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Mossul, Grexit, Flüchtlinge: Um diese Themen ist es ruhig geworden – zu ruhig



So vieles ist passiert im vergangenen Jahr, darunter viel Trauriges. Eine schlechte Nachricht schien die nächste zu jagen und aus den Nachrichten zu verdrängen. Dabei konnte manchmal der Eindruck entstehen, Krisen seien beigelegt, Geschichten zu Ende erzählt worden. In vielen Fällen ist das ein Trugschluss, wie die folgenden Beispiele zeigen:

Mossul

In this Sunday, Dec. 18, 2016 photo, Iraqi children look at the body of a half-buried Islamic State militant while talking to an Iraqi soldier in the al-Barid district in Mosul, Iraq. In a part of Mosul that had been reclaimed from the Islamic State group (IS) days ago, Iraqi special forces were attacked on Sunday by drones operated by IS fighters inside the city.(AP Photo/Manu Brabo)

Irakischer Soldat in Mossul posiert mit Kindern vor einem toten «IS»-Kämpfer (18.12.2016). Bild: Manu Brabo/AP/KEYSTONE

Mit viel Fanfare begann im Oktober die lang erwartete Offensive der irakischen Armee zur Rückeroberung der «IS»-Hochburg Mossul im Norden des Landes. Böse Zungen behaupteten, US-Präsident Obama wollte die Millionenstadt unbedingt noch in seiner Amtszeit befreien. Das wird ziemlich sicher nicht gelingen. Irakische Spezialtruppen kontrollieren laut eigenen Angaben erst 70 Prozent des Ostteils Mossuls.

Die Operation gestaltet sich wesentlich schwieriger als die Rückeroberungen fast gänzlich verlassener Städte wie Ramadi und Falludschah. Obwohl täglich tausende die Kampfzone verlassen, ist die Stadt nach wie vor dicht besiedelt. Für die irakische Armee bedeutet das verlustreichen Häuserkampf. Erschwerend kommt hinzu, dass dafür nur ihre am besten ausgebildeten Spezialkräfte infrage kommen. Kurdische Verbände haben kein Interesse, in die Stadt vorzudringen. Die gefürchteten schiitischen Milizen hingegen dürfen nicht.

Grexit

A homeless man rests on the steps of a branch of the Bank of Greece as demonstrators protested against the visit of US President Barack Obama in Athens, Tuesday, Nov. 15, 2016. Obama is in Athens for talks with the country's political leadership and is scheduled to deliver a speech on Wednesday before heading to Berlin later the same day as part of his last major trip abroad. (AP Photo/Thanassis Stavrakis)

Ein Obdachloser in den Strassen Athens (15.11.2016). Bild: Thanassis Stavrakis/AP/KEYSTONE

Es gab Zeiten, da schien der Zusammenbruch des hochverschuldeten Griechenlands nur mehr eine Frage von Tagen wenn nicht Stunden. Vor dem Parlamentsgebäude spielten sich bürgerkriegsähnliche Szenen ab. Inzwischen ist es ruhig geworden um das gebeutelte Land, wobei die Krise alles andere als beigelegt ist. Weil die Linksregierung unter Alexis Tsipras im Dezember ohne Rücksprache mit ihren EU-Schuldnern die Renten erhöht hat, haben diese das nächste Rettungspaket eingefroren. Neuwahlen liegen in der Luft, wobei die regierende Syriza-Partei derzeit in den Umfragen weit hinter der oppositionellen liberal-konservativen Nea Dimokratia steht.

Rupperswil

ARCHIV - ZUM JAHRESTAG DES TOETUNGSDELIKTS IN RUPPERSWIL STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Kerzen an der Lenzhardstrasse in Rupperswil in Rupperswil AG, aufgenommen am Donnerstag, 24. Dezember 2015. Nach der Bluttat an einer 48-jaehrige Frau, ihren Soehnen im Alter von 13 und 19 Jahren sowie der 21-jaehrigen Freundin des aelteren Sohnes im aargauischen Rupperswil vom vergangenen Montag bleiben noch immer viele Fragen offen. Die Aargauer Kantonspolizei verteilt heute in Wildegg und Rupperswil an Tankstellen, Grossverteilern und Laeden Flugblaetter mit dem Zeugenaufruf. Gesucht werden Zeugen, welche die 48-Jaehrige am Montagmorgen gesehen oder mit ihr gesprochen haben. Offenbar hatte die Frau an zwei Orten Bargeld abgehoben, bevor sie Opfer des Toetungsdelikts wurde. Bewohner der Gemeinde Rupperswil legten beim Haus, in dem die Toten aufgefunden worden waren, als Zeichen der Betroffenheit Blumen, Kerzen und Karten nieder. (KEYSTONE/Walter Bieri)....Flowers and candles seen near of a family home were Monday, December 21 four bodies have been found, in Rupperswil, Switzerland, Thursday, 24 December 2015. The four people have been stabbed and the fire has been set. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Zeichen der Anteilnahme vor dem Haus der Familie Schauer in Rupperswil. Bild: KEYSTONE

