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Trumps echte Skandale: Davon will der US-Präsident mit seinen #alternativefacts ablenken

Selten hat ein US-Präsident so skandalbelastet sein Amt angetreten wie Donald Trump. Er entfacht täglich Wirbel, um davon abzulenken. Wie lange kommt er noch damit durch? Die brisantesten Themen im Überblick.

Marc Pitzke, New York



Ein Artikel von

Spiegel Online

Bald gibt's mehr davon: Die besten Tweets von Trump

«Ich liebe Chicago», sagte Donald Trump, «tolle Stadt.» Nur all diese Morde, «ein schreckliches Gemetzel», «die Leute werden links und rechts erschossen». Dabei sei das Problem doch so einfach zu lösen. Und wenn Chicago das nicht alleine schaffe, werde er das eben selbst in die Hand nehmen müssen.

Es ist eine kurze und doch bezeichnende Passage: Übertreibung, Unwahrheit, Drohung sind Trumps bevorzugte Mittel. Auch in seinem ersten TV-Interview als US-Präsident, das er dem Sender ABC gab, griff er darauf zurück.

epa05750126 US President Donald J. Trump makes brief remarks after signing two executive orders during a visit to the Department of Homeland Security in Washington, DC, USA, 25 January 2017. Trump signed two executive orders related to domestic security and to begin the process of building a wall along the U.S.-Mexico border.  EPA/Chip Somodevilla / POOL (AFP-OUT)

Viel Lärm um Nichts: Donald Trump. Bild: EPA/Getty Images North America POOL

Trump wiederholte falsche, haltlose und gefährliche Behauptungen der vergangenen Tage: Das «grösste Publikum aller Zeiten» habe seiner Vereidigung beigewohnt. Seine Wahl sei «einer der grössten Siege überhaupt» gewesen, trotz millionenfachen Wahlbetrugs. Folter funktioniere – und sei ein probates Mittel im Kampf gegen den Terror.

Die fast schon alltäglichen Aufreger vernebeln den Blick auf die wahren Skandale der noch jungen Ära Trump. Und da gibt es einige. Die vier brisantesten Komplexe im Überblick.

Trumps Interessenkonflikte

Seit dem Amtsantritt des US-Präsidenten sind seine Interessenkonflikte in den Hintergrund gerückt. Zwar ist er von allen Posten seines Konzernkonglomerats zurückgetreten und hat die Leitung an seine ältesten Söhne abgetreten. Trotzdem ist er bis heute der Besitzer.

Am Montag kam dann die erste Klage, eingereicht von der Watchdog-Gruppe Citizens for Responsibility and Ethics (Crew) bei einem New Yorker Bezirksgericht. In dem 37-seitigen Dokument berufen sich die Kläger auf eine Klausel der US-Verfassung, die es dem höchsten Amtsträger verbietet, Vergütungen aus dem Ausland anzunehmen. Trumps Konzern habe zahllose ausländische Investoren und operiere in mehr als 20 Ländern wie China, Taiwan, Indien, Saudi-Arabien, Indonesien, den Philippinen, der Türkei – und Russland. Die Kläger fordern die Offenlegung von Trumps Vermögensverhältnissen und Steuern.

Die Steuern

Auch andere wollen Trumps Steuererklärung veröffentlicht sehen. Denn sie könnte womöglich dubiose Quellen seines Reichtums zeigen. WikiLeaks forderte Insider auf, Dokumente doch bitte anonym an die Enthüllungsplattform weiterzureichen – um sie dann online zu veröffentlichen.

Anders als alle US-Präsidenten seit 1976 weigert Trump sich, seine Steuererklärungen herauszugeben. So kann er die vermeintliche Höhe seines Vermögens unwidersprochen darstellen und dessen Herkunft vertuschen. Woher stammen seine Milliarden wirklich? Eines Tages wird diese Frage beantwortet werden.

Die Russen

Trumps mutmassliche Verbindungen zu Moskau stehen im Mittelpunkt mehrerer Ermittlungsverfahren, da dürfte bald mehr durchsickern. Die Geheimdienstausschüsse des Kongresses untersuchen Russlands Hackerangriffe. CIA, FBI und NSA prüfen die angeblichen Verbindungen des Trump-Teams zu Russland – laut Medienberichten soll es Telefonate und «finanzielle Transaktionen» gegeben haben.

