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epa05862129 Supporters of the Civil Initiative for United Macedonia hold placards and flags as they shout slogans during a protest while European Commissioner for enlargement and Negotiations Johannes Hahn (not pictured) is meeting political leaders in Skopje, The Former Yugoslav Republic of Macedonia, 21 March 2017. Macedonian citizens organized by the 'Civil Initiative for United Macedonia' mobilized for protests against a possible government between the opposition Social democrats and the main Albanian party, Democratic Union for Integration, claiming that their coalition deal, that includes Albanian becoming an official language, will break up the country.  EPA/GEORGI LICOVSKI

Tausende protestierten gestern in Skopje gegen eine Stärkung der Albaner. Bild: GEORGI LICOVSKI/EPA/KEYSTONE

50'000 Menschen protestieren in Skopje – Albanisch soll keine Landessprache werden

22.03.17, 03:25 22.03.17, 06:49


Mindestens 50'000 Menschen haben in der mazedonischen Hauptstadt Skopje gegen eine Regierung aus Sozialdemokraten und der stärksten Partei der albanischen Minderheit im Land demonstriert. Sie wollen die Einführung von Albanisch als eine Landessprache verhindern.

Die Demonstranten gaben am Dienstag ihrer Sorge um die Einheit und Souveränität des Landes Ausdruck. Grund ist eine Zusage des bisherigen Oppositionsführers Zoran Zaevs von der sozialdemokratischen SDSM an Parteien der albanischen Minderheit, Albanisch zu einer offiziellen Sprache Mazedoniens zu machen.

Mazedonien wird seit 2015 von einer politischen Krise gelähmt. Auch Parlamentswahlen im Dezember hatten keinen Ausweg gebracht. Präsident Gjorge Ivanov weigert sich seitdem, Zaev ein Mandat zur Regierungsbildung zu geben, obwohl dieser eine Mehrheit im Parlament hätte.

Ivanov wirft Zaev vor, «Mazedoniens Souveränität zu untergraben». Geschürt werden die Spaltungen der mazedonischen Gesellschaft zudem von Politikern in den Nachbarländern Albanien, dem mehrheitlich albanischen Kosovo und Bulgarien.

epa05840712 Zoran Zaev, the leader of the Social Democratic Union of Macedonia, addresses the nation with a presentation of the program of the new government which he plans to form in Skopje, The Former Yugoslav Republic of Macedonia, 10 March 2017. Zaev called on president Ivanov to give him the mandate for a new government. Although Zaev provided a list of signatures, guaranteeing parliamentary majority the president rejected giving him the mandate with explanation that the coalition between Zaev and the Albanian parties (with their platform for two official languages in the country) destroys the constitutional order in the country.  EPA/GEORGI LICOVSKI

Oppositionsführers Zoran Zaev hat der albanischen Minderheit angeboten, Albanisch zu einer offiziellen Landessprache zu machen.  Bild: GEORGI LICOVSKI/EPA/KEYSTONE

Konservative und Nationalisten

Die konservative VMRO-DPMNE, die zwar mit zwei Sitzen mehr als die SDSM aus der Wahl hervorgegangen waren, hatten keine Koalition mit den Parteien der albanischen Minderheit zustande bekommen. Zaev konnte diese dagegen mit seinen Zusagen auf seine Seite bringen.

Dagegen gehen seit nunmehr rund drei Wochen Anhänger der Konservativen und Nationalisten auf die Strassen. Sie wollen eine Stärkung der Rechte der albanischen Minderheit verhindern.

Die Massendemonstration in Skopje fand gleichzeitig mit dem Besuch des EU-Erweiterungskommissars Johannes Hahn in der mazedonischen Hauptstadt statt.

epa05862264 Thousands of supporters of the Civil Initiative for United Macedonia gather for a protest while European Commissioner for enlargement and Negotiations Johannes Hahn (not pictured) is meeting political leaders in Skopje, The Former Yugoslav Republic of Macedonia, 21 March 2017. Macedonian citizens organized by the 'Civil Initiative for United Macedonia' mobilized for protests against a possible government between the opposition Social democrats and the main Albanian party, Democratic Union for Integration, claiming that their coalition deal, that includes Albanian becoming an official language, will break up the country.  EPA/NAKE BATEV

In der Innenstadt von Skopje ging gestern gar nichts mehr: Mindestens 50'000 Menschen sollen an der Demonstration teilgenommen haben. Bild: NAKE BATEV/EPA/KEYSTONE

EU fordert Reformen

In einer Botschaft beim Kurznachrichtendienst Twitter forderte Hahn nachdrücklich Fortschritte bei der Regierungsbildung: «Brauchen neue Regierung dringend für Reformen. Keine Zeit zu verlieren», schrieb Hahn.