Der Vierfachmord von Rupperswil vom 21. Dezember 2015 wühlte die Schweiz auf wie kaum ein Kriminalfall der vergangenen Jahre. Der 33-jährige Thomas N. ermordete in einem Einfamilienhaus Carla Schauer (48†), ihre beiden Söhne Davin (†13) und Dion (†19) sowie dessen Freundin Simona F. (†21). Am 13. Mai 2016 wurde er verhaftet und sitzt seither im Zentralgefängnis Lenzburg in Untersuchungshaft. Die Aargauer Justiz geht davon aus, dass der Prozess dieses Jahr beginnen kann, obschon noch immer kein Termin feststeht. Offenbar ist das psychologische Gutachten von Thomas N. noch nicht fertig.

Flüchtlingskrise

An Afghan refugee child waits for her father in a stroller while he and others line up to receive winter coats at the refugee camp of Oinofyta about 58 kilometers (36 miles) north of Athens, Thursday, Jan. 5, 2017. Over 62,000 refugees and migrants are stranded in Greece after a series of Balkan border closures and an European Union deal with Turkey to stop migrant flows. (AP Photo/Muhammed Muheisen)

Anstehen für Winterkleidung im griechischen Flüchtlingslager Oinofyta (05.01.2017). Bild: Muhammed Muheisen/AP/KEYSTONE

5000 Menschen sollen 2016 auf der Flucht über das Mittelmeer ertrunken sein, so viele wie in keinem Jahr zuvor. Im Winter versiegte bislang der Flüchtlingsstrom auf der Route von Libyen nach Italien. Doch weil die Türkei in Absprache mit der EU Anstrengungen unternimmt, Flüchtlingsboote nach Griechenland zu stoppen, haben die Bewegungen auf der gefährlichen Mittelmeerroute dramatisch zugenommen, trotz schlechten Wetters. Inzwischen ertrinken dort nicht nur Menschen auf der Flucht, sie erfrieren auch.

Zikavirus

This combo of nine photos taken between Sept. 26 and 29, 2016, shows infants who were born with microcephaly, one of many serious medical problems caused by congenital Zika syndrome, photographed with their mothers or family member, in Pernambuco state, Brazil. Associated Press photographer Felipe Dana has followed these babies from hospitals to their cribs, from brain exams to bath time. Dana used an instant film so they could immediately see and keep the photographs he made of them. Dana gave the mothers the prints but preserved the negatives, later bleaching and scanning them so they mirrored the images they took home. (AP Photo/Felipe Dana)

Kinder in Brasilien, deren Mutter während der Schwangerschaft vom Zika-Virus infiziert wurden. Bild: Felipe Dana/AP/KEYSTONE

Das Zika-Virus, das Missbildungen bei ungeborenen Kindern verursachen kann, ist kein globales Gesundheitsrisiko mehr, stellte die Weltgesundheitsorganisation WHO im November fest. Der Virus bleibt allerdings eine Herausforderung, weil er jederzeit wieder ausbrechen kann. Die Gelbfiebermücke ist nicht unter Kontrolle, es gibt noch immer keinen Impfstoff – und all die tausenden betroffenen Kinder und Eltern werden in den kommenden Jahren Unterstützung und Therapien benötigen. Gemäss einer Umfrage ist die Angst vor dem Zika-Virus in Brasilien immer noch so hoch, dass über die Hälfte der befragten Frauen ihre Schwangerschaft verschieben.

