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Morgen Dienstag treffen die beiden Streithähne aufeinander.  Bild: AP/AP

«Raketenmann» trifft «senilen Greis» – Trump und Kim in der Zitatvorschau

11.06.18, 16:11 11.06.18, 16:56


US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un sind keine Leisetreter. In den vergangenen Jahren überzogen sie sich mit Drohungen, die weltweit schlimmste Befürchtungen auslösten. Doch seit Kurzem geht es zwischen den beiden auch in die andere Richtung.

8. Mai 2014

Trump: «Nordkorea ist der letzte Ort auf der Erde, wo ich hin will»

Gut ein Jahr nachdem Dennis Rodman ein Basketballspiel mit Kim in Nordkorea besucht hatte, bot er angeblich Trump eine Reise in den fernen Osten an. Dieser lehnte dankend ab.

25. November 2014

«Die Massaker, die die imperialistischen Aggressoren der USA in Sinchon [1950] verübt haben, zeigen klar, dass sie Kannibalen und Mörder sind, die Gefallen an Metzeleien finden.»

Kim am 25. November 2014 bei einem Besuch des Sinchon-Museums

16. September 2015

«Keiner erwähnt je Nordkorea, wo dieser Irre sitzt, und der hat wirklich Atomwaffen. Irgendjemand sollte besser anfangen, über Nordkorea und vielleicht ein paar andere Orte nachzudenken.»

Trump bei einer Debatte mit republikanischen Präsidentschaftskandidaten am 16. September 2015

10. Februar 2016

«Ich würde China dazu bringen, diesen Typen [Kim Jong Un] auf irgendeine Art und Weise sehr schnell verschwinden zu lassen.»

Ab 9:53 Minuten. Video: YouTube/CBS This Morning

26. März 2016

Ein nordkoreanisches Propagandavideo zeigt einen Raketenangriff auf Washington und die amerikanische Flagge in Flammen. In den Untertiteln des Videos schiessen die Macher des Videos von dprktoday.com auch verbal scharf.

«Die Vereinigten Staaten müssen sich entscheiden! Es liegt an Ihnen, ob die Nation, die Vereinigte Staaten genannt wird, auf diesem Planeten existiert oder nicht.»

Untertitel eines koreanischen Propaganda-Videos vom 26. März 2016

4. Juli 2017

Am Unabhängigkeitstag besticht Trump mit dem Stilmittel der rhetorischen Frage:

8. August 2017

«Nordkorea sollte gegenüber den Vereinigten Staaten am besten keine Drohungen mehr aussprechen. Wir werden ihnen mit Feuer und Zorn begegnen, wie sie die Welt nie zuvor gesehen hat.»

Trump vor Reportern auf seiner Golfanlage in Bedminster, New Jersey, am 8. August 2017

10. August 2017

«Ein fundierter Dialog ist mit einem solchen Typen, dem jegliche Vernunft fehlt, nicht möglich.»

Kim am 10. August 2017 in nordkoreanischen Staatsmedien

16. August 2017

Trump lobt Kim! Der nordkoreanische Machthaber entschied sich gegen einen Raketenangriff auf die Insel Guam, welche zu U.S.-Territorium gehört. Dies wurde von Trump als «weise und gut überlegte Entscheidung» betitelt.

15. September 2017

«Wir müssen den Grossmacht-Chauvinisten zeigen, wie unser Staat trotz endloser Sanktionen und Blockaden sein Ziel erreicht, die Atomstreitkräfte zu vollenden.»

Kim Jong Un laut nordkoreanischen Medien am 15. September 2017

19. September 2017

Trump spricht vor der United Nations-Generalversammlung in New York. Und spuckt auch dort grosse Töne bezüglich der Bedrohung Nordkoreas mit Raketen und Atomwaffen.

«Wenn (die USA) gezwungen sind, sich selbst oder ihre Verbündeten zu verteidigen, dann haben wir keine Wahl, als Nordkorea total zu zerstören.»

«Der Raketenmann ist auf einem selbstmörderischen Weg.»

Ab 1:50 Minuten. Video: YouTube/CNN

«Keine Nation der Welt hat ein Interesse daran, dabei zuzusehen, wie diese Bande von Kriminellen sich mit Raketen und Nuklearwaffen ausrüstet.»

