Gesundheit
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Eisbergsalat waechst auf einem Acker, am Dienstag, 21. Juli 2015, bei Kerzers. Aufgrund der Hitzewelle muessen viele Landwirte in der Schweiz ihre Felder mehr als gewohnt bewaessern und fuerchten den Ausfall von Ernten. Besonders beim Eisbergsalat fallen die Ernten schwach aus. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Salat: eine riesige, grüne Ressourcenverschwendung. Bild: KEYSTONE

Du willst die Welt retten? Dann hör auf, Salat zu essen!

30.08.15, 07:17


Wenn er nicht aus dem eigenen Garten kommt, beansprucht er viel Ackerland. Er muss gepflanzt, gewässert, geerntet, danach transportiert, gelagert, vom Konsumenten gekauft, nochmals transportiert, danach gekühlt, gewaschen und gegessen werden. Und weil er roh verzehrt wird, ist er auch noch Ursprung mancher Lebensmittelvergiftung

Salat. 

Und wofür? Für nichts. 

Zu diesem Schluss kommt die Washington-Post-Journalistin Tamar Haspel. Gestützt wird ihre Theorie durch die Ernährungswissenschaftler Charles Benbrook und Donald Davis, die zusammen einen Nährstoffindex für Nahrungsmittel entwickelt haben. Laut diesem Index sind vier der fünf nährstoffarmsten Nahrungsmittel pro 100 Gramm Salate oder mindestens Zutaten davon. 

Die nährstoffarmsten Nahrungsmittel

Der Grund für das desaströse Abschneiden von Eisbergsalat und Co. ist ihr enormer Wassergehalt. Sie bestehen 95-97 Prozent aus Wasser. Blattkohl, der «nur» zu 90 Prozent aus Wasser besteht, hat doppelt so viele Nährstoffe wie Eisbergsalat. 

Statt Salat empfiehlt Haspel Grüne Bohnen, Broccoli und Tomaten.

Zu früh gefreut, Karnivore!

Bedeutet das nun, dass sich Vegetarier erneut auf eine Spottwelle gefasst machen müssen? Mitnichten. Vegetarier und Veganer essen laut einer Studie zum amerikanischen Essverhalten aus dem Jahre 2014 wesentlich umweltschonender als durchschnittliche Karnivore.  

Die Umweltbelastung durch Essverhalten

Bild: screenshot Martin C. Heller & Gregory A. Keoleian: «Greenhouse Gas Emissions of the U.S. Diet: Aligning Nutritional Recommendations with Environmental Concerns». 

Mit einem Faktor von 3,6 belastet der Durchschnittsamerikaner mit seinem Essverhalten die Umwelt mehr als doppelt so stark als ein Veganer (1,7). Auch der Vegetarier (2,4) isst deutlich umweltverträglicher. Dank bewusst reduziertem Fleisch- und Milchproduktekonsum lässt sich aber auch bei einer Ernährung mit Fleisch die damit verbundene Umweltbelastung stark reduzieren (2,4). 

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Wie häufig isst du Fleisch pro Woche?

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Wie kann ich umweltbewusst essen?

Laut einem Pamphlet der Bewegung «Weact», spielen vor allem zwei Faktoren eine Rolle beim umweltschonenden Essen: 

1. Die Zutaten: weniger Fleisch, mehr Gemüse.

2. Die Saisonalität.

Saisonalität hat deshalb einen enormen Einfluss, weil die Umweltbelastung von Treibhäusern grösser ist, als antizipiert.

(tog)

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Salat ist so lustig!

