Gesundheit
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Eisbergsalat waechst auf einem Acker, am Dienstag, 21. Juli 2015, bei Kerzers. Aufgrund der Hitzewelle muessen viele Landwirte in der Schweiz ihre Felder mehr als gewohnt bewaessern und fuerchten den Ausfall von Ernten. Besonders beim Eisbergsalat fallen die Ernten schwach aus. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Salat: eine riesige, grüne Ressourcenverschwendung. Bild: KEYSTONE

Du willst die Welt retten? Dann hör auf, Salat zu essen!



Wenn er nicht aus dem eigenen Garten kommt, beansprucht er viel Ackerland. Er muss gepflanzt, gewässert, geerntet, danach transportiert, gelagert, vom Konsumenten gekauft, nochmals transportiert, danach gekühlt, gewaschen und gegessen werden. Und weil er roh verzehrt wird, ist er auch noch Ursprung mancher Lebensmittelvergiftung

Salat. 

Und wofür? Für nichts. 

Zu diesem Schluss kommt die Washington-Post-Journalistin Tamar Haspel. Gestützt wird ihre Theorie durch die Ernährungswissenschaftler Charles Benbrook und Donald Davis, die zusammen einen Nährstoffindex für Nahrungsmittel entwickelt haben. Laut diesem Index sind vier der fünf nährstoffarmsten Nahrungsmittel pro 100 Gramm Salate oder mindestens Zutaten davon. 

Die nährstoffarmsten Nahrungsmittel

Der Grund für das desaströse Abschneiden von Eisbergsalat und Co. ist ihr enormer Wassergehalt. Sie bestehen 95-97 Prozent aus Wasser. Blattkohl, der «nur» zu 90 Prozent aus Wasser besteht, hat doppelt so viele Nährstoffe wie Eisbergsalat. 

Statt Salat empfiehlt Haspel Grüne Bohnen, Broccoli und Tomaten.

Zu früh gefreut, Karnivore!

Bedeutet das nun, dass sich Vegetarier erneut auf eine Spottwelle gefasst machen müssen? Mitnichten. Vegetarier und Veganer essen laut einer Studie zum amerikanischen Essverhalten aus dem Jahre 2014 wesentlich umweltschonender als durchschnittliche Karnivore.  

Die Umweltbelastung durch Essverhalten

Image

Bild: screenshot Martin C. Heller & Gregory A. Keoleian: «Greenhouse Gas Emissions of the U.S. Diet: Aligning Nutritional Recommendations with Environmental Concerns». 

Mit einem Faktor von 3,6 belastet der Durchschnittsamerikaner mit seinem Essverhalten die Umwelt mehr als doppelt so stark als ein Veganer (1,7). Auch der Vegetarier (2,4) isst deutlich umweltverträglicher. Dank bewusst reduziertem Fleisch- und Milchproduktekonsum lässt sich aber auch bei einer Ernährung mit Fleisch die damit verbundene Umweltbelastung stark reduzieren (2,4). 

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Wie kann ich umweltbewusst essen?

Laut einem Pamphlet der Bewegung «Weact», spielen vor allem zwei Faktoren eine Rolle beim umweltschonenden Essen: 

1. Die Zutaten: weniger Fleisch, mehr Gemüse.

2. Die Saisonalität.

Saisonalität hat deshalb einen enormen Einfluss, weil die Umweltbelastung von Treibhäusern grösser ist, als antizipiert.

(tog)

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Triumvir 31.08.2015 12:03
    Highlight Highlight Der Mensch lebt bekanntlich nicht von Salat alleine. Ich bleibe trotzdem bis an mein Lebensende Vegetarier und fühle mich - jawohl - sehr gut dabei. Das - zu recht - schlechte Gewissen überlasse ich gerne den Karnivoren :-P
    2 3 Melden
  • Daniel Kunz 30.08.2015 17:36
    Highlight Highlight Win Problem hinter dem Gedanken in diesem Artikel ist, dass es scheinbar um Nährstoffdichte geht. Die Devise "Viele Nährstoffe in wenig Essen" ist aber Teil des Problems, warum unsere Bevölkerungen mit Übergewicht und Folgekrankheiten kämpfen. Die Qualität der Nährstoffe sollte gesucht werden.. und dann ist weniger plötzlich mehr - nicht nur für den eigenen Körper, auch für die Umwelt, die uns wiederum mit mehr belohnen kann.
    9 4 Melden
  • Jol Bear 30.08.2015 11:26
    Highlight Highlight In der Tat ist es so, dass die weltweit verfügbare Anbaufläche mit heutiger Agrartechnik problemlos ausreicht, um noch einige Millionen Menschen zusätzlich zu ernähren. Riesige Verluste entstehen ausserdem erst nach der Ernte bei Lagerung und Transport. Der Salatanbau mag zwar hinsichtlich Kalorie- und Nährstoffeffizienz nicht optimal sein, doch ist das Problem im weltweiten Kontext vernachlässigbar. Lagerverluste, Flächenbedarf für Tierfutter und zur Hauptsache politische Verwerfungen als Ursache für Hungersnöte sind viel bedeutender. Den Eisbergsalat, Wein, Zucker u.a. können wir uns ohne schlechtes Gewissen weiterhin gönnen.
    19 1 Melden
    • Mark84 31.08.2015 08:35
      Highlight Highlight Nicht zu vergessen, dass in der Schweiz beispielsweise mehr als ein Drittel der Nahrungsmittel weggeworfen wird! Das finde ich krank...
      3 0 Melden
  • Ms. Song 30.08.2015 11:06
    Highlight Highlight Das ist nur die halbe Wahrheit. Salat wächst sehr schnell. Daher wird er, zumindest hier, als Zwischenlösung auf abgeernteten Feldern gepflanzt. Amerika jedoch hat ein riesen Problem mit Monokulturen. Man kann weder unsere Landwirtschaft, noch unser Essverhalten mit dem von Amerikanern vergleichen. Solche "Studien" werden eh nur für die Schlagzeile produziert.
    26 1 Melden
    • Ms. Song 30.08.2015 19:19
      Highlight Highlight Und den Wintersalat. In der Zeit kann man die Beete nur für solche Pflanzen verwenden.
      4 0 Melden
  • iNDone 30.08.2015 09:40
    Highlight Highlight Nur mal so; ich kenne Leute, die zwar Vegetarier sind, aber so 2 bis 3 Mal pro Jahr mit dem Flugzeug in die Ferien verreisen und praktisch jede freie Minute mit dem Auto wegfahren.
    39 37 Melden
    • Alex23 30.08.2015 10:17
      Highlight Highlight In dem Artikel geht es um nährstoffreiche oder -arme Lebensmittel und um die Umweltverträglichkeit der Nahrung. Punkt. Um nichts anderes.
      Es ist kein Zum-Angriff-Blasen zum nächsten Kampf zwischen Vegetariern/Veganern und Fleischeslustigen.
      Auch wenn manche Fleischfreaks gleich wieder meinen, sie müssten den vermeintlichen "Widersachern" ihre Verfehlungen ankreiden.
      41 13 Melden
    • Nibu 30.08.2015 13:31
      Highlight Highlight So viel ich weiss, steht das mit dem Fliegen und so in den Büchern:

      "Warum Vegetarier gleich gut fliegen können wie Fleischesser"
      (Verlag: Fischer)
      6 3 Melden
    • Datsyuk * 30.08.2015 13:42
      Highlight Highlight Und ich kenne Leute, die Fleisch essen, viel Auto fahren und Flugzeuge benutzen..
      20 2 Melden
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