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Switzerland's Xherdan Shaqiri and Switzerland's Haris Seferovic, right, applaud the supporters at the end of the Euro 2016 round of 16 soccer match between Switzerland and Poland, at the Geoffroy Guichard stadium in Saint-Etienne, France, Saturday, June 25, 2016. (AP Photo/Thanassis Stavrakis)

Xherdan Shaqiri hat nicht umsonst den Spitznamen «Kraftwürfel» verpasst bekommen. Bild: Thanassis Stavrakis/AP/KEYSTONE

Shaqiri, Ronaldo und Co.: Warum Fussballer immer muskulöser werden

Es spannt unter den Trikots: Spieler wie Cristiano Ronaldo oder Robert Lewandowski besitzen Oberkörper, die manchen Hobby-Bodybuilder erblassen lassen. Das war doch früher anders, oder?

12.07.16, 18:08

Irene Berres / spiegel online



Ein Artikel von

Cristiano Ronaldo verwandelte im Finale der Champions League Ende Mai den entscheidenden Elfmeter, riss sich sein Trikot vom Oberkörper und präsentierte, was sich darunter verbirgt: Definierte Muskelberge, nur von einer dünnen Hautschicht bedeckt, unter der die Adern hervorstechen.

Am Sonntagabend konnten Ronaldo-Fans die nackte Jubelpose im EM-Final dann wieder begutachten. Mit seinem athletischen Körper ist der Portugiese im Spitzenfussball aber nicht allein: Jérôme Boateng, Manuel Neuer, Zlatan Ibrahimovic und auch Xherdan Shaqiri – bei vielen spannt heute das Trikot über einem breiten Kreuz und Oberarmen, die hunderte Stunden hartes Krafttraining erfordern. Und das liegt nicht allein am engen Schnitt.

Hört man sich um, berichten viele Experten, dass Fussballer heute deutlich muskulöser sind als früher. Was früher die Ausnahme war, wird tatsächlich immer mehr zur Regel. Seit 2005 haben sich die Krafträume bei nahezu jedem deutschen Bundesligisten massiv erweitert, berichtete etwa Andreas Schlumberger 2013 auf einer Wissenschaftskonferenz des DFB. Der Fitnesstrainer war lange Zeit für Borussia Dortmund zuständig, mittlerweile ist er zu Bayern München gewechselt. Hinter der Muskelvermehrung steht ein grundlegender Sinneswandel im Fussball.

Football Soccer - Italy v Sweden - EURO 2016 - Group E - Stadium de Toulouse, Toulouse, France - 17/6/16
Sweden's Zlatan Ibrahimovic 
REUTERS/ Michael Dalder
Livepic

Auch nicht von schlechten Eltern: Zlatan Ibrahimovic.
Bild: Michael Dalder/REUTERS

Muskeln – die Langsam-Macher?

Früher seien Fussballer und Trainer davon überzeugt gewesen, dass Muskeln langsamer machen, sagt Herbert Löllgen, Ehrenpräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Heute hingegen haben Experten erkannt, dass gerade eine starke Muskulatur für das Quäntchen Schnelligkeit bei Sprints sorgen kann, für die entscheidenden Zentimeter beim Kopfball oder für eine Robustheit in Zweikämpfen, die vor Verletzungen schützt.

«Für die Grätsche von Höwedes im Spiel gegen Frankreich etwa war erst ein Sprint von 15 Metern notwendig und dann ein Horizontalsprung», sagt Michael Keiner, der lange zum Krafttraining im Fussball geforscht hat. «Die Basis dafür liefert die Maximalkraft.» Ob ein Spieler muskulär glänzen kann, lässt sich jedoch nicht allein anhand der Muskelmasse erkennen. «Ebenfalls wichtig ist, dass sich die Muskeln schnell ansteuern lassen, also die Kommunikation zwischen den Nerven und dem Muskel stimmt», sagt Keiner.

Gleichzeitig müssen Top-Spieler heute eine deutlich bessere Ausdauerleistung mitbringen als früher. Während Helmut Rahn und Co. in den Fünfzigerjahren im Schnitt nur etwas mehr als drei Kilometer pro Spiel liefen, legen Fussballer heute Strecken von bis zu 12 oder 13 Kilometern zurück – auch das erfordert Kraft. «Um nach 70 bis 90 Minuten die Bewegungskontrolle zu behalten, ist eine zusätzliche Muskelstärke notwendig», sagt Löllgen.

