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Attacke auf die Pressefreiheit

Woher kommt der Hass auf «Charlie Hebdo»?

Der tödliche Feuerüberfall auf die Redaktion von «Charlie Hebdo» war nicht der erste Anschlag gegen das französische Satiremagazin, das mit seinem prononcierten Eintreten für die Pressefreiheit immer wieder Islamisten und andere religiöse Eiferer erzürnte. 

07.01.15, 15:55 07.01.15, 16:47
Charlie Hebdo Titelblätter Covers Karikaturen Gabriel

Eine der zahlreichen Mohammed-Karikaturen, für die mehrere Zeichner von «Charlie Hebdo» nun mit dem Leben bezahlten: Titelblatt des Satiremagazins im Januar 2013 (Ausschnitt). 

Noch weiss niemand, wer am 7. Januar 2015 auf der Redaktion der Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» die Schüsse abfeuerte, die nach vorläufigen Berichten mindestens zwölf Menschen töteten. Das Motiv aber dürfte nach allem Ermessen klar sein: Hier fand eine tödliche Strafaktion statt, die zugleich als Warnung gemeint war.

Spätestens im März 2006 geriet das Blatt, das noch vehementer als beispielsweise das deutsche Satiremagazin «Titanic» die Grenzen der Pressefreiheit auslotete, auf den Radar der Islamisten: «Charlie Hebdo» war eine der wenigen Zeitschriften, die es wagten, die berühmt-berüchtigten Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung «Jyllands Posten» nachzudrucken. Diese Aktion, die der damalige französische Präsident Jacques Chirac eine «offensichtliche Provokation» nannte, trug «Charlie Hebdo» eine Klage des Dachverbands französischer Muslime (UOIF) ein, die jedoch abgewiesen wurde. 

Keine Rücksicht auf religiöse Empfindlichkeiten

Die Redaktion des wöchentlich erscheinenden Satiremagazins nahm auch in der Folge keine Rücksicht auf religiöse Empfindlichkeiten – auch nicht von christlicher oder jüdischer Seite. Die Justiz schützte diesen provokativen Kurs: 2010 scheiterte auch die ultrakonservative katholische Organisation «Allgemeine Allianz gegen Rassismus und für Respekt der französischen und christlichen Identität» (Agrif) mit einer Klage gegen «Charlie Hebdo». 

Der Chefredaktor von Charlie Hebdo, Stéphane Charbonnier («Charb») im November 2011 mit einer Ausgabe von «Charia Hebdo».

Nach dem Brandanschlag: Chefredaktor «Charb» im November 2011 mit der Sonderausgabe «Charia Hebdo».  Bild: AFP

Wie gefährlich die satirischen Angriffe auf den Propheten Mohammed waren, zeigte sich im November 2011, als ein nächtlicher Brandanschlag die Redaktionsräume von «Charlie Hebdo» verwüstete. Grund für die Attacke war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Sonderheft, das die Redaktion nach dem Wahlsieg der Islamisten in Tunesien angekündigt hatte. Es sollte unter dem Namen «Charia Hebdo» («Scharia Hebdo») erscheinen; als Gast-Chefredaktor fungierte angeblich Mohammed höchstpersönlich. Der Prophet war als Karikatur auf der Titelseite abgebildet; seine Drohung an die Leserschaft lautete: 

«Wenn Ihr Euch nicht totlacht, gibt es 100 Peitschenhiebe!»

«Die Unantastbaren»

Der Anschlag führte zu einer Welle der Solidarität mit dem Satiremagazin, neben anderen verurteilte auch der Dachverband der Muslime den Angriff. Allerdings gab es auch andere Reaktionen: Der Internetprovider wollte die Website, die zeitgleich mit dem Anschlag gehackt worden war, nicht mehr aufschalten – es waren Morddrohungen eingegangen. Auch Facebook entfernte die «Charlie-Hebdo»-Seite nach zahlreichen Drohungen. 

