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Impeachment: Demokraten wollen Trumps Top-Beamte vorladen



Noch vor der beabsichtigten Eröffnung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen US-Präsident Donald Trump haben die Demokraten den Republikanern im Senat einen Vorschlag für das weitere Vorgehen unterbreitet. Dies geschah in einem öffentlichen Brief.

Senate Minority Leader Sen. Chuck Schumer of N.Y., calls on a reporter during a news conference, Tuesday, Dec. 10, 2019, on Capitol Hill in Washington. (AP Photo/Andrew Harnik)
Chuck Schumer

Chuck Schumer richtete sich in einem Brief an seinen republikanischen Gegenspieler. Bild: AP

Der von Trumps Republikanern dominierte Senat ist die entscheidende Instanz in einem Amtsenthebungsverfahren, das formell bereits Mitte der Woche mit einem Votum im Repräsentantenhaus eröffnet werden könnte.

Mitte Januar als Termin

Der demokratische Minderheitsführer Chuck Schumer richtete sich in einem am Sonntag (Ortszeit) von mehreren US-Medien veröffentlichten Brief an seinen republikanischen Gegenpart Mitch McConnell.

Darin schlug er vor, vier hochrangige Beamte des Weissen Hauses als Zeugen vorzuladen, darunter Trumps geschäftsführenden Stabschef Mick Mulvaney und den früheren nationalen Sicherheitsberater John Bolton. Mit dem Verfahren könne in der zweiten Januarwoche begonnen werden, geht aus dem Schreiben weiter hervor.

Der genaue Ablauf im Senat ist nicht festgelegt. Der Brief von Schumer ist also der Versuch, sich mit den Republikanern auf eine Gangart zu verständigen.

Der Mehrheitsführer scheint derzeit ein kürzeres Verfahren ohne viel Trubel gegenüber einem langen mit Zeugenanhörungen zu bevorzugen. Bei einem solchen beschleunigten Verfahren könnten die Senatoren mit einer einfachen Mehrheit beschliessen, direkt – also ohne weitere Zeugenanhörungen – über die Anklagepunkte gegen Trump abstimmen zu lassen. Er könnte den Prozess auch noch weiter abkürzen. Mit einer einfachen Mehrheit könnte McConnell das Impeachment abweisen lassen. Dann würde das Verfahren eingestellt. Allerdings wäre Trump damit nicht freigesprochen.

Zweidrittelmehrheit nicht absehbar

Trump soll sich nach dem Willen der Demokraten wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen des Kongresses, also des US-Parlaments, verantworten. In dieser Woche soll das Plenum im Repräsentantenhaus über die beiden Anklagepunkte entscheiden. Sollten die Abgeordneten in der von den Demokraten dominierten Kammer mehrheitlich zustimmen, würde das Amtsenthebungsverfahren gegen Trump formell eröffnet.

Das anschliessende Prozedere im Senat gleicht einem Gerichtsverfahren. Für eine Verurteilung und eine Amtsenthebung des Präsidenten wäre dort eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, die derzeit nicht absehbar ist. (sda/dpa)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
lilie
16.12.2019 04:29registriert July 2016
Das ist einfach immer noch schräg, dass der Senat über Schuld und Unschuld entscheiden soll. Sollte das nicht ein Gericht entscheiden?
Aber was schreibe ich über ein Land, in dem auch in einem ordentlichen Gerichtsverfahren nicht Fachleute über Schuld und Unschuld urteilen sondern Laienjurys...
Kein Wunder sitzen viele Unschuldige in Amerikas Gefängnissen. Hier werden wir gerade Zeuge, wie Verbrecher davonkommen, obwohl ihre Schuld bewiesen ist (und trotz Geständnis).
Trump hat recht: Er könnte jemanden bei laufender Kamera über den Haufen schiessen und käme ungeschoren davon. Unglaublich!
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Joe "I beat the socialist" Biden
16.12.2019 03:54registriert July 2017
"Das anschliessende Prozedere im Senat gleicht einem Gerichtsverfahren."
Das ist eigentlich schon alleine das Todesurteil für dieses Begehren, zumal obendrauf noch mehrheitlich Republikaner im Senat sitzen.
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