Muskelpotenzial längst nicht ausgeschöpft

25.06.2016; St.Etienne; Fussball Euro 2016 - Schweiz - Polen; Robert Lewandowski (POL) jubelt nach Spielschluss (Lukasz Grochala/Expa/freshfocus)

Da geht noch mehr, meinen Experten. Hier im Bild: Robert Lewandowski. Bild: Lukasz Grochala/freshfocus

Geht es nach Sportwissenschaftler Keiner, hat der Fussball das Potenzial starker Muskeln längst noch nicht ausgeschöpft. «Im Terminplan etwa eines Profispielers von Bayern München bleibt zwischen Bundesliga, Champions League und Nationalspielen kaum Zeit, um die muskuläre Leistung von null an zu entwickeln», sagt er. Hinzu kommt, dass die Muskeln nach dem Krafttraining etwas Zeit brauchen, um sich zu erholen. «Du bist erst mal einen Tag lang langsamer, wenn du Krafttraining nicht regelmässig auf deinem Trainingsplan hast», sagt Keiner. Im Profigeschäft oft undenkbar.

«Deutlich besser ist, die Maximalkraft im Kindes- und Jugendalter langfristig aufzubauen, wie es viele Vereine seit Kurzem machen», sagt Keiner, der mittlerweile für den Landesschwimmverband Niedersachsen arbeitet. «Dann muss man das hohe Kraftniveau als Profi nur noch halten. Dies ist einfacher in den komplexen Trainingsprozess eines Profispielers einzubauen.» Wie effektiv das frühe Training sein kann, zeigte der Sportwissenschaftler 2013 bei einer Studie mit 134 Nachwuchsfussballern von zwei deutschen Profi-Vereinen. Während die eine Hälfte viermal die Woche normales Fussballtraining hatte, absolvierte die andere Hälfte zusätzlich noch zweimal die Woche ein Krafttraining.

Das Ergebnis überzeugte: Die Krafttrainingsgruppe konnte sich innerhalb von zwei Jahren bei Sprüngen um bis zu 41 Prozent steigern, dieselbe Gruppe ohne Kraftsport erreichte nur eine 17 Prozent bessere Leistung. Auch beim Sprinten waren die Kraftsportler den anderen oft einen Schritt voraus. Einer der teilnehmenden Vereine reagierte prompt: Er richtete einen zusätzlichen Kraftraum ein. Werden in Zukunft also nur noch Muskelprotze über den Rasen hetzen?

Wendige Stürmer, muskulöse Abwehrchefs

Wahrscheinlich nicht. Worauf Spieler ihren Körper trimmen müssen, hängt vor allem von ihrer Rolle im Spiel ab. Bei Verteidigern stehe das Krafttraining etwas stärker im Vordergrund, da die Position mehr Zweikämpfe erfordere, sagt Löllgen. Dann können Muskeln vor Verletzungen schützen: «Man knickt nicht so leicht um und hat ein stabileres Kniegelenk. Einige Spieler können alleine durch ihre Kraft ein verletztes Kreuzband stabilisieren.»

Bei längeren Sprints übers Spielfeld hingegen könne eine extrem stark ausgeprägte Muskulatur etwas träger machen, so Löllgen. Dass es prinzipiell auch mit weniger Muskeln geht, zeigen Top-Fussballer wie Thomas Müller. Auch Ronaldo zählt, anders als es der Anblick seines Oberkörpers vermuten lässt, mit 80 Kilogramm bei einer Grösse von 1,85 Metern eher zu den schmalen Spielern. Mit einem Körperfettanteil von neun Prozent unterbietet der Stürmer sogar Supermodels.

«Weil er so schlank ist, imponiert die Muskulatur bestimmt etwas mehr als bei anderen Spielern», sagt Löllgen. Gleichzeitig bringe das eingesparte Gewicht aber auch fussballerische Vorteile mit sich: «Dass Ronaldo so hoch springen kann, hat er auch seiner Schlankheit zu verdanken.» Und dem muskulösen Körper.

Und so sieht es aus, wenn Ronaldo seinen Body präsentiert:

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • leonida 22.07.2016 01:55
    Highlight gelesen und gleich wieder vergessen. ach neeeee. auch Brüste sind heute grösser als früher. Im Schnitt.
    2 1 Melden
  • Masta Ace 16.07.2016 09:40
    Highlight Wie sich die Zeiten ändern: Früher dachten wir doch alle immer, dass muskulöse Typen kein Hirn haben, sich Anabolika spritzen und nichts können.
    Heute ist genau das Gegenteil der Fall: Krafttraining ist so populär wie noch nie; Ärzte und Sportphysiologen raten jedem, Krafttraining zu machen um seine Gesundheit zu fördern. ^^
    1 0 Melden
  • jaähä 13.07.2016 15:47
    Highlight Bei Ronaldo ist es mMn schon lange zuviel. Wenn ich zurück denke wie quirlig er zu ManU zeiten war, er Tanzte seine Gegner reihenweise aus. Damals liebte ich ihn als Spieler. Heute hat er zwar einen super body und ist ein Top Goalgetter, aber tempodribblings wie damals sucht man heute vergebens.
    9 2 Melden
  • Lümmel 12.07.2016 22:24
    Highlight da könnt ihr sagen was ihr wollt, aber zu einem grossen Teil trainieren die sogenannten "Stars" ihren Oberkörper damits "gut" aussieht. Man siehts ja auch den Frisuren an: Auffallen ist wichtiger als gut spielen.
    43 62 Melden
    • who cares? 13.07.2016 09:04
      Highlight Da ist wohl jemand eifersüchtig ;)
      19 16 Melden
    • 's all good, man! 13.07.2016 09:11
      Highlight Nun, und was genau spricht nun dagegen? Wenn es dem Fussballer gefällt (nebst eben der Tatsache, dass es ihm auch hilft) und er sich wohlfühlt dabei ist doch alles gut? Das wichtigste ist doch, dass sich jeder wohl fühlt in seiner Haut.

