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Bild: WOLFGANG RATTAY/REUTERS

Nach Messerangriff: Henriette Reker gewinnt die Kölner Bürgermeisterwahl



Einen Tag nach einem Mordanschlag auf die Kölner Sozialdezernentin Henriette Reker ist die parteilose Politikerin zur neuen Oberbürgermeisterin von Köln gewählt worden. Die 58-Jährige setzte sich am Sonntag im ersten Wahlgang gegen sechs weitere Bewerber durch.

Reker ist die erste Frau auf dem Chefsessel im Kölner Rathaus. Insgesamt waren mehr als 800'000 Menschen in Köln aufgerufen, zur Wahl zu gehen. Die Wahlbeteiligung lag bei 39.7 Prozent.

epa04983142 Volunteers of the independent candidate Henriette Reker celebrate after the first results in the mayoral elections in Cologne, Germany, 18 October 2015. Reker took 52.7 percent of the ballot count according to the first results, one day after a politically motivated knife attack left her hospitalized. Police investigating the attack confirmed that the 44-year-old assailant was motivated by anger at Reker's pro-refugee stance.  EPA/Oliver Berg

Anhänger von Henriette Reker feiern ihren Wahlsieg.
Bild: EPA/DPA

Wie in anderen Kommunen sollte auch in Köln eigentlich schon Mitte September gewählt werden. Die Bezirksregierung hatte aber die Stimmzettel beanstandet, das Votum wurde verschoben.

Täter hatte fremdenfeindliche Motive

Am Samstag war Henriette Reker bei einer Wahlkampfveranstaltung von einem 44-Jährigen mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Ein Richter erliess inzwischen Haftbefehl wegen versuchten Mordes gegen den mutmasslichen Täter, der laut Polizei fremdenfeindliche Motive nannte.

Ein psychologisches Gutachten ergab, dass der mutmassliche Angreifer bei seinem Anschlag auf einem Wochenmarkt voll schuldfähig war. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Nach Äusserungen am Tatort hatte es daran zunächst Zweifel gegeben. Er habe ausgesagt, in den 1990er Jahren in der rechten Szene aktiv gewesen zu sein, Details habe er aber nicht genannt, teilten die Ermittler weiter mit.

Bei Neonazi-Gruppe dabei

Nach einem unbestätigten Bericht von «Spiegel Online» soll der Angreifer in den 1990er Jahren bei einer später verbotenen Neonazi-Gruppe, der Freiheitlichen Deutschen Arbeitspartei (FAP), mitgemacht haben. Zuletzt sei der Mann mit ausländerfeindlichen Kommentaren im Internet aufgefallen.

An election campaign poster showing independent candidate Henriette Reker is pictured in front of Cologne's famous Koelner Dom cathedral following the mayoral elections in Cologne, Germany, October 18, 2015. Reker was stabbed in the neck and severely wounded on Saturday in an attack that police said appeared to be motivated by her support for refugees. Reker is running as an independent but is supported by the Christian Democratic Union (CDU), the Free Democrats and the Greens. Latest election polls show Reker being elected as Cologne's first female mayor. REUTERS/Wolfgang Rattay

Zieht ins Bürgermeisteramt von Köln ein, befindet sich aber zurzeit im Spital: Henriette Reker.
Bild: WOLFGANG RATTAY/REUTERS

Reker ist in Köln auch für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig. Bei der Wahl wurde sie unterstützt von CDU, FDP und den Grünen.

Rekers Gesundheitszustand entwickelt sich positiv

Die behandelnden Ärzte teilten am Sonntagabend mit, dass sich Rekers Gesundheitszustand positiv entwickle. Die Politikerin müsse jedoch weiterhin in stationärer Behandlung im Spital bleiben, sagte ein Kliniksprecher. «Der Heilungsverlauf nimmt bei einer Verletzung dieser Art üblicherweise eine gewisse Zeit in Anspruch.» (egg/sda/dpa)

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