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Antisemitischer Angriff in Berlin: Haftbefehl gegen Syrer



Nach dem antisemitischen Angriff auf einen jungen Israeli und seinen Begleiter in Berlin ist gegen den Täter Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung erlassen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend mit. Der 19-jährige syrische Flüchtling befindet sich in Untersuchungsgshaft. Er habe sich zur Sache nicht geäussert.

Der Beschuldigte hatte sich zuvor mit einer Rechtsanwältin der Polizei gestellt. Der Flüchtling aus Syrien ist seit 2015 in Deutschland.

Der 21-jährige Israeli und sein Freund waren am Dienstagabend im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg unterwegs, dabei trugen sie Kippas – die traditionellen jüdischen Kopfbedeckungen.

«Der Kampf gegen antisemitische Ausschreitungen muss gewonnen werden.»

Angela Merkel

Auf der Strasse wurden sie von drei arabisch sprechenden Männern antisemitisch beschimpft. Einer der Männer schlug mit einem Gürtel auf den 21-Jährigen ein und versuchte, ihn mit einer Flasche zu schlagen. Schliesslich flohen der Angreifer und seine Begleiter.

Politiker: «Beschämend»

Der Angriff hatte empörte Reaktionen von Politikern und Vertretern anderer Institutionen ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem «schrecklichen Vorfall» und betonte: «Der Kampf gegen antisemitische Ausschreitungen muss gewonnen werden.»

Aussenminister Heiko Maas verurteilte die jüngsten antisemitischen Vorfälle in Deutschland als «beschämend». «Das zeigt, wir müssen auch heute noch gegen jede Form von Antisemitismus sehr klar Stellung beziehen», sagte er in Berlin an einer Festveranstaltung zum 70. Gründungsjubiläum Israels. «Unsere Verantwortung, uns schützend vor jüdisches Leben zu stellen, die endet nie.»

Für Antisemitismus gebe es keine «Bagatellgrenzen», betonte Maas. «Solange jüdische Schulen und die Synagogen in Deutschland von der Polizei geschützt werden müssen, solange junge Männer auf offener Strasse verprügelt werden, nur weil sie eine Kippa tragen, und solange Preise für judenfeindliche Provokationen verliehen werden, ist das beschämend.»

Die Kriminalpolizei hatte den Angreifer bereits identifiziert, bevor er sich stellte. Zeugen hatten sich bei der Polizei gemeldet und Hinweise zu dem Mann gegeben. Auf dem Video, das der angegriffene Israeli gefilmt und ins Internet gestellt hatte, war das Gesicht des Täters gut zu erkennen. Wo der Beschuldigte lebt, teilte die Polizei bislang nicht mit. Auch zu möglichen Vorstrafen und seinen beiden Begleitern gab es keine Informationen.

Opfer nicht einmal Jude

Das 21-jährige Opfer ist nach eigener Aussage kein Jude. Der Mann sagte aber in der Fernsehsendung «Stern TV»: «Ich bin unter Juden aufgewachsen, meine ganzen Freunde in Israel sind Juden, ich habe auch Juden unter meinen Verwandten. Es hat etwas mit mir zu tun und es ist sehr wichtig für mich.»

Die Kippa habe er erst vor ein paar Tagen in Israel von einem Freund geschenkt bekommen, erzählte er an anderer Stelle. Trotz Warnungen habe er in Berlin die Erfahrung machen wollen, eine Kippa zu tragen.

Mike Samuel Delberg, Repräsentant der Jüdischen Gemeinde, sagte, an dem Angriff ändere sich nichts durch die Tatsache, dass das Opfer kein Jude sei. «Die Tat richtete sich gegen jüdische Symbole und gegen Juden.»

Importierter muslimischer Antisemitismus

Der Antisemitismusbeauftragte der deutschen Regierung, Felix Klein, forderte eine realistische Abbildung von muslimischem Antisemitismus in der Kriminalstatistik. Danach würden 90 Prozent dieser Taten von Rechtsradikalen begangen, sagte Klein der Tageszeitung «Die Welt».

