International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Afghanische Armee hat keinen Stich: Taliban überrennen Provinz Helmand

Die Taliban stehen kurz vor der Einnahme der südafghanischen Stadt Sangin – einem strategisch wichtigen Ort und Zentrum der Opiumproduktion. Nun sollen britische und amerikanische Spezialkräfte die islamistischen Kämpfer zurückdrängen.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die afghanische Regierung verliert die Kontrolle über die südafghanische Provinz Helmand. Nach Angaben der lokalen Verwaltung kontrollieren die Taliban inzwischen mehr als zwei Drittel der Provinz.

Seit dem Wochenende rücken die islamistischen Milizionäre in Sangin ein, die zweitgrösste Stadt Helmands. Die afghanische Armee ist ausser Stande, die Angreifer zurückzudrängen. Die Taliban haben Regierungsgebäude und den Basar gestürmt. Die Sicherheitskräfte haben sich nach schweren Verlusten in ihre Stützpunkte zurückgezogen. Provinzbeamte melden mindestens 90 Tote in der 15'000-Einwohner-Stadt.

Nach Informationen von «Times» und «Wall Street Journal» haben US-Armee und britisches Militär inzwischen Spezialkräfte nach Sangin verlegt, die den Ort vor dem Fall bewahren sollen. Die Rede ist von 60 amerikanischen Soldaten und einer britischen SAS-Einheit mit etwa 30 Kräften. Rund 300 weitere Truppen sollen in eine zweite Militärbasis in Helmand verlegt werden.

epa05027273 Afghan security officials shift injured victims from the scene of a suicide bomb attack that targeted a conoy of foreign forces in Lashkar Gah, Helmand province, Afghanistan, 15 November 2015. At least one person was killed and 14 were injured in the attack.  EPA/WATAN YAR

Verletzte Zivilisten und afghanische Armee in Lashkar Gah in der Provinz Helmand auf einem Foto von Mitte November.
Bild: WATAN YAR/EPA/KEYSTONE

epa05076993 Afghan security forces patrol in Helmand province, Afghanistan, 20 December 2015. At least 90 Afghan security personnel were killed in last two days during heavy fighting against Taliban militants in Helmand province.  EPA/WATAN YAR

Dieses Foto afghanischer Truppen in der Provinz Helmand wurde am 20. Dezember gemacht.
Bild: WATAN YAR/EPA/KEYSTONE

Besonders für die Briten hat Sangin hohe symbolische Bedeutung. Im Laufe des Afghanistankriegs wurden in der Stadt und ihrer Umgebung mehr als hundert britische Soldaten getötet – das ist fast ein Drittel aller in Afghanistan gefallenen Briten.

«Wir überlassen das Gebiet den Taliban»

Doch auch strategisch ist Sangin wichtig: Durch den Ort verläuft die wichtigste Strasse, die Kabul mit Helmands Provinzhauptstadt Lashkar Gah verbindet. Zudem ist Sangin ein Zentrum der Opiumproduktion. Sollten die Taliban den Ort dauerhaft erobern, könnten sie sich damit wieder eine wichtige Einnahmequelle sichern.

Seit Jahresanfang sind nach offiziellen Angaben mehr als 2000 afghanische Sicherheitskräfte bei Kämpfen in Helmand getötet worden. Viele Soldaten und Polizisten seien inzwischen desertiert. «In jedem Distrikt sind wir auf dem Rückzug und überlassen das Gebiet den Taliban», sagte Muhammad Kareem Atal, Chef des Provinzrats von Helmand.

Laut Augenzeugen sollen viele Bewohner von Sangin den Vormarsch der Taliban mit Wohlwollen aufnehmen. Die Menschen seien zermürbt von den jahrelangen Kämpfen und verärgert über das Vorgehen der afghanischen Armee. Bei den Angriffen des Militärs seien seit Jahresanfang zahlreiche Wohnhäuser und Bauernhöfe zerstört worden.

syd/AP

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Medienberichte: Schweizer Pharmaunternehmen spendete AfD 130'000 Euro

Laut Recherchen von WDR, NDR und der «Süddeutschen Zeitung» hat die Alternative für Deutschland (AfD) zwischen Juli und September 2017 Spenden von über 130'000 Euro aus der Schweiz angenommen. Der Absender der Spenden soll eine Pharmafirma aus Zürich gewesen sein.

Mit der Annahme der Spende hat die AfD gegen das Parteiengesetz verstossen, berichten die deutschen Medien. Parteispenden, die aus dem Nicht-EU-Ausland kommen, sind nach deutschem Gesetz illegal. 

Die Schweizer Pharmafirma soll das …

Artikel lesen
Link to Article