Titelbild von «Charlie Hebdo», «Intouchables 2»

«Man darf sich nicht lustig machen»: Das Titelbild «Die Unantastbaren 2» von «Charlie Hebdo» spielte auf den erfolgreichen Film «Intouchables» an. 

Als im September 2012 der islamfeindliche Film «Innocence of Muslims» Teile der islamischen Welt in Rage brachte, goss «Charlie Hebdo» Öl ins Feuer. Auf dem Titelblatt zeigte das Magazin einen Muslim im Rollstuhl, der von einem orthodoxen Juden geschoben wurde. Darüber stand der Titel «Intouchables 2» («Die Unantastbaren 2» – eine Anspielung auf einen beliebten Film). Muslimische und jüdische Verbände waren empört, doch Chefredaktor Charbonnier rechtfertigte die Veröffentlichung von neuen Mohammed-Karikaturen mit dem Hinweis auf die Pressefreiheit:

«Wir veröffentlichen Karikaturen über jeden und alles jede Woche. Wenn wir es aber mit dem Propheten machen, wird es Provokation genannt.»

«‹Charlie Hebdo› ist tot!»

Nur wenige Monate später, im Januar 2013, doppelte «Charlie Hebdo» nach: Unter dem Titel «La Vie de Mahomet» («Das Leben Mohammeds») veröffentlichte das Blatt eine Comic-Biographie des Propheten. Das Mullah-Regime in Teheran sah darin einen «Teil einer zionistischen Islamophobie-Kampagne» und protestierte erfolglos gegen die Veröffentlichung. 

«‹Charlie Hebdo› est mort!» («‹Charlie Hebdo› ist tot!»), soll einer der Attentäter am 7. Januar 2015 gerufen haben, als die Mörder den Tatort verliessen. Ob ihre Behauptung Tatsache wird, ist nicht abzusehen. Tot sind aber mit Sicherheit zwölf Menschen, darunter neben Chefredaktor «Charb» (Charbonnier) die Zeichner «Tignous» (Bernard Verlhac), «Wolinski» (Georges Wolinski) und «Cabu» (Jean Cabut) sowie der Wirtschaftsredaktor Bernard Maris. 

epa04549685 (L-R) A file picture combo shows French caricaturist Bernard Verlhac aka Tignous, Publishing director of the the French satirical newspaper 'Charlie Hebdo', Charb, French cartoonist Georges Wolinski and French caricaturist Cabu. According to news reports, the four are among the several people who have been killed in a shooting attack at satirical French magazine Charlie Hebdo in Paris on 07 January 2015. Two masked gunmen entered the Paris headquarters of satirical French magazine Charlie Hebdo and opened fire with automatic weapons, killing at least 12 people.  EPA/TIM SOMERSET/YOAN VALAT/GUILLAUME HORCAJUELO FRANCE & BELGIUM OUT

Ermordet: Bernard Verlhac («Tignous»), Stéphane Charbonnier («Charb»), Georges Wolinski («Wolinski») und Jean Cabut («Cabu»).  Bild: TIM SOMERSET/YOAN VALAT/GUILLAUME HORCAJUELO/EPA/KEYSTONE

«Charlie Hebdo»

Die französische Satirezeitschrift, die wöchentlich mit einer Druckauflage von rund 140'000 Exemplaren erscheint, ging 1970 aus dem 1960 gegründeten Magazin «Hara-Kiri» hervor. 1981 stellte «Charlie Hebdo» sein Erscheinen ein, wurde aber 1992 wiederbelebt. 

07.01.2015: Schiesserei bei Satiremagazin «Charlie Hebdo»



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54Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • smoe 07.01.2015 21:36
    Highlight Es ist an der Zeit Gott als CEO und sein durchwegs männliches Kader abzusetzen und wieder eine polytheistische Verwaltungsform einzuführen. Ein demokratisch agierendes Gremium ist besser geeignet, die Geschicke der Welt zu lenken.

    Eine Art Bundesrat des Himmels. Und jährlich abwechselnd darf sich eine oder einer davon einem oder einer einsamen Verwirrten unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einer Höhle oder Ähnlichem offenbaren.