«Von Juden in Deutschland höre ich aber etwas anderes. Vor allem der muslimische Antisemitismus ist stärker, als es in der Statistik zum Ausdruck kommt.»

Klein betonte: «Es stimmt: Judenhass hat auch ein hässliches islamistisches Gesicht und kann auch einen muslimischen Hintergrund haben. Antisemitismus ist in vielen islamischen Ländern verbreitet. Dieser wird oft nach Deutschland mitgebracht.» (sda/dpa)

Wie entstand der Konflikt im Nahen Osten?

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Video: www.explain-it.ch

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kraken 22.04.2018 16:47
    Highlight Highlight Das sind auch die Geister, die Politik gerufen hat.
  • Watson=Propagandahuren 20.04.2018 20:05
    Highlight Highlight Immer an die Migrations-Geschenke wie dieses denken wenn man uns wieder mal erzählen will dass Deutsche schlimme Nazis sind weil in ihrem Land solche Vorfälle zunehmen....
  • Señor V 20.04.2018 08:31
    Highlight Highlight Solche Vorfälle sind tatsächlich nicht tolerierbar - nicht in Berlin, nicht in Deutschland, nirgendwo. Es zeigt aber auch auf, dass Europa einiges an Arbeit vor sich hat. Deutschland hat die Grenzen aus humanitären Gründen geöffnet, gekommen sind Menschen. Menschen aus einem andere Kulturkreis, welche aber zum Teil auch andere Werte pflegen. Integration besteht nicht nur darin, Deutsch zu sprechen oder einen Job zu haben, sondern auch die europäischen Werte zu leben: Toleranz, Solidarität und Freiheit. Für alle. Auch für Minderheiten.
  • Ueli der Knecht 20.04.2018 00:46
    Highlight Highlight Korrekturen zum Erklärvideo:
    0:44: "Doch dort wohnten mittlerweile mehrheitlich Araber, die man Palästinenser nennt."

    Das hinterlässt den Eindruck, dass die Araber eingewandert wären. Tatsächlich waren sie aber immer schon da. Juden und Araber gehörten zum gleichen Volk, zu den Semiten (https://de.wikipedia.org/wiki/Semiten).

    Nach dem ersten Weltkrieg gab es den Vertrag von Sèvres (https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_S%C3%A8vres_%28Osmanisches_Reich%29), der einen "jüdischen Staat" in Palästina zusicherte. Dieses Versprechen haben die Israelis nach dem WW2 gewalttätig durchgesetzt.
    • Kubod 20.04.2018 08:22
      Highlight Highlight Ueli der Knecht
      Nicht ganz richtig.
      Die Vorfahren der meisten Araber, die heute im Gebiet Israel und Judää-Samaria leben, sind als Gastarbeiter eingewandert.
      Im 19.Jahhundert war dieser Teil des osmanischen Reiches menschenleer. Es gab einige alteingesessene Araber und Juden und einige mit ihren Herden umherziehende Fellachenstämme.
      Erst russische Juden, die im 19. Jahrhundert in die damals menschenleeren Gebiete eingewandert sind, haben diese urbar gemacht. Man brauachte dazu auch Gastarbeiter. Jassir Arafat zum Beispiel war Ägypter.
    • Saraina 20.04.2018 17:30
      Highlight Highlight Palästina war eine Kornkammer des osmanischen Reiches und auch in den Wüstengebieten von Beduinen bewohnt. Die erwähnten russischen Juden haben den Boden, den sie bewirtschafteten, von arabischen Grossgrundbesitzern gekauft. In den Städten gab es ein reiches kulturelles Leben. Die Saga von den menschenleeren Gebieten ist genau das: ein Gründungsmythos, und nicht Realität.
    • Watson=Propagandahuren 20.04.2018 20:07
      Highlight Highlight Kubold: Ashkenazische Juden sind definitiv keine Semiten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lamino 420 19.04.2018 23:22
    Highlight Highlight Gut so. Absolut nicht tolerierbar!

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