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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26
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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Triumvir 31.08.2015 12:03
    Highlight Der Mensch lebt bekanntlich nicht von Salat alleine. Ich bleibe trotzdem bis an mein Lebensende Vegetarier und fühle mich - jawohl - sehr gut dabei. Das - zu recht - schlechte Gewissen überlasse ich gerne den Karnivoren :-P
    2 3 Melden
  • Daniel Kunz 30.08.2015 17:36
    Highlight Win Problem hinter dem Gedanken in diesem Artikel ist, dass es scheinbar um Nährstoffdichte geht. Die Devise "Viele Nährstoffe in wenig Essen" ist aber Teil des Problems, warum unsere Bevölkerungen mit Übergewicht und Folgekrankheiten kämpfen. Die Qualität der Nährstoffe sollte gesucht werden.. und dann ist weniger plötzlich mehr - nicht nur für den eigenen Körper, auch für die Umwelt, die uns wiederum mit mehr belohnen kann.
    9 4 Melden
  • Jol Bear 30.08.2015 11:26
    Highlight In der Tat ist es so, dass die weltweit verfügbare Anbaufläche mit heutiger Agrartechnik problemlos ausreicht, um noch einige Millionen Menschen zusätzlich zu ernähren. Riesige Verluste entstehen ausserdem erst nach der Ernte bei Lagerung und Transport. Der Salatanbau mag zwar hinsichtlich Kalorie- und Nährstoffeffizienz nicht optimal sein, doch ist das Problem im weltweiten Kontext vernachlässigbar. Lagerverluste, Flächenbedarf für Tierfutter und zur Hauptsache politische Verwerfungen als Ursache für Hungersnöte sind viel bedeutender. Den Eisbergsalat, Wein, Zucker u.a. können wir uns ohne schlechtes Gewissen weiterhin gönnen.
    19 1 Melden
    • Mark84 31.08.2015 08:35
      Highlight Nicht zu vergessen, dass in der Schweiz beispielsweise mehr als ein Drittel der Nahrungsmittel weggeworfen wird! Das finde ich krank...
      3 0 Melden
  • Ms. Song 30.08.2015 11:06
    Highlight Das ist nur die halbe Wahrheit. Salat wächst sehr schnell. Daher wird er, zumindest hier, als Zwischenlösung auf abgeernteten Feldern gepflanzt. Amerika jedoch hat ein riesen Problem mit Monokulturen. Man kann weder unsere Landwirtschaft, noch unser Essverhalten mit dem von Amerikanern vergleichen. Solche "Studien" werden eh nur für die Schlagzeile produziert.
    26 1 Melden
    • Ms. Song 30.08.2015 19:19
      Highlight Und den Wintersalat. In der Zeit kann man die Beete nur für solche Pflanzen verwenden.
      4 0 Melden
  • iNDone 30.08.2015 09:40
    Highlight Nur mal so; ich kenne Leute, die zwar Vegetarier sind, aber so 2 bis 3 Mal pro Jahr mit dem Flugzeug in die Ferien verreisen und praktisch jede freie Minute mit dem Auto wegfahren.
    39 37 Melden
    • Alex23 30.08.2015 10:17
      Highlight In dem Artikel geht es um nährstoffreiche oder -arme Lebensmittel und um die Umweltverträglichkeit der Nahrung. Punkt. Um nichts anderes.
      Es ist kein Zum-Angriff-Blasen zum nächsten Kampf zwischen Vegetariern/Veganern und Fleischeslustigen.
      Auch wenn manche Fleischfreaks gleich wieder meinen, sie müssten den vermeintlichen "Widersachern" ihre Verfehlungen ankreiden.
      41 13 Melden
    • Nibu 30.08.2015 13:31
      Highlight So viel ich weiss, steht das mit dem Fliegen und so in den Büchern:

      "Warum Vegetarier gleich gut fliegen können wie Fleischesser"
      (Verlag: Fischer)
      6 3 Melden
    • Datsyuk * 30.08.2015 13:42
      Highlight Und ich kenne Leute, die Fleisch essen, viel Auto fahren und Flugzeuge benutzen..
      20 2 Melden
    • Charlie Brown 30.08.2015 20:20
      Highlight @iNDone: Der Veganismus resp. Vegetarismus und das Mobilitätsverhalten anderer Menschen sollte sie so wenig interessieren wie mich ihre Angewohnheiten etwas angehen.
      2 2 Melden
    • Mark84 31.08.2015 08:42
      Highlight Trotzdem hat iNDone recht. Viele Leute rechtfertigen ihr Essverhalten aufgrund von ökologischen Argumenten. Ich find das ja gut und recht, aber all die anderen Faktoren (wie eben Ferien möglichst nach Australien für 2 Wochen und sonstiger unnützer Luxus) werden nicht beachtet. Hauptsache man isst dann kein Fleisch in Sydney und zu Hause dann wieder Tomaten im Dezember. Lieber ein gutes Huftsteak vom Dorfmetzger meine Damen und Herren als Kiwi's aus Neuseeland. So siehts aus. Ich habe fertig.
      2 4 Melden
    • Charlie Brown 31.08.2015 10:29
      Highlight @Mark84: Deine Argument sind zwar zutreffend aber aus meiner Sicht nicht relevant. Ich empfehle hierzu die Lektüre zum Thema "whataboutism" von Yonni Meyer. Findest du, wenn du bei watson danach suchst. Gerne geschehen.
      1 0 Melden
    • Datsyuk * 31.08.2015 11:01
      Highlight Mark84, wenn jemand unter anderem aus ökologischen Gründen auf Fleisch verzichtet, ist er/sie wahrscheinlich auch in anderen Lebensbereichen dafür sensibilisiert, auf die Umwelt zu achten. Meiner Meinung nach versuchst du, irgendwie deinen Fleischkonsum zu rechtfertigen, obwohl das ja gar niemand von dir verlangt hat..
      4 0 Melden
    • Mark84 31.08.2015 11:47
      Highlight Das stimmt, niemand verlangt von mir, dass ich meinen Fleischkonsum rechtfertige - wüsste auch nicht wer das von mir verlangen sollte... Trotzdem darf ich doch meine Meinung dazu äussern, dafür sollten doch solche Foren da sein! Und nein, wenn jemand aus ökologischen Gründen auf Fleisch verzichtet, ist er noch lange nicht allen Bereichen sensibilisiert auf die Umwelt zu achten. Bei weitem nicht.
      0 2 Melden
    • Mark84 31.08.2015 11:55
      Highlight @Tell99: Ich weiss jetzt ehrlich gesagt nicht genau wieso meine Argumente nicht relevant wären, es geht ja um unsere Ernährung und den ökologischen Faktor dabei. Wenn ich mich nur zum Salat äussern darf, dann bitte: ich mag ihn am liebsten mit französischer Sauce. Und einem Steak dazu. Von der Metzgerei. Gern Geschehen.
      0 1 Melden
    • Charlie Brown 31.08.2015 13:09
      Highlight @Mark84: Die Antwort liegt in deiner Frage begraben. Es geht um die Ernährung und die ökologischen Folgen daraus. Nicht um Mobilität. Nicht um schlecht isolierten Altbauten, in welchen die ach so grünen Studis hausen (damit ich auch ein Stereotyp bedient habe). Nicht um die E-Bikes, bei welchen die die Entsorgung der Akkus nicht gelöst sind.

      Du findest immer etwas, was du (abseits des eigentlichen Themas) an jemandem kritisieren kannst. Nur trägt das nichts zum Thema bei.

      Beim Steak wünsche ich dir en Guete. Ich bin froh, dass du die Metzgerei dem Billigfleisch aus dem Supermarkt vorziehst.
      1 0 Melden
    • Mark84 31.08.2015 13:28
      Highlight @Tell: ok, ich geb dir recht - es geht nicht um die Mobilität. Such ich mir halt einen anderen Platz wo ich meinen Unmut über Modevegetarier kundtun kann.
      1 0 Melden
    • Mark84 31.08.2015 13:30
      Highlight Aber eigentlich hat ja inDone damit angefangen ;-)
      0 0 Melden

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