    Win-win-Situation
    10 7 Melden
  • zombie1969 07.01.2015 18:06
    Highlight Die Oberflächlichkeit der Debatte über den Islam und auch über den Monotheismus an sich ist im Deutsch sprachigem Raum geradezu erbärmlich. Fast alle Intellektuellen, aber auch die selbst ernannten "Anständigen" tun so, als sei der Islam nur ein folkloristisches Phänomen, das man unbedingt schützen muss. Man sollte aber besser Menschen schützen und keinesfalls religiöse Ideologien, die inkompatibel sind mit den westlichen Werten.
    37 6 Melden
  • Mr. Kr 07.01.2015 17:28
    Highlight Ich meine diese Leute standen nicht Grundlos unter Polizei Schutz. Es gab mehr als 1 mal Anzeichen das es ausarten könnte, und Sie haben trozdem weiter Provoziert. Ich weis nicht wieso man so einen Aufwand betreibt um diese Menschen zu schützen, für etwas was man auch einfach hätte lassen können den die Menschen würden es auch überleben wenn es das nicht gäbe.
    5 80 Melden
    • SeKu 07.01.2015 17:48
      Highlight Ja, man könnte Freiheit auch einfach lassen. Und damit würde man alle anderen unsere Werte auch einfach lassen. Dann würden wir in Sklaverei und im Religionsjoch leben. Könnte man ja. Will die Mehrheit aber zum Glück nicht.
      66 3 Melden
    • Mr. Kr 07.01.2015 17:54
      Highlight Wer ist den die Mehrheit? Die 1.8 Milliarden Muslime die gerne keine Karikatur von Mohammed sehen würden oder die 20`000 Leute die das Magazin lesen?
      4 51 Melden
    • DerWeise 07.01.2015 18:14
      Highlight @ Mr. Kr.
      Nach deiner Meinung, dürfte also die Mehrheit sekulärer und freiheitsliebender Menschen in der Schweiz, welche deinen Kommentar als Beleidigung sehen, mit dir machen, was sie will?

