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#ausnahmslos: Der Aufschrei nach Köln

Gegen Sexismus, aber genauso sehr gegen Rassismus: Feministinnen der #Aufschrei-Initiative haben nach den Ereignissen von Köln eine neue Kampagne ausgerufen – die sich im Eiltempo verbreitet.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Ein Aufruf von Feministinnen gegen sexualisierte Gewalt nach den Silvester-Angriffen in Köln hat im Netz schnell viele Unterstützer gefunden. Unter dem Hashtag #ausnahmslos solidarisierten sich auf Twitter zahlreiche Menschen mit den Initiatorinnen – der Hashtag landete rasch ganz oben bei den deutschen Trends im Kurznachrichtendienst.

Den Aufruf «Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall. #ausnahmslos» verfassten mehrere Feministinnen, darunter die Autorin und Aktivistin Anne Wizorek. Sie hatte 2013 die #Aufschrei-Kampagne gegen Sexismus ins Leben gerufen.

Die Verfasserinnen und Unterzeichner wollen sich gegen Populisten wehren, die die Übergriffe auf Frauen an Silvester in Köln für ihre Zwecke benutzen. «Es ist für alle schädlich, wenn feministische Anliegen von Populist_innen instrumentalisiert werden, um gegen einzelne Bevölkerungsgruppen zu hetzen, wie das aktuell in der Debatte um die Silvesternacht getan wird», heisst es auf der Webseite der Initiatorinnen.

Weiter heisst es: «Sexualisierte Gewalt darf nicht nur dann thematisiert werden, wenn die Täter die vermeintlich »Anderen« sind: die muslimischen, arabischen, schwarzen oder nordafrikanischen Männer» – all jene, die Rechtspopulisten als «nicht deutsch» verstünden. Die Kampagne fordert unter anderem mehr Beratungsstellen für Frauen und bessere Sensibilisierung von Polizei, Justiz und Medien für das Thema sexuelle Gewalt.

In Köln hatten sich in der Silvesternacht kleinere Gruppen aus einer Menge von geschätzt tausend Männern gelöst und Frauen massiv sexuell belästigt und genötigt sowie Feiernde bestohlen. Zahlreiche Opfer und Zeugen sprachen von Tätern nordafrikanischer oder arabischer Herkunft. Die Tat hat zu einer heftigen Debatte über Integration und Flüchtlinge geführt.

Zu den 300 Erstunterzeichnern des Appells gehörten auch Manuela Schwesig (SPD), Grünen-Politikerin Claudia Roth oder Linken-Chefin Katja Kipping. Auch die Netzaktivistin Kübra Gümüsay, Autorin Laurie Penny und Musikerin Inga Humpe sind dabei.

