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White House senior adviser Stephen Miller is interviewed about the border wall and the departure of Defense Secretary Jim Mattis, Thursday, Dec. 20, 2018, at the White House in Washington. (AP Photo/Jacquelyn Martin)

Stephen Miller: Trumps Redenschreiber gilt als Hardliner in der Einwanderungspolitik. Bild: AP/AP

Dieser Mann ist Donald Trumps «Oberfinsterling»

Unablässig entlässt Donald Trump enge Mitarbeiter, doch einer bleibt – Stephen Miller, der den US-Präsidenten als «politisches Genie» verehrt. In der Migrationsfrage gelten beide als knallhart.



Er ist noch da – und schon dies allein ist eine beachtliche Leistung. Bereits dutzende hochrangige Regierungsmitarbeiter von Donald Trump sind in dessen weniger als zweieinhalbjähriger Amtszeit ausgeschieden.

Doch Stephen Miller, Berater und Redenschreiber im Weissen Haus, hat nicht nur alle Personalrochaden und Machtkämpfe überlebt, seine Macht ist sogar gewachsen. Der US-Präsident hält grosse Stücke auf den gerade einmal 33-Jährigen – ihre Gemeinsamkeit ist vor allem eine knallharte Linie in der Einwanderungspolitik.

Millers gestiegener Einfluss zeigte sich zuletzt im Rücktritt von Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen. Sie musste gehen, weil Trump und Miller sie für zu weich hielten – obwohl sie die vergangenes Jahr zeitweise verfolgte harsche Praxis der Trennung von zentralamerikanischen Migrantenfamilien an der Grenze umgesetzt hatte.

Ministerin für innere Sicherheit verlässt Trumps Regierung

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Video: srf

Ein Regierungsmitarbeiter sagte dem «Wall Street Journal», Trump habe Miller kürzlich die Hauptverantwortung für die Einwanderungspolitik übertragen.

Miller steigt in Trumps Achtung

Die weitere Aufwertung Millers bedeutet, dass Trump sein Vorgehen gegen die Zuwanderung verschärfen will. So könnte laut US-Medienberichten erneut zur von den Eltern getrennten Unterbringung von Migrantenkindern übergegangen werden – auch wenn Trump unlängst beteuerte, dies sei nicht geplant. Auch schärfere Kriterien für die Asylgewährung und ein energischeres Vorgehen beim Bau der Grenzmauer sind demnach möglich.

Senior White House adviser Stephen Miller listens as President Donald Trump speaks during a meeting with lawmakers on immigration policy in the Cabinet Room of the White House, Tuesday, Jan. 9, 2018, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)

Miller wuchs im kalifornischen Santa Monica (Los Angeles) in einer gutsituierten jüdisch-linksliberalen Familie auf. Bild: AP/AP

Miller hat auch schon bislang die Einwanderungspolitik der Trump-Regierung wesentlich mitgestaltet. Er war der Hauptautor der Einreiseverbote für Bürger muslimischer Staaten, die Trump kurz nach Amtsantritt erliess und die schliesslich nach langem Gerichtsstreit in etwas abgemilderter Form in Kraft traten. Berühmt wurde im Streit um den Einreisebann Millers autoritärer Spruch: «Die Vollmachten des Präsidenten, unser Land zu schützen, sind sehr umfassend und werden nicht in Frage gestellt werden».

Im vergangenen Jahr sorgte Miller dafür, dass Trump einen überparteilich im Kongress ausgehandelten Vorschlag für Einwanderungsreformen stoppte – womit der Trump-Berater wütende Kritik des republikanischen Senators Lindsey Graham auf sich zog.

Glühende Verehrung für Trump

Vor allem aber für viele ausgeprägte Trump-Gegner ist Miller der Oberfinsterling im Umfeld des Präsidenten. Bei Restaurantbesuchen in der Hauptstadt hat er Schmähungen über sich ergehen lassen müssen. Einmal soll Miller laut Medienberichten sogar aus Zorn Sushi zum Mitnehmen im Wert von 80 Dollar weggeworfen haben – weil ihm ein Restaurantmitarbeiter gleich zwei Stinkefinger gezeigt hatte.