20. September 2017

Der nordkoreanische Aussenminister Ri Yong Ho laut südkoreanischen Sendern in New York bei der UN-Generalversammlung:

«Falls er denkt, er kann uns mit dem Klang von Hundegekläff verängstigen, so ist das wirklich der Traum eines Hundes.»

Ri bezog sich demnach auf ein nordkoreanisches Sprichwort, wonach ein feierlicher Umzug auch dann fortgesetzt wird, wenn ein Hund bellt ...

22. September 2017

... und sein Vorgesetzter, Kim Jong Un, giesst laut der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA weiter Öl ins Feuer:

«Ich werde den geisteskranken, dementen US-Greis gewiss und auf jeden Fall mit Feuer bändigen.»

Ein paar Stunden später antwortet Trump über seinen Lieblingskanal:

«Kim Jong Un, der offensichtlich ein Verrückter ist und dem es nichts ausmacht, seine eigenen Leute verhungern zu lassen, wird geprüft wie niemals zuvor!»

12. November 2017

Jetzt spricht Trump von Freundschaft. Und dies, obwohl Kim ihn unlängst als «alt» betitelt hatte. Ist dies der erste Annäherungsversuch?

1. Januar 2018

«Ich habe einen Atomknopf auf meinem Schreibtisch.»

Kim während seiner Neujahrs-Rede 2018

Kim Jong Un während seiner Neujahrs-Rede 2018. Bild: AP/KCNA via KNS

3. Januar 2018

Und wieder lässt Trump nicht lange auf seine Antwort warten. Wer hat den Grösseren? Es steht Aussage gegen Aussage.

«Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un hat gerade gesagt, dass der Atomwaffenknopf immer auf seinem Schreibtisch sei. Wird jemand aus seinem verarmten und ausgehungertem Regime ihn bitte darüber informieren, dass auch ich einen Atomwaffenknopf habe, aber er ist viel grösser & mächtiger als seiner, und mein Knopf funktioniert!»

11. Januar 2018

 

«Ich habe wahrscheinlich ein gutes Verhältnis zu Kim Jong Un.»

Trump am 11. Januar 2018 in einem Interview des «Wall Street Journal»

26. Februar 2018

Einen Tag zuvor hatte Südkorea bekannt gegeben, dass man «bereit für Gespräche» sei. Daraufhin meinte Trump:

«Wir wollen auch reden – jedoch nur unter den richtigen Umständen.»

25. Mai 2018

Nordkoreas Aussenminister Kim Kye Gwan spricht 25. Mai 2018. Er schlägt in einer Erklärung versöhnliche Töne an, nachdem Trump das Gipfeltreffen mit Kim Jong Un kurz zuvor zunächst abgesagt hatte:

«Wir haben innerlich gehofft, dass das, was die Trump-Formel genannt wird, hilft, die Besorgnisse beider Seiten beseitigen zu können.»

Aussenminister Kim Kye Gwan. Bild: AP/AP

7. Juni 2018

Trump über einen Brief von Kim Jong Un, den ihm der nordkoreanische Gesandte Kim Yong Chol im Weissen Haus in der vergangenen Woche übergeben hatte.

«Das war wirklich ein sehr warmherziger, sehr schöner Brief.»

(bal)

Video: srf

Trump auf dem Titel

Trumps seltsame Helfer

Die drei Unbestechlichen gegen Donald Trump

Freispruch oder Impeachment? Bei Trump ist beides möglich

Trump gegen Mueller: Das Endspiel hat begonnen

Die seltsamen Methoden des Rudolph W. (Rudy) Giuliani

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • meine senf 11.06.2018 19:57
    Highlight Wenn viele gescheite Leute ein Problem während sehr langer Zeit nicht lösen konnten, kann es ja tatsächlich eine überlegenswerte Idee sein, es mal einen Verrückten versuchen zu lassen.

    Kim könnte es auch als eine Chance sehen, einen Fuss in der Tür zu haben, falls die USA mal wieder einen ernst zu nehmenden Präsidenten haben. Er wird sicher nicht gleich einen technisch nicht rückgängig zu machenden Schritt eingehen.

