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British Prime Minister Theresa May leaves 10 Downing Street, London, for the House of Commons to face Prime Minister's Questions, in London Wednesday, Feb. 20, 2019. Britain’s foreign secretary said that securing an orderly Brexit is “of paramount importance” as he visited Germany on Wednesday, and insisted the UK can leave the European Union on March 29 as planned if a compromise deal is found. Jeremy Hunt was meeting officials in Berlin ahead of Prime Minister Theresa May’s trip to Brussels later Wednesday for talks with EU Commission President Jean-Claude Juncker. (Stefan Rosseau/PA via AP)

Die britische Premierministerin Theresa May sieht sich im Brexit-Streit mit einer Opposition konfrontiert. Bild: AP/PA

Britische Minister gehen bei Brexit-Verhandlungen auf Konfrontationskurs mit May



Im Brexit-Streit wollen drei britische Minister einen «desaströsen» ungeregelten EU-Austritt verhindern. Sie gehen damit öffentlich auf Konfrontationskurs zu Premierministerin Theresa May.

Ein solcher «No Deal» würde die nationale Sicherheit schwächen, die Ökonomie stark schädigen und er könnte zum Zerfall des Vereinigten Königreichs führen, warnten Arbeitsministerin Amber Rudd, Wirtschaftsminister Greg Clark und Justizminister David Gauke.

Gelinge nächste Woche kein Durchbruch im Parlament, müsse der Brexit verschoben werden, forderte das EU-freundliche Trio am Samstag in einem Gastbeitrag für die Zeitung «Daily Mail». Grossbritannien will am 29. März aus der Europäischen Union austreten. May hält an diesem Datum fest und schliesst auch eine Trennung ohne Abkommen nicht aus.

epa07380180 British Secretary of State for Work and Pensions Amber Rudd arrives at 10 Downing Street for a cabinet meeting in London, Britain, 19 February 2019. Britain's Attorney General Geoffrey Cox will explain on Tuesday how Britain's government thinks the backstop problem can be legally solved.  EPA/ANDY RAIN

Arbeitsministerin Amber Rudd will den Brexit verschieben. Bild: EPA/EPA

Die Premierministerin will am Dienstag eine Erklärung im Unterhaus in London abgeben. Am Mittwoch sollen die Parlamentarier dann über die weiteren, möglicherweise wegweisenden Brexit-Schritte abstimmen.

Kritik an Hardlinern

Der öffentliche Aufruf der drei Minister richtet sich auch gegen die Brexit-Hardliner in ihrer Konservativen Partei. Etwa 80 dieser sogenannten Brexiteers haben sich in der European Research Group um den erzkonservativen Hinterbänkler Jacob Rees-Mogg versammelt. Diese Gruppe setzt die Premierministerin massiv unter Druck.

Dutzende bislang loyale Tories hatten May bereits am Freitag damit gedroht, für eine Verschiebung des Brexits zu stimmen, statt einen No Deal mit chaotischen Folgen zu riskieren. Man habe den Einfluss der Brexit-Hardliner der European Research Group satt, hiess es. Die Gruppe handle wie eine Partei innerhalb der Partei.

Remain in the European Union supporter Charlie Rome, aged 35 from London and dressed as British pro-Brexit politician Jacob Rees-Mogg poses for photographs outside the Houses of Parliament in London, Thursday, Feb. 14, 2019. Charlie believes a public inquiry looking at campaign overspending, breaking data protection rules and possible foreign funding of the Vote Leave campaign and having another referendum would be the best way forward. Some demonstrators have been coming to the grounds outside parliament for days, weeks or even months, to make their case as to whether Britain should stay inside the European Union or leave on March 29, as planned.(AP Photo/Matt Dunham)

Provoziert gerne: Jacob Rees-Mogg in London. Bild: AP/AP

Das Aufbegehren der Minister stiess auf unterschiedliche Reaktionen. «Das ist mutig, prinzipientreu und ich applaudiere ihnen», sagte der konservative Abgeordnete Nicholas Boles der BBC. Brexit-Hardliner Andrew Bridgen forderte das Trio hingegen umgehend zum Rücktritt auf.

Neuer Anlauf für No-Deal-Notbremse

Eine parteiübergreifende Gruppe um die Labour-Abgeordnete Yvette Cooper will bei der Abstimmungsrunde am kommenden Mittwoch im Parlament eine No-Deal-Notbremse durchsetzen. Der Plan sieht vor, May zum Verschieben des Brexits zu zwingen, sollte sie bis Mitte März keinen Erfolg mit ihrem Austrittsabkommen haben.

Ein ähnlicher Antrag war zwar schon einmal von den Abgeordneten im Unterhaus abgelehnt worden. Dieses Mal werden ihm aber angesichts des zunehmenden Zeitdrucks mehr Chancen eingeräumt.

Insgesamt ein knappes Dutzend ehemalige Tories und Labour-Abgeordnete haben in der vergangenen Woche eine «Unabhängige Gruppe» im Parlament gegründet und weitere Parlamentarier dazu aufgerufen, sich ihnen anzuschliessen. Mays Minderheitsregierung, die von der nordirischen Partei DUP gestützt wird, ist auf jede Stimme angewiesen.

