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President Donald Trump visits the Western Wall, Monday, May 22, 2017, in Jerusalem. (AP Photo/Evan Vucci)

Warten auf die göttliche Eingebung? Donald Trump an der Klagemauer in Jerusalem. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Wie Trump seine Präsidentschaft retten könnte – wenn er wollte

Während sich US-Präsident Donald Trump auf seiner ersten Auslandsreise befindet, gerät er in der Heimat immer stärker unter Druck. Verloren aber ist nichts, er könnte seine Präsidentschaft immer noch zum Erfolg führen.



Donald Trump ist «on the road». Auf seiner ersten grossen Auslandsreise besucht er den Nahen Osten und Europa. In der Heimat sind viele froh, ihn endlich einmal los zu sein. In seiner erst viermonatigen Amtszeit hat der US-Präsident schon mehr Geschirr zerdeppert als viele seiner Vorgänger in vier oder acht Jahren. Im Weissen Haus herrscht das Chaos.

Ringkampf oder Handshake: Trump und Macron

Die Woche vor seinem Abflug war für Trump besonders brutal. Der Rauswurf von FBI-Direktor James Comey war kein Befreiungsschlag, sondern erhärtete den Verdacht, dass der Präsident in Sachen Verbindungen zu Russland etwas zu verbergen hat. Was dazu führte, dass Comeys Vorgänger Robert Mueller als Sonderermittler in Sachen Russland-Connection eingesetzt wurde.

epa05984069 Former CIA Director John Brennan testifies before the House Intelligence Committee hearing on the investigation about Russian interference in the 2016 presidential campaign on Capitol Hill in Washington, DC, USA, 23 May 2017.  EPA/SHAWN THEW

John Brennan bei seinem Auftritt vor Kongressabgeordneten. Bild: SHAWN THEW/EPA/KEYSTONE

Die letzten Tage brachten weitere unerfreuliche Entwicklungen. Die «Washington Post» berichtete, Trump habe nicht nur James Comey, sondern auch NSA-Chef Michael Rogers und den Nationalen Geheimdienstdirektor Dan Coats bei den Russland-Ermittlungen zu beeinflussen versucht. Der frühere CIA-Chef John Brennan bestätigte vor dem Kongress, es habe während des Wahlkampfs 2016 Kontakte zwischen Trumps Team und russischen Regierungsstellen gegeben.

Drei Voraussetzungen

Selbst unter den Republikanern, die ihrem – ungeliebten – Präsidenten bislang die Treue halten, sind erste Absetzbewegungen auszumachen. Eine Amtsenthebung Trumps, ob durch den Kongress oder die Regierung, ist für viele Beobachter nur eine Frage der Zeit. So weit aber muss es nicht kommen. Donald J. Trump hat durchaus Chancen, seine Präsidentschaft nicht nur zu retten, sondern sie zum Erfolg zu führen. Drei Voraussetzungen muss er erfüllen:

Transparenz

Trump muss zur Einflussnahme Russlands auf den US-Wahlkampf 2016 alle Fakten auf den Tisch legen. Dabei darf er keine Rücksicht auf Verluste nehmen, weder in seinem Umfeld noch bei sich selbst. Es ist wahrscheinlich, dass dabei unangenehme Dinge auftauchen. Wenn sich Trump jedoch als «reuiger Sünder» präsentiert, hat er die Chance, ungeschoren davonzukommen. Solange die Republikaner beide Kammern im Kongress kontrollieren, werden sie ihn kaum absetzen.

Neue Köpfe

epa05890450 (FILE) - White House Chief Strategist Steve Bannon (C) is followed by reporters as he leaves a Republican conference meeting on Capitol Hill in Washington, DC, USA, 23 March 2017 (reissued 05 April 2017). Bannon was removed by US President Donald J. Trump on 05 April 2017, from the National Security Council (NSC), media reported.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Steve Bannons Tage im Weissen Haus sollten gezählt sein. Bild: MICHAEL REYNOLDS/EPA/KEYSTONE

Donald Trump muss im Weissen Haus «aufräumen» und sich von falschen Freunden und Beratern trennen. In erster Linie sollten der Ultranationalist Steve Bannon und dessen Gefolgsleute die Koffer packen. An ihrer Stelle muss sich Trump mit fähigen Leuten umgeben und auf sie hören. Für den beratungsresistenten und selbstverliebten Präsidenten ist dies nicht einfach. Aber nur mit einer kompetenten Crew kann er das schlingernde Schiff auf Kurs bringen.

