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Trump will Enthüllungsbuch von Ex-Berater Bolton verhindern



epa07832879 (FILE) - National Security Advisor John Bolton departs after speaking to the media about the uprising in Venezuela outside the West Wing of the White House in Washington, DC, USA, 30 April 2019 (Reissued 10 September 2019). Trump tweeted on 10 September 2019 that he asked his national security advisor John Bolton to resign and that he will name a new advisor on the following week.  EPA/JIM LO SCALZO *** Local Caption *** 55159370

Man on a mission: John Bolton. Bild: EPA

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump zieht vor Gericht, um das Erscheinen eines Enthüllungsbuchs des früheren Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton vorerst zu verhindern.

Bolton verbreite geheime Informationen und gefährde mit der Veröffentlichung auch die nationale Sicherheit, heisst es zur Begründung in der am Dienstag (Ortszeit) vom Justizministerium bei einem Bundesgericht in Washington eingereichten Klage. Darin wird das Gericht aufgefordert, eine Veröffentlichung so lange zu untersagen, bis eine Überprüfung durch den an das Weisse Haus angeschlossenen Nationalen Sicherheitsrat (NSC) abgeschlossen ist.

Trump hatte seinen engen Vertrauten Bolton im September als Sicherheitsberater geschasst - wegen Meinungsverschiedenheiten. Bolton kündigte bereits damals an, er werde zu gegebener Zeit seine Sicht auf die Dinge darlegen.

In der Klage heisst es, Bolton habe bei seinem Amtsantritt als Sicherheitsberater Vertraulichkeitsvereinbarungen unterzeichnet. Diese verpflichteten ihn unter anderem dazu, Schriften wie das Buch vor einer Veröffentlichung dem NSC zur Überprüfung vorzulegen.

FILE - In this April 18, 2018 file photo, National security adviser John Bolton, left, listens to President Donald Trump, far right, speak during a working lunch with Japanese Prime Minister Shinzo Abe at Trump' s private Mar-a-Lago club in Palm Beach, Fla. Also at the meeting are from left, White House chief economic adviser Larry Kudlow, third left, and Vice President Mike Pence, second left. Trump has fired national security adviser John Bolton. Trump tweeted Tuesday that he told Bolton Monday night that his services were no longer needed at the White House.  (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)
Donald Trump,John Bolton,Larry Kudlow,Mike Pence

Seite an Seite: Bolton und Trump. Bild: AP

Das Buch mit dem Titel «The Room Where It Happened» sollte ursprünglich im März erscheinen, die Veröffentlichung wurde aber vom Weissen Haus gestoppt. In der Klage vom Dienstag hiess es, Bolton habe vom Verlag rund zwei Millionen Dollar für das Buch erhalten.

Der Verlag Schuster & Schuster kritisierte die Klage scharf. Sie sei «nicht mehr als die jüngste in einer langen Reihe von Bemühungen der Regierung, die Veröffentlichung eines Buches zu unterdrücken, das sie für den Präsidenten als wenig schmeichelhaft erachtet», zitierten US-Medien aus einer Stellungnahme des Verlags. Bolton habe bei der Überprüfung umfassend mit dem NSC zusammengearbeitet.

Bolton selbst retweetete eine Mitteilung der Bürgerrechtsorganisation ACLU: «Alle Bemühungen der Trump-Regierung, die Veröffentlichung von John Boltons Buch zu verhindern, sind zum Scheitern verurteilt.»

Trump hatte Bolton am Montag im Fall der Veröffentlichung des Werkes strafrechtliche Konsequenzen angedroht. Sollte das Buch wie angekündigt am Dienstag kommender Woche erscheinen, würde Bolton «gegen das Gesetz verstossen», sagte Trump im Weissen Haus. Alle Gespräche mit ihm, die Bolton womöglich aus dessen Zeit im Weissen Haus zitiere, seien «streng geheim». Es sei «völlig unangemessen», dass Bolton während Trumps Amtszeit ein Buch veröffentliche.

Justizminister William Barr sagte am Montag, Bolton habe nicht den vorgeschriebenen Prozess durchlaufen, sich Passagen durch das Weisse Haus freigeben zu lassen. Trump sagte, Bolton sei bekannt dafür, nicht immer die Wahrheit zu sagen. Nach Angaben des Verlags zeichnet das Buch das Bild eines Präsidenten, der «süchtig nach Chaos» ist. Trump sei es immer nur um seine Wiederwahl gegangen.

Im Januar stand das unveröffentlichte Buch zeitweise auch im Fokus des Amtsenthebungsverfahrens gegen den Präsidenten, nachdem die «New York Times» unter Berufung auf das Manuskript über angebliche Aussagen Trumps in der Ukraine-Affäre berichtet hatte. Zu einer daraufhin von einigen Demokraten geforderten Aussage Boltons vor dem Kongress kam es jedoch nicht. Das Verfahren endete Anfang Februar mit einem Freispruch für Trump durch den Senat. (aeg/sda/dpa)

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • blueberry muffin 17.06.2020 16:54
    Highlight Highlight Trump wurde schon in vielen Büchern vernichtet. Darin war zu lesen, was für ein Kleinkind Trump ist. Und das aus den eigenen Reihen.

