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Reaktionen auf Übergriffe: Flut von Waffenschein-Anträgen in Köln

Die Kölner Polizei verzeichnet nach der Silvesternacht aussergewöhnlich viele Anträge auf den Kleinen Waffenschein. Ein Hinweis auf der Facebook-Seite der Behörde löste heftige Reaktionen aus.

14.01.16, 09:26


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Nach den Übergriffen in der Silvesternacht verzeichnet die Kölner Polizei eine Antragsflut zum sogenannten Kleinen Waffenschein. Zurzeit würden ungewöhnlich viele Anträge für das Erlaubnispapier – es gilt etwa für Schreckschuss- oder Reizstoffwaffen – gestellt, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Anträge erreichten die Behörde nicht nur aus der Domstadt selbst, sondern auch aus dem Umland. Angesichts zahlreicher Anfragen informiert die Kölner Polizei inzwischen auch auf ihrer Facebook-Seite darüber, dass der Kleine Waffenschein bei den jeweiligen Polizeibehörden am Wohnort beantragt werden muss.

epa05096067 Police forces guard the area around the Cathedral in Cologne, Germany 10 January 2016. Police presence was beefed up in consequence to the New Year's Eve's attacks. The number of cases reported to Cologne police following a night of mass sex assaults and thefts continued to rise sharply, with the latest official figures rising to 516 complaints from a previous 379, around 40 per cent of the complaints involve allegations of sexual assault, according to the police statement.  EPA/MAJA HITIJ

Polizisten vor dem Kölner Dom – doch die Bürger fühlen sich offenbar nicht sicher.
Bild: EPA/DPA

epa05092440 Swiss performance artist Milo Moire (R) holds a placard in her hand which reads 'Respect us! We are not unprotected game even when we are naked!' as she stands naked on the square in front of cathedral in Cologne, Germany, 08 January 2016. Moire voiced her protest in light of the recent incidents of sexual harassment and mugging of women on New Year's Eve in Cologne. According to police reports, numerous women were sexually harassed and mugged during the New Years Eve celebrations on the square in front of Cologne's central station.  EPA/OLIVER BERG ATTENTION EDITORS: PICTURE CONTAINS NUDITY.

Unbewaffnet und nackt: die Schweizerin Milo Moire am 8. Januar in Köln.
Bild: EPA/DPA

Der Service-Hinweis löste eine Diskussion in den sozialen Netzwerken aus. Es sei kein Wunder, dass sich die Leute bei der aktuellen Lage einen Kleinen Waffenschein besorgten, hiess es in einem Kommentar. «Traurig, aber wahr: Wir fühlen uns in unserem eigenen Land ohne Waffe nicht mehr sicher.» Ein anderer äusserte seine Angst: «Besorgte Bürger, die sich Waffen besorgen, um es besorgt den Ausländern zu besorgen. Genau das macht mir Angst.»

Es gibt auch Kritik an dem als Service gedachten Hinweis der Polizei: «Vielleicht werben Sie besser noch auf grossflächigen Plakaten für die Bewaffnung ‹besorgter Bürger›!? Unfassbar!», hiess es in einem Kommentar.

Um die Sicherheit der Jecken an Karneval zu gewährleisten, hat die Polizeiführung eine Dienstfreisperre verhängt. Auch Urlaube würden an den Karnevalstagen nur noch in besonderen Fällen genehmigt. Auch der für Essen und Mülheim zuständige Polizeipräsident will seine Beamten möglichst vollzählig im Dienst sehen.

«Die neue Dimension der Gewalt, die in Köln deutlich wurde, macht es notwendig, dass sich die Polizei bestmöglich aufstellt und vorbereitet ist», teilte die Polizei im Ruhrgebiet am Mittwoch mit. Bei der Düsseldorfer Polizei gibt es noch keine Entscheidung darüber, ob es eine Sperre geben soll.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 14.01.2016 18:35
    Highlight Zitat aus dem Artikel :

    "Um die Sicherheit der Jecken an Karneval zu gewährleisten, hat die Polizeiführung eine Dienstfreisperre verhängt. Auch Urlaube würden an den Karnevalstagen nur noch in besonderen Fällen genehmigt. Auch der für Essen und Mülheim zuständige Polizeipräsident will seine Beamten möglichst vollzählig im Dienst sehen."

    Wie man jedoch sieht, gibt es auch deutsche Städte, welche die neuen Probleme notgedrungen noch radikaler lösen :

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article151024931/Rheinberg-sagt-Karnevalszug-wegen-Fluechtlingen-ab.html
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