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Während du dich über ihn aufregst, macht Trump Pläne für seine Wiederwahl

Donald Trump hat die Welt wissen lassen, dass er fit genug ist, um noch lange zu regieren. Die Zeichen mehren sich, dass er an die Wahl 2020 denkt. Aber auch einer seiner parteiinternen Gegner bringt sich in Stellung.

Roland Nelles, Washington



epa06444458 US President Donald J. Trump waves after addressing a panel called 'Conversations with the Women of America' in the Eisenhower Executive Office Building in Washington, DC, USA 16 January 2018. According to the White House, the event featured 'American women from various backgrounds and experiences speaking with high-level women within the Trump Administration, about what has been accomplished to date to advance women at home, and in the workplace.'  EPA/JIM LO SCALZO

Ist guten Mutes: Donald Trump. Bild: EPA/EPA

Ein Artikel von

Spiegel Online

Es soll ein ganz besonderer Tag werden, voller Glanz und Prunk. Am Samstag will US-Präsident Donald Trump in seiner Strandresidenz Mar-a-Lago in Florida mit Freunden, Grossspendern und Unterstützern feiern. Es ist das einjährige Jubiläum seiner Amtseinführung.

Auch einige «ganz normale» Amerikaner sollen bei dem glamourösen Fest dabei sein dürfen, als Gewinner eines Gewinnspiels. Wer zum Beispiel 200 Dollar an das «Trump Make America Great Again Committee» spendet, nimmt automatisch an der Verlosung von zwei Dinner-Karten samt Flug und Übernachtung teil. Im Kleingedruckten wird erklärt, wofür die Einnahmen verwendet werden sollen - ein Grossteil des Geldes geht demnach ohne grosse Umwege auf das Konto eines Vereins, der Trumps Präsidentschaftswahlkampf 2020 mitorganisiert.

Der Mann sorgt vor: Zwar hat sich Donald Trump bislang nicht offiziell dazu geäussert, ob er 2020 erneut antreten will. Doch die Spendenaktion ist ein Anzeichen dafür, dass es der Präsident noch einmal wissen will.

Ein Arztattest - und das Ende von Gerüchten

Während seine Beliebtheitswerte zum einjährigen Jubiläum im 30-Prozent-Keller feststecken und die FBI-Ermittlungen in der Russlandaffäre für ihn und sein Gefolge von Tag zu Tag unangenehmer werden, denkt der Präsident offenbar schon intensiv darüber nach, wie er den nächsten Wahlkampf gewinnen könnte.

Dazu passt, dass Trump nun dafür sorgt, dass die Welt erfährt, dass er fit genug ist, um noch sehr lange zu regieren. Trump verfüge über eine aussergewöhnlich gute Gesundheit, er habe viel Energie, Durchhaltevermögen und zeige auch keine Anzeichen von Alzheimer oder Demenz, teilte der für das Wohlbefinden des Präsidenten zuständige Militärarzt am Dienstag mit. Trump hatte sich in der vergangenen Woche erstmals seit seinem Amtsantritt einer eingehenden Untersuchung unterzogen.

Mit dem offiziellen Befund der Ärzte dürften sich fürs Erste alle Gerüchte und Spekulationen über Trumps vorzeitiges politisches Ende aus gesundheitlichen Gründen erledigt haben. Trump wird es freuen. Es scheint fast so, als wäre jede Anfeindung für ihn nur ein neuer Ansporn, es allen seinen Kritikern erst recht zu zeigen. Selbst die aktuelle Aufregung über seine vermeintliche «Shithole»-Äusserungen oder der Wirbel um den Bestseller «Fire and Fury» können Trumps Glauben an sich selbst kaum etwas anhaben.

Vielen Amerikanern mag das wie eine Drohung erscheinen, aber für Trump und seine Unterstützer scheint klar zu sein: Vier Jahre im Amt sind nicht genug, acht sollten es schon sein.

Diese Demokraten könnten gegen Trump antreten

Laut einem «Politico»-Bericht soll Trump unlängst vor Vertrauten die Liste möglicher demokratischer Gegenkandidaten für die nächste Präsidentschaftswahl durchgegangen sein. Ständig frage er Besucher, wer wohl 2020 gegen ihn antreten werde, heisst es demnach im Weissen Haus.