Auch der neue US-Sicherheitsberater Mike Flynn steht im Visier. Er soll an dem Tag, als Obamas Regierung wegen der Cyberaffäre Sanktionen gegen Russland verhängte, mit Moskaus Botschafter in den USA telefoniert haben. Darüber hinaus klagt das Magazin «Politico» auf Freigabe eines internen, zweiseitigen Papiers von CIA und FBI, in dem das angebliche kompromittierende «Erpressungsdossier» Russlands über Trump zusammengefasst wird.

Die Medien

Trump hat gesagt, er befinde sich im «Krieg mit den Medien». Das hat viele US-Journalisten mit neuem Tatendrang erfüllt. Landesweit forschen Rechercheteams nach Trumps Geheimnissen.

Die grossen Zeitungen, allen voran die «New York Times», entlarven seine Unwahrheiten täglich auf ihren Titelseiten. Die «Times», die Agentur AP und andere haben Websites und Telefonnummern à la WikiLeaks eingerichtet, um anonyme Tipps und Leaks zu ermuntern. Da ist also noch einiges zu erwarten.

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59
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    Alle Leser-Kommentare
  • Amadeus75 26.01.2017 20:19
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  • dracului 26.01.2017 18:14
    Highlight Highlight Trump ist wohl einer der durchsichtigsten Politiker überhaupt. Er lässt kein Fettnäpfchen aus und versäumt kaum einen Skandal. Selbst über seine Penisgrösse wurde bereits im Wahlkampf diskutiert. Und trotz dieser Transparenz und all den Peinlichkeiten, ist er doch gewählt worden! Es würde mich deshalb erstaunen, wenn die Journalisten noch mehr finden würden. Alles was noch aufgedeckt werden kann, ist bei Trump nur noch eine Variation von längst Bekanntem!
  • Pisti 26.01.2017 17:50
    Highlight Highlight Und wo sind nun seine wahren Skandale? Irgendwie ist Watson wie Trump selbst, einfach mal was raus posaunen, das weder Hand und Fuss hat. Jetzt müsst Ihr dann liefern, sonst macht Ihr euch ziemlich unglaubwürdig.
  • Töfflifahrer 26.01.2017 17:41
    Highlight Highlight Ich dachte ich wache aus dem Grippedelirium auf und Trump war nur ein Albtraum. Selten so geirrt!
  • http://bit.ly/2mQDTjX 26.01.2017 15:13
    Highlight Highlight Derweil erklärt ein ehemaliger US-General die neue Welt:

    "Leute, die glauben, ein Krieg in Europa sei unmöglich, werden eine Überraschung erleben. (...) Die neuen Möglichkeiten der Massenüberwachung erzeugen erhebliche Spannungen. Ich glaube, wir werden deutlich mehr Manipulationen erleben. Weil wi r Sicherheilt wollen, werden wir viel mehr unserer zivilen Rechte aufgeben müssen, als es sich die meisten Leute zZ. vorstellen können."

    Haarsträubend:
    foreignpolicy.com/2017/01/25/2-big-warnings-from-gen-mcchrystal-war-in-europe-is-possible-were-going-to-have-to-give-up-rights-for-our-security/
    • Restless Lex 26.01.2017 16:20
      Highlight Highlight Und unsere liebe SVP und deren Sympathisanten fordern mehr Rechte für Polizei und Bund um den Bürger überwachen und Daten sammeln zu können. Natürlich alles nur um den bösen Terroristen frühzeitig entlarven zu können. Dies ist ungefähr so sinnvoll, wie jedem Menschen eine Waffe in die Hand zu drücken um Gewalt zu stoppen.
    • Hierundjetzt 26.01.2017 16:59
      Highlight Highlight Ah und in welchem Europa gibt es "Krieg"? In meinem nicht. Sorry.
    Weitere Antworten anzeigen
  • piedone lo sbirro 26.01.2017 15:11
    Highlight Highlight
    trumps skandale sind den nullpolitikern unserer nullpartei so ziemlich egal:

    http://www.blick.ch/news/politik/svp-nationalrat-chauffiert-trump-kaeppi-raten-sie-mal-wem-dieses-auto-gehoert-id6121089.html
  • Therealmonti 26.01.2017 14:30
    Highlight Highlight Wieviel Unheil und irreparablen Schaden kann der Trampel mit seinen Adlaten in der Welt anrichten, bevor er wie auch Immer aus dem Verkehr gezogen wird.
  • Mentor Maximus 26.01.2017 13:52
    Highlight Highlight Im Westen nichts neues.
  • Majoras Maske 26.01.2017 12:58
    Highlight Highlight Hïer haben auch die Medien klar die Verantwortung, dass seine bedeutenden Skandale nicht von seinen Twitter-Skandalen überschattet werden in dem sie an den echten Skandalen dran bleiben. Es ist verherrendes Signal an die Welt, wenn Trump damit durchkommt.