      Mich nervt dieses ständige Verurteilen von anderen aufgrund ihrer Äusserlichkeiten ehrlich gesagt sehr. Und ich wette mit dir, dass das Geschrei ungleich grösser wäre, wären die Stars unfitte, pummelige Lahmärsche, die jeden Zweikampf verlieren...
      26 3 Melden
    • stef2014 13.07.2016 11:02
      Highlight Meiner Meinung nach stimmt sowohl Kusis als auch Sauls Kommentar. Sportler sollen so aussehen wie es ihnen gefällt, sehe ich auch so. Die Frage ist aber, was macht dieser Schönheitswahn mit dem Sport? Meine einfache und sicher etwas naive Gleichung sieht halt so aus, dass je eitler die Fussballer werden, desto mehr dieser Sport verweichlicht. Und das finde ich nicht so cool. Da bin ich ganz bei Büne... :)
      11 8 Melden
  • sergi 12.07.2016 21:54
    Highlight pizzaburger!!
    86 3 Melden
    • illoOminated 13.07.2016 15:53
      Highlight Letzte Woche, da auch sehr von der Werbung begeistert, mal ausprobiert:
      Mindestens den 'Speziale' kann ich nicht empfehlen. Schmeckt weder nach Burger noch nach Pizza. Für das Burgerfeeling fehlt das "Fleischige/Herzhafte", für die Pizza der Käsegeschmack. Wenn man nicht gerade eins der Fleisch-/Pilzstückchen auf der Zunge hat, schmeckt er nach Aufbackbrötchen mit Tomatensauce. Geschmacklich geht der Käse komplett unter, auch Fäden zieht er nicht wirklich...
      Müsste ich Punkte vergeben wären es wohl 3 von 10 - leider. :(
      11 0 Melden
  • Typu 12.07.2016 21:35
    Highlight Süpi sache. Setzen wir die kinder doch noch stärker unter druck mit solchen idolen...
    57 44 Melden
    • retofit 13.07.2016 08:35
      Highlight Sie können die Kinder entlasten, Typu, indem sie ihnen klar machen, dass das nur mit Ephedrin usw. hinzukriegen ist. Aber die Welt will halt betrogen werden.
      10 19 Melden
    • Pisti 13.07.2016 09:37
      Highlight Retofit was für ein Quatsch. Dazu was soll schlecht daran sein, gesunde Menschen als Vorbild zu haben? Vorallem für Kinder und Jugendliche die Schulisch nicht gerade auf der Höhe sind, ist es umso wichtiger körperlich fit zu sein. Auf dem Bau odet sonst in körperlich anstrengendenBerufen arbeitet man definitiv länger wenn man Gesund kebt. Man miss ja nicht gerade durchtrainiert sein wie Ronaldo oder Bodybuilding machen. Aber ab und zu ins Fitnedsstudio oder in den Wald ein paar Km joggen hat noch niemanden geschadet, erst Recht nicht wenn man sieht mit was für Dreck die Leute sich ernähren.
      8 4 Melden
    • Typu 13.07.2016 10:56
      Highlight Pisti hier gehts nicht um mal ein paar km joggen. Hier gehts um körperfett anteil 9% und fitness wahn.
      11 6 Melden
  • KaiCer 12.07.2016 21:24
    Highlight Naja sie scheinen nicht so der Fitnessgänger zu sein. Lewandowski 'muskulös' zu nennen.................
    Ein 'sixpack' hat jeder. Dürre Männchen sind nicht gleich muskulös.
    27 45 Melden
    • Hayek1902 13.07.2016 09:00
      Highlight wirklich? clen und tren??? wirklich???? Aber du hast recht, mache ja selber wieder richtig Sommertraining. Lewandowski ist muskulös und definiert.
      9 2 Melden
    • KaiCer 13.07.2016 19:46
      Highlight Gott ihr wart echt noch nie in einem Gym, dafuq xD
      3 5 Melden

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