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Die radikalislamischen Taliban haben am Montag die Serie ihrer heftigen Angriffe in Afghanistan fortgesetzt.

Die Taliban-Anschlagserie setzt sich fort. Bild: AP

Mindestens 16 Todesopfer nach Taliban-Angriff in Kabul



Bei einer schweren Explosion und Schüssen sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestens 16 Zivilisten getötet worden. 119 weitere Personen seien bei dem Vorfall am Montagabend verletzt worden, sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums.

Zuvor war von fünf Todesopfern und rund 50 Verletzten die Rede gewesen. Nach Polizeiangaben soll die Explosion von einer Autobombe ausgegangen sein. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff durch einen Selbstmordattentäter und mehrere Schützen.

Dem Sprecher des afghanischen Innenministeriums zufolge ereignete sich die Explosion in der Nähe von Green Village, einem Gebiet, in dem Hilfsorganisationen und internationale Organisationen ansässig sind. Auf die Explosion folgten Schüsse aus kleineren Waffen. Eine Tankstelle in der Nähe geriet in Brand, wodurch es zu einer zweiten Explosion kam. Bilder in sozialen Medien zeigten, wie eine grosse Rauchwolke in den Himmel wuchs.

Der Anschlag ereignete sich, während ein Interview mit dem US-Sondergesandten für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, im afghanischen Fernsehen zum möglichen Abschluss eines Friedensabkommens zwischen den USA und den Taliban ausgestrahlt wurde.

Trump muss zustimmen

Die USA hatten am Montag den Abzug ihrer Soldaten von fünf afghanischen Militärstützpunkten im Rahmen eines möglichen Friedensabkommens mit den Taliban in Aussicht gestellt. Die US-Regierung habe sich in Verhandlungen mit der Islamistenmiliz darauf verständigt, innerhalb von 135 Tagen nach einem Abkommen fünf ihrer Militärstützpunkte in Afghanistan zu verlassen, wenn die «Voraussetzungen entsprechend dem Vertrag» erfüllt würden, sagte Khalilzad am Montag dem afghanischen Sender Tolo News.

Die «grundsätzliche» Einigung zwischen den USA und den Taliban sei aber erst endgültig, wenn sich US-Präsident Donald Trump damit einverstanden erkläre, sagte Khalilzad. Sollte Trump zustimmen, könne das Abkommen in den nächsten Tagen verkündet werden. Vonseiten der Taliban gab es vorerst keinen Kommentar zu Khalilzads Aussagen.

President Donald Trump speaks at the Federal Emergency Management Agency (FEMA), Sunday, Sept. 1, 2019, in Washington. (AP Photo/Jacquelyn Martin)
Donald Trump

Die US-Regierung verhandelt mit den Taliban – es braucht nur noch die Zustimmung von Donald Trump. Bild: AP

Die Autobombe in Kabul war mittlerweile der dritte aufsehenerregende Angriff in Afghanistan binnen drei Tagen. Am Samstag hatten Hunderte Taliban-Kämpfer versucht, die nördliche Provinzhauptstadt Kundus zu überrennen. Am Sonntag griffen Taliban-Kämpfer die Provinzhauptstadt Pul-e Chumri an. In beiden Städten starben nach offiziellen Angaben mindestens 32 Sicherheitskräfte und Zivilisten.

Die Taliban erklärten über Twitter am Montagabend, der Angriff in Kabul sei «die Stimme jener unterdrückten Landsleute, die getötet und verwundet werden und deren Häuser durch wiederholte Bombenangriffe und Überfälle zerstört werden». (mim/sda/afp/dpa)

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Mindestens 21 Tote bei Doppelanschlag in Kabul

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