International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epaselect epa07002123 Right-wing candidate Jair Bolsonaro reacts after being stabbed during a rally in Juiz de Fora, Minas Gerais state, Brazil, 06 September 2018. Bolsonaro, leader in the polls for the elections on 07 October in Brazil, underwent laparoscopic surgery after being stabbed at a campaign rally according to his advisers.  EPA/RAYSA LEITE EDITORIAL USE ONLY/NO SALES/NO FILE

Auf einer Wahlveranstaltung wird der Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro mit einem Messer angegriffen.  Bild: EPA/EFE

Messerattacke auf «Trump Brasiliens»: Täter habe auf «Anweisung Gottes» gehandelt

Im Wahlkampf in Brasilien hat ein Messerattentäter den ultrarechten Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro schwer verletzt. Der 63-Jährige musste sich noch am Donnerstag einer Notoperation unterziehen, war nach Angaben der Ärzte anschliessend aber stabil.



Fernsehbilder zeigten, wie Bolsonaro bei einem Wahlkampfauftritt in der Stadt Juiz de Fora im Bundesstaat Minas Gerais angegriffen wurde: Als der Ex-Offizier auf den Schultern von Anhängern durch die Menge getragen wird, sticht ein Mann ihm in den Bauch.

Achtung, diese Bilder könnten verstörend sein:

Bolsonaro habe «eine Bauchwunde durch einen scharfen Gegenstand erlitten», teilte das behandelnde Spital in Juiz de Fora mit. Er habe «drei schwere Einstiche in den inneren Organen». Dadurch seien innere Blutungen ausgelöst worden.

Der Sohn des Politikers, Flavio Bolsonaro, hatte zunächst angegeben, die Verletzung sei nur oberflächlich gewesen, seinem Vater gehe es gut. Später twitterte er: «Leider ist es schlimmer als wir dachten.» Sein Vater habe Verletzungen an Leber, Lunge und Darm erlitten und «viel Blut verloren».

Ein Sprecher der Militärpolizei sagte, ein 40-jähriger Mann sei festgenommen worden. Er habe laut Zeugen ein in Stoff gewickeltes Messer bei sich getragen. Beim Verdächtigen handele es sich um einen Aktivisten einer linksgerichteten Partei.

«Auf Anweisung Gottes»

Der mutmassliche Täter gab laut Polizei an, «auf Anweisung Gottes» gehandelt zu haben. Auf einem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Polizeivideo sagte er: «Wer mich leitet, ist der Gott, dem ich diene.»

Auf seiner Facebook-Seite hatte der Verdächtige kürzlich Nachrichten veröffentlicht, in denen er Bolsonaro kritisierte und die sozialistische Regierung von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro unterstützte.

Pedro Augusto Lima Possa, der Anwalt des mutmasslichen Angreifers, sagte im Sender TV Globo, sein Mandant habe «aus religiösen und politischen Motiven gehandelt, und auch wegen der Vorurteile, die Bolsonaro jedes Mal zeigt, wenn er von Ethnien, Religion oder Frauen spricht».

Genesungswünsche von allen Seiten

epa07002196 Supporters of Brazilian presidential candidate Jair Bolsonaro hold a vigil on Avenida Paulista in Sao Paulo, Brazil, 06 September 2018. Bolsonaro, who is leading in the polls for the October election and a controversial candidate for his radical positions, was stabbed on 06 September 2018 while participating in a electoral rally in the city of Juiz de Fora.  EPA/FERNANDO BIZERRA

Unterstützer von Bolsonaro halten in São Paolo eine Mahnwache ab. Bild: EPA/EFE

Politiker aller Couleur verurteilten den Anschlag auf Bolsonaro. Brasiliens Präsident Michel Temer verurteilte den Angriff und wies seinen Sicherheitsminister Raul Jungmann an, die Sicherheit für Kandidaten zu verstärken und umfassend zu ermitteln. «Es ist nicht hinnehmbar, dass in einem demokratischen Staat ein normaler Wahlkampf nicht möglich ist», erklärte Temer.

Der linke Präsidentschaftskandidat Gomes sprach von «Barbarei» und der Präsidentschaftskandidat der Arbeiterpartei PT, Fernando Haddad schrieb auf Twitter: «Ich verurteile jede Gewalttat und wünsche Jair Bolsonaro gute Besserung.»

Die 2016 per Amtsenthebungsverfahren abgesetzte Präsidentin Dilma Rousseff ebenfalls von der Arbeiterpartei twitterte: «Ich bedauere sehr die Gewalt und das Geschehene. (...) Der Hass darf nicht gesät werden.»

