iPhone

Das neue iPhone 6 (rechts) ist aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich grösser und weniger kantig als das iPhone 5S. bild: via business insider

30 Jahre nach dem Mac

iPhone 6 und iWatch: Warum der heutige Apple-Event historisch werden muss 

Was ist dran an den Gerüchten um das iPhone 6 und die iWatch? Am Dienstagabend will Apple den Schleier lüften. Mehr Gäste als je zuvor wurden an einen Ort eingeladen, der für Apple eine besondere Bedeutung hat – und sie wieder bekommen könnte. 

09.09.14, 11:10 09.09.14, 22:33

matthias kremp

Ein Artikel von

Am 24. Januar 1984 enthüllte der damals noch junge Steve Jobs im Flint Center for the Performing Arts in Cupertino den Macintosh. Es war der erste Jedermanns-Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche und Maus. Der Mac veränderte die Computerwelt. Alle wichtigen Rechner, die nach ihm kamen, basierten auf demselben Prinzip von Mausklicks und Symbolen. 

Heute, etwas mehr als 30 Jahre später, kehrt Apple für die Präsentation seiner Neuheiten seit langer Zeit zum ersten Mal ins Flint Center zurück, statt sie wie gewohnt in San Francisco zu zeigen. Das Gebäude in Cupertino bietet Platz für etwa doppelt so viele Zuschauer wie jenes in San Francisco. Das ist auch nötig, denn Apple hat viel mehr Einladungen als sonst verschickt und unter anderen etliche Modejournalisten eingeladen, an der Präsentation teilzunehmen. 

Der enorme Aufwand und der für Apple historische Ort können zweierlei bedeuten: Entweder leidet der Konzern an massloser Selbstüberschätzung, oder er hat wirklich etwas vollkommen Neues, Überraschendes zu zeigen, etwas, das die Welt verändern könnte. 

Klicken Sie auf die Bilder, um sie zu vergrössern und für weitere Informationen.

Nicht immer der Erste, aber oft der Beste 

Dass die kalifornische Firma so etwas kann, hat sie mehrfach bewiesen. Zum ersten Mal mit dem Macintosh, Jahre später mit dem iPod. 2007 folgte das iPhone, das erstmals konsequent auf Touchscreen und Fingergesten setze. Wenige Jahre später revolutionierte Apple den Computermarkt mit dem iPad, dem ersten Tablet-PC, der wirklich populär wurde. 

Der erste war Apple bei all dem nicht. Vor dem Mac hatte es Computer mit Maussteuerung gegeben, meist als Forschungsprojekte. Der iPod war beileibe nicht der erste portable digitale Musikspieler, das iPhone nicht das erste Smartphone mit Touchscreen und das iPad nicht der erste Tablet-Computer. 

Aber immer wenn Apple seine eigene Version dessen entwickelte, was es schon gab, erschien das Ergebnis neu und anders als das, was es schon gab – auch wenn es nicht sofort perfekt war. So wie das iPhone, für das es anfangs keinen App Store gab und das erst nach Jahren die schnelle Mobilfunktechnik UMTS lernte. Doch jedes dieser Apple-Geräte hat eine Branche verändert. Der iPod war das Ende der CD-Player, das iPhone machte Tastatur-Handys zu Nischenprodukten. 

Wofür der ganze Zinnober? 

Die Zeichen deuten darauf hin, dass es dieses Mal wieder soweit sein könnte, dass Apple einen Markt umkrempelt. Doch das oder die neuen iPhones werden das sicher nicht können. Alles Wichtige über sie ist längst durchgesickert. Zwei Modelle wird es wohl geben, mit unterschiedlich grossen, sicher aber grösseren Bildschirmen als bisher. Sie werden viele technische Verbesserungen mit sich bringen, NFC-Nahfunk beherrschen, als digitale Geldbörse dienen und noch mehr. Aber das wäre nicht revolutionär – und dafür würde Apple keinen derartigen Zinnober veranstalten. 

Deshalb dürfte etwas dran sein an den Gerüchten, Apple habe ein Wearable entwickelt. Das Wort Smartwatch zu benutzen, wäre vermessen. Vielleicht ist es nur ein besseres Fitness-Armband für die Healthkit-App, die mit iOS 8 kommen wird. Aber auch dafür wäre der Aufwand zu gross. 

Auf das Gerät müssen Kunden wahrscheinlich noch warten 

Wahrscheinlicher ist es deshalb, dass Apple etwas entwickelt hat, das irgendwie eine Smartwatch ist, aber anders funktioniert als die Geräte, die man bisher unter dieser Bezeichnung kennt. Wenn den Kaliforniern dieser Geniestreich gelungen ist, könnten sie den Bereich der Wearables für einige Jahre ebenso dominieren, wie sie es bei den Tablets mit dem iPad taten. 

