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Mit KZ-Tattoo im Schwimmbad – muss ein Deutscher dafür ein Jahr ins Gefängnis?

Wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung muss ein Mann in Brandenburg vor Gericht: Sein Tattoo war in einem Schwimmbad aufgefallen, es zeigt unter anderem die Umrisse eines KZs. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.



Ein Artikel von

Spiegel Online
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Das fragwürdige Tattoo.
bild via potsdamer neueste nachrichten

Noch vor Weihnachten muss sich ein Mann im brandenburgischen Oranienburg vor Gericht verantworten, nachdem sein Nazi-Tattoo vor wenigen Wochen in einem Schwimmbad aufgefallen war. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Neuruppin sagte.

Das Amtsgericht Oranienburg habe einem Antrag der Staatsanwaltschaft auf ein beschleunigtes Verfahren stattgegeben und einen Verhandlungstermin am 22. Dezember angesetzt, sagte eine Gerichtssprecherin. Die Zeitung Potsdamer Neueste Nachrichten hatte zuerst über den bevorstehenden Prozess berichtet.

Der Mann war Ende November des Spassbades in Oranienburg verwiesen worden, nachdem einem anderen Gast das Tattoo aufgefallen war: Auf dem Steissbein des Angeklagten ist der Schriftzug «Jedem das Seine» samt Umrissen eines Konzentrationslagers zu sehen. Der Satz stand am Haupttor des früheren Konzentrationslagers Buchenwald.

Die Polizei nahm daraufhin Ermittlungen auf. Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Angeklagten um einen 27-Jährigen, der für die rechtsextreme NPD im Kreistag Barnim sitzt und Gemeindevertreter in Panketal ist.

aar/dpa

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    Alle Leser-Kommentare
  • Señor Ding Dong 17.12.2015 10:13
    Highlight Highlight Das Tattoo ist idiotisch, aber wenn man es sich mal objektiv anschaut, ist es frei von eindeutigen Symbolen, Motiven oder Parolen. Ich glaube, da kann er sich rausschwatzen...
    • Yolo 17.12.2015 10:46
      Highlight Highlight "jedem das seine" ist wie auch "Arbeit macht Frei" eine "Parolen" aus der Nazi-Zeit.

      Ich finde es erschreckend wie einige Subjekte in unserer heutigen Gesellschaft die Nazi-Verbrechen versuchen zu verharmlosen und salonfähig zu machen.
    • Señor Ding Dong 17.12.2015 11:03
      Highlight Highlight @yolo;xlt

      Verharmlosen? Salonfähig machen? Wow, Ihr seid aber auch schnell mit aburteilen. Ich bin soweit von der Nazi-Ideologie entfernt wie nur irgendwie möglich. Ich schaue mir nur das Tattoo an, und ganz ehrlich, das Motiv ist so sch***e gezeichnet, das könnte auch der Petersdom sein. Der Schriftzug für sich gesehen ist eine Redensart aus dem Lateinischen.

      Habe ich gesagt der Kerl hat's nicht verdient? Habe ich gesagt, dass ich es unproblematisch finde? Nein, ich habe nur gesagt, dass ich glaube, dass er sich rausschwatzen kann.
    • Yolo 17.12.2015 11:15
      Highlight Highlight Petersdom? Mit Stacheldraht? Wie naiv bist du?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lumpirr01 17.12.2015 10:03
    Highlight Highlight Geistig und mit dieser Tätowierung nun körperlich ein armer Kerl........
  • Joe_Dirt 17.12.2015 09:23
    Highlight Highlight Wenn sich jemand Hammer und Sichel, Ché oder einen roten Stern stechen lässt muckt keiner auf. Sobald man ein Symbol mit Nazis in Verbindung bringt, schreien alle wie ein Wald voll Affen. Ich heisse weder das eine noch das andere gut, nicht falsch verstehen. Aber ich komme mit der Doppelmoral nicht klar.
    • Kaspar Floigen 17.12.2015 09:39
      Highlight Highlight Che oder Hammer und Sichel lassen aber auch Platz zur Interpretation, was und welche Aspekte dieser Person/Ideologie unterstützt werden. Aber das Bild eines KZ auf dem Rücken spricht schon eine sehr viel klarere Sprache.
    • goschi 17.12.2015 09:40
      Highlight Highlight Im Grunde gebe ich Ihnen recht, es wird unsachlich und mit Doppelmoral gewertet, ABER:
      Zwischen den Verbrechen der sozialistischen Revolutionen unter Che Guevarra oder dem Kommunismus allgemein und der industriellen Massenvernichtung, die KZs darstellen besteht durchaus ein Unterschied.

      Zudem ist die Deutsche Gesetzeslage hierzu absolut eindeutig und aufgrund der eigenen Vergangenheit auch verständlicherweise einseitig schärfer.
    • Dä Brändon 17.12.2015 10:25
      Highlight Highlight doch ich verstehe doch richtig und das ist pervers. Che wollte das System töten, die Nationalsozialisten Menschen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bonifatius 17.12.2015 09:12
    Highlight Highlight Dann gibt ihm jetzt "das seine.."
  • Mr. Holmes 17.12.2015 09:00
    Highlight Highlight Noch vor wenigen Wochen war der im Schwimmbad? Muss ja ein tropischer Ort sein dieses Oranienburg :-D

    Ach es gibt ja auch Hallenbäder, shame on me :-D
  • azoui 17.12.2015 08:13
    Highlight Highlight Ich würde den Tätowierer strafrechtlich verfolgen. Der Tätowierte ist mit diesem Tattoo sein Lebenlang bestraft.
    • Human 17.12.2015 08:24
      Highlight Highlight Ich glaub nicht das der zu diesem Tattoo gezwungen wurde....meinst der ist damit bestraft? Wohl kaum, der wollt es ja so...eher um andere zu strafen! Aber ich stimm zu das der Tättowierer auch bestraft gehört....
    • azoui 17.12.2015 08:59
      Highlight Highlight irgend wann wird er sich für das Tattoo schämen, das meine ich mit, er ist bestraft genug.
    • Ms. Song 17.12.2015 10:12
      Highlight Highlight Ein normaler Tätowierer sticht so etwas nicht. Die Rechtsradikalen haben ihre eigenen Tätowierer, die ebenfalls in der Szene sind. Daher auch meistens die miserable Qualität.
    Weitere Antworten anzeigen
  • zombie woof 17.12.2015 08:02
    Highlight Highlight Der Mann muss nicht ins Gefängnis wenn er sich " Ich bin ein armseliger Idiot" auf die Stirn tätowieren lässt...

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