    Ausserdem muss man ihn (leider) auch sachlïch ernst nehmen. Wenn man nur über ihn lacht, ist ihm leider nicht wirklich widersprochen.
  • Asmodeus 26.01.2017 12:46
    Highlight Highlight Dazu kommt sein Kabinett.

    Eine Bildungsministerin die keine Rechtschreibung beherrscht.
    Der neue Chef der Umweltschutzsbehörde der die globale Erwärmung leugnet und
    der wahrscheinlich neue Chef der FDA (Drogen- und Lebensmittelbehörde) der noch nie im medizischen Bereich gearbeitet hat (er wäre der erste seit 50 Jahren) und der Meinung ist, Medikamente sollten auch ohne genaue Untersuchung der Nebenwirkungen freigegeben werden dürfen. (Die Regelung, dass Nebenwirkungen getestet werden müssen, verdanken wir Contergan und seinen Folgen)
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  • AdiB 26.01.2017 12:46
    Highlight Highlight Das mit chicago stimmt. Es ist keine übertreibung. Seit beginn des irakkrieges starben mehr menschen in chicago, durch morde und schiessereien, als im irak.
    • Samy Kulturattentat D 26.01.2017 13:00
      Highlight Highlight Quelle?
    • Menel 26.01.2017 13:06
      Highlight Highlight Wie sieht die Entwicklung in Chicago in den letzten Jahren aus? Wurde es denn schlimmer?
    • wololowarlord 26.01.2017 13:16
      Highlight Highlight woher hast du solche zahlen?
      https://en.wikipedia.org/wiki/Crime_in_Chicago
      grob geschätzt 600 tote pro jahr, während 13 jahren, macht 7200 tote.

      tote im irak: allein während des krieges selbst ca. 30'000 tote.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg

      hier noch nur terrortoten seit 2003
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163882/umfrage/dokumentierte-zivile-todesopfer-im-irakkrieg-seit-2003/
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  • Deverol 26.01.2017 12:46
    Highlight Highlight Die WP hat gerade einen guten Artikel gebracht, in welchem sie Trumps Tweets in eine Timeline mit dem Fernsehprogram bringt. Er tweeted hauptsächlich was er gerade auf Fox "News" sieht, Bill Oreally ( ;) ) Show und so. Top.
  • Lowend 26.01.2017 12:32
    Highlight Highlight Das schlimmste, was passieren könnte, wäre ein Impeachment-Verfahren, denn dann käme Mike Pence an die Macht und der vertritt noch viel extremistischere Positionen als der amtierende Hassprediger der USA.
    • Asmodeus 26.01.2017 12:47
      Highlight Highlight Leider absolut.

      Mike Pence ist von beiden die grössere Gefahr.
    • Wehrli 26.01.2017 13:30
      Highlight Highlight Aber Mike Pence kann eingebunden werden, Trumpf ist eine Loose Rocket with Warhead
    • Beobachter 26.01.2017 13:39
      Highlight Highlight In zwei Jahren sind die Midterms. Man ist schon fast geneigt zu hoffen, dass es bis dahin im gleichen Stil weitergeht. Wenn dann die Verhältnisse im Senat und Kongress zurechtgerückt werden bleiben zwei Jahre, in denen der schlimmste Mist blockiert werden kann, bevor es dann (hoffentlich) nach den nächsten Wahlen wieder besser wird. Ich fürchte, bis dann werden wir irgendwie "durchseuchen" müssen, denn für ein Impeachment bräuchte es a) schon sehr schweres Geschütz und b) wäre die Alternative nicht besser. Kaum anzunehmen, dass es soweit kommt.
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Trump kommt doch nicht in die Schweiz – der US-Präsident sagt WEF-Besuch ab

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