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bild: screenshot «Grand Tour»

Weshalb die erste Staffel von «The Grand Tour» ein Drama mit Happy-End war

06.02.2017, 21:2307.02.2017, 09:46

Michael Cimino drehte 1978 den Film «Deer Hunter». Der Antikriegsfilm mit Robert DeNiro und Christopher Walken wurde mit fünf Oscars ausgezeichnet und gilt bis heute als Meisterwerk.

Zwei Jahre später drehte derselbe Regisseur mit einem enormen Budget «Heaven's Gate». Das Drama wurde einer der grössten Flops der Filmgeschichte: Genie und Wahnsinn liegen bekanntlich nahe beieinander. Und wenn eine Kamera im Spiel ist, noch etwas näher. Die erste Staffel von «The Grand Tour» verdeutlicht dies nur zu gut.

Mit solchen Installationen wurde «The Grand Tour» beworben. So richtig crashte aber nur die zweite Folge.
Mit solchen Installationen wurde «The Grand Tour» beworben. So richtig crashte aber nur die zweite Folge.

Oh, wie war sie gut. Die erste Folge. Vor allem aber die ersten 10 Minuten von «The Grand Tour». 10 Minuten Gänsehaut. Twitter explodierte. Besser geht TV nicht mehr. Mit der ersten Folge (IMDB-Note: 9,1) heizte Jeremy Clarkson, der von verschiedenen Seiten bereits als TV-Genie bezeichnet wurde, die Hoffnungen auf «The Grand Tour» erst richtig an.

Doch danach ging es erstmal bergab. Steil bergab.

So sehr die erste Folge von «The Grand Tour» gelobt wurde, so sehr wurde die zweite gehasst. 6,8 auf IMDB. Eine Note, die dank tausenden von Fanboys noch viel zu hoch ausfällt. Abgesehen von zwei Best-of-Sendungen schaffte «Top Gear» in 22 Staffeln keine derart schlechte Benotung. Die Kritik war vernichtend: Zu viel Skript, zu wenig Spontanität, überzeichnete Figuren, plumper Slapstickhumor.

Hammond zwängte sich mit aller Macht in die Rolle des Pausenclowns, May spielte den frustrierten alten Mann. Das Moderatorentrio konzentrierte sich ausgerechnet auf das, was es NICHT kann: aufs Schauspielen.

Als Jeremy Clarkson dann auch noch seine Hose verlor, war der Tiefpunkt erreicht. Es roch nach jumping the shark. Es roch nach Wahnsinn.

Doch es kam anders.

Die überzeichneten Figuren und der Slapstickhumor blitzten zwar auch in den weiteren Folgen immer mal wieder auf (die Korallenriff-Folge, a total disaster), sie wurden aber rarer. Und gegen Ende der Staffel? Da waren sie endgültig verschwunden.

Ja. Die letzten drei Episoden fühlten sich ganz an wie das alte «Top Gear» – die Moderatoren waren lustig, die Drehbücher subtiler, die Charaktere natürlicher.

Vieles hätte schief gehen können. Doch «The Grand Tour» rettete sich ins Ziel.
Vieles hätte schief gehen können. Doch «The Grand Tour» rettete sich ins Ziel.Bild: BSC-Squee

Als Jeremy Clarkson, Richard Hammond, James May und Produzent Andy Wilman «Top Gear» verliessen, galt die Show mit 350 Millionen Zuschauern als das erfolgreichste TV-Format der Welt. Top Gear produzierte jedes Jahr Einnahmen von über 60 Millionen Franken.

Die Vorschusslorbeeren, das viele Geld, die Hoffnungen: Die Vorzeichen für ein modernes «Heaven's Gate» standen gut – und tatsächlich schleuderte der Karren einige Male bedenklich. So richtig kam «The Grand Tour» aber nicht von der Strecke ab. Und sollte auch noch «The American» aus der Sendung verschwinden, dann hat die Show erneut das Zeug dazu, das beliebteste TV-Format der Welt zu werden.

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Jeremy Clarksons derbste Sprüche

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Jeremy Clarksons derbste Sprüche
quelle: getty images europe / wpa pool
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