Die EU bemüht sich bislang erfolglos um eine Beilegung des Konflikts. Von den rund 2,1 Millionen Einwohnern in Mazedonien gehören etwas mehr als 25 Prozent der albanischen Minderheit an. (cma/sda/afp)

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zhgr1989 22.03.2017 09:55
    Highlight Warum nicht auch in der Schweiz albanisch als offizielle Amtssprache einführen. Es hat deutlich mehr albanisch-sprechende Menschen in der Schweiz, als es rätoromanisch-sprechende gibt. Und rätoromanisch ist eine offizielle Amtssprache...
    2 12 Melden
    • concerned citizen 23.03.2017 10:34
      Highlight Schweiz ist eine stabile Demokratie, wo das nicht nötig ist. Dazu erstmal ein Chaos nötig. Wenn die liberale Bewegungen durch fake News und Geld von Soros unterstützt werden, und wenn die US Botschafter Kekse Demonstranten verteilt und sagt er unterstütze sie, dann sind wir hier in Trouble.
      2 0 Melden
  • Ty€uro$ign 22.03.2017 09:12
    Highlight Zaev ist der einzige der Mazedonien noch in die Richtige Richtung lenken kann. Und in einem Land wo etwa die Hälfte der Bevölkerung Albaner sind, funktioniert das nur wenn man einem Strang zieht, den Nationalismus bei Seite legt und für das eigene Land arbeitet.

    Die letzte Volkszählung in Mazedonien ist mehrere Jahre her, da die Regierung genau weiss es sind etwa 40% Albaner. Und wenn man das Schwarz auf Weiss hat wird es halt schwieriger den Albanern Ihre Rechte weiter zu untergraben.

