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Dieser Mann hat einen Wald gepflanzt, der grösser ist als der New Yorker Central Park

Bild: facebook.com/theforestmanofindia

20.08.18, 08:12 20.08.18, 09:55


Im Alter von 16 Jahren hatte Jadav Molai Payeng auf einer Sandbank im Fluss Brahmaputra im indischen Bundesstaat Assam eine tote Schlange gefunden. Sie war durch die Strömungen angespült worden und wegen der fehlenden Bäume schutzlos in der sengenden Hitze verendet. Die tote Schlange wurde zum Auslöser für Payengs Lebensziel. In den 30 Jahren seither bepflanzt er die bis dahin unfruchtbare Insel.

Payeng lebt auf Majuli, einer der weltweit grössten Flussinseln. Diese droht jedoch zu verschwinden. Gemäss indischen Wissenschaftern spülte der Fluss, der bei Monsunen stets ansteigt, seit 1917 bereits einen Drittel der Insel einfach weg. Laut dem Magazin «Earth Science India» könnte sie durch Abtragungen in 15 bis 20 Jahren sogar ganz verschwunden sein. Im Fluss Brahmaputra sind immer mehr Sandbänke zu sehen, wo früher Wasser war.

Bild: facebook.com/theforestmanofindia

Wenn es nach dem Willen Payengs geht, wird das nicht eintreten: «Als ich die tote Schlange gesehen hatte, dachte ich, dass sogar wir Menschen auf diese Weise in der Hitze sterben werden. Das hat mich getroffen. In Trauer um diese toten Schlangen habe ich den Wald erschaffen», erinnert sich der Umweltaktivist im Interview mit National Public Radio (NPR). Payengs unglaubliche Anstrengungen scheinen nun vom Erfolg gekrönt zu werden.

Gemäss Travelbook.de ist ein grosser Teil der einst unfruchtbaren Sandbank unterdessen mit Bäumen und Büschen bedeckt. Der inzwischen nach Jadav Molai Pyeng benannte Molai-Wald ist heute grösser als der Central Park in New York. Der Wald umfasst rund 5,5 Quadratkilometer Fläche, der Central Park nur etwa 3,41 Quadratkilometer.

Nicht nur die Flora, auch die Fauna hat sich dank Payeng ausgebreitet. In seinem Wald gibt es Affen, Königstiger, indische Nashörner, Hirsche, Hasen und zahlreiche Vogelarten. Jedes Jahr sollen rund 115 Elefanten den Marsch auf die Insel auf sich nehmen, um für drei Monate im Wald leben zu können.

Während Jahrzehnten blieb der Wald Payengs Geheimnis. Erst 2007 stiess der indische Fotojournalist Jitu Kalita bei einer Tour auf dem Fluss Brahmaputra per Zufall auf den Wald. In einem Dok-Film über Payeng mit dem Titel «Forest Man» beschreibt Kalita seine Entdeckung: «Ich bin darauf zugelaufen, und als ich ankam, konnte ich meinen Augen nicht trauen. Ich hatte einen dichten Wald inmitten einer unfruchtbaren Einöde gefunden».

Unterdessen ist Payeng berühmt geworden für seinen Einsatz für die Umwelt. Der ehemalige indische Staatspräsident A. P. J. Abdul Kalam verlieh ihm 2012 den Titel «Forest Man of India». 2015 zeichnete ihn die indische Regierung mit dem Zivilorden «Padma Shri» aus. Doch Payeng hat nicht vor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen: «Ich werde mit dem Bepflanzen weitermachen bis zu meinem letzten Atemzug», sagte er gegenüber NPR. Er habe ein Beispiel dafür gesetzt, was ein einziger Mann ausrichten könne. Niemand könne Gott sehen, so Payeng. Doch für ihn sei Gott aber die Natur und das würde ihm Inspiration geben: «Das gibt mir Kraft. Solange der Wald überlebt, überlebe auch ich.» (cbe)

National Geographic Photography Contest 2018

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • salamandre 20.08.2018 18:01
    Highlight ...und recht hat er, es wird noch warm werden auf dem Planeten
    6 0 Melden
  • giandalf the grey 20.08.2018 16:12
    Highlight Man stelle sich vor jemand in der Schweiz würde ein Stück Natur aus eigener Kraft bepflanzen. Der hätte doch garantiert direkt eine Busse des Amtes für Forstwirtschaft und Umweltschutz oder so an der Backe...
    15 0 Melden
  • Phrosch 20.08.2018 15:57
    Highlight Da soll noch jemand sagen, dass man als Einzelner eh nichts tun kann. Wenn jeder anfängt, „Bäume zu pflanzen“ (oder das zu tun, was es in seiner Umgebung halt braucht), dann ist die Welt noch nicht verloren.
    27 0 Melden
  • Tiger11 20.08.2018 14:37
    Highlight Ein Held und Vorbild was dieser Mann geleistet hat,
    und wieder einmal zeigt, was ein einzelner Mensch
    mit Empathie und Willenskraft alles bewirken kann.
    28 0 Melden
  • Kaspar Floigen 20.08.2018 14:02
    Highlight Ganz ehrlich: von dem Beitrag werde ich gerade ganz sentimental. Gibt einem wirklich viel Hoffnung.
    34 0 Melden
  • Irenne 20.08.2018 14:01
    Highlight Bravo für diesen Einsatz! Vieles wäre auf diesem Planeten möglich mit solchen Leuten. Die Welt zum was Guten machen wo Natur und Mensch zusammen glücklich sind.
    20 0 Melden
  • Triumvir 20.08.2018 13:15
    Highlight Die Story ist zwar schon etwas älter. Aber ich finde sie nach wie vor toll und inspirierend. Es ist beeindruckend, was ein einzelner Mensch mit einer Vision alles erreichen kann. Zur Nachahmung empfohlen, denn das ist in meinen Augen echter - nachhaltiger - Umwelt-, Tier- und Ressourcenschutz.
    88 1 Melden
  • chr1zz 20.08.2018 12:52
    Highlight Ein echter Held!
    35 0 Melden
  • G. 20.08.2018 12:00
    Highlight Wow!

    🙌🙌🙌🙌🙌🙌
    31 0 Melden
  • AskMe 20.08.2018 11:18
    Highlight «Forest Man» lässt uns an das Gute im Menschen glauben. Die wenigen Minuten auf YouTube lohnen sich!
    47 0 Melden
  • Paul_Partisan 20.08.2018 11:16
    Highlight Unglaublich, was dieser Mann da geschaffen hat. Als Laie würde mich noch interessieren, wie er das angestellt hat?
    53 0 Melden
    • salamandre 20.08.2018 17:59
      Highlight Bäume zu pflanzen ist nicht so ein großes Kunstwerk. An die Umgebung angepasste Bäume und viel Fleiss
      6 1 Melden
  • Mimi Onóna 20.08.2018 10:46
    Highlight Faith in humanity: Restored! (ämu för hüt)
    25 0 Melden

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