      45 1 Melden
    • Mr. Kr 07.01.2015 19:10
      Highlight @DerWeise
      Wieso sollte jemand das als Beleidigung sehen?
      1 26 Melden
    • Mr. Kr 07.01.2015 19:10
      Highlight @DerWeise
      Wieso sollte jemand das als Beleidigung sehen?
      1 1 Melden
    • Mr. Kr 07.01.2015 19:10
      Highlight @DerWeise
      Wieso sollte jemand das als Beleidigung sehen?
      1 0 Melden
    • Too Scoop 07.01.2015 19:34
      Highlight @Mr. Kr: ich bedaure, Sie haben einiges noch nicht verstanden.
      31 1 Melden
    • daenu 07.01.2015 19:52
      Highlight @Mr. Kr: 1.8 Milliarden Muslime stellen für mich den Beweis der "Schwarmdummheit" .... übrigens zementieren alle anderen Religiösen diesen Beweis.
      1 0 Melden
    • Mr. Kr 07.01.2015 20:23
      Highlight Ich habs sehr gut verstanden.. Nur es war eine total unnötige Satire, es gibt genug andere Themen der man die Satire widmen könnte.. Die Situation ist eh schon angespannt, und man nützt die Situation gnadenlos aus um die Verkaufs zahlen zu Pushen. Und das ist falsche.
      3 27 Melden
    • Mr. Kr 07.01.2015 20:23
      Highlight Ich habs sehr gut verstanden.. Nur es war eine total unnötige Satire, es gibt genug andere Themen der man die Satire widmen könnte.. Die Situation ist eh schon angespannt, und man nützt die Situation gnadenlos aus um die Verkaufs zahlen zu Pushen. Und das ist falsche.
      2 1 Melden
    • smoe 07.01.2015 21:08
      Highlight @Mr. Kr
      Deine Argumentation zeigt, warum die «Intouchables 2» Karikatur so treffend ist …
      17 1 Melden
    • SeKu 07.01.2015 21:56
      Highlight @Mr. Kr
      Die Antwort von DerWeise um 18:14 trifft den Nagel sowas von auf dem Kopf!
      13 1 Melden
    • sewi 08.01.2015 06:59
      Highlight Aha... der Muselmane outet sich... Sie fragten mal ob Sie für mich auch ein potentieller Mörder sind. Ich antwortete damals dass wenn sie nach dem Koran leben würden,ja. Das Ende der Geschichte wird nicht der Sieg des Islams sein
      0 2 Melden
    • Tschosch 08.01.2015 08:23
      Highlight Ziemlich interessantes Statement eines Schweizer Satirikers: http://www.srf.ch/player/tv/rundschau/video/rundschau-vom-07-01-2015?id=fc161088-448f-4c13-b71d-693527b1449c
      0 1 Melden
    • Tschosch 08.01.2015 08:23
      Highlight Ziemlich interessantes Statement eines Schweizer Satirikers: http://www.srf.ch/player/tv/rundschau/video/rundschau-vom-07-01-2015?id=fc161088-448f-4c13-b71d-693527b1449c
      0 0 Melden
    • Tschosch 08.01.2015 08:23
      Highlight (Ca ab min 8)
      1 1 Melden
    • Mr. Kr 08.01.2015 08:57
      Highlight Witze über Muslime und Mohammed Lächerlich machen ist Freiheit. Minarett Verbot und somit den Muslime die ach so wichtige Religionsfreiheit zu nehmen ist gutes Recht? Ist ein bisschen Scheinheilig, nicht? Charlie Hebdo ist geschmacklos und hat nichts mit Freiheit zu tun.
      1 6 Melden
    • Tschosch 08.01.2015 10:47
      Highlight In einer freien, demokratischen Gesellschaft MUSS Geschmacklosigkeit Platz haben!
      Denn was für die einen geschmacklos ist, ist für die anderen gute Satire. Geschmack ist etwas sehr subjektives und kann daher nicht mit Gesetzen o.Ä. reglementiert werden.
      (Ich bin übrigens ebenfalls der Meinung, dass es in einer freien, demokratischen Gesellschaft auch für Minarette Platz haben MUSS.)
      7 1 Melden
    • smoe 08.01.2015 19:49
      Highlight @Mr. Kr
      Ich finde es auch geschmacklos, wenn gewisse Leute mir sagen, dass ich auf ewig in der Hölle gefoltert werde, wenn ich nicht an den Erlöser glaube; dass ich ohne die Schriften keine Moral und Ethik haben könne – gar wie ein Affe leben müsse, weil ich stattdessen an die Evolution "glaube"; dass ich Massenmord unterstützen würde etc.

      Deswegen fühle ich mich noch lange nicht in meiner Freiheit eingeschränkt. Schliesslich habe ich das Recht, solche Leute einfach zu ignorieren, mich über sie lustig zu machen, oder auch auf eine Diskussion einzugehen. Sauer werde ich erst, wenn Menschen aufgrund ihres Glaubens, ihres Geldes oder sozialen Status eine Sonderbehandlung fordern.
      4 1 Melden
    • Mr. Kr 08.01.2015 22:51
      Highlight @Smoe
      Ich bin überzeugter Atheist und halte nichts von Religionen. Aber wegen dem finde ich trozdem, das man sich nicht über Religionen lustig machen sollte..
      1 1 Melden
    • smoe 09.01.2015 00:06
      Highlight @Mr. Kr
      Europa hat eine Tradition einflussreiche Personen, anerkannte Normen und machtvolle Institutionen zu verspotten, die bis ins 6. Jahrhundert vor Christus zurückreicht. Komödie – ob von Wandertheatern oder in Opernhäusern aufgeführt – hat unsere Geschichte positiv beeinflusst und gehört zu unserem Kulturgut. Satire ist so wichtig, weil ein gesellschaftskritischer stand-up Comedian grösseren Einfluss haben kann als ein intellektueller Feuilletonist.