Omran Daqneesh

2016 AP YEAR END PHOTOS - In this frame grab taken from video provided by the Syrian anti-government activist group Aleppo Media Center (AMC), 5-year-old Omran Daqneesh sits in an ambulance after being pulled out of a building hit by an airstrike in Aleppo, Syria, on Aug. 17, 2016. The White Helmets were among the crowd of first responders who pulled Daqneesh and his family from the rubble of their apartment building. (Aleppo Media Center via AP, File)

Bild: AP/Aleppo Media Center

Das Bild des kleinen Omran Daqneesh, der bei einem Luftangriff auf Aleppo verletzt wurde und völlig verstört in einer Ambulanz sitzt, ging im August 2016 um die Welt. Seit Ende Dezember kontrollieren das Assad-Regime und seine Verbündeten wieder die ganze Stadt. Was ist aus Omran und seiner Familie geworden? Man weiss es nicht. «Sie gingen [schon vorher] in den vom Regime kontrollierten Teil der Stadt und sind seither verschwunden», zitiert die britische «Times» den syrischen Fotografen Mahmoud Raslan, einen ehemaligen Nachbarn von Omrans Familie. Auch Mustafa al-Sarout, der das ikonische Video von der Rettung Omrans und seiner Schwester drehte, weiss nichts über ihren Verbleib.

Brasilien

FILE - In this Dec. 5, 2016, file photo, Brazil's President Michel Temer arrives for a pension plan proposal to National Congress leaders, at the Planalto Presidential Palace, in Brasilia, Brazil. With Brazil mired in recession, President Temer’s government spawned outrage when it ordered $400,000 worth of food, including 500 cartons of Haagen-Dazs ice cream and 1.5 tons of chocolate cake, for his official plane trips. The government quickly scrapped the order, but it’s just the latest in a series of tone-deaf decisions that have put his already wobbly government on the defensive, raising questions about whether it can survive the new year. (AP Photo/Eraldo Peres, File)

Bild: Eraldo Peres/AP/KEYSTONE

Wer an Brasilien und 2016 denkt, dem dürften zunächst die Olympischen Sommerspiele in Rio einfallen. Dass diese erfolgreich über die Bühne gingen, war keineswegs sicher, denn das Land steckte in einer wirtschaftlichen und politischen Krise, aus der sie immer noch nicht herausgefunden hat. Präsidentin Dilma Rousseff wurde des Amtes enthoben, doch ihr Nachfolger Michel Temer agiert glücklos. Anfang Dezember war während 24 Stunden unklar, wer den Senat leitet. Das politische Chaos hat Investoren bislang davon abgehalten, wieder in die grösste Volkswirtschaft Südamerikas zu investieren.

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    Alle Leser-Kommentare
  • atomschlaf 08.01.2017 17:00
    Highlight Highlight Beim Thema Flüchtlinge fehlt noch der Hinweis, dass die EU und Italien einen sehr starken Anreiz setzen, die gefährliche Mittelmeerroute zu benutzen, indem man den Schleppern die illegalen Migranten gleich ausserhalb der libyschen Hoheitsgewässer abnimmt und diese gratis und franko nach Italien bringt.
  • wonderwhy 07.01.2017 00:49
    Highlight Highlight Der US Wahlkampf war halt einfach zu spannend? Da verliert man schnell den Blick aufs wesentliche.
  • ostpol76 06.01.2017 20:29
    Highlight Highlight Dass Venezuela wegen des Sozialismus vor die Hunde geht und täglich mehr Menschen durch Kriminalität usw. ums Leben kommen als z.B. in Syrien, wurde vergessen.
  • Leon1 06.01.2017 20:01
    Highlight Highlight Naja, ich habe jetzt nicht direkt das Gefühl um das Thema Flüchtlingskrise sei es "zu ruhig" geworden, wie im Titel steht.
  • Pitsch Matter 06.01.2017 17:17
    Highlight Highlight Ich finde alle diese Fälle sehr tragisch. Was in Jemen passiert interessiert aber leider niemanden. Saudi Arabien löst dort mit ihren Angriffen eine humanitären Katastrophe aus. Dies nur um den Erzfeind Iran zu schwächen und ihre wahhabitische Ideologie zu verbreiten die sie mit dem IS gemeinsam haben. Weil Saudi Arabien ein westlicher Partner ist, wird aber kaum kritisch darüber berichtet.
  • Stachanowist 06.01.2017 16:32
    Highlight Highlight Den Drogenkrieg in Mexiko würde ich dieser Liste noch hinzufügen.

    Der kümmert nur wenige, weil er nicht religiös oder ethnisch motiviert ist und kaum internationale Akteure direkt eingreifen. Dennoch findet er in keinem Vakuum statt. Der internationale Drogenhandel, die Wurzel dieses Konflikts, ist das Gegenteil einer national isolierten Angelegenheit. Eine Lösung für Mexiko kann deshalb nur international gefunden werden.

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