Wenn dieses Wearable tatsächlich der Star der Vorstellung sein sollte, dürfte es allerdings noch einige Monate dauern, bis man es kaufen kann. Um das Gerät bis zur offiziellen Präsentation geheim zu halten, dürfte darüber noch nichts an Apples Produktionspartner in Asien weitergegeben worden ein. Diese Strategie hat schon beim aktuellen Mac Pro gut funktioniert, von dem bis zum Schluss keine Daten und keine Bilder durchgesickert waren. 

Sollte Apple am Dienstag in Cupertino aber doch «bloss» ein neues iPhone vorstellen, wäre es an der Zeit, sich Sorgen zu machen, wie es mit der Firma weitergehen soll. 

Lesen Sie jetzt alle News zum iPhone 6 und der mutmasslichen iWatch im Live-Ticker.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • goalfisch 09.09.2014 18:01
    Highlight "historisch" ... ich habs langsam satt mit diesem ganzen Hype. Historisch wäre, wenn wir endlich etwas gegen Ebola hätten, oder einen Frieden in Israel oder tausend andere Dinge, wofür es sich zu kämpfen lohnte. Aber nein, so viel Geld, Zeit, Intelligenz wird in irgendwas Neues, was die Welt nicht braucht investiert. Wir lassen uns verblöden und merkens nicht mal ...
    Sorry, musste einfach mal raus.
    1 2 Melden
  • Romeo 09.09.2014 13:13
    Highlight Ja. Mein erster Computer war der Toaster. Der hatte schon den Abfallkübel. Ich mag Apple.
    8 0 Melden
  • Zeit_Genosse 09.09.2014 12:51
    Highlight Die Frage ist, ob die Innovation alleine über physische Geräte gelingen soll, oder ob aus iTunes ein veritables Shopping-Center (oder Health-Care-Center) wird, oder so.... Apple ist bekannt, dass sie bestehende Ideen aufgreifen, in der Haptik und Useability, sowie im Design verbessern und in die gesamte (proprietäre) Apple-Welt einfügen. Dass Einladungen an die Modewelt gingen lässt vermuten, dass es sich um Wareables handelt, die man im Kontex von Mode zeigen möchte. Das Prägen von New Lifestyle würde zu Apple passen. Irgendwie hat da Apple-TV als Home-Einkaufs- und Homesteuerzentrale auch noch Potenzial. Diese Firma würde ich nicht so rasch abschreiben. Die Erwartungshaltung an Apple sind manchmal sehr hoch.
    6 1 Melden
    • Romeo 09.09.2014 13:18
      Highlight Und wieder einmal muss ich mich vor lauter nicken mit Muskelkater abfinden :)
      1 0 Melden
  • saukaibli 09.09.2014 12:44
    Highlight Ich glaube nicht daran, dass etwas wirklich Revolutionäres kommt (lasse mich aber gerne eines Besseren belehren), denn dafür fehlt Apple einfach ein visionäres Genie wie Steve Jobs. Auch wenn er mit dem Alter und dem Erfolg gemäss seinen Mitstreitern immer tyrannischer und psychotischer wurde, hatte er eben doch das gewisse Etwas, das man braucht um revolutionär zu sein.
    2 2 Melden
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 09.09.2014 11:55
    Highlight Also wenn man mit einem hohen Geldbetrag in Apple Aktien involviert ist , dann kann man sich schon Sorgen machen, falls sie nur das iPhone 6 vorstellen....
    3 3 Melden
    • Romeo 09.09.2014 13:16
      Highlight Ich bin zuversichtlich, dass es interessant werden wird. Mit iPad mini geschrieben :)
      2 1 Melden

iPhone-User erhalten neuen Akku massiv vergünstigt – das musst du wissen

Apple sagt «Sorry» und versucht mit einem späten «Weihnachtsgeschenk», erzürnte Kunden zu besänftigen.

Das Wichtigste in Kürze:

Nach der Aufregung um die gedrosselte Leistung von iPhones mit abgenutzten Akkus hat sich Apple bei den Nutzern entschuldigt und macht den Akku-Wechsel deutlich günstiger. Zugleich versichert der Konzern in einer Mitteilung an die Kunden, dass man «niemals» das Erlebnis der Nutzer absichtlich verschlechtern würde, um neue Geräte zu verkaufen.

In den USA werde ein nötiger Akkuwechsel ausserhalb der Garantiezeit beim iPhone 6 und späteren Modellen bis Ende kommenden Jahres …

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