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epa05515329 Student Lara Wiencke climbs onto the platform through an open window at the train station in Bad Bentheim, Lower Saxony, Germany, 30 August 2016. After the end of construction works at the station, train platforms were left at a different height and the station doors to the platforms can no longer be opened. Passengers now have to climb through an open window or go around the building to reach their trains.  EPA/FRISO GENTSCH

Lara Wiencke, die regelmässig von Enschede in ihre Heimat Hamburg pendelt, steigt aus dem Fenster. «Ich finde es eher lustig. Mir macht das nichts aus», sagt die Studentin. Bild: EPA/DPA

Durch das Fenster statt durch die Türe: Dieser Umbau des Bahnhofs ging voll in die Hose

Barrierefrei kann man das wohl nicht nennen: In Bad Bentheim wurde der Bahnsteig erhöht, um Rollstuhlfahrern den Zugeinstieg zu erleichtern. Dafür sind nun die Bahnhofstüren nicht mehr zu nutzen.

30.08.16, 16:37


Ein Artikel von

Gut gemeint, schlecht geplant: Nach einem Umbau am Bahnhof Bad Bentheim können Passagiere nicht mehr auf gewohntem Weg von den Ticketautomaten zu ihrem Zug gelangen. Der Bahnsteig wurde erhöht, daher lassen sich die Türen des Gebäudes zu den Gleisen nicht mehr öffnen.

Reisende können über einen Stuhl durch ein geöffnetes Fenster klettern oder um das Gebäude herumgehen. Durch die Erhöhung des Bahnsteigs um circa 40 Zentimeter wurde erreicht, dass der Einstieg in die Züge für Rollstuhlfahrer leichter wird.

Bei Twitter kursieren schon Fotos vom Pannenbahnhof und amüsierte Kommentare:

Was aussieht wie ein Schildbürgerstreich, liess sich nach Auskunft des Bürgermeisters von Bad Bentheim, Volker Pannen, nicht verhindern. «Es muss erst schlechter werden, bevor es besser wird», sagt der SPD-Politiker. «Die grosse Mehrheit der Leute nimmt es mit Humor.»

Unterschiedliche Auftraggeber

Grund für das Planungsdesaster sind unterschiedliche Auftraggeber: Für die Arbeiten rund um die Gleise ist die Deutsche Bahn zuständig, Eigentümerin des historischen Bahnhofs ist zurzeit noch die Stadt. Sie will ihn an die Verkehrsgesellschaft Bentheimer Eisenbahn verkaufen, sobald Fördermittel der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LVNG) in Höhe von 1,1 Millionen Euro bewilligt worden sind. Dann könne der Umbau des Gebäudes starten, für den 3,3 Millionen Euro veranschlagt sind, berichtet Pannen.

epa05515328 Pensioner Walter Eberhard looks out from a window that now is at the same level as the platform at the train station in Bad Bentheim, Lower Saxony, Germany, 30 August 2016. After the end of construction works at the station, train platforms were left at a different height and the station doors to the platforms can no longer be opened. Passengers now have to climb through an open window or go around the building to reach their trains.  EPA/FRISO GENTSCH

Walter Eberhard (Bild) aus Nordhorn meint: «Meine Frau ist sportlicher als ich, die springt auch durchs Fenster.» Bild: EPA/DPA

Die Aufstockung des Bahnsteigs habe von der Bahn nicht später terminiert werden können, erläutert der Bürgermeister. 4,6 Millionen Euro investieren die DB, der Bund und die LNVG in den Umbau des Bahnhofs des Kurortes an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden. Der Boden des Gebäudes sowie der Vorplatz sollen erhöht werden. Die Arbeiten werden nach seiner Einschätzung bis Ende 2017 dauern.

«Mehr ein Notausstieg»

Die Arbeiten seien mit dem Eigentümer des Bahnhofsgebäudes abgestimmt gewesen, sagt die Sprecherin der Deutschen Bahn (DB), Sabine Brunkhorst. Sie findet die Situation gar nicht lustig. «Ich halte es wegen der Unfallgefahr für völlig absurd, Leute durchs Fenster zu lassen», meint sie. «Wir werden den Eigentümer und den Nachnutzer des Gebäudes eindringlich darauf hinweisen, dafür zu sorgen, dass die Reisenden ausschliesslich den sicheren und barrierefreien Weg um das Gebäude herum zum Bahnsteig nehmen.»

Schon seit April sind die Türen zu den Gleisen zugemauert. Erst berichtete die Lokalpresse, in der vergangenen Woche brachte das NDR-Satiremagazin «Extra 3» einen Fernsehbeitrag in der Rubrik «Realer Irrsinn.» Darin sind Senioren zu sehen, die ein Ticket ziehen, dann erst ihre Koffer durchs Fenster hieven und hinterherklettern.

Lara Wiencke, die regelmässig von Enschede in ihre Heimat Hamburg pendelt, macht es auch so. «Ich finde es eher lustig. Mir macht das nichts aus», sagt die Studentin. Walter Eberhard aus Nordhorn meint: «Meine Frau ist sportlicher als ich, die springt auch durchs Fenster.» Bürgermeister Pannen selbst ist Bahnfahrer, aber noch nicht durchs Fenster geklettert. «Das ist auch mehr ein Notausstieg», sagt er.

abl/dpa

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • iNDone 31.08.2016 10:14
    Highlight Hach die Deutschen, wahnsinnig gute Fachkräfte, leider mit Scheuklappen. *lachmichtot*
    1 0 Melden
  • Agakami 30.08.2016 21:14
    Highlight Was ich bewundere ist die Moral der Arbeiter die es gebaut haben, normaletweise meldet man soetwas dem vorgesetzten sobald es auffällt, aber diese Arbeiter haben Ihre eigene Lösung gefunden: Ab durchs Fenster.
    18 1 Melden
  • norsk 30.08.2016 19:46
    Highlight ich finde es noch passend, dass der Bürgermeister Pannen heisst...
    34 0 Melden
  • TheMan 30.08.2016 18:58
    Highlight Bericht von Extra3 👏👏👏
    17 1 Melden
  • TheMan 30.08.2016 18:56
    Highlight Extra3 lässt Grüssen. Die bringen so was immer mit viel Humor.
    10 0 Melden
  • Pingupongo 30.08.2016 18:42
    Highlight 😂 Pannen, passender Name!
    17 0 Melden
  • koks 30.08.2016 18:04
    Highlight Wenn man sowas nicht hinkriegt, wie will man dann einen Flughafen bauen können.
    50 1 Melden

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