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Der Taqtverdächtige Ali B. wird nach Deutschland überführt. Bild: EPA/EPA

Tatverdächtiger im Mordfall Susanna gesteht Tat

10.06.18, 22:00 11.06.18, 06:56


Der im Nordirak gefasste Verdächtige im Mordfall Susanna, Ali B., hat die Tötung der 14-Jährigen laut Staatsanwaltschaft gestanden. Eine Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Wiesbaden ordnete am Sonntag Untersuchungshaft an.

«Er hat sich dahingehend geständig eingelassen, dass er Susanna F. umgebracht habe, eine Vergewaltigung wurde durch ihn allerdings bestritten», teilte Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn am Sonntagabend mit. «Als Motiv für die Tat gab er an, dass er aufgrund von Verletzungen im Gesicht von Susanna, die in Folge eines Sturzes entstanden sein sollen, befürchtet habe, dass diese die Polizei informieren werde.»

Diese Angaben habe der 20 Jahre alte Iraker noch in der Nacht zum Sonntag in einer polizeilichen Vernehmung gemacht und in einer Anhörung der Ermittlungsrichterin am Sonntag bestätigt. Die Aussage am Sonntag dauerte demnach «nahezu sechs Stunden». Die Amtsrichterin ordnete Untersuchungshaft an. Ali B. wurde daraufhin mit einem Hubschrauber in die Justizvollzugsanstalt Frankfurt I gebracht.

Der Auslieferung des Mordverdächtigen ging eine enge Zusammenarbeit mit den kurdischen Behörden voraus. B. hatte sich mit seiner Familie in den Nordirak abgesetzt, von wo er 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen war. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte, er sei «froh, dass der von der deutschen Justiz gesuchte, mutmassliche Täter» zurück in Deutschland sei. So könne das Ermittlungsverfahren schnell vorangetrieben werden.

Vergewaltigt und getötet

B. war in der Nacht zum Freitag im Nordirak von kurdischen Sicherheitsbehörden festgenommen worden. Er wird verdächtigt, die 14-Jährige aus Mainz vergewaltigt und getötet zu haben. Das Mädchen war vor mehr als zwei Wochen als vermisst gemeldet worden und am Mittwoch in Wiesbaden tot aufgefunden worden.

Die Bundespolizei teilte mit, B. sei unmittelbar nach der Ankunft in Deutschland von der Bundespolizei festgenommen und an Kräfte des Sondereinsatzkommandos (SEK) Hessen übergeben worden. Der Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, sagte der «Bild»-Zeitung, B. habe vorgehabt, sich in ein Nachbarland des Irak abzusetzen.

Seehofer erklärte, für die Familie des Mädchens sei die Rückkehr des Täters «nur ein schwacher Trost». «Für den Staat und unsere Gesellschaft ist es aber wichtig, dass Straftaten aufgeklärt und Tatverdächtige der Justiz zugeführt werden».

Merkel für schnellere Abschiebungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich wegen dem Fall Susanna für schnellere Abschiebungen abgelehnter Flüchtlinge aus. «Der Fall zeigt doch, wie wichtig es ist, dass die Menschen, die keinen Aufenthaltsstatus haben, schnell ihr Verwaltungsgerichtsverfahren bekommen und schnell wieder nach Hause geschickt werden können, sagte sie am Sonntag in der ARD-Sendung »Anne Will«. Ali B. hatte gegen die Ablehnung seines Asylbescheids Rechtsmittel eingelegt und damit seine Abschiebung über Monate verhindert.

Grünen-Chef Robert Habeck forderte vor dem Hintergrund des Falls in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« eine zweite Instanz in Asylverfahren, um diese deutlich zu beschleunigen. Eine solche Instanz könne Grundsatzentscheidungen treffen, dann würde zwischen Asylbescheid und Urteil nicht solch eine lange Zeit vergehen. Der Fall des Tatverdächtigen B. habe eineinhalb Jahre vor Gericht gehangen, »deshalb war er noch im Land«. Entsprechende Gesetzentwürfe für eine zweite Instanz habe seine Fraktion vorgelegt.

FDP-Chef Christian Lindner forderte Aufklärung darüber, weshalb sich die Familie von B. in den Irak absetzen konnte. «Wir müssen wissen, wer sich als Asylbewerber in unserem Land aufhält und wer es gegebenenfalls auch verlässt», sagte er der Funke-Mediengruppe.

