International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Trump erlaubt Pläne für 3D-Drucker-Waffen im Netz – Staatsanwälte verklagen nun Regierung

Die US-Organisation «Defense Distributed» will Pläne zur Herstellung von Schusswaffen im Internet zum Download anbieten. Ermöglicht hat das ein aussergerichtlicher Vergleich mit der Trump-Regierung – die deswegen nun eine Klage am Hals hat.



Bild

Die Organisation «Defense Distributed» hat angekündigt, die Anleitungen für Waffen aus dem 3D-Drucker von diesem Mittwoch an zum Herunterladen anzubieten. bild: wikipedia/kamenev

In den USA wächst der Widerstand gegen die bevorstehende Veröffentlichung von Plänen im Internet für die Herstellung von Schusswaffen mittels 3D-Druckern. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Washington, Bob Ferguson, teilte am Montag (Ortszeit) mit, er verklage die Regierung von US-Präsident Donald Trump vor einem Bundesgericht in Seattle. Sieben Bundesstaaten und der Hauptstadtdistrikt Washington hätten sich angeschlossen.

Die Klage richtet sich gegen einen aussergerichtlichen Vergleich, den die US-Regierung mit einer Organisation namens Defense Distributed geschlossen hat. Defense Distributed wird mit der umstrittenen Einigung erlaubt, Pläne zur Herstellung von Waffen auf 3D-Druckern zu veröffentlichen. Die Organisation aus Texas hat angekündigt, die Anleitungen von diesem Mittwoch an zum Herunterladen anzubieten.

Staatsanwalt: Einladung an Terroristen

Ferguson kritisierte, dadurch erhielten «Kriminelle und Terroristen Zugang zu herunterladbaren, nicht verfolgbaren und nicht aufspürbaren 3D-gedruckten Waffen». Die Generalstaatsanwälte von 20 US-Bundesstaaten und des Hauptstadtdistrikts Washington schickten am Montag (Ortszeit) wegen des Vergleichs einen Brandbrief an Justizminister Jeff Sessions und Aussenminister Mike Pompeo.

Der Gründer von Defense Distributed, Cody Wilson, hatte bereits 2013 Pläne für die Herstellung einer Schusswaffe auf 3D-Druckern veröffentlicht. Die US-Regierung untersagte ihm das, Cody klagte erfolglos dagegen. Im Juni schloss die US-Regierung dann überraschend den aussergerichtlichen Vergleich mit Cody.

Die Generalstaatsanwälte aus den 21 Bundesstaaten schrieben nun, dass sie die vom Aussen- und vom Justizministerium bis zu dieser Kehrtwende vertretene Argumentation teilten: «Dass die Veröffentlichung dieser Computerdateien zu Schusswaffen die nationale Sicherheit bedrohen und unsere Bürger gefährden würde.»

Vielfältige Möglichkeiten

Weiter hiess es in dem Schreiben, die Bedingungen des Vergleichs seien «zutiefst gefährlich und könnten eine beispiellose Auswirkung auf die öffentliche Sicherheit haben». Die Veröffentlichung der Pläne würde zur Bewaffnung von Terroristen und Kriminellen beitragen. Sie würde ausserdem auch jenen Menschen den Besitz von Schusswaffen ermöglichen, denen das von den Behörden untersagt worden sei. Damit würde das Leben von Zivilisten, Polizisten und Angehörigen der Streitkräfte in den USA und im Ausland gefährdet.

Dass sich Behörden die Möglichkeiten von 3D-Druckern indes auch zunutze machen kann, zeigt unter anderem das Beispiel der Schweizergarde im Vatikan. Die Leibwächter des Papstes bekommen neuartige Helme aus dem 3D-Drucker. Dieser fertigt anhand des dreidimensionalen Modelles einer frühbarocken Ausführung aus dem 16. Jahrhundert eine neu Helmschale in einem Stück aus schlagzähem und witterungsbeständigem Kunststoff. Statt 100 Stunden dauert die Herstellung eines Helms nur noch deren 14.

