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epa06897776 An undated handout picture made available by the Press Service of the Civic Chamber of the Russian Federation on chamber's official website shows  'The Right to Bear Weapons' Public Organization's Board Chairman Maria Butina posing with a gun in Moscow, Russia. Russian citizen Maria Butina, 29, was arrested in the United States on suspicion of being engaged in conspiracy against the U.S. and acting as an unregistered Russian agent.  EPA/Press Service of Civic Chamber of the Russian Federation/HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Als Kämpferin gegen Russlands restriktive Waffengesetze liess sich Maria Butina mit einer Pistole ablichten. Bild: EPA/https://www.oprf.ru/

Die mysteriöse «Agentin» Maria Butina

Die russische Studentin Maria Butina bleibt in den USA in Haft. Sie könnte das fehlende Glied in Donald Trumps Russland-Connection sein. Besonders diskret verhielt sie sich nicht.



Der Vergleich ist schnell gemacht: Die vor bald zwei Wochen verhaftete Russin Maria Butina erinnert in mancher Hinsicht an ihre Landsfrau Anna Chapman. Beide sind jung, attraktiv, rothaarig – und beiden wurde und wird Spionagetätigkeit für Russland in den USA vorgeworfen. Chapman war 2010 verhaftet und im Rahmen eines Agentenaustauschs in ihre Heimat überstellt worden.

Dort posierte sie in Reizwäsche und mit einer Pistole auf dem Cover eines Männermagazins. Von Maria Butina existieren ähnliche Fotos, doch sie sind keine Show, sondern sehr ernst gemeint. Die Tochter eines Möbelfabrikanten aus dem westsibirischen Barnaul ist ein Waffenfreak und eine glühende Patriotin. Nun sitzt die 29-Jährige in einem amerikanischen Gefängnis.

Anna Chapman

Das US-Justizministerium beschuldigt Butina, sich als verdeckte Agentin betätigt zu haben und an einer «Verschwörung» gegen die USA beteiligt gewesen zu sein. Sie habe «ihre persönlichen Verbindungen mit Personen in den USA dazu missbraucht, die amerikanische Politik im Sinne der Russischen Föderation zu beeinflussen», heisst es in der Anklageschrift.

Sex gegen Job?

Fest steht, dass Maria Butina gezielt die Nähe von republikanischen Politikern und konservativen Organisationen gesucht hat. Sie hatte laut ihrem Anwalt Robert Driscoll eine Beziehung mit dem 56-jährigen Paul Erickson, einem Mitarbeiter der Republikanischen Partei aus South Dakota. Die Anklage wirft ihr zudem vor, sie habe Sex angeboten für einen Job bei einer nicht näher genannten Interessenvereinigung, was Driscoll bei einer Anhörung am Mittwoch zurückwies.

In Russland wirft der Fall hohe Wellen. Die Regierung behauptet, die Vorwürfe gegen die russische Staatsbürgerin seien «an den Haaren herbeigezogen» und ein weiterer Versuch, die Annäherung zwischen Russland und den USA zu sabotieren. Die Verhaftung von Maria Butina nur einen Tag vor dem Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin in Helsinki sei kein Zufall.

Der Fall Butina hat schon jetzt alle Ingredienzien eines saftigen Spionagekrimis. Was aber weiss man über sie? Laut eigenen Angaben hat sie in Russland mehrere Studiengänge absolviert. Nationale Bekanntheit erwarb Maria Butina als Gründerin einer Organisation, die sich für eine Lockerung der strengen russischen Waffengesetze stark macht. Ein Freund bezeichnete sie gegenüber der «Washington Post» als «charismatische Führungsperson».

This courtroom sketch depicts Maria Butina, a 29-year-old gun-rights activist suspected of being a covert Russian agent, listening to Assistant U.S. Attorney Erik Kenerson as he speaks to Judge Deborah Robinson, left, during a hearing in federal court in Washington, Wednesday, July 18, 2018. Prosecutors say Butina was likely in contact with Kremlin operatives while living in the United States. And prosecutors also are accusing her of using sex and deception to forge influential connections. (Dana Verkouteren via AP)

Die erste Anhörung im Fall Butina fand am 18. Juli statt. Bild: AP/FR31454 AP

Daneben arbeitete sie für Alexander Torschin, der in der Anklage als «russischer Beamter» bezeichnet wird. Dem Vize-Chef der russischen Zentralbank und Staatssekretär werden Kontakte zur Mafia nachgesagt. Er befindet sich auch auf dem Radar von Sonderermittler Robert Mueller, der die möglichen Kontakte von Donald Trumps Wahlkampfteam mit Russland untersucht.