FILE- In this Jan. 2, 2019, file photo White House senior adviser Stephen Miller listens as President Donald Trump speaks during a cabinet meeting at the White House in Washington. Miller indicated Sunday, Feb. 17, on

Miller tat sich schon als Schüler und später als Student als rechtsgerichteter Provokateur hervor. Bild: AP/AP

Letztlich ist dem schlaksigen jungen Mann mit dem spärlichen Haarwuchs, dem oft ausdruckslosen Blick, der ratternden Sprechweise und der Vorliebe für dunkle Anzüge die Meinung seiner Kritiker aber offenkundig egal. Er will vor allem dem Präsidenten gefallen, dem er in glühender Verehrung ergeben ist. Als «politisches Genie» hat er Trump bezeichnet. Auch diese Bewunderung hat Miller bei seinem Aufstieg sicherlich geholfen.

Miller wuchs im kalifornischen Santa Monica in einer gutsituierten jüdisch-linksliberalen Familie auf, ging aber schon früh auf scharfe Distanz zu den Ansichten seiner Eltern. Bereits an der High School tat er sich als rechtsgerichteter Provokateur hervor, der gegen Einwanderung und Multikulti wetterte. Diese Agitation setzte er während des Politikstudiums an der renommierten Duke University im Bundesstaat North Carolina fort.

Karriere im Wahlkampfteam

Nach dem Studium arbeitete Miller in Washington für verschiedene Kongressmitglieder, darunter den erzkonservativen Senator und später vom Trump zum Justizminister ernannten Jeff Sessions. Miller wird eine entscheidende Rolle dabei zugeschrieben, dass bereits 2013 ein parteiübergreifender Anlauf für eine Einwanderungsreform scheiterte.

Wie Sessions trat Miller dann dem Wahlkampfteam Trumps bei, wo er sich als Redenschreiber wie auch als Redner hervortat. Auch die finster-aggressive Rede, mit welcher der Präsident nach seiner Vereidigung im Januar 2017 grosse Teile der Welt in Furcht versetzte, soll massgeblich von dem Jungspund mitverfasst worden sein.

(mbi/afp)

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • LondonAfterMidnight 16.04.2019 12:51
    Highlight Highlight Miller hat was von Doug Stamper aus House of Cards.. zumindest äusserlich. Spannend wie mein Kopf hier Parallelen zieht.. Wobei die Figur Stamper charakterlich nicht überall gleich zieht..
  • orso129 15.04.2019 18:47
    Highlight Highlight Kann man so die sehr israelfreundliche, dem Friedensprozess überhaupt nicht dienlichen Entscheide von Trump erklären?
  • Sageits 15.04.2019 14:20
    Highlight Highlight Da stellt sich für mich die Frage: was könnte passieren, wenn ein Narzisst auf einen Psychopaten hereinfällt? -
    Ich denke nichts Gutes und das Popcorn könnte beim Zusehen, wie es sich entwickelt, im Halse stecken bleiben....
  • seventhinkingsteps 15.04.2019 00:20
    Highlight Highlight "Harte Linie in der Einwanderungpolitik" ist wirklich ein toller Euphemismus für "Rassist".