    Übrigens:
    Im Kosovo leben circa 5%(Maximal) Serben und serbisch ist eine offizielle Amtssprache.
    14 7 Melden
  • concerned citizen 22.03.2017 08:58
    Highlight Dafür hat die USA viel beigetragen. Mit der Bambardement von Jugoslawien, Spaltung des Landes in mehrere non states, aberjennung Kosovos, und jetzt noch das Volk in den einzelnen ländern aufeinander aufhetzen. Das Buch des "radikalen" wird in Mazedonien verbreitet, werden Schulungen für protestaktivisten durchgeführt. Demokratie ist es nicht, sondern Chaos.
    6 9 Melden
  • Pius C. Bünzli 22.03.2017 08:40
    Highlight Dämliche Rechtsnationalisten überall :facepalm:
    13 5 Melden
  • DerTaran 22.03.2017 08:01
    Highlight Man, statt zu Demonstrieren sollten die Konservativen nachdenken. Eine anerkannte Minderheit stärkt den Zusammenhalt (wenn man es richtig angeht), eine unterdrückte ist immer auch Kriesenpotential.
    34 11 Melden
  • Stojan 22.03.2017 07:44
    Highlight Gut so! Die Albaner können nicht immer alles bekommen, was sie wollen.
    23 43 Melden
    • Erdling.Nik 22.03.2017 09:35
      Highlight Tun sie auch gar nicht. Im Gegensatz zu den Serben im Kosovo wollen die Albaner in Mazedonien nicht einmal Autonomie. Obwohl sie 25 % der Bevölkerung stellen und die kosovarischen Serben etwa 10 % sind.
      14 5 Melden
    • Nonqi 22.03.2017 09:46
      Highlight Man geht von 25% Albanern aus und spricht von einer Minderheit. Zählt man ''die Mazedonier'' als eine Ethnie, so würde es sich tatsächlich um eine Minderheit handeln. Wir wissen jedoch das diese Mazedonier ein schönes Gemisch aus Bulgaren, Serben und Griechen ist. Was spricht gegen die Einführung des albanischen als Landessprache? In grossen Teilen Mazedoniens wird ganz bestimmt schon länger albanisch als Mazedonisch/Bulgarisch wie auch immer gesprochen.
      10 5 Melden
    • Mikki 22.03.2017 10:21
      Highlight Ja nur ist der kosovo serbischer grund und boden. Weiss nicht wie man auf so einen vergleich kommt???
      4 17 Melden
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  • Mikki 22.03.2017 05:25
    Highlight Richtig so! Das kommt in der schweiz auch demnächst. Oder es wird ein kanton beansprucht...
    22 29 Melden
    • Luca Brasi 22.03.2017 09:45
      Highlight Ja, ich habe gehört, dass es Bestrebungen gibt, dass diese 20%-Minderheit von Französischsprachigen sich erdreistet ihre Sprache als offizielle Landessprache in der Schweiz anzuerkennen! Auf dem Rütli hat nicht einer französisch gesprochen! Was kommt als Nächstes? Italienisch und Rätoromanisch als 3. oder 4. Landessprache? Wehret den Anfängen! rofl
      14 4 Melden
  • Lukki95 22.03.2017 04:21
    Highlight Was ist daran falsch, wenn ein ziemlich grosser Teil der Bevölkerung Gleichberechtigung verlangt? Es ist ja nicht so, dass die Albaner nach Mazedonien ausgewandert sind.. Die Albaner suchen nach einer gemeinsamen politischen Lösung, wollen sich aber nicht weiterhin benachteiligt fühlen.. Die albanische Sprache als zweite Amtssprache würde auch Mazedonien wiederspiegeln, denn Mazedonien besteht nicht nur aus Mazedoniern, sondern auch aus Albanern. Es ist sehr traurig, dass diese Menschen offen für Diskriminierung und Unterdrückung protestieren und alle einfach zuschauen..
    29 15 Melden
    • Mikki 22.03.2017 08:37
      Highlight Gemeinsame politische lösung? Albaner? Ja klar! Unterwanderung nennt man das heutzutage.
      9 16 Melden
    • The Juice 22.03.2017 09:34
      Highlight http://www.focus.de/politik/ausland/mazedonien-feindliche-brueder_aid_177554.html
      "Seit 1989 sollen sich 120 000 Albaner in Mazedonien festgesetzt haben. Mit Beginn des bewaffneten Kampfes der Kosovo-Albaner strömten noch einmal 60 000 ins Land" ... "Vor allem mit ihrem Kindersegen sorgten die Albaner für eine Verschiebung des ethnischen Gleichgewichts zu ihren Gunsten. Ihre Zahl versechsfachte sich in Mazedonien seit 1940, ähnlich im Kosovo." Frei nach dem Motto: Gib jemandem den kleinen Finger, und er nimmt die ganze Hand.
      9 15 Melden
    • Lukki95 22.03.2017 13:03
      Highlight Da könnte man doch das gleiche bei den Slawen anwenden im Balkan;) Aber jeder hat hierbei verschiedene Ansichten aber das bringt weder den Slawen noch den Albanern etwas
      Das Ziel sollte sein nicht zu sehr in der Vergangenheit zu hängen, denn dieses bringt Ihnen garnichts! Viel lieber sollten Leute wie Sie sich auf die Zukunft konzentrieren aber ja eine Diskussion mit solchen Leuten wie Sie ist unnötig.. leben in der Vergangenheit statt an der Zukunft zu bauen..
      7 2 Melden
  • dä dingsbums 22.03.2017 03:57
    Highlight Dieser Logik folgend, müssten wir Italienisch oder Französisch als Landessprache verbieten, da eine Spaltung der Schweiz droht.
    33 9 Melden
    • The Juice 22.03.2017 09:08
      Highlight Du vergleichst da Äpfel mit Birnen. Ich hab weder Frankreich noch Italien von Gross-Frankreich bzw. Gross-Italien reden hören. Hier geht es nicht darum, Albanisch zu einer offiziellen Sprache Mazedoniens zu machen. Hier geht es darum den nächsten Schritt in Richtung Gross-Albanien zu machen.
      12 12 Melden
    • Lukki95 22.03.2017 13:05
      Highlight Hier geht es um Menschenrechte, die offen mit Füssen getreten werden; dä dingsbums macht hier einen sauberen Vergleich
      7 6 Melden
    • The Juice 22.03.2017 14:03
      Highlight Wusste nicht das eine Amtssprache in einem fremden Land zu den Menschenrechten gehört... Come on, die Albaner in Mazedonien haben alle Freiheiten. Wer schon mal da war, weiss dass sie sich alles erlauben können in den albanisch sprechenden Regionen. Jetzt versuchen sie nur das politische Chaos zu ihren Gunsten auszunutzen.
      8 10 Melden
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