«Donald Trump Brasiliens»

National Social Liberal Party presidential candidate Jair Bolsonaro greets supporters as he gets a shoulder ride from a member of his security detail, in Brasilia's Ceilandia neighborhood, Brazil, Wednesday, Sept. 5, 2018. Brazilians go to the polls on October 7 to cast their vote for a new president. (AP Photo/Eraldo Peres)

Bolsonaro sucht oft den Kontakt zu seinen Unterstützern. Bild: AP/AP

Der Rechtspopulist Bolsonaro wird häufig als «Donald Trump Brasiliens» bezeichnet und fällt immer wieder mit rassistischen, frauenfeindlichen und homophoben Äusserungen auf. Eines seiner Wahlkampfversprechen ist, das Tragen von Waffen zu erlauben.

Obwohl er seit langem dem Kongress angehört, stellt sich Bolsonaro öffentlich so dar, dass er nicht als Teil der von Korruptionsskandalen umwitterten politischen Elite wahrgenommen wird.

Der Rechtspopulist liegt in einer aktuellen Umfrage für die erste Runde der Präsidentschaftswahl am 7. Oktober vorn. In der Befragung wurde allerdings nicht der inhaftierte Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva von der Arbeiterpartei berücksichtigt, der in den Umfragen der eigentliche Favorit ist.

Lula sitzt nach einer Verurteilung wegen Korruption und Geldwäsche im Gefängnis und darf nach jetzigem Stand nicht antreten. Am Donnerstag wurden zwei Einsprüche seiner Anwälte zurückgewiesen, mit denen er eine Zulassung seiner Kandidatur doch noch erreichen wollte. Der Rechtsstreit ist aber noch nicht abgeschlossen. (sda/afp/dpa)

Bolsonaro könnte Brasiliens Präsident werden

abspielen

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Beto gegen Donald: Showdown an der «Grenzmauer» in Texas

Link zum Artikel

«Eine Hure zu sein, war oft top», sagt Virginie Despentes aus Erfahrung

Link zum Artikel

Mirco Müller – ein vergessener Titan auf dem Weg zum Millionär

Link zum Artikel

Hacker verkauft 617 Millionen Nutzerdaten im Darknet – diese 16 Seiten sind betroffen

Link zum Artikel

Ohne Solarium und Haarpracht – wie Donald Trump wirklich aussieht 😱

Link zum Artikel

Zersiedelungs-Initiative abgeschmettert: So lief der Abstimmungssonntag

Link zum Artikel

«Ich war überrascht, dass es reicht» – Corinne Suter holt in der WM-Abfahrt Silber

Link zum Artikel

Kantonale Vorlagen: Basel versenkt Spitalfusion, Berner Energiegesetz scheitert hauchdünn

Link zum Artikel

Frauen schreiben ihren Freunden: «Ich will ein Baby» – die Antworten sind 😱😱😱

Link zum Artikel

WLAN auf dem Mars? Bibis Beauty Palace liefert TV-Blamage für die Ewigkeit

Link zum Artikel

Diese 7 Fälle zeigen, was bei der Rüstungsbeschaffung in der Schweiz alles schief läuft

Link zum Artikel

Hey Emma, Suff-SMS-Sandro hat auch ein paar Sex-Fragen an euch Frauen!

Link zum Artikel

Stimmen diese 9 Koch-Mythen wirklich?

Link zum Artikel

Dieser NBA-Star erfuhr gerade mitten im Spiel, dass er getradet wurde

Link zum Artikel

Wenn du in der (Fake-)Sexfalle sitzt – so kommst du wieder raus

Link zum Artikel

So klicken, blocken und spulen wir die Werbung weg – die Fakten in 15 Punkten

Link zum Artikel

Auf einer Party aufs Klo, das gar keins war...Diese Jodel-Geschichte hat kein Happy-End 😱

Link zum Artikel

Leute, PICDUMP! 🙏

Link zum Artikel

Google reserviert jetzt für dich in Schweizer Restaurants (aber nicht per Telefon)

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Neun Tote und 300 Vermisste nach Dammbruch in Brasilien

Nach einem Dammbruch und einer anschliessenden Schlammlawine im Südosten Brasiliens ist die Zahl der Toten und Vermissten deutlich gestiegen. Neun Tote seien geborgen worden. Zudem würden rund 300 Menschen vermisst.

Dies teilte die brasilianische Feuerwehr am frühen Samstagmorgen mit. Zuvor war die Zahl mit sieben Toten und rund 150 Vermissten angegeben worden.

Der Gouverneur des Bundesstaates Minas Gerais, Romeu Zema, hatte obendrein gesagt, die Überlebenschancen für die Vermissten seien gering.

Die …

Artikel lesen
Link zum Artikel