    Vielleicht schaffen es Dick und Doof auf ihre spezielle Art ja wirklich, eine erste Bewegung zum hoffentlich langfristig Gutem in eine festgefahrene Situation zu bringen.
    3 0 Melden
  • Xenon 11.06.2018 18:31
    Highlight Trump hat Milliarden verdient, ist der mächtigste Mann der Welt.
    Ihr lest Watson und kommentiert wie dumm er ist😂🤦‍♂️.
    make america great again..und der gute nebeneffekt dabei dass wir auch wieder auf uns schauen müssen
    #trumptheheroe
    3 9 Melden
  • DichterLenz 11.06.2018 18:19
    Highlight Eigentlich recht lustig, wenns nicht so traurig wäre.
    2 0 Melden
  • Bazoo 11.06.2018 18:17
    Highlight Wohl eher ein Zitatrückblick 😏😉
    1 0 Melden
  • Ökonometriker 11.06.2018 17:49
    Highlight Wenn es heute zu einem high-five der beiden Patschhändchen kommt ist das Treffen perfekt.
    1 0 Melden
  • Rannen 11.06.2018 17:32
    Highlight Wahrscheinlich kriegt der Narzischt noch den Nobelpreis
    4 5 Melden
    • DichterLenz 11.06.2018 18:23
      Highlight welchen meinst Du?
      2 0 Melden
  • amore 11.06.2018 17:31
    Highlight Ich weiß gar nicht warum Trump zum Verhandeln kommt. Er soll seine Streitkräfte aus Südkorea abziehen. Und Nord- und Südkorea bringen ihr Land wieder zusammen. Amerika braucht es dort nicht mehr.
    14 5 Melden
    • Ueli der Knecht 11.06.2018 19:15
      Highlight Ich glaube, genau so stellen sich die Koreaner und Chinesen die "nukleare Abrüstung der koreanischen Halbinsel" vor. Sicherheitsgarantien allenfalls von den Chinesen. Diesbezüglich amerikanische Angebote werden die Nordkoreaner vermutlich ablehnen.
      2 0 Melden
  • rodolofo 11.06.2018 16:50
    Highlight Wie wenn zwei Kinder miteinander kommunizieren!
    Und beide ballern sehr gerne mit Militärspielzeug herum...
    Es ist schon beängstigend und sehr unheimlich, dass solche Kindsköpfe Zugang zu Atom-Knöpfen haben, wenn auch der Eine nur über einen relativ kleinen Atomknopf verfügt, der aber nichtsdestotrotz sehr viel Schaden anzurichten imstande ist!
    Gleichzeitig ist es aber irgendwie rührend und süss, wie die beiden Wonneproppen miteinander umgehen und wie sie dabei immer mehr Ähnlichkeiten beim jeweils Anderen entdecken!
    Möglicherweise ist Trump so schlecht, dass es schon fast wieder gut ist...
    8 7 Melden
  • AfterEightUmViertelVorAchtEsser 11.06.2018 16:24
    Highlight Zwei Psychopathen treffen sich.

    Mich erinnert das ganze an das 80er Musikvideo "Two Tribes" von "Frankie goes to Hollywood"
    17 7 Melden
    • Denken hilft 11.06.2018 16:53
      Highlight Ich würde sagen Egomanen. Kleiner Zipfel, kleine Hände, grosse Klappe ...
      7 6 Melden
    • Ueli der Knecht 11.06.2018 17:15
      Highlight Ganz geiler Sound!

      Vorsicht: "Dieses Video ist möglicherweise für einige Nutzer unangemessen."

      6 5 Melden
  • Bombenjunge 11.06.2018 16:17
    Highlight Trumps' Twitter Wahn(sinn) wurde schon immer völlig überbewertet.
    Er bellt gerne und laut.
    Aber der Mann ist blitzgescheit und am Ende ist er ein extrem guter Dealmaker.

    Kim ist sicher ein unberechenbarer Faktor, aber Trump hat schon viele male bewiesen, dass er auch mit solchen Dingen umgehen kann.

    Jedenfalls wäre es wünschenswert, dass Trump Erfolg hat, und man sollte ihm dies auch gönnen.
    Leider sind die Medien aber von vorherein offenbar darauf aus, das alles scheitert, man hat sicher schon die entprechenden Artikel parat.
    12 49 Melden
    • The Origin Gra 11.06.2018 16:39
      Highlight Hunde die Bellen beissen nicht sagt man ja.
      Ich bezweifle das Trump ausser Porzellan zu zerschlagen und rumbellen sonst was Nachhaltiges zustande bringt.

      Die Welt würde es freuen
      13 3 Melden
    • Denken hilft 11.06.2018 16:52
      Highlight "blitzgescheit"? Also relativ zu einem Greni?