Gesprächsmöglichkeiten mit Brüssel bieten sich May bei einem Spitzentreffen in Ägypten. Sie nimmt ab Sonntag am Gipfel der EU mit der Arabischen Liga im Badeort Scharm el Scheich teil. Am Rande des Treffens soll es auch um den Brexit gehen. Die Regierungschefin will sich unter anderem mit EU-Ratspräsident Donald Tusk beraten. (leo/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 24.02.2019 02:20
    Highlight Highlight Ich bin kein Fan der EU wie sie Funktioniert usw.
    Aber man kann nicht immer auf die EU zeigen.

    Es waren > 50% der Briten die raus wollten, nur hat man aus irgend einem Grund dem Volk keine Modalitäten zur Befragung gegeben wann und wie geBREXIT werden soll.
    Dann war es May die gegen jeden GMV erst die Lunte zündete bevor überhaupt klar war wie es danach weiteegehen soll, aus Mitleid gehe ich auf das Neuwahldebakel nicht näherhin.

    Die Verantwortlichen Konservativen Kräfte Rechts der Mitte (Boris Johnson, UKIP) ist Dessertiert und die Konservative Linke (Corbyn) gleich mit.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 24.02.2019 02:05
    Highlight Highlight Ich hoffe für alle Briten das es zu keinem Ungeregelten Austritt kommt.

    Sonst gehen viele Briten in den ersten Monaten durch die Hölle weil GB dann zur EU (und wegen der Vertragshoheit der EU zu allen anderen Ländern auch) ein Drittstaat ohne irgend eine Regelung ist.
    Nordiren müsdten dann Theoretisch ein Visum für Irland beanttragen.
    Arbeiten im Ausland Unmöglich, nicht mal mehr ohne Probleme nach Frankreich.
    Kenne Briten die in der Schweiz Arbeiten, die haben grosse Angst.

    Medis usw. könnte alles in den ersten Monaten knapp werden
  • bebby 23.02.2019 18:58
    Highlight Highlight Und Putin feiert Ende März eine grosse Party, wenn er es geschafft hat, die grösste europäische Militärmacht aus der Union zu entfernen. Und er wird weitermachen mit der Unterstützung der Spalter bis Europa nachhaltig geschwächt ist.
    • Paradise 23.02.2019 19:51
      Highlight Highlight Man kann immer anderen Schuld geben. Vielleicht mal in Betracht ziehen, dass die EU selber schuld ist? Und die EU hat nix mit der Nato zu tun. Die EU ist ein wirtschaftsraum.
    • Mezzomix 23.02.2019 23:39
      Highlight Highlight Militärisch ist für Europa nur die NATO relevant, welche von einem Brexit nicht betroffen ist.
      Auch Absprachen zur sogenannten "Europa Armee" laufen nicht im politischen EU Rahmen...
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 24.02.2019 02:23
      Highlight Highlight @Paradise: Die Briten sindPrimär für sich selbst Verantwortlich, sie haben Abgestummen.

      Zumal kein anderes EU Land soviel Ausnahmen usw. erhielt wie Grossbritanien .

      Es waren ja auch die Briten selbst die EU Reformen sabotierten und blockierten
  • Rocky Gonzales 23.02.2019 17:35
    Highlight Highlight Eigentlich könnte England es "easy" nehmen, denn GB ist ein Schwergewicht in der EU. Wieso? 19 von 28 EU Ländern haben gesamthaft das gleich BIP wie UK- d.h. Die EU muss sich fürchten und ja, ein Rahmenabkommen mit der Schweiz würde der EU helfen das finanzielle Loch das UK hinterlässt zu stopfen. Wir haben alle Zeit der Welt, DIE EU NICHT. Nur haben wir wirklich fachlich schwache und inkompetente Leute zum Verhandeln, die nicht mal über diese Fakten (überall abrufbar) Kenntnis haben. Haben wir in der CH mittlerweile so eine schwache Ausbildung? Oder wollen einige ein Schoggijöbli in der EU?
    • Magnum 23.02.2019 17:48
      Highlight Highlight Die Schweiz: 8.5 Millionen.
      Die 28er-EU: 510 Millionen.

      Nein, die EU ist nicht auf die Schweiz angewiesen. Und die Exportnation Schweiz verdient jeden zweiten Franken in und mit der EU. Dass nun auch die Briten Rosinen picken wollen, hilft der Schweiz beim Aushandeln des Rahmenabkommens kein bisschen - ganz im Gegenteil. Erstens haben die Brexit-Verhandlungen für die EU klar Priorität, und zweitens will die EU sicher keinen Präzedenzfall in Form von Entgegenkommen gegenüber einem Nichtmitglied schaffen.

      Aber eigentlich geht's im Artikel um England und den Brexit, das hast Du schon gemerkt?
    • Paradise 23.02.2019 17:49
      Highlight Highlight Leider ist Linksextremismus immer noch unsichtbar im Schatten der Gräueltaten des zweiten Weltkriegs. Vielleicht brauchen wir noch einen dritten, damit die Welt merkt, dass Extremismus generell schlecht ist. Egal ob links oder rechts.
    • Magnum 23.02.2019 17:52
      Highlight Highlight Wie genau kommst Du nun von Querelen innerhalb einer neoliberal-rechten Partei (Tories) und dem daraus resultierenden Chaos in den Beziehungen zur EU auf das Thema Linksextremismus?

      Bleibt doch einfach mal beim Thema, das ist die Grundvoraussetzung für eine sachliche Diskussion. Oder das wäre es.
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