Homosexualität
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Image

Der Bundesgerichtsentscheid könnte Wegweisend sein. Bild: Shutterstock

Bundesgericht entscheidet: Darf ein Leihmutterkind zwei schwule Väter haben?



Dürfen zwei Männer als Eltern eines Kindes ins Schweizer Zivilstandsregister eingetragen werden, wenn das Kind von einer Leihmutter in den USA ausgetragen wurde? In einer öffentlichen Beratung befasst sich das Bundesgericht heute mit dieser Frage.

Das St.Galler Verwaltungsgericht hatte die Frage in seinem Urteil vom August 2014 bejaht. Es begründete den Entscheid mit dem Kindeswohl und der Notwendigkeit einer einheitlichen und klaren Rechtslage bezüglich des Kindesverhältnisses zu den beiden Männern.

Es entschied zudem, dass im Zivilstandsregister die genetische Abstammung des Kindes festgehalten wird. Damit wird das in der Bundesverfassung garantierte Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung erfüllt.

In väterlicher Obhut

Die beiden Männer leben in eingetragener Partnerschaft in der Schweiz und sind im Kanton St.Gallen heimatberechtigt. Seit seiner Geburt im April 2011 lebt der in den USA geborene Knabe bei dem Paar.

In der kalifornischen Geburtsurkunde sind sie beide als Eltern des Kindes aufgeführt. Es wurde mittels künstlicher Befruchtung der Eizelle einer anonymen Spenderin mit dem Sperma eines der beiden Männer gezeugt und von einer Leihmutter ausgetragen.

Die Frau und deren Ehemann verzichteten vor einem kalifornischen Gericht auf ihre Rechte und Pflichten als Eltern.

Das Bundesamt für Justiz erhob gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts Beschwerde beim Bundesgericht. Es beantragt, dass nur der Samenspender und damit der biologische Vater des Knaben einzutragen ist.

In väterlicher Obhut

In der Schweiz sind Eizellenspenden und Leihmutterschaft verboten. Auch können homosexuelle Paare hierzulande nicht gemeinsam ein Kind adoptieren.

Der Bundesrat hat in seiner Botschaft zur Revision des Adoptionsgesetzes im November vergangenen Jahres eine Lockerung der Bestimmungen zur Adoption vorgeschlagen. Paaren, die in einer festen Lebensgemeinschaft oder einer eingetragenen Partnerschaft leben, soll es ermöglicht werden, ihre Stiefkinder zu adoptieren.

Hinsichtlich der Leihmutterschaft sieht der Bundesrat keinen Grund, das Verbot zu lockern. Dies hat er in seiner Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss im November 2014 festgehalten.

Es gehe um den Schutz der Würde der Leihmutter und des Kindes sowie um das Kindeswohl. Diesen Schutz sieht der Bundesrat sowohl bei der bezahlten, wie auch bei der unentgeltlichen Leihmutterschaft gefährdet. (sda)

Sie sind schwul und das ist auch gut so

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • olga 21.05.2015 10:26
    Highlight Highlight Endlich ist die Schweiz auch im 21. Jahrhundert angekommen! Das BGer hat heute die Chance eine längst fällige Entscheidung zu treffen. Ich hoffe, die Damen und Herren in Lausanne erkennen die Notwendigkeit eines solchen Zuspruchs für homosexuelle Paare!
    18 6 Melden

«Mann+Frau geht, Frau+Frau geht irgendwie, Mann+Mann geht nicht», twittert ein CVPler

«Wir sollten in den Grenzen der Biologie bleiben», findet der Präsident der CVP Luzern in Bezug auf die Familienplanung und tritt damit einen Shitstorm auf Twitter los. Nun will er die Zurich Pride besuchen.

Als ein junger CVPler am Montagmorgen ein Zitat der ehemaligen Bundesrätin Ruth Metzler auf Twitter teilt, kann er noch nicht ahnen, dass unter seinem Tweet zwei Tage später ein regelrechter Shitstorm stattfinden wird. 

Der Grund dafür ist Christian Ineichen, der Präsident der CVP Luzern. Dieser reagiert auf die Forderung von Kaufmann nach einer Ehe für alle. Seine Antwort:

Darauf wird Ineichen gebeten, sich konkreter zu äussern. Das tut er, indem er einen Tweet absetzt, für den er die …

Artikel lesen
Link to Article