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Twitter-Gewitter: Schwangere Olivia Wilde wird im ÖV stehen gelassen



Der ÖV-Knigge ist tough. Wir sollen es uns verkneifen, die Schuhe auf dem leeren Sitz vis-à-vis abzulegen (auch wenn's mega bequem ist), bieten den Mitfahrern die gelesene Gratiszeitung an, bemühen uns nicht zu furzen und überlassen die freien Plätze den Alten, Schwangeren und anderen Leuten mit körperlichen Einschränkungen. 

Verhalten wir uns nicht koscher, werden wir mit gemurmelten Kommentaren, bösen Blicken oder zumindest einem schlechten Gewissen bestraft. 

Die US-amerikanische Schauspielerin Olivia Wilde bestraft ihre Mitfahrerinnen und Mitfahrer mit einem Twitter-Bashing. 

«Keine grosse Sache, nichtbehinderte 🚇-Fahrer, die nicht gewollt sind einer Hochschwangeren ihren Sitz zu überlassen. Ich stehe einfach direeekt neben euch und bete, dass meine Wehen ausbrechen.»

Der Tweet der im sechsten Monat Schwangeren erhielt über 3000 Likes, wobei nicht alle dem Hollywood-Star zustimmen. 

Ihre treuen Fans stimmen ihr ohne Wenn und Aber zu:

«Deren Mütter haben ihre Kinder nicht richtig erzogen. #stehtauf #manierenkostennichts» 

Andere pflichten ihr zwar bei, kritisieren jedoch ihre Formulierung 

«Ich stimme dir zu, aber du musst daran denken, dass nicht alle Beeinträchtigungen sichtbar sind. Jemand, der vielleicht gesund aussieht, ist es nicht zwingend.»

«Ich würde dir meinen Sitz immer anbieten. Du kannst aber nicht beurteilen, für wen das alles möglich ist. Herzschwäche, Krebs und ME (chronisches Müdigkeitssyndrom) können nicht von aussen gesehen werden.» 

Für zwischendurch: So viel verdienen Promis mit Social-Media-Posts

Ist Schwangerschaft wirklich eine Behinderung?

Du bist nicht behindert ... du bist schwanger und wenn du schauspielern und trainieren kannst, ist es auch möglich, 15 Minuten zu stehen. 

Schwangerschaft ist keine Krankheit oder Behinderung. Du bist reich, bestell dir einen Uber oder schnapp dir ein Taxi. Bist du so anspruchsberechtigt?

Wem bietest du im Zug deinen Sitzplatz an?

Und dann sind noch die «Menisten» (männliches Pendant zu FeministInnen) auf den Zug aufgesprungen 

«Ihr wollt also gleiche Rechte und Löhne und alles gleichberechtigt und jetzt auch noch meinen Sitzplatz?»

«Frauen wollen gleich behandelt werden wie Männer. Na dann, so geht's.» 

Zum Glück gibt's Feministinnen auf Twitter, die solche Kommentare aufgriffen:

«Fast nicht zu vergleichen, ausser der Typ hat einen 10 kg schweren Uterus.»

«Rücksicht soll allgemein sein. Würde ich einen schwangeren Mann in der U-Bahn antreffen, würde ich ihm meinen Platz überlassen.»

Man hätte ja auch einfach fragen können, oder?

Vielleicht wäre ein «Entschuldigen Sie, dürfte ich mich an Ihren Platz setzen? Ich bin schwanger» effektiver als einen Tweet abzusetzen. Kommunikation und so. 

Olivia Wilde ist eben eine Dramaqueen. Ihre Antwort auf den Shitstorm:

Olivia Wild tweet

«Fresst doch eine Packung Schwänze.» bild: twitter

(jin)

Relevanteren Feminismus gibt's hier:

Der Mythos Mens: Die ewige Angst der Männer vor dem bisschen Blut

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Was du schon immer über die Mens wissen wolltest, aber bisher nicht zu fragen wagtest

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Frauen sind schwach und dumm. Jedenfalls in der «Weltwoche». Chillt mal, Kollegen!

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Das erwartet Olivia Wilde und alle anderen während der Schwangerschaft:

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Eine
16.09.2016 22:46registriert December 2015
Kommunikation ist alles, nur redet heutzutage keine Sau mehr mit der Anderen.
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1291nyc
16.09.2016 21:53registriert December 2014
Und welches Sprachtalent hat den Originaltweet übersetzt? Watson = bezahlt euren Jungs und Girls doch lieber Mal einen Englischkurs.
644
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CASSIO
17.09.2016 05:06registriert February 2014
Man tweetet lieber, anstatt nach einem Platz zu fragen? Armes Kind.
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17

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