    Und was ist bitte ist eine Migrationsfrage? Welche Frage?
  • Black Cat in a Sink 14.04.2019 21:50
    Highlight Highlight Bannon ist ein Pazifist verglichen mit Miller. Er ist gefährlich und schert sich nicht um geltende Gesetze. Vor allem aber; er ist ein Menschenhasser, schlimmer noch als die Schergen im 3. Reich.
  • Magnum 14.04.2019 19:53
    Highlight Highlight Gut und dringend angezeigt, dass die Medien einmal diesen komplett empathielosen Rassisten ins Rampenlicht rücken. Miller hat dem Melting Pot den Krieg erklärt, wer nicht weiss und Christ oder Jude ist, ist für diesen Finsterling schlicht ein Untermensch, der in den USA nichts verloren hat. Das Problem ist aber, dass der von ihm als zu privilegierend betrachtete Teil der US-Bevölkerung keine Mehrheit mehr darstellt. Und dann wird die Demokratie für diesen Demagogen eher früher als später zum Hindernis. Miller ist ein typischer Emporkömmling unter Trump - und ja: brandgefährlich.
  • Holzkopf 14.04.2019 19:53
    Highlight Highlight So lange er Trump verehrt, wird er bestehen bleiben. Solte er ihn irgendwann kritisieren, wird er umso schneller aussortiert werden...so funktioniert nun mal Narzissmus.
  • redeye70 14.04.2019 19:50
    Highlight Highlight Warum erinnert der mich bloss so an Josef Goebbels? Bin verwirrt, weil er doch eigentlich Jude ist.
    • Energize 14.04.2019 20:11
      Highlight Highlight My thoughts exactly.
    • Trump's verschwiegener Sohn 14.04.2019 21:57
      Highlight Highlight Seine Neigung zum Faschismus ist mächtiger als sein Verantwortungsgefühl gegenüber seinem Volk (den Juden). Es gibt auch unter den Juden noch immer genug Individuen, welche auch die eigenen Leute opfern wenn nötig. In der Nazizeit hiessen diese Kapos.
    • AdvocatusDiaboli 15.04.2019 02:03
      Highlight Highlight Weil du Josef Goebbels Geschichte nicht gut kennst.
  • Avalon 14.04.2019 19:21
    Highlight Highlight Man fragt sich schon, was die Triebfeder bei diesem Mann und seinen Machenschaften ist. Sogar seine Familie distanziert sich von ihm...
  • Flo1914 14.04.2019 18:52
    Highlight Highlight Er ist ein Jude, gemäss dem Artikel. Na und? Was hat das mit seiner Politik zu tun?
    Warum wir immer bei Juden ihre Herkunft erwähnt?

    • Walter Sahli 14.04.2019 20:00
      Highlight Highlight Das Judentum ist eine Religion, keine Herkunft.

    • roger.schmid 14.04.2019 20:02
      Highlight Highlight @Flo1914: Bei ihm wird es wohl vorallem erwähnt, weil seine direkten Vorfahren einst selbst vor Verfolgung in die USA geflohen sind..
    • Y. Pony 14.04.2019 20:16
      Highlight Highlight Finde auch, diesem Fakt sollte nicht zu viel Beachtung geschenkt werden.
      Hingegen ist die Ironie halt kaum zu übersehen: Es ist schwer zu verdauen, dass ein „Angehöriger eines verfolgten Volkes“ nicht nur Einwanderung sondern Asyl grundsätzlich in Frage stellt und antisemitische White Supremacists verteidigt.
      Oder nicht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Phrosch 14.04.2019 18:18
    Highlight Highlight Liebe Watsons, bitte hängt ein grosses Post-it auf mit dem Vermerk: „Homeland security (USA) = innere Sicherheit“, NICHT Heimatschutz. Diese Fehlübersetzung verfälscht die Aussage dessen, was ihr schreibt. Das könnt ihr nucht wollen.
    • ands 14.04.2019 20:06
      Highlight Highlight Was verstehst du denn unter "Heimatschutz"? Für mich bedeuten beide deutschen Ausdrücke das selbe.
    • Stänkerer 14.04.2019 20:36
      Highlight Highlight @ands
      Innere Sicherheit=Schutz der Bevölkerung und des Wertesystems
      Heimatschutz=Schutz der Kultur
    • Klaus07 14.04.2019 20:46
      Highlight Highlight @Phrosch
      Lies einmal nach was man unter Wikipedia dazu findet.:

      Das Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten (auch: Heimatschutzministerium, englisch United States Department of Homeland Security [DHS]) ist ein im Jahr 2002 unter Eindruck der Terroranschläge am 11. September 2001 geschaffenes Ministerium der Vereinigten Staaten.

    Weitere Antworten anzeigen
  • Nonkonformist 14.04.2019 17:31
    Highlight Highlight Guter Mann dieser Miller. Hoffe er bekommt noch mehr Einfluss, auch über die Ära Trump hinaus.
    • mostlyharmless 14.04.2019 17:59
      Highlight Highlight Nonkonformist so wie in «abartig»?
    • Gravity 14.04.2019 18:22
      Highlight Highlight Sarkasmus?
    • MacB 14.04.2019 18:38
      Highlight Highlight Warum?
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