      Religiöse haben immer und wollen immer noch aktiv Einfluss auf die Gesellschaft nehmen. Sie haben deshalb nicht das geringste Recht von Spott ebendieser ausgenommen zu werden. Wenn ich mich über die FIFA lustig machen kann, dann auch über die katholische Kirche. Wenn ich mich über Justin Bieber lustig machen kann, dann auch über Mohammed.
      1 1 Melden
    • Tschosch 09.01.2015 10:28
      Highlight Sehr hörenswertes Interview mit dem Mediensoziologen Kurt Imhof, der zum Thema Pressefreiheit sagt: «Nicht alles was erlaubt ist, ist auch gut»
      http://www.srf.ch/player/radio/popupaudioplayer?id=ad71b023-d64c-4073-9e03-1c6a17f13bc4
      1 1 Melden
    • Mr. Kr 09.01.2015 11:00
      Highlight @JoshB Danke genau mein Standpunkt.
      2 1 Melden
    • smoe 09.01.2015 21:25
      Highlight @JoshB
      Was Imhof sagt, klingt in der Theorie ganz gut, geht aber davon aus, dass unsere Moral und Ethik gut ist. Es ist noch nicht allzu lange her, als es hiess, Frauen seien minderwertig und Homosexualität eine Krankheit. Wenn Medien, Satiriker usw. nicht mehr das Recht haben sollen, «Unanständig» zu sein und anerkannte Normen zu ver­spot­ten – dann gute Nacht.

      Über Religionen soll man sich nicht lustig machen, ok. Welche Religionen, was ist Religion überhaupt und wo zieht man die Grenze? Es gibt womöglich mehr «Belieber» als Juden auf der Welt. Schon man Kommentare von Ersteren gelesen, wenn ihr Idol auch nur in einem Nebensatz verunglimpft wird? Inhaltlich kaum von religiösen Fundamentalisten zu unterscheiden. Warum also diese Unterscheidung von Weltbildern? Etwa weil man bei Religiösen grösseres Gewaltpotenzial sieht? Ist diese Einstellung nicht xenophober als die kritisierten Bilder?

      Wie weit man mit Satire gehen kann ist natürlich streitbar. Die französischen Gerichte haben sich aber mehrfach hinter Charlie Hebdo gestellt. Das ist zu akzeptieren. Darüber hinaus ist es naiv zu glauben, dass der Grad der Geschmacklosigkeit eine riesige Rolle spielt. Wer sich beleidigt fühlen will, wird sich immer beleidigt fühlen. Dafür gibt es genug Beispiele. Viele wollen schlicht Kritik unterbinden, egal in welcher Form.
      2 1 Melden
    • Mr. Kr 10.01.2015 00:56
      Highlight @Smoe
      Was für ein vergleiche Juden und Belieber? Was kann man da bitte vergleichen? Sie reden den grössten Müll!
      1 1 Melden
    • smoe 10.01.2015 23:44
      Highlight @Mr Kr
      Anstatt immer auszuweichen, erklären sie doch einem armen, ignoranten Materialisten wie mir endlich mal, inwiefern sich religiöse Weltanschauungen und deren Gruppierungen so signifikant von anderen unterscheiden, dass eine Sonderbehandlung gerechtfertigt ist und vor allem, wo sie die für sie offenbar so klare Grenze von Religion zu Nicht-Religion ziehen.
      1 0 Melden
    • Mr. Kr 12.01.2015 09:00
      Highlight Teil 1
      Wieso weich ich den immer aus? Wenn Sie den Unterschied zwischen Belieber und Juden nicht sehen, dann tuen Sie mir leid. Aber da muss ich wohl nichts dazu sagen. Die Sache ist so, das sich heute alle Hinter Charlie stellen und übermorgen haben das dann alle wieder vergessen. War schon immer so!
      0 0 Melden
    • Mr. Kr 12.01.2015 09:00
      Highlight Teil 2
      Jetzt stellt sich die frage waren es 17 Menschen leben wirklich wert, um ein paar Geschmacklosen Bilder zu veröffentlichen? Hast du das Gefühl Charlie Hebdo hat aus Leidenschaft Karikaturen von Mohammed Veröffentlicht? NEIN es war nur wegen der Auflagen, und nichts anderes. Und nicht mal weil die Leute es witzig gefunden hätten haben Sie es gekauft, nein Sie hat es nur Interessiert wie weit man wieder mal über die Grenzen gegangen ist. Und die dazu haben diese Leute bis zu diesem Tag nichts von Charlie Hebdo gehört und jetzt stehen Sie voll dahinter.. Einfach nur heuchlerisch.
      2 1 Melden
    • smoe 12.01.2015 13:03
      Highlight Sie und Kurt Imhof haben den Standpunkt vertreten, dass man sich generell nicht über Religionen lustig machen sollte. Jetzt weichen sie wieder aus, und gehen auf die Werke von Charlie Hebdo im Speziellen zurück.