Brücken bauen

Das grösste Problem der heutigen US-Politik ist die scharfe Polarisierung. Demokraten und Republikaner haben kaum noch Berührungspunkte und legen sich oft gegenseitig lahm. Im Wahlkampf hat Trump diese Kluft vertieft. Nun hat er die Chance, sie zumindest teilweise zu überwinden und zum Brückenbauer zu werden. Er kann die konstruktiven Kräfte in beiden Parteien zusammenführen und gemeinsam nach Lösungen für die drängenden Probleme suchen.

Die Gesundheitsreform Obamacare und die Finanzmarktregulierung sollten nicht abgeschafft, sondern ihre Mängel beseitigt werden. Von einer Steuerreform müssen möglichst alle Amerikaner profitieren. Die Mauer an der Südgrenze sollte Trump fallen lassen. Damit würde er viele Hardcore-Fans verärgern, dafür könnte er als echter «Dealmaker» in der politischen Mitte punkten.

Keiner dieser drei Punkte verlangt Unmögliches. Wenn Trump sie umsetzt, könnte er seine desaströse in eine erfolgreiche Präsidentschaft verwandeln. Dafür aber benötigt er strategisches Denken, Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Nichts dergleichen konnte man bislang mit dem Namen Donald Trump verbinden.

Umfrage

Wie denkst du, wird Donald Trump aus dem Präsidentenamt scheiden?

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  • Er tritt zurück.5%
  • Er wird des Amtes enthoben (Impeachment).42%
  • Er wird nach einer Amtszeit abgewählt.18%
  • Er wird ermordet.14%
  • Er verstirbt im Amt (eines natürlichen Todes).3%
  • Er absolviert zwei Amtszeiten.6%
  • Ich will nur das Resultat sehen.11%

Er ist ein hemmungsloser Narzisst, der überall Feinde wittert und gleichzeitig empfänglich ist für Speichelleckerei. Selbst konservative Analysten kommen zum Schluss, dass der 70-jährige Trump ein ewiges Kind geblieben ist. Die Reife, um ein guter Präsident zu werden, geht ihm ab.

Weshalb nur ein Fazit bleibt: Donald J. Trump hat die Chance, seine Präsidentschaft zu retten. Er wird sie nicht nutzen.

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schöge 28.05.2017 11:37
    Highlight Highlight Schade, der Artikel hat nicht mal so schlecht angefangen, doch die zwei letzten Absätze (ab den Poll) war einfach wieder emotionales Trump-Bashing...

    Liebe Watson-Politikredakteure
    bitte mehr Neutralität!
    Dieses Trump/Russland/Assad/Recht-Bashing geht mir übelst auf den Zeiger!
  • Jagr 27.05.2017 07:59
    Highlight Highlight Trump kann seine Präsidentschaft nur retten, wenn er brav das macht, was das Establishment will.

    In der Causa Trump wird deutlich, wie weit es mit unseren Demokratien gekommen ist. Wer über die Medien massiv Einfluss nimmt (über alle westlichen Kanäle der selbe Tenor) und so beinflusst und herrscht. Schön, dass die Informationsrevolution uns das Tool in die Hand gibt, uns alternativ zu informieren um so hoffentlich dieses Feudalsystem aufzubrechen und in eine progressivere, für alle bessere Zukunft fortzuschreiten. Uns stehen spannende Zeiten bevor. 😊
    • phreko 27.05.2017 14:02
      Highlight Highlight Kurz, scheissegal was er tut, Hauptsache gegen die da oben?
    • Jagr 28.05.2017 10:23
      Highlight Highlight Lieber phreko.
      Das sage ich nicht. Ich merke einfach wie verschoben die Wahrnehmung g.ü. Trump und seinem Vorgänger ist. Obama wurde durchwegs als cool und friedlich dargestellt (ist ja sogar Friedensnobelpreisträger 😂) obwohl er ein Kriegsverbrecher ist. So schlimm treibts Trump bisher nicht. Einverstanden?
  • ricardo 26.05.2017 19:58
    Highlight Highlight Mexicos Ex-President Vicente Fox hat auch noch ein paar gute Ratschläge für Trump.
    Play Icon

