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French gendarmes and police inspect a large piece of plane debris which was found on the beach in Saint-Andre, on the French Indian Ocean island of La Reunion, in this picture taken July 29, 2015. Investigators in France have ascertained that the barnacle-covered debris, a 2-2.5 metre (6.5-8 feet) wing surface known as a flaperon, belonged to Malaysia Airlines flight MH370 just days after Malaysia identified it as being part of the same model, a Boeing 777. Picture taken July 29, 2015.     REUTERS/Zinfos974/Prisca Bigot/Files

Das entscheidende Teil im Puzzle? Gefundene Flügelklappe von MH370. Bild: STRINGER/REUTERS

Wrackteil von Flug MH370: Was die Flügelklappe preisgibt

Das erste Wrackteil von Flug MH370 ist gefunden - heisst es von offizieller Seite. Was ist über die Flügelklappe bekannt? Welche Informationen liefert das Wrackteil? Und bringt der Fund die Suche nach der Maschine voran? Der Überblick.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Kann ein Flugzeug spurlos verschwinden? Im Fall des Malaysia-Airlines-Fluges MH370 schien es so. Fast anderthalb Jahre gab es nicht den kleinsten greifbaren Hinweis auf den Verbleib des Flugzeugs - trotz intensiver Suche.

Malaysia ist sicher: Das hat sich nun geändert. Eine Flügelklappe, die am 29. Juli auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean angespült wurde, wird der Unglücksmaschine zugeordnet. Inzwischen seien auf der Insel auch andere Flugzeugwrackteile gefunden worden, etwa Fenster und Sitzkissen. Ob es sich um Reste von MH370 handelt, ist offen.

Was bedeutet der Fund der Flügelklappe für die Suche nach der Maschine? Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Wie sicher kann man die Flügelklappe der Unglücksmaschine zuordnen?

Es ist gesichert, dass die etwa zwei Quadratmeter grosse Klappe zu einer Boeing 777 gehörte. Und nun spricht sehr viel dafür, dass das Wrackteil Flug MH370 zuzurechnen ist. So forsch wie Malaysias Regierungschef Najib Razak ist sonst allerdings niemand: Er preschte mit der Nachricht vor, die Flügelklappe gehöre zu Flug MH370. Erste Analysen hätten dies «endgültig bestätigt». Ähnlich äusserte sich Malaysia Airlines: Die Zuordnung sei ein wichtiger Durchbruch für die Aufklärung des Falls. «Wir erwarten und hoffen, dass weitere Objekte gefunden werden, die uns helfen können, dieses Rätsel zu lösen.»

Französische Ermittler sprachen vorsichtiger von einer «sehr starken Vermutung», die durch die weiteren Untersuchungen bestätigt werden solle. Auch der zuständige australische Minister Warren Truss - Australien koordiniert die Suche nach der Maschine - blieb zurückhaltend: «Das Untersuchungsteam unter französischer Leitung arbeitet weiter an der abschliessenden Beurteilung des Teils, und wir warten auf weitere Details von dem Team.» Wann dessen Ergebnisse vorliegen, ist offen.

Malaysias Verkehrsminister Liow Tiong Lai sagte, auch Wartungsprotokolle und die Farbe auf der Flügelklappe sprächen dafür, dass es sich um ein Teil von MH370 handle. Man verstehe, dass die französischen Ermittler zurückhaltender seien. Die Experten in Toulouse müssten eben erst ihre Prüfung abschliessen.

Wer hat das Wrackteil untersucht?

Experten aus Malaysia, China, Australien, Singapur, Frankreich und den USA haben sich mit der Flügelklappe beschäftigt. Beteiligt waren unter anderem Fachleute des Luftfahrttechnikzentrums der Rüstungsabteilung des französischen Verteidigungsministeriums (DGA TA). Die Untersuchung wird fortgesetzt.

Auf welcher Route flog MH370?

239 Menschen waren an Bord, als die Boeing 777 am 8. März 2014 von Kuala Lumpur nach Peking startete. Das Flugzeug wich kurz nach dem Start von der geplanten Route ab. Gegen 1:21 Uhr Ortszeit verschwand die Maschine vom Radar, drehte offenbar nach Südwesten ab und überquerte das malaysische Festland.

Nach Auswertung von automatischen Satellitensignalen («Pings») gehen Experten davon aus, dass die Maschine sieben Stunden Richtung Süden über den Indischen Ozean flog. Das Absturzgebiet wird westlich von Australien vermutet, in einem Bogen, der sich rund 2000 Kilometer vor der Küste von Nordosten nach Südwesten erstreckt.

Wo wird nach MH370 gesucht?

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Die Suche nach dem verschollenen Flugzeug findet in einer der unwirtlichsten Ozeanregionen der Welt statt. Seit mehr als einem Jahr sind Suchteams unterwegs. Das Einsatzgebiet umfasst 120'000 Quadratkilometer, von denen knapp die Hälfte erkundet worden ist. Das Meer ist dort teils 6000 Meter tief. La Réunion liegt mehr als 4000 Kilometer westlich des Suchgebiets.

Lässt das Wrackteil Rückschlüsse auf das Schicksal der Maschine zu?

Ermittler gehen davon aus, dass die Flügelklappe innerhalb des 120'000-Quadratkilometer-Suchgebietes mit dem Flugzeug in den Ozean stürzte. Nach dem Fund gibt es keine Pläne, das Suchgebiet zu verändern. Auch sonst sind die Fachleute skeptisch, dass sich aus dem Wrackteil viel ableiten lässt - auch was Informationen über den Absturzort angeht. (Eine ausführliche Analyse lesen Sie hier.) Dazu sind die Meeresströmungen im Indischen Ozean viel zu unberechenbar.

Nach Einschätzung von Forschern könnten die Entenmuscheln auf dem Wrackteil allerdings zumindest Hinweise darauf geben, in welcher Region das Flugzeug ins Meer stürzte. Zudem könnte die Analyse des Materials Rückschlüsse auf Stärke und Winkel des Aufpralls auf dem Wasser erlauben.

Allerdings gibt es schon jetzt hierzu stark abweichende Meinungen. Manche Beobachter sagen, die Beschaffenheit der Flügelklappe lasse auf eine Notlandung im Wasser schliessen. Andere sind überzeugt, das Flugzeug sei in der Luft auseinandergerissen worden.

Welche Theorien gibt es zum Verbleib von MH370?

Weil es bislang keinerlei greifbare Indizien gab, schien kein Erklärungsversuch zu absurd. Manche fabulierten von einer Entführung durch Aliens, Abschuss oder Entführung durch das US-Militär oder Terroristen.

Und schliesslich gibt es noch Menschen, die an der Echtheit des Wrackteils zweifeln. Dies lässt weiterhin die Möglichkeit offen, dass das Flugzeug gar nicht ins Meer stürzte, sondern womöglich nach Norden flog. Vor allem Angehörige chinesischer Insassen klammern sich an diesen Gedanken. Liu Kun, dessen Bruder in der Maschine sass, sagte, er und andere Betroffene vermuteten, bei Wartungsarbeiten ausgetauschte Flugzeugteile seien womöglich ins Meer geworfen worden.

ulz/dpa/AP/Reuters

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