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«Sie wussten, dass er brechen würde» – Entsetzen nach der Damm-Katastrophe in Brasilien



epa07330702 People participate in a vigil in tribute to the dead and missing victims of the tragedy of Vale's dam accident, in Brumadinho, Brazil, 29 January 2019. At least 84 people are confrmed dead, and hundreds missing following a tailings dam burst at the Corrego do Feijao mine in southeastern Brazil owned by Vale, the world's largest iron-ore producer. The dam in Brumadinho near Belo Horizonte broke on 25 January at around midday, unleashing a river of sludge that destroyed some nearby houses.  EPA/Lucas Landau

Bild: EPA/EFE

Fünf Tage sind seit dem Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien vergangen. In Brumadinho, der nächstgelegenen Ortschaft, ist die Trauer immens. Die meisten Einwohner hatten Verwandte und Freunde, die beim Dammbruch ums Leben kamen oder verschüttet und seither vermisst wurden.

Die Zahl der bestätigten Todesopfer ist mittlerweile auf 99 gestiegen. Weitere 259 Menschen werden vermisst, die Rettungskräfte gehen davon aus, dass kaum Hoffnung für sie bestehe. 

Helton, ein Einwohner von Brumadinho, der seine Frau und seine Schwester beim Unglück verlor, sagte zur Nachrichtenagentur AFP: «Ich wollte sie davon überzeugen, dass sie mit der Arbeit in der Mine aufhören, aber sie wollten nicht. Sie brauchten die Arbeit.»

Die Bilder der Katastrophe in Brasilien

Vanderlei Alves, ein 52-jähriger Lastwagenfahrer, verlor ebenfalls viele Freunde und erhebt schwere Vorwürfe an die Betreiberfirma.

«Sie wussten, dass der Damm brechen würde. Aber die Jungen, die dort arbeiteten, hatten zu viel Angst, um etwas zu sagen. Sie wollten ihre Arbeit nicht verlieren.»

Vanderlei Alves

Auch die Umwelt leidet wegen der Katastrophe: Der Paraopeba-Fluss, der an der Stadt und der Mine vorbeifliesst, ist praktisch tot, sagte ein Einwohner zur AFP. Die indigene Gemeinde Nao Xoha hat besonders darunter zu leiden. Der Chef der Gemeinde sagte, dass ihre Existenz bedroht sei. Der toxische Schlamm habe die Wasserversorgung vergiftet.

epa07322277 A man watches the Paraopeba River with mud and waste from the disaster caused by dam spill in Brumadinho, Minas Gerais, Brazil, 26 January 2019. At least nine people have died and 300 are missing after a tailings dam burst at the Feijao mine in southeastern Brazil owned by Vale, the world's largest iron-ore producer, authorities said. The dam in Brumadinho near Belo Horizonte broke on 25 January at around mid-day, unleashing a river of sludge that destroyed some nearby houses.  EPA/Antonio Lacerda

Ein Mann beim Paraopeba-Fluss, der vom Schlamm des Dammbruchs verschmutzt wurde.  Bild: EPA/EFE

Der WWF befürchtet, dass durch die Katastrophe ein Wald von der Grösse von 125 Fussballfeldern zerstört wurde. Es sei jedoch noch zu früh zum den ganzen Schaden abzuschätzen.

Betreiberfirma will Opfer mit Geld beschwichtigen

Der Damm an der Mine Córrego do Feijão des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale war am Freitag gebrochen. Eine Schlammlawine war über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen nahe der Ortschaft Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais hinweggerollt und hatte Menschen, Häuser und Tiere unter sich begraben. Insgesamt ergossen sich rund zwölf Millionen Kubikmeter Schlamm auf eine Fläche von etwa 290 Hektar - das entspricht gut 400 Fussballfeldern.

Die Betreiberfirma Vale bot den Familien der Opfern Geld an. Das Unternehmen wolle pro Todesopfer oder Vermisstem umgerechnet rund 27'000 Franken (100'000 Reais) zahlen, kündigte Konzernsprecher Sergio Leite am Mittwoch an. Dies sei ein freiwilliges Angebot des Unternehmens und keine Entschädigungszahlung. (jaw/sda/dpa)

Die Rettungsarbeiten laufen auf Hochtouren

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • decibel 31.01.2019 12:32
    Highlight Highlight Die Frage, wieviel ein Menschenleben Wert hat, ist beantwortet: 27'000 Franken.
    • Safado 01.02.2019 08:47
      Highlight Highlight Und dies dank int. öffentlichem Interesse. Sonst würden da ein paar Nullen fehlen.
  • El Vals del Obrero 31.01.2019 11:22
    Highlight Highlight Wie funktioniert das bei solchen Rückhaltedämmen eigentlich überhaupt, wenn sie (kurz- bis mittelfristig) halten?

    Werden da die giftigen Abwässer einfach in alle Ewigkeit gelagert (oder zumindest bis es die Bergbaufirma nicht mehr gibt und sich die Allgemeinheit darum kümmern muss)?
    • tzhkuda7 31.01.2019 11:58
      Highlight Highlight Shit, geblitzt statt geherzt

      @Watson baut mal endlich ein das man wenigstens 1x seine Markierung ändern kann von Blitz zu Herz !!
    • maylander 31.01.2019 13:30
      Highlight Highlight Der Stausee dient als Absetzbecken. Durch die langsame Fliessgeschwindigkeit sinkt der Schlamm zu Boden. Das Wasser ist nach dem Damm ohne Partikel und kann dann für industrielle Zwecke wiederverwendet werden.
      Falls der Schlamm verwertbares Material enthält wird der Stausee ab und zu ausgebaggert. Wenn nicht überlässt man das Problem künftigen Generationen.

      War übrigens früher in der Schweiz nicht besser.
    • Safado 01.02.2019 08:53
      Highlight Highlight @tzhukada7. Von Herz auf Blitz funtionierts.
      Nein, nein. Sorry. War ein Witz. Anscheinend besteht da wirklich Handlungsbedarf.

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(aeg/sda/dpa)

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