B. war am 2. Juni mit seiner Familie von Düsseldorf aus über die Türkei in den Nordirak geflohen. Den Ermittlern zufolge kam er im Herbst 2015 nach Deutschland, sein Asylgesuch war im Dezember 2016 abgelehnt worden. Seither lebte er in einer Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden. (sda/afp/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bombenjunge 10.06.2018 23:54
    Highlight "Wir schaffen dass"

    Ja das sieht man. Und jetzt noch was von schnellerem Abschieben hinterherheucheln. Bei Merkel kommt mir mittlerweile nur noch das kalte Kotzen.
    31 17 Melden
  • Walser 10.06.2018 22:22
    Highlight Hört, hört. Plötzlich wollen alle schnellere Abschiebungen. Nüchtern betrachtet. Es ist schlecht für die Gesellschaft das der Täter zurückgeführt würde. Denn in DE wird er mit Samthandschuhen angefasst werden. Fast so wie in der Schweiz üblich. Man will ja auf keinen Fall rassistisch oder gar islamophob sein. „Traumatisierter Jugendlicher, in schwierigsten Umständen lebend unter Alkoholeinfluss....
    38 39 Melden
    • Enzasa 11.06.2018 08:33
      Highlight In D und auch in der Schweiz, handeln die Gerichte rechtsstaatlich und unabhängig.
      Darauf sollten wir stolz sein, denn in den meisten der Staaten der Welt ist es nicht so.
      2 8 Melden
    • Walser 11.06.2018 21:45
      Highlight In D und noch viel, viel mehr hier in der CH herrscht Täterschutz statt Opferschutz. Die Gerichte scheinen sich darin übertreffen zu wollen Täter möglichst rasch wieder auf die Bevölkerung losszulassen. Am Ende wird das dazu führen, dass wieder zur Selbstjustiz gegriffen wird oder sich die Leute nach Führern sehnen „die endlich wieder für Ordnung sorgen“
      5 1 Melden
    • Fabio74 13.06.2018 17:14
      Highlight Hör auf zu lügen und behalt deine Lynchjustiz und Deinen Führerkult für dich!
      Wir leben in einem Rechtsstaat. Wo ein Parlament Gesetze macht und die Justiz diese anwendet.
      Mir graut vor Leuten, denen elemantarstes Wissen fehlt
      0 2 Melden
  • Roland Bach 10.06.2018 22:06
    Highlight Er hat Schutz gesucht, vergewaltigt und getötet und ist wieder zurück in den Irak? Wovor ist er den geflüchtet?
    Solange wir in Europa nicht begreifen das man diese Menschen nicht unkontrolliert ins Land lassen kann wird sich diese Abscheulichkeit nur wiederholen.
    85 23 Melden
    • Petrum 11.06.2018 04:30
      Highlight https://m.focus.de/regional/koeln/koeln-darum-verschont-koelner-richterin-den-jungen-schlaeger_id_9059737.html

      Kannst in DE auch nen Familienvater totschlagen und dann als freier Mann davonkommen. Sind alle froh hier um die kulturelle Bereicherung.
      21 5 Melden
    • Adumdum 11.06.2018 08:26
      Highlight Krass! Ich bin auch für Resozialisierung etc, aber gerade den Artikel gelesen - man muss sich mal die Signalwirkung für den Rest der Bevölkerung überlegen: Neben Steilvorlage für die Rechte ein tolles Signal für jugendliche Gewaltstraftäter dass es echte Konsequenzen auch beim Tot des Opfers nicht zu befürchten gibt.

      Das gilt übrigens ganz genauso für rechte Gewalt.

      So ein Urteil wird es hier nicht geben - zuviel Medienaufmerksamkeit. Aber manchmal verzweifle ich am deutschen System: gibts da nur noch Hardliner Nationalisten oder Gutmenschen?

      Oder ist die ‚Mitte‘ nur nicht so laut...?
      1 0 Melden
    • Schweizer Bünzli 11.06.2018 09:02
      Highlight Dieser Flüchtling war aber kontrolliert/registriert in Deutschland, es war ja ein Gerichtsverfahren hängig. Das Land hat er unkontrolliert verlassen. Frage: Wie soll praktisch verhindert werden, dass jemand ein Land unkontrolliert verlässt?
      2 5 Melden
    • Edwin Schaltegger 11.06.2018 11:39
      Highlight Es ist ja schon erstaunlich, dass Ali B. Und sein Familienclan ungehindert unter falschem Namen nach der Türkei und in den Irak ausreisen kann.
      Der ganze Kontrollmechanismus der deutschen Behörden hat vollständig versagt. Gibt es auf deutschen Flughäfen keine Pass- und Gesichtskontrolle? Hatte Ali einen gefälschten Pass? Hier ist etwas oberfaul im Staat Deutschland.
      6 0 Melden
    • Saraina 11.06.2018 20:01
      Highlight Offensichtlich ist der Täter gemäss Polizeisprecher mit seinem echten Papieren ausgereist, die ihn sowohl zur Ausreise wie auch zur Einreise in sein Heimatland berechtigten. Aber der Name auf dem Boardingpass war falsch. Das Problem scheint also die Fluggesellschaft gewesen zu sein. Und zum Reisezeitpunkt wurde noch nicht nach ihm gefahndet.
      0 0 Melden

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