      Meine Antworten bezogen sich hauptsächlich auf ebendiesen Standpunkt. Zu den Franzosen habe ich mich bereits separat geäussert.

      Religion ist ein äusserst vager Begriff, der Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Gruppierungen zu umschreiben versucht. Deshalb frage ich nach einer präzisen Definition, Grenzen und Einzigartigkeiten - möglicherweise würde ich ihnen ja sogar zustimmen …

      Menschen und auch andere Tiere zeigen in diversen Studien religiöse, rituelle oder, wenn man will, irrationale Verhaltensweisen. Sie sind uns allen in unterschiedlichem Ausmasse gemein, scheinen nach aktuellen Erkenntnissen tief in den Genen verwurzelt und es gibt auch gute evolutionsbiologische Erklärungsversuche dafür.
      Das meist ausschliessende Gruppenverhalten und -denken von stark überzeugten Anhängern von Popstars, Religionen, Parteien, Fußballklubs, etc. unterscheidet sich deshalb kaum. Judentum als Vergleich habe ich schlicht gewählt, weil es die grösste Religion in Europa ist, die mit der Anzahl Beliebern korrelieren könnte. Hätten sie auch so empört reagiert, wenn ich stattdessen Sikhismus, Bahaitum oder Jainismus genommen hätte?
      http://de.wikipedia.org/wiki/Gruppendenken

      Religion ist nichts aussergewöhnliches.
      2 0 Melden
    • Mr. Kr 12.01.2015 14:33
      Highlight Zur Info ich bin überzeugter Atheist. Der unterschied liegt darin das Belieber oder andere Gruppierungen nicht glauben das dieser die Welt erschaffen hat. Wenn jemand der festen Überzeugung ist das eine Gottheit der Schöpfer des Lebens ist, und alles diesem Gott oder Propheten unterstellt ist, dann möchte man doch das andere den Respekt waren, auch wenn das nicht deren Überzeugung entspricht. Und Ja ich hätte auch so reagiert wenn Sie eine der oben genannten Religionen gewählt hätten. Den auch da gibt es Menschen deren Überzeugung genau das entspricht.
      1 0 Melden
    • smoe 12.01.2015 22:56
      Highlight Das sie und ich Atheisten sind, tut nichts zur Sache. Ein Argument wird nicht automatisch besser oder schlechter nur weil es von eine Gläubigen oder Ungläubigen kommt. Ich hoffe wenigstens da sind wir uns einig :)

      Was hindert Belieber daran in 100, 200 oder mehr Jahren ihr Idol zum Schöpfer der Erde zu erklären, ihr Leben nach dessen Biografie zu richten und an Messen seine überlieferten Tweets zu zitieren? Dann wäre es eine Religion gemäss ihrer Definition.

      Es gibt aber reichlich bestehende Religionen die ohne Götter und Schöpfungsmythos auskommen. Buddhismus und Jainismus zum Beispiel. Diese fallen wiederum nicht in ihre Definition.

      Religionen sind fliessend, unterscheiden sich enorm in ihrem Weltbild/ Lehre und sind schlussendlich aus meiner Sicht auf die selben sehr menschlichen, biologischen Veranlagungen zurückzuführen.

