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Foued Mohamed Aggad twitter https://twitter.com/_DavidThomson/status/674491110899740672/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw

Foued Mohamed Aggad stammt aus Strassburg.
Bild: Twitter

Foued Mohamed Aggad: Das ist der dritte Attentäter vom Pariser Bataclan

Foued Mohamed Aggad galt als Liebling seines Stadtteils, geriet nie mit dem Gesetz in Konflikt. Dann reiste er nach Syrien, offenbar über Frankfurt. Nun wurde der 23-Jährige als dritter Attentäter aus dem Bataclan identifiziert.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Vor knapp zwei Jahren verschwindet eine Gruppe von etwa zehn jungen Männern aus dem Strassburger Stadtteil Meinau. Unter ihnen sind die Brüder Karim und Foued Mohamed Aggad, damals sind sie 23 und 21 Jahre alt. Sie wuchsen als Nachfahren einer Familie aus dem marokkanischen Oujda in einer kleinen Gemeinde in der Nähe des Rheins auf. Inzwischen ist klar: Foued Mohamed Aggad ist einer der drei Todesschützen aus dem Pariser Musikklub Bataclan.

Blumen beim Bataclan: Trauern um die Opfer

Bruder bis heute in Haft

Die Männer ziehen in den Bürgerkrieg nach Syrien. Am 17. Dezember 2013 fliegen sie von Frankfurt in den türkischen Urlaubsort Antalya, melden mehrere französische Medien übereinstimmend. Von der Türkei führt sie der Weg weiter über die syrische Grenze.

Ein bekanntes Muster: Der Chefplaner der Terrorserie von Paris, Abdelhamid Abaaoud, wurde am 20. Januar 2014 am Flughafen Köln/Bonn kontrolliert, als er von dort nach Istanbul flog. Die Strassburger Gruppe soll nach Informationen des Fernsehsenders BFM TV von Mourad Fares angeworben worden sein, einem der wichtigsten «IS»-Rekruteure Frankreichs.

Zwei von ihnen, die Brüder Yassine und Mourad Boudjellal, kommen dort schon nach einigen Wochen in Gefechten mit syrischen Rebellen ums Leben. Sieben andere aus der dschihadistischen Reisegruppe entschliessen sich daraufhin zur Rückkehr nach Frankreich. Zwischen Februar und März 2014 tauchen sie wieder in Meinau auf. Sie werden festgenommen. In Verhören behaupten die Männer, sie hätten lediglich humanitäre Hilfe leisten wollen und seien zurückgekehrt, nachdem sie die Schrecken des Bürgerkriegs mit eigenen Augen sahen. Karim Mohamed Aggad sitzt bis heute in Haft.

DNA-Abgleich mit Verwandten brachte Gewissheit

Sein Bruder Foued jedoch bleibt als einziger in Syrien. Über das Internet hält er Kontakt zu Familie und Freunden in Frankreich. Auf Facebook postet Foued Mohamed Aggad Fotos aus dem Bürgerkrieg. Seine Mutter erhält nach eigener Aussage fast täglich Nachrichten von ihrem Sohn. «Er hat nichts darüber erzählt, wie er seine Tage verbringt», sagt sie dem Parisien. Sie habe ihrem Sohn aber Geld geschickt, damit er Syrien verlassen kann.

Nach Informationen des französischen Journalisten David Thomson, der mit zahlreichen europäischen Kämpfern der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») in Kontakt steht, soll sich Mohamed Aggad zuletzt im Irak aufgehalten haben. Wie er aus dem Nahen Osten nach Paris zurückkehren konnte, ist derzeit noch völlig unklar. Fest steht aber seit heute, dass er am 13. November gemeinsam mit Omar Ismail Mostefai und Samy Amimour 90 Personen tötete, bevor er sich mit seiner Sprengstoffweste selbst in die Luft sprengte.

Foued Mohamed Aggads Ehefrau soll hochschwanger gewesen sein. «Er war der Typ, den alle Schwestern heiraten wollten», sagte eine «IS»-Anhängerin dem Journalisten Thomson.

Vor seiner Ausreise aus Frankreich war Foued Mohamed Aggad in seinem Viertel und bei seiner Familie angesehen. Nie soll er ins Visier von Polizei und Justiz geraten sein. Das unterscheidet ihn stark von den anderen Mitglieder des «IS»-Terrorkommandos. Die anderen Männer hatten ein langes Strafregister, waren Kleinkriminelle und Drogenhändler, bevor sie sich dem Dschihadismus zuwandten.

Weil Foued Mohamed Aggad vorher nie polizeilich in Erscheinung trat, hat sich nun auch seine Identifizierung lange hingezogen. Erst ein DNA-Vergleich mit mehreren Verwandten lieferte schliesslich den Beweis. (syd)

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    Alle Leser-Kommentare
  • ferox77 09.12.2015 14:16
    Highlight Highlight Man liest vieles über die Mörder von Paris, Brüssel oder San Bernadino (USA) , man hört viel über "Europäer" die in Syrien und im Irak für den Daesh (IS) kämpfen, noch mehr hört und liest man über Muslime in Europa, aber niemand sagt, wie es den überlebenden Opfer geht.

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