Sen. Bernie Sanders, I-Vt., center, speaks after a caucus luncheon, with Sen. Patty Murray, D-Wash., left, and Senate Minority Leader Chuck Schumer of N.Y., on Capitol Hill, Tuesday, Dec. 19, 2017 in Washington. (AP Photo/Alex Brandon)

Bernie Sanders. Bild: AP/AP

Gegen Bernie Sanders, den Anführer des linken Flügels der Opposition, könne er leicht gewinnen, soll Trump geprahlt haben. Sanders, 76, habe schlicht nicht die Energie, um ein so anstrengendes Rennen erfolgreich durchzustehen. Auch andere potenzielle Rivalen aus dem Senat seien für ihn keine Gefahr. Elizabeth Warren? Cory Booker? Kirsten Gillibrand? Würde er allesamt sicher schlagen, so Trump.

Former Vice President Joe Biden speaks to the Chicago Council on Global Affairs at the Palmer House Hilton, Wednesday, Nov. 1, 2017 in Chicago. (Ashlee Rezin/Sun Times via AP)

Joe Biden Bild: AP/Sun-Times

Doch es gibt auch mögliche Gegenkandidaten, die zumindest bei der Entourage des Präsidenten für Nervosität sorgen. Joe Biden, der frühere Vize-Präsident von Barack Obama, zählt wohl dazu. Biden, ein Kumpeltyp mit sozialer Ader, könne weisse Wähler aus der Arbeiterschaft und der Mittelschicht ansprechen und damit in Trumps Revier wildern, glauben Berater des Präsidenten. Ähnliches gelte für die Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey, die angeblich über eine Kandidatur nachdenken soll.

Fest steht, sollten sich Trumps Beliebtheitswerte im Wahlvolk nicht bald erholen, wäre ein erneuter Wahlsieg wohl zumindest eine äusserst schwierige Mission. Ungemach könnte Trump deshalb auch aus einer ganz anderen Richtung drohen: Sehr aufmerksam werden in Washington - sicherlich auch im Weissen Haus - die Zukunftspläne des republikanischen Präsidentschaftskandidaten von 2012, Mitt Romney, verfolgt. Romney denkt offenbar darüber nach, in diesem Jahr für den freien Senatsposten seines Heimatstaats Utah zu kandidieren.

epa05192898 Former Massachusetts Governor and 2012 United States Republican Presidential candidate, Mitt Romney, gives a speech at the Hinckley Instutite of Politics on the campus of the University of Utah denouncing Donald Trump, in Salt Lake City, Utah, USA, 03 March 2016. Mitt Romney, the 2012 Republican candidate for US president, called current Republican frontrunner Donald Trump a 'phony and a fraud' in a speech at the University of Utah. A Trump candidacy would have 'profound consequences' for the nation and the world, Romney said. 'The prospect for a safe and prosperous future are greatly diminished' by a Trump presidency, the former Massachusetts governor said. The speech comes as the Republican party leadership is pulling out all the stops to halt Trump's candidacy in the wake of his success on Super Tuesday.  EPA/Tom Smart

Mitt Romney Bild: EPA/EPA

Schon wird deshalb darüber spekuliert, er könnte versuchen, sich im Senat in Washington unter den Republikanern die Position eines Trump-Widersachers aufzubauen. Selbst eine mögliche Kandidatur Romneys gegen Trump bei den parteiinternen Vorwahlen der Republikaner wird nicht ausgeschlossen. Nach der Satzung der Partei wäre dies durchaus erlaubt.

Zwar hat sich Romney selbst bislang nicht zu seinen Plänen geäussert. Doch offenbar ahnt auch Trump, dass ihm aus dieser Richtung potenziell Gefahr drohen könnte. Trump soll in den vergangenen Monaten mehrfach versucht haben, den bisherigen Senator von Utah, Orrin Hatch, zum Weitermachen zu überreden. So hätte sich die Frage nach einer möglichen Romney-Kandidatur gar nicht erst gestellt. Doch Hatch liess sich auch von Trump nicht erweichen und kündigte seinen Rückzug an.