      Nicht mal das würde ich unterschreiben.

      Das TRUMP besteht nur aus Ego und nur sehr wenig Hirn.
      14 7 Melden
    • rodolofo 11.06.2018 16:53
      Highlight Du meinst also, dass Trump nur so tut, als ob er völlig durchgeknallt sei?
      Ja das wäre tatsächlich höchst raffiniert!
      Genie und Wahnsinn liegen wieder mal ganz dicht beieinander...
      12 2 Melden
    • Turturkeykey 11.06.2018 17:05
      Highlight ich würde mich in der tat freuen, und es wäre für die welt eine durchwegs gute sache, wenn trump erfolg hätte.
      Ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass sich kim und trump gut verstehen. Trump kann mit diktatoren und despoten ja eh besser als mit vollblut politikern.
      Aber trump alls blitzgescheit zu bezeichnen, nach der shitshow der vergangenen anderthalb jahre, ist imho mehr als ein bisschen weltfremd;-)
      18 4 Melden
    • IchSageNichts 11.06.2018 17:30
      Highlight Sehr naive Einstellung. Niemand ist Jesus und darum wird Trump alleine das nie hinbekommen. Wenn Kim sieht was er mit Iran macht dann wird er sichs 2x überlegen bevor er seine A-Waffen abgibt.
      Vielleicht ist es der Start eines Dialogs aber sicher wird kein Superdeal daraus entstehen. Diplomatie ist langsam und nicht Business wie Trump es kennt
      9 3 Melden
    • Sportfan 11.06.2018 18:50
      Highlight Blitzgescheit? Der ist ja so dumm, dass ihn seine Anwälte nicht mal ein bisschen zu Robert Muller lassen, weil sich der Trump in seiner grenzenlosen Intelligenz um Kopf und Kragen schwatzen würde. Und das notabene zu einer Befragung, von welcher Trump ja keine Angst haben sollte, weil es ja keine Verstrickung nach Russland gibt....

      Und dass er Dumm wie Brot ist, hat auch Kim erkannt, deshalb trifft er ihn ja. Gegen diesen Vogel kann selbst Kim nur gewinnen.
      6 0 Melden
    • äti 11.06.2018 19:46
      Highlight Trump wird jeden Misserfolg in Singapur als 'grössten Friedens-Deal aller Zeiten' feiern. Selbst, wenn etwas Positives rauskommt wirds niemand glauben. Aus viel Erfahrung. Und andere warten ein paar Tage, bis Trump das Gegenteil der Abmachung behauptet. So oder so, ein Friedensnobelpreis gehört keinem der beiden. Eher Louis Armstrong, posthum, der hat Musik gemacht.
      3 0 Melden
    • rodolofo 11.06.2018 21:11
      Highlight Ich sehe Trump als Poker-Spieler der Macht.
      Sein Spektakel als "Böser Clown" führt dazu, dass ihn Alle unterschätzen, obwohl wir ihn eigentlich gar nicht wirklich einschätzen können, da er seine Echtheit nur spielt, bzw. auch im echten Leben schauspielert (US-Spezialität).
      Mit seinen willkürlichen Kehrtwendungen steigert der "Schlaue Fuchs" die allgemeine Verwirrung noch und kann die grosse "Aufregung im Hühnerstall" dazu nutzen, ein aufgeregtes Huhn nach dem andern tot zu beissen.
      Putin verfährt ganz ähnlich, einfach mit einer anderen, manchmal ausserirdisch starr wirkenden Maske...
      3 1 Melden

Ihre Königliche Hoheit, Präsident Donald J. Trump

Der US-Präsident glaubt, er stehe über dem Gesetz. Er hat die Mitglieder der republikanischen Partei zu harmlosen Schmeichlern degradiert. Er stösst Verbündete vor den Kopf und zettelt nach Belieben Handelskriege an.

Wegen einer Laune der Natur hatte George Washington keine leiblichen Kinder. Das hat der jungen amerikanischen Republik sehr viel Ärger erspart, denn die Angst vor einer königlichen Familie war nach dem erfolgreichen Aufstand gegen die Briten weit verbreitet, ja geradezu hysterisch.

Der kinderlose 1. Präsident war jedoch ein Garant, dass in den USA keine königliche Familie und damit auch keine absolutistische Monarchie entstehen konnte.

Der 45. Präsident der USA hat zwar noch nicht den Status …

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