      Genau deshalb betrachte ich alle Menschen als grundsätzlich gleich und beurteile sie nicht nach ihrem Glauben, Nicht-Glauben oder subjektiven Weltbild, sondern nach ihren Worten und Taten. Dass heisst aber nicht, dass wenn sie oder ich Ideen oder Ideologien nach aussen tragen, diese nicht kritisiert oder verlacht werden dürften.

      Aus meiner Sicht müssen die Menschen – ob gläubig oder nicht – lernen, dass wenn ihre Idole, Ideen, Weltbilder oder andere Menschen die sich darauf berufen kritisiert oder verspottet werden, sie nicht pe se persönlich angegriffen werden. Sonst wird das nichts mit friedlichem, multikulturellen Zusammenleben, sondern wir tuen aufgrund political correctness und Gesetzen nur so als ob.
      2 0 Melden
    • Mr. Kr 13.01.2015 17:33
      Highlight Chapeau! Find ich Super Standpunkt. Jetzt weiß ich auch wie Sie das mit den Beliebern gemeint haben. Und so hart es auch ist aber ich muss Ihnen Recht geben. Ich bin eigentlich nicht grundsätzlich gegen Satire, egal welcher Form. Nur hat meiner Meinung nach Charlie Hebdo den Sinn der Satire verfehlt.
      1 1 Melden
  • SeKu 07.01.2015 16:56
    Highlight Dieser Artikel der den Fehler bei Charlie Hebdo sucht, ist eine Schande.
    Der Hass kommt ausschliesslich von den Religionen.
    Charlie Hebdo zu unterstellen, sie hätten "Öl ins Feuer gegossen" ist verfälschend, es war die Religion und religiöse Anführer welche Öl ins Feuer gossen. Und von "Angriffen" (sic!) von Seiten Charlie Hebdos zu schreiben, ist einfach schlicht eine Sauerei, wenn man sich die heutige Realität anschaut.
    65 13 Melden
    • Clueless 07.01.2015 18:30
      Highlight Nein, nicht die Religion ist Schuld. Schuldig sind die Extremisten, die Fanatiker, welche Religion als Vorwand missbrauchen.
      28 13 Melden
    • Daniel Huber 07.01.2015 18:53
      Highlight Mit Verlaub, dieser Artikel sucht keineswegs den Fehler bei «Charlie Hebdo». Es braucht viel, um in den Worten «satirische Angriffe auf den Propheten Mohammed» eine Schuldzuweisung zu sehen. Wer «Charlie Hebdo» auch nur ein bisschen kennt, der weiss, dass dieses kämpferische Magazin religiöse Extremisten stets lustvoll und mit harten Bandagen vorgeführt hat. Und genau so lustvoll und kompromisslos haben «Charb» und seine Mitstreiter eben Öl ins Feuer gegossen, wenn der Streit um die Grenzen der Meinungsfreiheit tobte.
      15 13 Melden
    • DerWeise 07.01.2015 19:54
      Highlight @Clueless
      Also es besteht sehr wohl einen Zusammenhang zwischen Doktrin und Handlung.
      Extreme Muslime (nennen wir Sie Islamisten) werden vielerorts gewalttätig, während z.B. "extreme" Anhänger des Jainismus den absoluten Ausdruck der Harmlosigkeit darstellen.
      Wenn wir soweit sind, dass alle Menschen ihre Religion relativieren bzw rationalisieren können, gebe ich Ihnen recht.
      15 2 Melden
    • SeKu 07.01.2015 22:02
      Highlight Danke für Ihre Antwort Herr Huber.
      Aus meiner Sicht braucht es viel, um in den Worten «satirische Angriffe auf den Propheten Mohammed» keine Schuldzuweisung zu sehen. Haben diese Worte doch das Wort "Angriff" inne, dies impliziert für mich, dass laut Artikel der echte Angriff heute ein Gegenangriff gewesen sein soll. Und daher ist es für mich eine Schuldzuweisung.
      @Clueless
