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FILE - In this Sept. 21, 2001, file photo, men shave, brush their teeth and prepare for the day at a refugee camp on the Island of Nauru. Human rights groups accused Australia on Wednesday, Aug. 3, 2016, of deliberately ignoring the abuse of asylum seekers being held at the remote Pacific island detention camp in a bid to deter future refugees from trying to reach the country by boat. (AP Photo/Rick Rycroft, File)

Männer rasieren und waschen sich in einem Flüchtlingslager in Nauru. Bild: Rick Rycroft/AP/KEYSTONE

Flüchtlinge auf Nauru: Neue Dokumente zeigen wie katastrophal die Lage in den Lagern ist

10.08.16, 14:40 10.08.16, 15:16


Tausende veröffentlichte Dokumente haben erneut die katastrophale Lage von Flüchtlingen auf der Pazifikinsel Nauru aufgezeigt. Die Darstellungen bringen Australien in Erklärungsnot.

Die Zeitung «The Guardian Australia» veröffentlichte am Mittwoch Auszüge von mehr als 2100 Berichten, die das Personal in dem Lager auf Nauru anfertigte. Dokumentiert sind demnach etliche Fälle von sexuellen Übergriffen, Kindesmissbrauch und Selbstverletzungen. In mehr als der Hälfte der Fälle seien die Opfer Kinder.

Schon mehrfach hatten Menschenrechtsgruppen in der Vergangenheit auf die unwürdige Unterbringung der Menschen auf Nauru sowie auf der Pazifikinsel Papua-Neuguinea hingewiesen. Dorthin lässt Australien alle Bootsflüchtlinge bringen, die grundsätzlich nicht ins Land gelassen werden.

Auch wenn ihr Asylantrag angenommen wird, müssen die Flüchtlinge dort bleiben. Immer wieder wird Australien für seine harte Einwanderungspolitik kritisiert.

NAURU, NAURU:  The barren and bankrupt island state of the Republic of Nauru awaits the arrival of 521 mainly Afghan refugees, 11 September 2001 which have been refused entry into Australia.  The 25-square-kilometers of land encompassing Nauru has been devastated by phosphate mining which once made the Micronesian Nauruans the second wealthiest people per capita on earth.          AFP PHOTO/Torsten BLACKWOOD (Photo credit should read TORSTEN BLACKWOOD/AFP/Getty Images)

Die nordöstlich von Australien gelegene Insel Nauru. Bild: AFP

Todesdrohungen und Nötigung

In den nun der Zeitung zugespielten Dokumenten ist unter anderem die Rede von einem Knaben, dem Wärter mit dem Tod drohten, und von einer jungen Frau, die für eine längere Dusche sexuelle Dienste erbringen sollte.

Eine Frau soll versucht haben, sich zu erhängen, ein Mädchen nähte sich den Berichten zufolge aus Protest gegen ihre Behandlung die Lippen zu. Ein weiteres Mädchen schrieb im Jahr 2014 in ihr Schulbuch, dass sie müde sei, das Lager nicht möge und «sterben will».

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull erklärte, das veröffentlichte Material werde untersucht. Die Regierung betonte indes auch, dass es sich bei den Berichten um Anschuldigungen und nicht um Fakten oder Ermittlungsergebnisse handle. Das Land werde Nauru weiterhin dabei unterstützen, für das Wohlergehen der Flüchtlinge auf der Insel zu sorgen.

MELBOURNE, AUSTRALIA - SEPTEMBER 12:  People take part in the European Wide Day of Action to Welcome Refugees  on September 12, 2015 in Melbourne, Australia. Prime Minister Tony Abbott announced an additional 12,000 places for Syrian refugees on September 9, 2015. The extra permanent resettlement places will almost double this year's refugee intake, however protesters are calling on further allowances from the Federal Government in addition to the closure of offshore processing centres in Nauru.  (Photo by Luis Ascui/Getty Images)

Demonstration in Melbourne gegen die Camps auf Nauru. Bild: Getty Images AsiaPac

Amnesty International fordert Aufhebung der Lager

Die Organisation Amnesty International, die in der Vergangenheit schon mehrfach die Zustände in den Lagern kritisiert hatte, forderte erneut ein Ende der australischen Internierungspolitik. Alle Flüchtlinge und Asylsuchenden auf den Inseln müssten «sofort umgesiedelt» werden, erklärte die Organisation.

Auch das Kinderhilfswerk UNICEF Australien forderte eine andere Lösung. Es gebe mittlerweile «unstrittige, gehäufte Beweise» dafür, dass Kinder auf Nauru nicht sicher seien. (leo/sda/afp)

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