fab/dpa

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    Alle Leser-Kommentare
  • lily.mcbean 12.01.2016 15:33
    Highlight Highlight du hast mir jetzt den anstoss gegeben wieder ernsthafter zu medieren, hab es vor 15 jahren gelernt (aus dem grund das ich grosse probleme beim einschlafen hatte als kind) aber irgendwie schleifen lassen...
    • lily.mcbean 12.01.2016 15:54
      Highlight Highlight der sollte eigendlich an rhabarber gehen
  • Nica Rother 12.01.2016 10:43
    Highlight Highlight Der Unterschied zwischen Köln HBf und Oktoberfest/Karnevall liegt darin, dass es in Köln die "Anderen" waren und das ist Rassismus pur. Rassismus ist scheisse, sexuelle Belästigung ist Scheisse.
    Ich finde die Diskussion über kulturelle Integration wichtig und nötig, sie wurde vernachlässigt. Genauso vernachlässigt wie die Diskussion über unsere "Kultur" des ach so lustigen Griffs unter den Rock. Ja, auch in Rudeln von Schweizern und ja, "ist halt so, geh doch nicht dahin" sind Aussagen, die man reihenweise zu hören kriegt. Nein, akzeptieren muss, nein darf man das nicht, von niemandem.
  • Hayek1902 11.01.2016 23:11
    Highlight Highlight der sturm im twitterglas ändert nichts. das problem liegt nicht da und kann nicht da gelöst werden. es liegt hauptsächlich an den grenzen, den flüchtlingländern, den herkunftsländern, unreformierbaren religionen und kulturen und bei der classe politique, die sich die finger nicht verbrennen will beim versuch, das brennende haus zu löschen.
    • Yolo 12.01.2016 07:08
      Highlight Highlight Genau, wir Schweizer sind ja so viel besser was das Thema Sexismus angeht.
    • Andi Amo 14.01.2016 00:27
      Highlight Highlight @Yolo;
      Ich finde; Ja, sind wir!
      Oder wie können seit Jahrzehnten Hundertausende junge und nicht selten betrunkene Männlein und Weiblein bei all den zahlreichen Openairs oder einem eidgenössischen Schwing- und Älplerfest verhältnismässig unglaublich friedlich und respektvoll miteinander sein? Ohne dass es Männer nötig hätten, in Gruppen über die Frauen herzufallen..?
    • Yolo 14.01.2016 06:25
      Highlight Highlight Ich lass dich einmal in deinem Glauben...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jol Bear 11.01.2016 22:05
    Highlight Highlight Die "Aufschrei-Initiative" mag richtig sein. Trotzdem ist es jetzt notwendig, sexuell motivierte Gewalt im aktuellen Kontext des Zusammentreffens von Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsformen, Religionen, Kulturen zu diskutieren. Klar, dass das von Interessengruppen instrumentalisiert wird. Klar ist ebenso, dass die Täter eine Minderheit darstellen. Aber ausweichen oder vom Oktoberfest reden usw., ist kontraproduktiv. Es geht um Ängste gegenüber Gewalt im Zusammenhang mit der jetzt stattfindenden Migration. Deren Missachtung ist die Saat für Radikalisierung der Verängstigten.
    • Jol Bear 11.01.2016 23:00
      Highlight Highlight Es geht um die aktuellen Ereignisse und (watson mag den Hinweis verzeihen) um das, was Amor Ben Hamida im Gespräch in "20 Minuten" anspricht: Das Verhalten von islamisch sozialisierten, eingewanderten Männern aus dem arabischen Raum, die mit den hier herrschenden Gepflogenheiten nicht umgehen können resp. diese nicht respektieren wollen. Wenn amtierende Politiker, Beamte, Meinungsmacher usw. hier nicht bereit sind, die Sache zu benennen, eigene Fehler und Fehleinschätzungen einzugestehen und zu handeln, gerät die Sache, bes. in Deutschland, unverhofft schnell aus den Fugen.
    • Stellklaus 12.01.2016 05:20
      Highlight Highlight Das Problem ist, dass "Alltagssexismus" ala missglückte Anmachsprüche Marke Brüderle in den selben Topf geworfen werden mit echter sexueller Gewalt und Vergewaltigungen. Glauben Sie ernsthaft irgendjemand nimmt solche hashtags noch ernst wenn sie von den selben Leuten kommen, die Ampelweibchen, Unisextoileten oder Pornokoffer für Grundschüler propagieren?

      Diese Art der sexuellen Übergriffe ist neu in Europa und anstatt das Problem bis zum geht nicht mehr zu relativieren, muss benannt werden woher dieses neue Phänomen kommt und wie man dagegen vorzugehen hat.
    • Yolo 12.01.2016 07:17
      Highlight Highlight Also jetzt wird der Alltagssexismus aber arg verniedlicht. Das Thema Sexismus wurde auch in unserer Firma angesprochen und von zwei Kolleginnen weiss ich, dass es nicht nur Anmachsprüche sind. Und dies waren keine Flüchtlinge oder Asylanten. Zur Zeit ist es sehr einfach, mit dem Finger auf Köln zu zeigen und den Ausländern die Schuld zu geben, nur um die Verfehlungen eigenen Landsleute abzulenken. Nur weil das meiste nicht veröffentlicht wird, heisst es noch lange nicht, dass es nicht existiert!
    Weitere Antworten anzeigen
  • koks 11.01.2016 21:56
    Highlight Highlight in schweden hat die polizei es geschafft, solche gruppenbelästigungen durch afghanen über ein halbes jahr lang zu vertuschen.
    http://m.welt.de/politik/ausland/article150872852/Schwedische-Polizei-geraet-in-Bedraengnis.html
  • Kronrod 11.01.2016 20:55
    Highlight Highlight Übersetzung von linksgrün nach deutsch: "Das war schlimm, aber noch schlimmer wäre, wenn ihr aufhören würdet, uns zu wählen."

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