      Die meisten Religionen sind zu grossen Teilen gewaltverherrlichend und rufen zu Gewalt auf. Die Fanatiker brauchen die Religion nicht als Vorwand, sie sind jeglich jene, welche diese Teile der Religion anwenden.
      7 3 Melden
    • sewi 08.01.2015 07:00
      Highlight @Clueless: der Islam wird nicht missbraucht
      2 8 Melden
    • Clueless 08.01.2015 09:57
      Highlight Mein Kommentar war wohl missverständlich, zumal der Beitrag, auf welchen er sich bezog, fehlt. Darin wurde sinngemäss ausschliesslich der Religion (und nicht den Menschen) die Schuld am bestialischen Massaker in Paris zugeschoben.
      Meiner Meinung nach ist niemand für seine Religion zu verurteilen. Sondern ausschliesslich für seine Taten. Und ich glaube nicht daran, dass es irgendeinen Gott gibt, der Morde in seinem Namen legitimiert. Sind es nicht Fehlinterpretationen von Gläubigen (auch Christen) welche Sein Wort für ihre verabscheuungswürdigen Taten missbrauchen?
      Für seine frei geäusserte Meinung darf ein Mensch nie, nie, niemals ermordet werden! Danke allen kritischen Satirikern, Comedians, Journalisten, allen Menschen, die mit mutigen Worten und Bildern uns zum Nachdenken, Lachen, Diskutieren, Weinen bringen. Ich bin froh, dass es Euch gibt, auch wenn ich nicht alles mag!
      6 0 Melden
    • DerWeise 08.01.2015 10:37
      Highlight Sewi, der Islam wird nicht Missbraucht, sondern nur anders ausgelegt, als sekuläre Menschen ihn auslegen würden....
      3 1 Melden
    • sewi 09.01.2015 16:58
      Highlight @ der Weise: bitte lesen Sie nach im Koran und erläutern mir dann was anders interpretiert werden kann
      1 2 Melden
    • DerWeise 09.01.2015 20:44
      Highlight @sewi
      ich kenne ihn gut, mein Vater musste ihn in der Schule auswändig lernen ;) Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Strömungen, die Passagen verschieden auslegen usw...
      2 1 Melden
    • sewi 10.01.2015 07:08
      Highlight @der Weise: das stimmt so nicht. Das zuletzt offenbarte gilt und Interpretationen sind Allah vorbehalten. Bsp: Siehe, die Ungläubigen sind bei Allah weniger als das Vieh. Wie wollen Sie das uminterpretieren? Diskutieren Sie mit Ihrem Vater über den Koran. Zu 90% weiss er nicht was wirklich drinsteht sondern kann nur rezitieren. Ausser Arabisch ist seine Muttersprache. Dann fragen Sie Ihn nach dem Ziel des Islams....
      1 1 Melden
    • sewi 10.01.2015 07:09
      Highlight @der Weise: Wahrlich, jene die sagen Christus der Sohn der Maria sei Gott, sind Ungläubige
      1 1 Melden

«Die AfD plant den Staatsstreich» – eine Aussteigerin packt aus

Franziska Schreiber war vier Jahre lang Mitglied der AfD. Zuerst als Vorsitzende der Jugendorganisation Junge Alternative, dann als Mitglied im Bundesvorstand. Kurz vor den Bundestagswahlen im Herbst 2017 trat die 27-Jährige aus der Partei aus. Jetzt hat sie ein Buch geschrieben, in dem sie vor ihrer ehemaligen Partei warnt.

Frau Schreiber, wenn Sie noch in der AfD wären, und wenn die AfD stärkste Partei wäre in Deutschland, könnte ich dann dieses Interview mit Ihnen noch führen?Franziska Schreiber: Nein, könnten Sie nicht, aus dem einfachen Grund, dass Sie dann als Journalist in Deutschland gar keine Lizenz mehr hätten. Sie sind, in der Sprache der AfD-Funktionäre, Schreiberling eines «linksrotgrün versifften Mediums», das man um jeden Preis eindämmen müsste. Die Medienlandschaft würde gesäubert, wer …

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