurch ab», sagt Baumann. Sie empfiehlt Büro-Frierern, ab und zu kurz aufzustehen und durch den Raum zu laufen oder Kniebeugen zu machen. Dann pumpt der Körper auch wieder Blut in die Füsse.

Keine Socken-Doppelschicht

Gerade junge Frauen klagen häufig über kalte Füsse. Tatsächlich scheinen Männer grundsätzlich weniger kälteempfindlich zu sein als Frauen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Frauen deutlich früher anfangen zu frieren als Männer, wenn die Umgebungstemperatur sinkt. «Etwa fünf Grad über der Temperatur, bei der es Männern kalt wird», sagt Baumann. Als Ursachen werden der im Schnitt etwas niedrigere Blutdruck und die geringere Muskelmasse bei Frauen vermutet.

Neben den körperlichen Ursachen beeinflussen auch äussere Faktoren die Temperatur unserer Füsse. Wer dünne, wasserdurchlässige Schuhe oder Kunststoffsocken trägt, muss sich im Winter über Eisfüsse nicht wundern. Baumann empfiehlt Schuhe aus Naturmaterial, die bei nassem Wetter eine Gummisohle haben sollten und bei sehr kalten Temperaturen auch mit Fell gefüttert sein dürfen.

Jens Wagenknecht, Hausarzt, rät davon ab, mehrere Lagen Socken übereinander tragen: «Dann fängt man an zu schwitzen, und das ist für die Wärmeregulation des Körpers ungünstig.» Ein beliebtes Mittel, kalte Füsse wieder warm zu bekommen, sind aufsteigende Fussbäder. Dabei sollte man die Füsse zunächst in lauwarmes Wasser stellen und alle paar Minuten vorsichtig heisses Wasser zugiessen, bis nach etwa 15 Minuten eine Wassertemperatur von 41 bis 42 Grad erreicht ist.

Was tun, wenn die Füsse ständig kalt sind?

Grundsätzlich sind kalte Füsse kein Grund zur Sorge. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn die Füsse unterschiedlich warm sind oder sich verfärben, warnt Wagenknecht. Dann steckt dahinter möglicherweise eine Gefässverengung, die den Blutdurchfluss vermindert. Ausgelöst beispielsweise durch langjähriges Rauchen oder Diabetes.

Mit einer Druckmessung an den Knöcheln, der Doppler-Sonografie, stellt der Arzt fest, ob die Füsse ausreichend durchblutet sind. Daraus lasse sich eine erste Vermutung ableiten, die dann über eine Angiografie – ein bildgebendes Verfahren zur Gefässdarstellung – abgesichert wird, sagt Wagenknecht.

Wenn Menschen ständig frieren, sollten sie ausserdem abklären, ob sie an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden. Auch könnten manche Arzneimittel – wie beispielsweise Beta-Blocker – das kalte Gefühl verstärken.

Meist ist aber einfach der Winter und ein niedriger Blutdruck schuld an den Eisfüssen. Wagenknecht hat hier eine klare Empfehlung: regelmässig Sport treiben. «Wenn man sich bewegt, gehen die Gefässe auf, der Körper wird gleichmässig durchblutet, und auch die Hände und Füsse werden warm.» (Caroline Mayer, dpa)

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