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Österreichischer Karikaturist Manfred Deix gestorben



ABD0013_20160627 - KREMS - ÖSTERREICH: ZU APA0077 VOM 27.6.2016 - Cartoonist Manfred Deix im Interview mit der Austria Presse Agentur am Donnerstag, 05. Februar 2009. Der große österreichische Zeichner und Karikaturist Manfred Deix ist am Samstag 67-jährig gestorben. (ARCHIVBILD VOM 9.2.2009) - FOTO: APA/HERBERT PFARRHOFER

Deix im Februar 2009. Der Cartoonist wurde nur 67 Jahre alt. Bild: APA

Seine Figuren sind hässlich – grundsätzlich. Sein Blick auf die Welt war farblich bunt, inhaltlich düster. Manfred Deix hat vielen Betrachtern seiner Bilder einen Spiegel vorgehalten. Am Samstag ist der Karikaturist im Alter von 67 Jahren gestorben.

Fett, wulstige Lippen, lange Schwänzchennase: «Frisch verlobt» sind die beiden Hässlichen auf der Karikatur von Manfred Deix. Der Österreicher hat an seinen Zeitgenossen kaum ein gutes Haar gelassen.

Ob Verliebte, Kirchenmänner oder Neonazis – er hat sie mit spitzer Feder aufs Korn genommen. «Man hat mir oft Geschmacklosigkeit und Brutalhumor vorgeworfen», sagte er einmal. «Aber wer, wenn nicht der Satiriker, soll die Dinge beim Namen nennen?»

Nun ist der Ergründer nicht nur der österreichischen Seele und wohl bekannteste politische Zeichner der Alpenrepublik im Alter von 67 Jahren nach langer schwerer Krankheit gestorben.

In Deutschland wurde Deix vor allem durch seine Karikaturen in Zeitschriften wie dem «stern» und dem Magazin «Spiegel» bekannt. Im 2001 eröffneten österreichischen Karikaturenmuseum in Krems sind die Werke von Deix in einer Dauerausstellung zu sehen.

Deix war ein Augenöffner

Museumsdirektor Gottfried Gusenbauer meinte: «Es gab und gibt viele Tabus und unangenehme Wahrheiten, die man nicht ansprechen durfte oder konnte, hier hat uns Deix mit seinen Bildern die Augen geöffnet.» Weggefährte Gottfried Helnwein trauert um einen Freund: «Er zeigte uns, dass das Werk des Schöpfers nur so strotzt von Fehlern, Peinlichkeiten und Schnitzern», sagte er über Deix.

Schon als Elfjähriger hatte Deix als Zeichner einen ersten Erfolg. In der «Niederösterreichischen Kirchenzeitung» veröffentlichte er einen Comic-Strip. Das bedeutete aber keine spätere Rücksicht auf Menschen des Glaubens. Vielmehr gehörten Kirchenmänner zu seinen Lieblingsopfern.

In den «Musenblättern» wirbelt ein Luftstrom das Gewand eines Klerikers bis zur Sichtbarkeit der Unterhose nach oben – ein Motiv frei nach Marilyn Monroes Auftritt über einem Gitterschacht.

Seine Ausbildung erhielt Deix schliesslich an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Der Kettenraucher und Katzenliebhaber veröffentlichte 1980 einen ersten Sammelband unter dem Titel «Cartoons» – dem sollten viele weitere folgen, so dass die «Deix-Figuren» es als Begriff sogar bis in den Duden schafften.

Er habe beim Zeichnen seiner Figuren oft lachen müssen, bekannte Deix einmal. Nach den Anschlägen auf das Satire-Magazin «Charlie Hebdo» meinte Deix zur Rolle der Satire: «Sie darf alles und muss alles, was mit der Moral des Zeichners zusammengeht. Man darf den eigenen Mut aber nicht überlisten und nicht brandgefährlich werden.»

2014 war Deix bereits einmal zusammengebrochen. 2015 erschienen schliesslich «Neue Zeichnungen» sowie sein 18. Buch «Tierwelt. Katzen & Co». Sein Blick auf die Welt blieb bis zuletzt skeptisch – um das Mindeste zu sagen. «Im Vergleich zur Realität sind meine Bilder Oasen des Friedens und der Höflichkeit.» (sda/dpa)

Repro einer Karikatur des oesterreichischen Kuenstlers Manfred Deix mit dem Titel

Deix' böser Blick auf Elvis (2002).
Bild: AP

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