  • Mr. Raclette 26.05.2017 17:26
    Highlight Highlight Vergesst es, Trump ist schlichtweg nicht in der Lage der Präsident der USA zu sein, vergiss sonst irgend ein politisches Amt zu bekleiden. Weder charakterlich, menschlich, vom Intelekt her noch irgendwie von seinem Wesen her. Er wird immer und immer wieder über seinen eigenen degenerierten Charakter stolpern. Da kann man um ihn herum alles umbauen solange man will. Oh Herr lass diese vier Jahre an uns vorbei gehen!
    • Mantarochen 27.05.2017 22:06
      Highlight Highlight Clinton wäre auch nicht besser gewesen, die hätte ihr verborgenes Ich präsentiert.
  • pamayer 26.05.2017 16:11
    Highlight Highlight Lebe ohne TV.
    Habe von Trumps Europa Tournee nun Twitter Kurzfilme gesehen.
    Unglaublich wie rücksichtslos und egoistisch er sich anderen Staatschefs gegenüber benimmt. Ein total egoistischer Rüpel.


    Wobei egoistisch und Rüpel etwa wie weiss und Schimmel...
  • Richu 26.05.2017 15:40
    Highlight Highlight Dass es für D. Trump auch gute Nachrichten gibt zeigt die Infos von heute Morgen auf der Webseite verschiedener Zeitungen, dass die Republikaner den Sitz zur Nachwahl zum US-Repräsentantenhaus gewonnen haben! Leider verschwieg bisher watson diese info ihren Leserinnen und Lesern.
  • milkdefeater 26.05.2017 15:22
    Highlight Highlight Da kann man auch versuchen ein Meerschweinchen zum Judentum zu bekehren.
  • Baba 26.05.2017 14:14
    Highlight Highlight Man muss sich einfach immer vor Augen halten, was beim vorzeitigen "Ausfall" von 45 nachkommen würde... Mike Pence 😨. Ein frömmlerischer, bigotter Fundamentalist! Da würde die Pest der Cholera folgen... Danke, messi 😩.

    Ich weiss echt nicht, welcher der beiden das kleinere Übel ist. Vermutlich einfach: Augen zu und durch und auf November 2020 hoffen - und darauf, dass 45 bis dahin nicht einen heftigen Konflikt losgetreten hat.
    • Kramer 26.05.2017 16:52
      Highlight Highlight Die alternativen sind wirklich nicht berauschend; schon bei Hillary vs. Trump war es die Wahl des kleineren Übels. Pence würde aus Demokratischer Sicht mindestens soviel Schaden anrichten wie Trump, nur ist er weniger der Anti-Typ.
      Ich würde Trump bis 2020 laufen lassen, und das Schlimmste versuchen zu verhindern, danach steht ein Neuanfang mit den Demokraten an.
  • Kramer 26.05.2017 13:56
    Highlight Highlight Trumps Problem ist der Dunning-Kruger Effekt; die Unfähigkeit von inkompetenten Leuten ihre eigene Inkompetenz zu erkennen.
    Trump kann sein Schwächen nicht erkennen, und deshalb kann er sie auch nicht ausmerzen, und genausowenig kann er konstruktive Kritik gezielt Nutzen.
    Das bedeutet in 2018 verliert die GOP das Haus und den Senat, Trump wird zur kamen Ente, dann wird bis 2020 nicht mehr viel passieren.
  • Amadeus 26.05.2017 13:29
    Highlight Highlight Ich denke, Punke 1 und 2 liegen durchaus drin, wenn Trump merkt, dass es ihm was nützt. Bei Punkt 3 bin ich allerdings skeptisch. Einerseits ist Trump ja ein Vertreter des Realismus ("America first"). Andererseits wird er sich hüten, seine Stammwähler mit moderaten Tönen zu vergraulen und z.B. den Mauerbau fallen zu lassen. Zudem glaube ich, dass es Trump auch einfach an Reife und politischer Intelligenz fehlt.
  • simiimi 26.05.2017 12:59
    Highlight Highlight Sorry, bei allemr Antipathie für Trump: Keiner seiner Aktionen bis jetzt ist irgendwie illegal oder impeachable, sagt Professor Dershowitz von der Harvard Law School. Mache jede Wette, Donald bringt seine Amtszeit zu Ende
    • René Obi 26.05.2017 16:39
      Highlight Highlight Clinton hatten sie beinahe ein Impeachment-Verfahren angehängt, wegen einer Lüge, er hatte einen Blowjob geleugnet. Trump hat glaubs noch fast nie, ok 1 von 4 mal, die Wahrheit gesagt... Da wird halt schon je nach Präferenzen mit verschiedenen Ellen gemessen.
  • ujay 26.05.2017 12:54
    Highlight Highlight ähem....was ist mit der Offenlegung seiner Steuerunterlagen? Davor scheut sich Donald wie der Teufel das Weihwasser. Wieso wohl?

