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epa07050622 Turkish President Recep Tayyip Erdogan (R) and his wife Emine Erdogan (L) disembark from a plane as they arrive at the Berlin Tegel Airport for an official visit in Berlin, Germany, 27 September 2018. The Turkish President Recep Tayyip Erdogan comes to Germany for an official state visit in Berlin and Cologne from 27 to 29 September. He will be welcomed with military honours and a state banquet under high security measures.  EPA/CLEMENS BILAN

Erdogan und seine Frau am Flughafen Berlin Tegel, 27. September. Bild: EPA/EPA

Umstrittener Staatsbesuch: Erdogan ist in Deutschland gelandet



Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist zu seinem dreitägigen Staatsbesuch in Deutschland eingetroffen. Erdogan landete am Donnerstagmittag in Begleitung seiner Frau Emine auf dem Berliner Flughafen Tegel.

Türkischen Medienberichten zufolge wird er am Donnerstag zunächst mit Vertretern von türkischen Organisationen und Unternehmen zusammenkommen. Am Freitagmorgen wird er dann von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit militärischen Ehren im Schloss Bellevue empfangen.

Der Besuch Erdogans wird von Protesten wegen der Verstösse gegen die Menschenrechte in der Türkei begleitet. In Berlin und Köln sind während des Erdogan-Besuchs mehrere Demonstrationen geplant. Die Organisation Reporter ohne Grenzen protestierte schon am Donnerstagmorgen in Tegel gegen die Inhaftierung von Journalisten in der Türkei. Ein Grossaufgebot an Sicherheitskräften ist im Einsatz.

Am Freitagmittag ist ein erstes Treffen Erdogans mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geplant. Nach einem Staatsbankett am Freitagabend im Schloss Bellevue wird Erdogan sich am Samstagmorgen zum Frühstück erneut mit Merkel treffen. Anschliessend reist er weiter nach Köln, wo er im Stadtteil Ehrenfeld die neue Zentralmoschee des Moscheeverbands Ditib einweihen will. Der Verband steht wegen seiner Nähe zur türkischen Regierung in der Kritik.

Erdogan hatte vor seinem Besuch auf gemeinsame Interessen Deutschlands und der Türkei verwiesen und eine engere Zusammenarbeit der beiden Länder vorgeschlagen. Wünschenswert wäre dies zum Beispiel im Hinblick auf die «einseitige und verantwortungsferne Vorgehensweise» der US-Regierung in der Handelspolitik, schrieb Erdogan in einem Gastbeitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung».

Getrübtes Verhältnis

Zum wiederholten Male machte Erdogan deutlich, dass er von Deutschland ein härteres Vorgehen gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK und die Bewegung des im Exil lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen erwarte. Erdogan macht die Gülen-Bewegung für den gescheiterten Putschversuch gegen ihn vor zwei Jahren verantwortlich.

Die Stimmen türkischstämmiger Bürger

Das Verhältnis zu Deutschland hatte sich nach dem Putschversuch deutlich eingetrübt. Erdogan warf Deutschland vor, nicht genug Solidarität zu zeigen und nichts gegen Gülen-Anhänger zu unternehmen. Berlin reagierte zunehmend alarmiert, als Erdogan neben den Putschisten auch zehntausende andere Regierungskritiker festnehmen liess.

Steinmeier will nach Angaben aus seinem Umfeld bei seinen Gesprächen mit Erdogan insbesondere die anhaltende Inhaftierung von Deutschen, die schwierige Lage der Pressefreiheit und den Druck auf die Zivilgesellschaft ansprechen und auf eine Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit dringen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte Steinmeier und Merkel auf, mit Erdogan Klartext zu reden. In allen Gesprächen müsse «vorrangig die dramatische Menschenrechtssituation in der Türkei» thematisiert werden. (sda/dpa)

User zerstören iPhone-Geräte für Erdogan

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rabbi Jussuf 27.09.2018 21:41
    Highlight Highlight Kein Protest und Aufschreien und Gratiskonzert wegen den vielen Graue-Wolf-Grüsse an Erdogan, wie damals bei den paar Hitlergrüssen in Chemnitz?




    Aber nein! Diesmal kann man ja beim besten Willen nicht der AfD ans Bein pinkeln.
  • religionskills 27.09.2018 20:24
    Highlight Highlight Die Türkei soll mal die annektierten Gebiete in Norzypern räumen und diejenigen in Norsyrien auch.
  • Ciruzz 'O Milionar 27.09.2018 18:34
    Highlight Highlight "...insbesondere die anhaltende Inhaftierung von Deutschen, die schwierige Lage der Pressefreiheit und den Druck auf die Zivilgesellschaft ansprechen und auf eine Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit dringen."

    Was genau erhofft man sich dadurch? Als würde Erdowahn sich von Steinmeier umstimmen lassen.
  • äti 27.09.2018 18:10
    Highlight Highlight Warum bloss tut sich Deutschland das an. Oder sie nehmen ihn aufgrund massiver Menschenrechtsverletzungen gefangen?
    • Ueli der Knecht 27.09.2018 20:26
      Highlight Highlight Erdogan ist im Moment in einer äusserst schwachen Position. Folgerichtig will das Merkel ausnützen, um deutsche Interessen durchzudrücken. Und das sind ziemlich viele. Die Türkei ist für die deutsche Innen- und Aussenpolitik ziemlich wichtig.
  • flubi 27.09.2018 17:59
    Highlight Highlight Hoffentlich kommt der niemals in die Schweiz!
    Man müsste sich ja fremdschämen einen solchen Typen hier zu begrüssen!
    • manuel0263 27.09.2018 19:54
      Highlight Highlight Das ist vollkommen richtig, aber leider erinnert mich der Kommentar an Trumps Ankunft in der
      Schweiz beim WEF.
      Zum Fremdschämen!
  • Super 27.09.2018 17:41
    Highlight Highlight Die feige Haltung der deutschen Regierung Erdogan gegenüber verhilft der AFD zu noch mehr Wähleranteilen.
    Das wäre jetzt wirklich nicht notwendig, denn der Typ ist wirklich von allen Seiten zu verurteilen...
  • Majoras Maske 27.09.2018 16:56
    Highlight Highlight Ob Erdogan der Angela gleich mal die neuste App zeigt, mit der man auch in Deuschland "Türkeikritiker" melden kann?
  • #Technium# 27.09.2018 15:45
    Highlight Highlight Von Merkel wird wenig Kritik kommen. Schließlich hat sie sich ja all die Jahre von Erdogan regelrecht vorführen lassen und braucht ihn ja für die Flüchtlingsabkommen. Also wie immer, pragmatisch alles aussitzen.
  • Kreasty 27.09.2018 15:44
    Highlight Highlight Bisschen Off Topic, aber ich würde mich schämen einen Staatsbesucher, egal wer, am Tegel zu empfangen.
    War letztes Jahr das erste mal dort und man kommt sich vor wie in den 80ger Jahren. Aber wie man sieht gehen Berlin und Flughäfen nicht gerne Hand in Hand.

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