Der Haken mit dem Kreuz - Renato Kaisers Statement zu Trump

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Video: watson/Renato Kaiser

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    Alle Leser-Kommentare
  • durrrr 17.01.2018 15:27
    Highlight Highlight Wie bitte? Hab ich das richtig gelesen? Ein US-Präsident macht sich in seiner ersten Amtszeit Pläne über eine Wiederwahl!? Das sind ja mal Breaking News^^
    Und warum sollte ich mich aufregen? Die Amis ticken nun mal anders, das muss man auch mal akzeptieren können.
  • Gregor Hast 17.01.2018 14:58
    Highlight Highlight Wieso sollte ich mich über Trump aufregen? Mir passt sein Charakter und viele seiner Ansichten, und ich wünsche mir, dass er ebenso ein zweites Mal gewählt werden wird.
  • Töfflifahrer 17.01.2018 13:07
    Highlight Highlight Wir Leser konsumieren nur die Meldungen der Medien, die sich darüber aufregen. Wir würden aber wohl auch die Meldungen lesen, die sich mit möglichen Hintergründen und Analysen zu seinem Tun auseinandersetzen. Also Watson, ich sehe hier eher die Medien in der Pflicht.
  • piatnik 17.01.2018 12:43
    Highlight Highlight ach der trump stört mich nicht, der macht das schon gut.
    mich stören nur medien die mir unterstellen das mich der trump aufregt.
  • Gzuz187ers 17.01.2018 12:37
    Highlight Highlight Ich hoffe einfach das der nächste Präsident wieder ein Politiker wird und kein Promi oder Wirtschaftsboss.
    • Gregor Hast 17.01.2018 14:59
      Highlight Highlight Und ich hoffe, dass Trump nochmals gewählt wird. Alternativ würde ich mich ebenso mit Rand Paul/ Ron Paul zufrieden geben.
  • Flughund 17.01.2018 12:31
    Highlight Highlight Ich rege mich gar nicht auf. Watson regt sich auf und zwar täglich. (Gefühlte 80% Trump-Artikel oder No-Billag-Artikel)
  • Wald Gänger 17.01.2018 12:19
    Highlight Highlight Also, ich werde ihn definitiv nicht wiederwählen und ich hoffe, der Spiegel auch nicht!
    • Gregor Hast 17.01.2018 15:00
      Highlight Highlight Also, ich werde ihn definitiv wiederwählen und ich hoffe der Spiegel tut's mir gleich!
  • m. benedetti 17.01.2018 10:29
    Highlight Highlight Nun, ich rege mich nicht über Trump auf, wieso sollte ich?
    Und jetzt schon über eine mögliche Wiederwahl in drei Jahren zu spekulieren, zeigt eher die Verzweiflung seiner Gegner, ob der Möglichkeit, dass ihn wohl keine der sogenannten Affären vermögen werden ihn vom Stuhl zu schubsen.
    Freut euch, ihr dürft wahrscheinlich noch drei weitere Jahre jeden Fu... des Präsidenten kommentieren.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 17.01.2018 10:22
    Highlight Highlight "Während du dich über ihn aufregst, macht Trump Pläne für seine Wiederwahl"
    Falsch, während sich ein Grossteil der Medien ereifert, und watson ist hier leider keine Ausnahme, was Trump nur für ein niederer Sexist und Rassist ist (no shit Sherlock) und wieso er sowieso bald weg vom Fenster ist, treibt Trump und seine Entourage leider je länger je erfolgreicher seine Agenda voran. Mehr Berichterstattung über die Politik und weniger Empörung würde gut tun. Ich rege mich langsam mehr über die fehlende Berichterstattung als über Trump selber auf, ein schlechtes Zeichen.
  • Swisslord 17.01.2018 10:16
    Highlight Highlight Wer interessiert ob Trump sich für die Wiederwahl vorbereitet? Das macht jeder Präsident. Ich hatte gehofft an dieser Position wird vielleicht über effektive Politik geschrieben, welche auch uns betrifft. Wie zum Beispiel, dass soeben die Republikaner, mit grosser Unterstützung des "Widerstands" (Demokraten) die Überwachung weiter ausgedehnt haben. Kommt dazu noch was?
  • Max Dick 17.01.2018 10:11
    Highlight Highlight Biden wäre wohl (zu dieser Erkenntnis bin ich auch erst nach dem 8.11.16 gekommen) der ideale Kandidat der Demokraten in den 2016er Wahlen gewesen. Für 2020 braucht es eher einen Obama - sprich ein jetzt noch unbekanntes junges, frisches Blut. Und einer, der von Clintons Fehlern im Wahlkampf gelernt hat, und nicht alles auf Russland abschiebt.
    • Sebastian Wendelspiess 17.01.2018 12:20
      Highlight Highlight Biden das Ekelpaket, schau mal wie er mit kleinen Mädchen umgeht. Teilweise wirklich verstörend...
    • Gregor Hast 17.01.2018 15:01
      Highlight Highlight Biden????

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