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Wer waren die Attentäter? – Die neuesten Erkenntnisse zu den Anschlägen von Paris

Wer waren die Massenmörder von Paris? Immer mehr Details werden zu den Terroristen bekannt. Wer mordete wann und wo – und wie radikalisierten sich die Täter? Die Übersicht.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Wer steckt hinter den Anschlägen?

International zur Fahndung ausgeschrieben ist Salah Abdeslam. Welchen Anteil an den Anschlägen er genau hatte, ist noch unklar. Der 26-Jährige hatte den schwarzen Polo gemietet, der vor der Konzerthalle Bataclan gesehen wurde. Abdeslam war Fahndern bei einer Verkehrskontrolle am Samstag durchgerutscht.

Handout picture shows Belgian-born Abdeslam Salah seen on a call for witnesses notice released by the French Police Nationale information services on their twitter account November 15, 2015. Police have identified two more French nationals who blew themselves up in the coordinated attacks in Paris on Friday, the prosecutor said, and also put out a request for a Belgian-born man they warned was dangerous.The two men, aged 20 and 31, were suicide bombers at the Stade de France and at a bar in the 11th district. On their Twitter feed the police said they were also seeking a Belgian-born man, Abdeslam Salah in connection with the attack, describing him

Fahndung nach Salah Abdeslam.
Bild: HANDOUT/REUTERS

Die Islamistenszene in Belgien spielt offenbar eine zentrale Rolle in den Ermittlungen. Die belgische Justiz hat gegen zwei Verdächtige Strafverfahren wegen ihrer mutmasslichen Beteiligung an den Attentaten eröffnet. Den beiden werde ein «Terroranschlag und die Teilnahme an den Aktivitäten einer Terrorgruppe» vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft in Brüssel mit. Die Namen der zwei Verdächtigen nannte sie nicht.

Die Ermittler haben den 27 Jahre alten IS-Terroristen Abdelhamid Abaaoud als Drahtzieher unter Verdacht. Er lebte früher in dem als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Stadtteil Molenbeek und gilt als der meistgesuchte Islamist Belgiens. Abaaoud soll sich zuletzt in Syrien aufgehalten haben. Berichten zufolge soll er die Operation in Paris organisiert und überwacht haben.

Welche Attentäter sind identifiziert?

An den Anschlagsorten in Paris wurden die Leichen von insgesamt sieben Terroristen gefunden. Bisher wurde die Identität von fünf getöteten Attentätern festgestellt.

Zudem wurde ein weiterer Selbstmordattentäter am Fussballstadion identifiziert. Bei ihm habe sich herausgestellt, dass er im Oktober als Flüchtling in Griechenland registriert worden sei, hiess es. Damals hatten griechische Behörden Fingerabdrücke genommen, die mit denen des Selbstmordattentäters übereinstimmen.

In der Nähe seiner Leiche wurde ein syrischer Pass auf den Namen Ahmad Almohammad gefunden. Demnach ist der Mann 25 Jahre alt. Allerdings ist noch immer nicht klar, ob das Dokument echt ist.

Gibt es neue Erkenntnisse über Planung und Hergang der Tat?

Die Polizei in Belgien hat am Montag mehrere Wohnungen im Brüsseler Stadtteil Molenbeek durchsucht, ein wirklicher Fahndungserfolg gelang den Einsatzkräften aber offenbar nicht: Die Staatsanwaltschaft dementierte Berichte, wonach bei den Razzien der mutmassliche Terrorist Abdeslam Salah festgenommen worden sei. In dem Viertel hat auch der mutmassliche Drahtzieher der Terrorserie, Abdelhamid Abaaoud, gelebt.

Schon in der Nacht auf Montag hatte es auch in Frankreich mehr als 150 Durchsuchungen gegeben. In der Region von Lyon und Villefranche-sur-Saône fanden Polizisten laut Angaben aus Ermittlerkreisen bei einem Verdächtigen einen Raketenwerfer, Splitterschutzwesten, mehrere Pistolen und ein Sturmgewehr. Ob es einen Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris gibt, ist jedoch noch nicht bekannt.

Spekulationen gibt es über mögliche Motive der Terroristen: Der IS gab in einem Bekennerschreiben an, ein Konzert in der Veranstaltungshalle Bataclan etwa wegen einer «perversen Feier» darin angegriffen zu haben. Möglicherweise spielte aber auch Antisemitismus eine Rolle: Das Konzerthaus wurde jahrzehntelang von jüdischen Eigentümern geführt, am Freitag trat dort eine als israelfreundlich geltende Band auf.

Schweisst der IS-Terror die internationale Gemeinschaft zusammen?

Als Reaktion auf die Anschläge in Paris flog Frankreich Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien. Präsident François Hollande kündigte an, den UNO-Sicherheitsrat im Kampf gegen den IS anzurufen.

Deutschland ist aber mit Blick auf militärische Lösungen zurückhaltend. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel äusserte sich nicht konkret zu Spekulationen, ob ein UNO-Mandat für einen internationalen Einsatz gegen den IS in Syrien mit Beteiligung der Bundeswehr vorbereitet werde.

US-Präsident Barack Obama sprach sich gegen Bodentruppen gegen die IS-Miliz aus. Auf dem G20-Gipfel der grossen Industrie- und Schwellenländer im türkischen Belek waren die Anschläge in Paris ein wichtiges Thema.

Der Protest der Karikaturisten

Die G20-Länder beschlossen ein ganzes Paket mit Anti-Terror-Massnahmen. So soll dem Terrorismus der Geldhahn zugedreht werden. Grenzen und Flughäfen werden strenger überwacht. Die Geheimdienste wollen enger zusammenarbeiten.

Sowohl Merkel als auch US-Präsident Barack Obama hatten während des G20-Gipfels mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Situation in Syrien gesprochen. Konfliktpunkt bleibt aber offenbar die Rolle des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad, der von Moskau gestützt wird.

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