(sda/dpa)

ETH gelingt Weltpremiere: Herz aus dem 3D-Drucker

abspielen

Video: srf

Handprothesen für Kinder aus dem 3D-Drucker

Das könnte dich auch interessieren:

8 Gerichte, die durch die Beigabe von Speck unwiderlegbar verbessert werden

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Das Huber-Quiz: Dani ist zurück aus den Ferien. Ist er? IST ER?

Link zum Artikel

13 Cartoons, die unsere Gesellschaft auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Strache-Rücktritt: Europas Nationalisten haben einen wichtigen General verloren

Link zum Artikel

Perlen aus dem Archiv: So (bizarr) wurde 1991 über den Frauenstreik berichtet

Link zum Artikel

Nach Maurers Englisch-Desaster: Jetzt nimmt ihn Martullo in die Mangel (You Dreamer!😂)

Link zum Artikel

Steakhouse serviert versehentlich 6000-Franken-Wein – die Reaktionen sind köstlich

Link zum Artikel

Super-GAU für Huawei? Das müssen Handy- und PC-User jetzt wissen

Link zum Artikel

Instagram vs. Realität – 14 Vorher-nachher-Bilder mit lächerlich grossem Unterschied

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
sentifi.com

Watson_ch Sentifi

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Anded 31.07.2018 20:02
    Highlight Highlight Das ist in etwa so, als würde man in einem Land mit riesigen Alkoholproblemen und laschen Gesetzen die unkontrollierte Abgabe von alkoholfreiem (0,5%) Bier erlauben. Macht nicht wirklich einen Unterschied, das harte Zeug, an das sowieso praktisch jeder kommt ist problematisch.
    Ja, es ist ein Schusswaffe, aber als single-shot ziemlich ungeeignet für Anschläge und Amokläufe, wenn man ohne Probleme an eine Halbautomatik mit vernünftigem Magazin kommt.
  • walsi 31.07.2018 19:25
    Highlight Highlight Kann mir mal jemand die Logik erklären, weshalb 3D drucken verboten ist, wenn man die Pläne für die konventionelle Waffen auch im Internet findet und jeder mit einer Fräse und Drehbank die nachbauen kann?
    • kafifertig 01.08.2018 19:12
      Highlight Highlight Weils 'was neues ist. Neu = schlecht. So die volkstümliche Meinung.
  • kafifertig 31.07.2018 17:34
    Highlight Highlight Wer Wissen verbieten will, hat weder Freiheit noch Aufklärung verstanden.

    Warum wohl war es stets Sklaven verboten, Waffen zu besitzen?

    Wer an die Demokratie und mündige Bürger glaubt, der muss nicht nur den freien Besitz von Waffen gestatten, er muss ihn geradezu fordern. Denn frei, frei im Geiste, ist nur wer im Stande ist, sich ultimativ gegen die Thyrannei zu wehren.

Warum Steve Bannon ein italienisches Kloster gepachtet hat

Trumps ehemaliger Chefstratege will in der Nähe von Rom eine Kaderschule für Nationalisten gründen. Er sieht sich als Heilsbringer der europäischen Rechtsradikalen und als Retter des jüdisch-christlichen Abendlandes.

Die neue Rechte will bei den kommenden Wahlen für das europäische Parlament den Durchbruch schaffen. Eifrig werden Allianzen zu diesem Zweck gegründet: Lega-Chef Matteo Salvini trifft sich mit Ungarns Premier Viktor Orban. Heinz-Christian Strache, der Chef der österreichischen Rechtsaussenpartei FPÖ, pilgert ebenfalls nach Budapest.

Auch ein Amerikaner glaubt, dass seine Stunde gekommen sei: Steve Bannon. Der ehemalige Wahlkampfmanager und kurzzeitige Chefstratege Trumps sieht sich in der Rolle …

Artikel lesen
Link zum Artikel