    Interessiert aber keinen seiner Fans. Von dem her hätte Bolton seine Bombe lieber während dem Impeachment gezündet.
  • kettcar #lina4weindoch 17.06.2020 16:46
    Highlight Highlight Simon bleib bei deinen Leisten...
    Detail, aber der Verlag heißt Simon&Schuster
  • -thomi- 17.06.2020 16:37
    Highlight Highlight So what? Die, die's lesen müssten, tun es eh nicht. Bolton finanziert sich einfach seinen Ruhestand. Und einmal mehr: Wer liest solche Bücher? Wenn man Trump nicht wählt, was bringt das dann? Möglichkeit zur Empörung? Wozu? Ich nehme an, Journalisten sind dazu verdammt, das zu lesen. Ihr tut mir leid!
    • blueberry muffin 17.06.2020 16:56
      Highlight Highlight Unterhaltung. Auch Interesse was tatsächlich passiert. Aber ja, Wahlen entscheiden solche Bücher nicht - und über Trump hört man ja sonst schon genug.
  • Scaros_2 17.06.2020 15:39
    Highlight Highlight Am schluss veröffentlicht er das Manuskript einfach im Internet und "oh shit - it happen". Bringste nicht mehr weg.
    • Scaros_2 17.06.2020 15:58
      Highlight Highlight Und als ergänzung. Natürlich hatte damit dann Bolton nichts zu tun. Das ganze wurde "gestohlen" weswegen man ihn nicht zur Rechenschaft ziehen kann. Er ist schliesslich dann Opfer. XD
    • TanookiStormtrooper 17.06.2020 16:34
      Highlight Highlight Bolton macht das vielleicht nur, wenn das Buch wirklich gestoppt wird und er damit eh keinen müden Cent mehr verdienen würde. Vermutlich versucht Trump aber auch nur das erscheinen des Buches zu verhindern, nach den Wahlen interessiert es auch keinen mehr... 🤷‍♂️
  • Ein Schelm 17.06.2020 15:38
    Highlight Highlight Es ist schon eine Leistung sich so daneben zu benehmen, dass John Bolton daneben geradezu nett aussieht.
  • Le French 17.06.2020 15:34
    Highlight Highlight Wenn Trump sagt, dass jemand nicht immer die Wahrheit sagt, dann ist es erst recht wahr, was dieser jemand sagt.
  • Kyle C. 17.06.2020 15:29
    Highlight Highlight Ist doch gut, wenn sich die Veröffentlichung noch eine Weile hinzieht. Die ganzen juristischen Verfahren bedeuten Werbung für das Buch. Je länger es dauert, desto mehr wird es erwartet. Dann, ein paar Wochen vor den Wahlen raus damit.
  • Faktenchecker 17.06.2020 15:00
    Highlight Highlight Bücher über noch im Amt befindliche Regierungen sollten generell verboten sein bzw dürfen keine sogenannte Enthüllungen beinhalten denn die Gefahr der politischen Einflussnahme und Missbrauch ist zu gross.
    • Neruda 17.06.2020 17:20
      Highlight Highlight Oder die Regierung arbeitet einfach so, dass sie keinen Dreck am Stecken hat und nichts verheimlichen muss? Aber hey, lieber korrupte Machthaber schützen, gell Faktenchecker, davon träumst du?
  • Pana 17.06.2020 14:52
    Highlight Highlight "Trump sagte, Bolton sei bekannt dafür, nicht immer die Wahrheit zu sagen."

    😂😂😂😂
  • T13 17.06.2020 14:44
    Highlight Highlight Fraglich ob dies Trump Schaden wird.
    Seine Anhänger lesen keine zusammenfassung eines Telefonanrufs, wer erwartet dass sie sich ein Buch reinziehen würden.
    Play Icon
  • Erklärbart. 17.06.2020 14:38
    Highlight Highlight Unglaublich - der muss die Hosen wahnsinnig voll haben wenn er ein Buch verhindern will. Vermutlich würden viele von Trumps Basis Boltons Buch glauben schenken - das wäre womöglich wirklich ein Problem für Trump.

    Hoffe Bolton kommt durch und kann es normal veröffentlichen.
    • Real John Doe 17.06.2020 15:57
      Highlight Highlight ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Trumps Basis Bücher liest :)
  • De-Saint-Ex 17.06.2020 14:28
    Highlight Highlight Und damit bekennt sich Trump eigentlich schon „schuldig“ im Sinne Bolton‘s bevor das Buch überhaupt erscheint...
    Ach ja, und dann kommt noch das Buch seiner Nichte...
    „Armer“ Trump 🤣
    • der prophet 17.06.2020 15:25
      Highlight Highlight jeder kann ein buch schreiben und lügen verbreiten. denkt ihr wirklich das in diesem buch die wahrheit steht? es sind alles lügen und es geht nur ums geld verdienen. denkt nach......

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