    • Taggart 26.05.2017 20:03
      Highlight Highlight Weil er nicht der allerreichste Ami ist, es aber gerne sein würde.
  • flyingdutch18 26.05.2017 12:52
    Highlight Highlight Wenn ein Mensch dir zeigt, wie er ist, dann glaube ihm. Trump ist weder bereit noch in der Lage, die erwähnten drei Voraussetzungen der Transparenz, neuer Berater und des Brückenbauens zu erfüllen. Was leider nicht heisst, dass er seine Präsidentschaft nicht zu Ende führt.
  • John Smith (2) 26.05.2017 12:50
    Highlight Highlight Vielleicht ist die Wahrheit aber auch viel einfacher: Trump ist es völlig wurscht, ob seine Präsidentschaft «erfolgreich» ist, solange nur sein persönlicher Profit stimmt. Trump war mehrfach konkurs, so sehr, dass ihm keine Bank mehr einen Kredit gab. Und dann flossen plötzlich auf wundersame Weise Abermillionen aus Russland in seine Firmen. Nanu, spinnen die Russen? Und wenn ich dann das erste Bild in der Bilderstrecke anschaue, das mit seinen beiden schwarzgekleideten Frauen beim Papst, dann erinnert mich das doch überraschend genau an Szenen aus den guten alten Mafia-Filmen. Alles Zufall?
    • Grundi72 26.05.2017 20:41
      Highlight Highlight hahaha :-)
  • mbr72 26.05.2017 12:30
    Highlight Highlight Eins ums andere völlig realitätsfremde "Forderungen", welche durch die Realität dieser Regierung Lügen gestraft werden. Nichts, rein gar nichts kann diesen Präsidentschaft inkl. seinem widerwärtigen Horrorfiguren-Kabinett noch retten, genausowenig wie die gesamte GOP, welche weitestgehend treu hinterhergefolgt ist. Die werden in den Wahlen 2018 absaufen wie noch nie. Und es wird mir eine Freude sein, dabei zusehen zu dürfen.
  • zombie woof 26.05.2017 12:24
    Highlight Highlight Trump wird sich und seine Politik nicht ändern. Der Mann gehört in eine geschlossene Anstalt, aber nicht ins Präsidentenamt.
  • Theor 26.05.2017 12:19
    Highlight Highlight Fazit: Donald Trump, könnte noch zu einem guten Präsident werden, wenn er ein komplett anderer Mensch wäre.
  • walsi 26.05.2017 12:12
    Highlight Highlight Spannend ist ja, dass sehr viele Demokraten wollten das Comey zurücktritt. Deshalb dachte Trump die Entlassung von Comey würde auf deren Zustimmung treffen.
    Play Icon


    Zurzeit sind viele in ihrem Hass gegen Trump so verblendet das es egal ist was er tut oder sagt, sie sind dagegen. Selbst, wenn sie vor seiner Wahl dafür waren.
    • exeswiss 26.05.2017 13:07
      Highlight Highlight das ganze hätte auch weniger aufmerksamkeit erregt wenn er ihn am 21. januar gefeuert hätte.
    • Richu 26.05.2017 13:49
      Highlight Highlight @walsi: Das ist auch bei watson so; alles was Trump tut oder sagt wird den Leserinnen und Lesern negativ kommuniziert. Ob das unseriöse Berichterstattung ist muss jede oder jeder selber beurteilen!
    • mbr72 26.05.2017 16:17
      Highlight Highlight Was für ein Quark! Nix Verblendung, ich höre mir an, was der Orang Utan rauslässt, ich schaue mir sein Budgetplan und sein Health Care an und kann gar nicht soviel fressen, wie ich darob kotzen muss! Verblendet sind eher Sie, weil Sie zu taub&blind sind, zu erkennen, was seine Politik versucht!! All to the richest, a**-fu** the rest! Da brauche ich gar keine "böse" liberale Medien, welche das noch kommentieren.

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