Studium in Washington

Ab 2014 reiste Butina zusammen mit Torschin wiederholt in die USA. Dort knüpften sie Kontakte mit der Waffenlobby National Rifle Association (NRA) und konservativen Politikern. Im Juli 2015 stellte sie dem damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Las Vegas eine Frage zur möglichen Aufhebung der Russland-Sanktionen.

Ab 2016 studierte Maria Butina internationale Beziehungen an der American University in Washington. Sie belegte unter anderem Kurse in Cybersicherheit und schloss das Studium im Mai dieses Jahres mit dem Master ab. Wie sie die teure Ausbildung finanziert hat, ist unklar. Gegenüber anderen Studenten habe sie sich bedeckt gehalten, schreibt die «Washington Post».

Verachtung für Liebhaber

Ihr mutmasslicher Liebhaber Paul Erickson gründete in South Dakota eine Firma, die angeblich für die Kosten von Maria Butinas Studium aufkommen sollte. Die beiden traten öfters gemeinsam auf, etwa an einem Kostümfest im November 2016 zu Butinas Geburtstag (er als Mönch Rasputin, sie als Zarin Alexandra) oder an den Feiern zu Donald Trumps Amtseinführung im Januar 2017.

Maria Butina mit Alexander Torschin

Maria Butina mit Alexander Torschin im Februar 2017 in Washington. bild: facebook

Das Verhältnis mit dem Republikaner soll die Russin aus Berechnung eingegangen sein. Sie hat laut den Anklägern schriftlich ihre Verachtung über Erickson geäussert. Er wird im Verfahren als «Mitverschwörer» bezeichnet und hat sich bislang nicht zur Affäre geäussert.

Krim-Annexion verteidigt

Ihr rechtes Weltbild und ihren Patriotismus hat Butina nie verheimlicht, wie die «Washington Post» recherchiert hat. Ihre Handyhülle habe das berühmte Foto von Wladimir Putin mit entblösstem Oberkörper auf einem Pferd geziert. Dessen Politik habe sie im Unterricht und auf Partys stets verteidigt, so auch die Annexion der Krim.

An der American University fragen sich deshalb manche, ob sich eine russische Agentin nicht viel diskreter verhalten hätte. «Man kann es irgendwie kaum glauben», sagte eine Person, die Butina gekannt hat. Andere hingegen fühlen sich laut der «Post» durch die Verhaftung und die Anklage in ihrem unterschwelligen Verdacht bestätigt, sie könnte Verbindungen zum Kreml haben.

Fluchtgefahr oder Umzug?

Das FBI hat gemäss Politico auf Butinas elektronischen Geräten rund zwölf Terabyte Daten sichergestellt, was laut ihrem Anwalt etwa drei Millionen Dokumenten entspricht. Sie war gemäss der Staatsanwaltschaft per Mail in Kontakt mit dem Geheimdienst FSB und soll sich mindestens einmal mit einem inzwischen ausgewiesenen russischen Agenten getroffen haben.

Der Gipfel zwischen Trump und Putin

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Video: srf

Ihre Wohnung in Washington hatte sie auf Ende Juli gekündigt. Bei ihrer Verhaftung waren die Kisten bereits gepackt. Laut dem FBI bestand Fluchtgefahr. Ihr Anwalt behauptet, sie habe zu ihrem Liebhaber Paul Erickson nach South Dakota ziehen wollen.

Kann Maria Butina Trump zu Fall bringen? Oder sind die Vorwürfe gegen sie überzogen? Derzeit ist diese Agentenstory in erster Linie mysteriös.

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    Alle Leser-Kommentare
  • NikolaiZH 26.07.2018 22:45
    Highlight Highlight wenn man das so liest und insbesondere die argumentation, so kann man jeder zweiten proaktiven im ausland lebenden person russischer herkunft, welche die in ihrem ex-land landläufige ansichten nicht sofort kategorisch und explizit ablehnt, eine prorussische spionage aktivität unterstellen
  • Harry Schlender 26.07.2018 20:08
    Highlight Highlight mhh... das liest sich ja fast genau wie der plot der aktuellsten staffel von homeland
    • The Destiny // Team Telegram 27.07.2018 06:43
      Highlight Highlight Ist wahrscheinlich auch genau so real.
  • Paddiesli 26.07.2018 15:08
    Highlight Highlight Ich freue mich schon au eine Netflix Serie "House uf Trump", so in vier, fünf Jahren.
    • olmabrotwurschtmitbürli #käluscht 26.07.2018 16:04
      Highlight Highlight Vermutlich ist die Handlung zu unrealistisch.
    • kettcar #lina4weindoch 26.07.2018 18:07
      Highlight Highlight So im Stil von „The Osbournes“?

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