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epa04787691 (L-R) EU Council President Donald Tusk, Japan's Prime Minister Shinzo Abe, Canada's Prime Minister Stephen Harper, US President Barack Obama, German Chancellor Angela Merkel, French President François hollande, Britain's Prime Minister David Cameron, Matteo Renzi, Prime Minister of Italy and Jean-Claude Juncker of President of the EU Commission stand for a group photo in Elmau, Germany, 07 June 2015. Heads of state and government of the seven leading industrialized nations (G7) are scheduled to meet in Elmau Castle, Bavaria, on June 7-8 as the climax of Germany's presidency of the G7.  EPA/MICHAEL KAPPELER

Eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland steht zur Zeit ausser Diskussion. Bild: EPA/DPA

G7-Gipfel: Westen demonstriert Geschlossenheit gegen Russland

US-Präsident Obama, der britische Premier Cameron und EU-Ratspräsident Tusk senden eine klare Botschaft vom G7-Gipfel: Der Westen will im Ukraine-Konflikt nicht nachgeben, der Druck auf Russland bleibt bestehen.



Ein Artikel von

Spiegel Online

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat in der Ukraine-Krise eine Aufweichung der Sanktionen gegen Russland ausgeschlossen. «Wenn jemand eine Diskussion über Änderungen am Sanktionsregime beginnen will, dann wäre das eine Diskussion über eine Verschärfung», sagte Tusk kurz vor Beginn des G7-Gipfels auf Schloss Elmau in Oberbayern.

Russland war nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim unter Präsident Wladimir Putin aus dem Kreis der G8-Staaten ausgeschlossen worden. Seit 2014 tagt die führenden Industrienationen wieder im Format der G7. Zuletzt hatten einige deutsche Politiker den Ausschluss Russlands kritisiert.

epa04787684 (L-R) French President Francois Hollande, British Prime Minister David Cameron, Italy's Prime Minister Matteo Renzi, Germany's Chancellor Angela Merkel, European Union Commission President Jean-Claude Juncker, President of the European Council Donald Tusk, Japanese Prime Minister Shinzo Abe, US President Barack Obama and Canada's Prime Minister Stephen Harper attend the first working session of a G7 summit at the Elmau Castle in Elmau, near Garmisch-Partenkirchen, southern Germany, 07 June 2015. Heads of state and government of the seven leading industrialized nations (G7) are scheduled to meet in Elmau Castle, Bavaria, on June 7-8 as the climax of Germany's presidency of the G7.  EPA/ALAIN JOCARD / POOL

Putin sucht man vergeblich. Bild: EPA/DPA / AFP POOL

Tusk sagte dazu, alle Teilnehmer würden es bevorzugen, wenn Russland mit am Tisch sässe. «Aber unsere Gruppe ist nicht nur eine politische und wirtschaftliche Interessengruppe, sondern an erster Stelle eine Gemeinschaft der Werte.» Daher könne Russland nicht eingeladen werden, «solange es sich aggressiv gegenüber der Ukraine und anderen Ländern verhält».

US-Präsident Barack Obama sprach im oberbayerischen Krün ebenfalls von einer «russischen Aggression in der Ukraine». Die Krise werde eines der vielen Themen des zweitägigen Gipfels sein. Die G7-Gruppe müsse sich gemeinsam der Aggression in der Ukraine entgegenstellen. «Wir müssen sicherstellen, dass Europa einig bleibt», sagte der britische Premierminister David Cameron zu dem Thema. Bei den Sanktionen müsse geschlossen vorgegangen werden.

Putin-Interview im «Corriere della Sera»

Putin hatte zuvor seine im Westen umstrittene Politik als Reaktion auf neue Gefahren für sein Land verteidigt und zugleich vor allem die USA scharf kritisiert. «Das, was wir tun, ist bloss eine Antwort auf die Bedrohungen, die an unsere Adresse gerichtet sind», sagte Putin in einem Interview der italienischen Zeitung «Corriere della Sera», das der Kreml am Samstag veröffentlichte.

Russian President Vladimir Putin attends an inteview with journalists of Italian newspaper Corriere della Sera in Moscow, Russia, May 28, 2015. Russia fully backs the Minsk peace agreements in Ukraine, but progress is being stalled by Kiev, Russian President Vladimir Putin said in an interview in Italian newspaper Corriere della Sera on Saturday. Picture taken May 28, 2015. REUTERS/Aleksey Nikolskyi/RIA Novosti/Kremlin 

ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS.

Putin kritisiert die aggressive Politik der USA. Bild: RIA NOVOSTI/REUTERS

Es gebe aber keinen Grund, vor Russland Angst zu haben, sagte Putin. «Ich denke, dass nur ein nicht gesunder Mensch sich vorstellen kann, dass Russland etwa die Nato angreift.» Der Kreml-Chef warf den USA vor, mit derartigen Befürchtungen zu spielen, Feindbilder aufzubauen, um damit einen Führungsanspruch in der Welt zu untermauern. Auch der Konflikt in der Ukraine sei die Folge «unprofessioneller Handlungen» der USA.

Einmal mehr warf Putin dem Westen eine gegen Russland gerichtete Politik vor. Die Nato etwa bewege sich immer näher an die Grenze der Atommacht. In Norwegen etwa seien Raketen stationiert, die Russland innerhalb von 17 Minuten erreichen könnten. Mit Blick auf die US-Raketenabwehrpläne in Europa sagte Putin, dass sein Land Fortschritte mache, diese Anlagen bei Gefahr auszuschalten.

Der EU kreidete Putin eine eigennützige Politik an, die die Interessen Russlands beim Aufbau einer Eurasischen Wirtschaftsunion ausser Acht lasse. «Wenn die Länder Europas sich zusammenschliessen, ist das normal, aber wenn wir auf postsowjetischem Gebiet das auch tun, wird versucht, dies als Streben Russlands nach einem Wiederaufbau irgendeines Imperiums zu erklären», sagte Putin.

wit/dpa/AFP

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pippo30 08.06.2015 15:01
    Highlight Highlight Kann man diese Politiker eigentlich noch ernst nehmen. Ist doch alles nur heisse Luft. Der Weltpolizist befiehlt die andern laufen hinterher. Die Europaeische Wirtschaft macht sich selber kaputt mit den sanktionen. Der Einyige dem es nuetzt sind die USA.
  • Joey Madulaina 08.06.2015 09:49
    Highlight Highlight Gemeinschaft der Werte, dass ich nicht lache. Baut Russland scheisse, wird es hart sanktioniert und verurteilt, bauen die USA scheisse passiert - nichts. Ah, doch, man will ein Freihandalsabkommen! Seems legit.

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