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IS-Anhänger bejubeln die Anschläge von Paris

Sie haben in Paris mindestens 120 Menschen getötet – welche Erkenntnisse gibt es bislang über die Attentäter? Wie reagiert die Terrororganisation Islamischer Staat? Die wichtigsten Antworten.

Anna Reimann und Christoph Sydow / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

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Wer sind die Attentäter von Paris? Alles spricht dafür, dass es islamistische Terroristen waren – aber vieles ist noch unklar. So gibt es bislang zum Beispiel noch keine Informationen über die Nationalität der Täter, auch ihre genaue Zahl ist noch nicht bekannt.

Nach Angaben der französischen Ermittler sind acht Terroristen tot, sieben haben sich selbst in die Luft gesprengt, einer wurde durch die Polizei erschossen. Drei der Attentäter töteten sich selbst beim Stade de France, drei sprengten sich im Konzertsaal Bataclan in die Luft, einer wurde dort von den Sicherheitskräften erschossen. Ein weiterer Terrorist hat sich nach Angaben der Ermittler in der Boulevard Voltaire nahe der Musikhalle in die Luft gesprengt. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Terroristen noch auf freiem Fuss seien. Die Behörden in Frankreich suchen nun mit Hochdruck nach möglichen Komplizen.

Was sagen Augenzeugen?

Ein Überlebender, der in dem Konzertsaal Bataclan gewesen war, wo die Terroristen mindestens 100 Menschen ermordet hatten, sagte, die Attentäter hätten die Beteiligung Frankreichs an der US-geführten Militärkoalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak als Grund genannt. Andere beschrieben, wie die Terroristen «Allahu Akbar» («Gott ist gross») gerufen haben sollen. «Mitten im Konzert sind Männer reingekommen, sie haben im Bereich des Eingangs zu schiessen begonnen», sagte der Konzertbesucher Louis dem Sender France Info. «Sie haben voll in die Menge geschossen, ich glaube, mit Pumpguns und dabei ‹Allahu Akbar› gerufen.»

Der Journalist Julien Pearce, der bei dem Konzert war, hat den Ruf nicht gehört. Pearce sagte, er habe zwei Angreifer recht klar sehen können. «Sie hatten Kalaschnikows, trugen schwarze Kleidung, aber keine Masken.» Geschrien habe keiner der Männer. «Sie haben nichts gerufen, nicht ‹Allahu Akbar› oder sonst irgendetwas. Sie waren ruhig und zielten einfach.» Übereinstimmend beschreiben Überlebende die Attentäter als sehr jung, unter 25 Jahren.

Wie reagiert der IS?

Die ersten Meldungen über die Anschlagsserie in Paris hatten gerade die Runde gemacht, da brach bei Anhängern des IS in den sozialen Netzwerken Jubel aus. Unter den Hashtags «Das Kalifat schlägt in Frankreich zu» und «Das Frankreich der Kreuzzügler in Flammen» feierten sie die Attentate. Al-Samud, ein Medienkanal, der dem IS nahesteht, verbreitete ein Bild von Dschihadisten mit der Botschaft: «Ihr Franzosen: So wie ihr bei uns tötet, töten wir bei euch. Und wir haben euch schon versprochen, dass wir den Kampf zu euch tragen werden. Kostet nun von unserem Terror.» Andere Accounts verbreiteten Bilder getöteter Kinder aus Syrien und dem Irak und bezeichneten die Anschläge von Paris als rechtmässige Vergeltung.

Viele IS-Anhänger auf Twitter verbreiteten zudem eine Losung, die IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani im März 2012 in einer Audiobotschaft verbreitet hatte. Die IS-Kämpfer würden «Paris vor Rom» erreichen, hatte Adnani angekündigt. Das bedeutet noch nicht, dass IS-Mitglieder für die Anschläge verantwortlich sind, zeigt aber, dass die Terrororganisation die Taten gutheisst.

Völlig offen ist deshalb auch noch, ob die Täter im Ausland für ihre Verbrechen trainiert wurden. Klar ist hingegen: Die Attentatsserie vom Freitag unterscheidet sich deutlich von bisherigen Terrortaten in Europa, wie etwa den Bombenanschlägen von Madrid 2004 oder London 2005. Die Angriffe von Paris waren eine konzertierte Aktion, mindestens acht Attentäter haben sich über einen langen Zeitraum vorbereitet.

Damit unterscheiden sie sich auch von den Attentaten in Frankreich, etwa den Morden des Dschihadisten Mohammed Merah in Toulouse 2012 und den Überfällen auf die «Charlie Hebdo»-Redaktion und den jüdischen Supermarkt im Januar dieses Jahres. Die Attentäter vom Freitag verfügten über ein grosses Waffenarsenal, bestehend aus Sturmgewehren, Handgranaten und Sprengstoffwesten. Die Terroristen konnten sich diese Waffen beschaffen, ohne ins Visier der Sicherheitsbehörden zu geraten.

Die dschihadistische Szene in Frankreich wächst seit Jahren. Nach Schätzungen der Geheimdienste kämpfen 520 Staatsbürger in den Reihen von IS und Al Kaida in Syrien und dem Irak, etwa 250 Franzosen sind aus dem Kriegsgebiet zurückgekehrt. Nach eigenen Angaben haben die Sicherheitsdienste seit Januar rund ein Dutzend Attentate in Frankreich vereitelt. Die Anschläge vom Freitag konnten sie nicht verhindern. (Mit Material von DPA und AFP)

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