Indien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Fahrer missbraucht Kundin

Nach Vergewaltigung: Neu Delhi verbietet Fahrdienst Uber



Protestors from All India Students Association (AISA) demonstrate outside the Delhi Police headquarters after a taxi driver from the international cab-booking service Uber allegedly raped a young woman Friday in New Delhi, India, Sunday, Dec. 7, 2014. Official statistics say about 25,000 rapes are committed every year in India, a nation of 1.2 billion people. (AP Photo/Tsering Topgyal)

Studenten demonstrieren in Neu Delhi nach der mutmasslichen Vergewaltigung einer Uber-Kundin. Bild: AP

Nach der mutmasslichen Vergewaltigung einer Kundin durch einen Fahrer des Online-Fahrdienstanbieters Uber haben die Behörden der indischen Hauptstadt Neu Delhi den Betrieb des Dienstes verboten. Uber dürfe ab sofort keine Fahrten in der Stadt anbieten, erklärte die Stadtverwaltung am Montag.

Zuvor hatte die Polizei einen Fahrer festgenommen, der am Freitag eine 25-jährige Kundin vergewaltigt haben soll. Nach Polizeiangaben hatte Uber sich nicht an die Vorschriften für private Fahrdienste gehalten. So sei das Fahrzeug nicht mit GPS ausgestattet gewesen, die Vorgeschichte des Fahrers sei nicht überprüft worden. Örtlichen Medien zufolge stand der Fahrer bereits 2011 unter Vergewaltigungsverdacht, wurde jedoch schliesslich freigesprochen.

«Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen»

Uber versicherte, es arbeite bei der Aufklärung des «schrecklichen Verbrechens» eng mit der Polizei zusammen. Die Überprüfung von Fahrern sei in Delhi «derzeit bei der Erteilung von Lizenzen für Transportdienste nicht vorgesehen», erklärte Geschäftsführer Travis Kalanick.

Der Vorfall ereignete sich fast auf den Tag genau zwei Jahre nach der tödlichen Gruppenvergewaltigung einer jungen Studentin in Neu Delhi. Der Fall hatte international Entsetzen ausgelöst, in Indien gab es wochenlang Proteste.

Trotz der allgemeinen Empörung und einer Verschärfung der Strafgesetze hält die sexuelle Gewalt gegen Frauen in Indien unvermindert an: Einer Regierungsstatistik zufolge wird weiterhin alle 22 Minuten eine Frau vergewaltigt. (rey/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Señor Ding Dong 08.12.2014 13:50
    Highlight Highlight Man muss sich darüber im Klaren sein, dass Uber primär Ridesharing betreibt. Das heisst, auch nicht-professionelle Taxi-Unternehmen können hier mitmischen oder auch Privatpersonen. Das ist im Prinzip eine winzige Stufe sicherer als per Anhalter fahren, also muss man sich eines gewissen Risikos bewusst sein. Ich finde den Vorfall grauenhaft, kann aber nicht verstehen, warum gleich der komplette Dienst verboten wird.

Situation in Indien spitzt sich zu: «Katastrophe steht erst bevor»

Indien erreicht neue Höchststände bei Infiziertenzahlen. Reiche bekommen Arzttermine, Arme bleiben auf der Strecke – ein deutscher Arzt und eine Caritas-Vertreterin berichten von schlimmen Zuständen vor Ort. 

In Indien infizieren sich aktuell jeden Tag im Schnitt so viele Menschen mit dem Coronavirus, wie in einer Stadt wie Garmisch-Partenkirchen (rund 27'000 Einwohner) leben. Am Sonntag teilte das Gesundheitsministerium mit, dass innerhalb von 24 Stunden 28'637 Menschen positiv getestet wurden. Und die Dunkelziffer ist aufgrund der vergleichsweise wenigen Tests noch viel höher.  

Das war nicht immer so: Denn von März bis Anfang Juni hat es in Indien einen Lockdown gegeben. Seit Juni wurden die …

Artikel lesen
Link zum Artikel