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«In letzter Minute in PKW geflüchtet» – Präsident der Jüdischen Gemeinde Graz angegriffen



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Die Synagoge in Graz. Bild: facebook

Einen Tag nach der Attacke auf den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Ein Polizeisprecher bestätigte entsprechende Online-Medienberichte, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Sonntagabend berichtete. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) verkündete via Twitter, dass Beamte den Verdächtigen festgenommen hätten. Details über die Aussage des Verdächtigen, seine Herkunft und Motivation würden wohl erst in den frühen Morgenstunden bekanntgegeben werden können, hiess es auf Anfrage der APA aus dem Innenministerium.

Der Mann wird für sieben Delikte in Graz verantwortlich gemacht, wie es weiter hiess. Es gehe um Sachbeschädigungen durch Steinwürfe und Schmieraktionen, unter anderem gegen die Synagoge Graz. In einem Fall soll er es auch auf ein Etablissement im Rotlichtmilieu abgesehen haben. Ersten Informationen aus dem Innenministerium zufolge zeigte sich der Mann geständig.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Elie Rosen, war am Samstag von einem Mann angegriffen worden, vermutlich mit einem Baseballschläger. Da er in einem Auto gesessen hatte, wurde er nicht verletzt. Der Angreifer flüchtete.

Bereits in der Nacht zu Freitag waren mehrere Fenster der Synagoge beschädigt, in der Nacht zu Dienstag pro-palästinensische Parolen auf das Gebäude und das nahe gelegene Gemeindezentrum gesprüht worden. «Ein Zusammenhang mit den letzten Vorfällen rund um die Grazer Synagoge liegt nahe», hatte die Polizei mitgeteilt. Als Reaktion auf die Vorfälle ordnete Österreichs Innenminister eine verstärkte Überwachung aller jüdischen Einrichtungen im Land an. (sda/dpa)

Van der Bellen verurteilt Attacken

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen verurteilte die Attacke auf Rosen und die Schmierereien an der Synagoge. «Judenhass und Antisemitismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft. Meine Solidarität gilt allen in Österreich lebenden Jüdinnen und Juden», schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Bundeskanzler Sebastian Kurz zeigte sich «erschüttert». Er versprach eine rasche Suche nach dem Täter.

Im vergangenen Jahr waren in Österreich 550 antisemitische Vorfälle gemeldet worden. Fast die Hälfte von ihnen ging nach offiziellen Angaben von Rechtsextremen aus.

Bundeskanzler Sebastian Kurz schrieb am Samstagabend bei Twitter, er sei erschüttert über den Angriff auf Rosen. «Wir werden alles tun, um den Täter rasch zur Rechenschaft zu ziehen und die Sicherheit der jüdischen Gemeinde in Österreich weiterhin zu gewährleisten.» Bundespräsident Alexander Van der Bellen twitterte: «Judenhass und Antisemitismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft.» (sda/dpa)

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