Gesundheit
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Am häufigsten betroffen sind Schienbein, Wadenbein und Fussknochen.
Bild: shutterstock

Heute noch ein Ründeli geplant? Aufgepasst, Ermüdungsbrüche plagen auch Freizeitsportler

Nicht nur Fussballprofis erleiden Ermüdungsbrüche, auch ehrgeizige Freizeitsportler oder Wanderer kann es treffen. Ist der Knochen angeknackst, hilft nur eine mehrwöchige Trainingspause.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Philipp Lahm hat es erwischt, ebenso seinen Teamkollegen beim FC Bayern, David Alaba. Beide Fussballer mussten nach einem Ermüdungsbruch mehrere Wochen pausieren. Nicht nur Spitzensportler erleiden die gefürchtete Verletzung. Auch Amateure, die sich auf einen Marathon oder einen Triathlon vorbereiten, können sich im exzessiven Training eine Stressfraktur zuziehen.

Eigentlich passt sich der menschliche Knochen optimal an Belastungen an. Er wird dort dicker, wo er mehr belastet wird, gleichzeitig baut er an weniger beanspruchten Stellen Masse ab. Remodelling nennen Mediziner diesen Prozess. «Starke, wiederkehrende Belastungen an immer derselben Stelle können diesen Auf- und Abbau des Knochens aus dem Gleichgewicht bringen», sagt Julia Seifert, Unfallchirurgin und Orthopädin am Unfallkrankenhaus Berlin. Im Inneren des Knochens zeigen sich erste kleine Risse. Diese weiten sich aus, bis es zu einem Bruch an der Aussenhaut des Knochens kommt.

«Man sieht in der Bildgebung im Verlauf zwar meist Anzeichen einer Fraktur oder von Reparaturvorgängen», sagt Frank Mayer vom Zentrum für Sportmedizin, Freizeit-, Gesundheits- und Leistungssport der Universität Potsdam. Das sei aber nicht mit einem richtigen Bruch, etwa nach einem Unfall, zu vergleichen. «Der Ermüdungsbruch ist eine Strukturveränderung, die graduell von einer Mikroschädigung bis zum sichtbaren Bruch verläuft», erklärt der Orthopäde und Sportmediziner.

Besonders gefährdet sind Schienbein, Wadenbein und die Fussknochen. Selten können auch der Oberschenkel, das Becken oder die Wirbelkörper betroffen sein. Typischerweise treten die Stressfrakturen bei Leistungssportlern auf, die Lauf- oder Sprungsportarten machen.

«Es kann aber auch dem engagierten Freizeitsportler passieren, insbesondere dem, der nicht ausgewogen trainiert», sagt Seifert. Für die Knochen bedeutet es besonderen Stress, wenn man einige Zeit gar nichts tut, sich dann extrem fordert oder sich kurzfristig und intensiv für einen Wettkampf fit machen will.

Was das Risiko erhöht

Georg Gradl von der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum München-Harlaching erklärt, was die Gefahr eines Ermüdungsbruchs steigert. Der Hauptrisikofaktor ist die sich wiederholende Dauerbelastung. Dazu kommen als Risikofaktoren:

Ermüdungsbrüche treffen nicht nur Sportler. Auch bei einer langen Wanderung können Untrainierte die Füsse und Beine so überlasten, dass es zu einer Stressfraktur kommt. Rekruten, die mit schwerem Gepäck Gewaltmärsche absolvieren müssen, erleiden besonders häufig Stressfrakturen im Mittelfuss. Bereits im Jahr 1855 prägte der preussische Militärarzt Breithaupt für dieses Phänomen den Begriff «Marschfraktur».

Ein Ermüdungsbruch äussert sich durch Schmerzen im betroffenen Knochen während einer Belastung, also beispielsweise beim Joggen. «Im Unterschied zu anderen Schmerzen, die etwa durch eine Sehnenüberlastung hervorgerufen werden, wird es durch Dehnen oder Aufwärmen nicht besser», sagt Julia Seifert. Wenn der Schmerz mit der Zeit immer stärker wird, sollte man an einen Ermüdungsbruch denken.

Ärzte verordnen vier bis sechs Wochen Pause

Von aussen lässt sich eine Stressfraktur nur schwer erkennen. Schwellungen sind selten, erklärt Sportmediziner Frank Mayer. Im frühen Stadium ist auch noch nichts im Röntgenbild zu sehen. Zur genauen Abklärung ist daher oft eine MRT-Aufnahme, eine Computertomografie oder eine Szintigrafie nötig. Letzteres ist eine spezielle nuklearmedizinische Untersuchungsmethode.

Wird ein Ermüdungsbruch festgestellt, verordnen die Ärzte eine Trainingspause von vier bis sechs Wochen. In der Regel reicht diese Zeit zur vollständigen Heilung. «Manchmal kann es sinnvoll sein vorübergehend Gehstützen zu verwenden, um der Struktur Zeit zum Heilen zu geben», sagt Frank Mayer. Operiert werden Stressfrakturen nur in Ausnahmefällen, etwa wenn es Komplikationen gibt.

Ist der Ermüdungsbruch ausgeheilt, können die Betroffenen wieder normal Sport treiben. Allerdings sollten sie darauf achten, Fehlbelastungen zu vermeiden. «Wenn ich einmal eine Stressfraktur hatte, heisst das nicht, dass ich nicht mehr joggen darf», sagt Julia Seifert. «Ich muss nur mein Schuhwerk und meine Trainingsintensität anpassen.»

(wbr/Caroline Mayer, dpa)

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