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Counselor to the President Steve Bannon, left, talks with White House senior advisers Jared Kushner in the Oval Office of the White House in Washington, Friday, Feb. 3, 2017. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

Steve Bannon und Jared Kushner im Oval Office.  Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/KEYSTONE

Nach Krach mit Trumps Schwiegersohn: Bannon wollte den Bettel hinschmeissen

Donald Trumps «Chefideologe» Steve Bannon verliert im Weissen Haus an Einfluss. Er soll mit Rücktritt gedroht haben. Profiteure des Machtkampfes sind die «Realpolitiker» um Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.



Ein Personalentscheid versetzte am Mittwoch die Washingtoner Politszene in Aufregung. Steve Bannon, der Chefstratege und «Einflüsterer» von US-Präsident Donald Trump, musste seinen Sitz im Nationalen Sicherheitsrat räumen. Trumps Entscheidung, den Ultranationalisten in dieses strategisch wichtige Gremium aufzunehmen, hatte Ende Januar für heftige Kritik gesorgt.

Nun werden Details zu diesem überraschenden Schritt publik. Sie deuten auf einen Machtkampf im ohnehin von Chaos geprägten Weissen Haus hin. Dabei sollen sich die «Realpolitiker» um Trumps neuen Sicherheitsberater H.R. McMaster und Jared Kushner, den Schwiegersohn des Präsidenten, gegen Bannons «Ideologen» durchsetzen.

President Donald Trump, right, listens as Army Lt. Gen. H.R. McMaster, left, talks at Trump's Mar-a-Lago estate in Palm Beach, Fla., Monday, Feb. 20, 2017, where Trump announced that McMaster will be the new national security adviser. (AP Photo/Susan Walsh)

Donald Trump und sein Sicherheitsberater H.R. McMaster. Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

Zwischen Bannon und Kushner soll es zunehmend gekracht haben, berichtet die stets gut informierte Website Politico mit Berufung auf mehrere Personen aus dem Umfeld des Präsidenten. Der Ehemann von Ivanka Trump soll demnach als Chefberater eine immer wichtigere Rolle spielen. Die «New York Times» bezeichnet Kushner als eine Art «Schatten-Aussenminister».

Der Einfluss der Geldgeberin

Steve Bannon soll sich beschwert haben, dass Kushner und seine Verbündeten seine populistische Agenda untergraben würden, schreibt Politico. Er habe deswegen den Bettel hinschmeissen wollen. Rebekah Mercer, eine grosse Geldgeberin der Republikaner und langjährige Bannon-Vertraute, habe ihn überredet, auf seinem Posten auszuharren.

Mercer und ihr Vater Robert, ein Hedgefonds-Milliardär, haben der Partei nicht nur Millionen gespendet. Rebekah Mercer ist auch eine bedeutende Investorin beim Rechtsaussen-Portal Breitbart, das von Bannon geleitet wurde, und bei der umstrittenen Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica. Sie habe Bannon zu überzeugen versucht, dass es sich um «ein langfristiges Spiel» handle, sagte ein führender Republikaner.

Bannon bezeichnete die Rücktrittsdrohung gegenüber Politico als «totalen Unsinn». Es gibt jedoch Hinweise, dass er zunehmend frustriert ist über seine Rolle im Weissen Haus und den schwindenden Einfluss auf Donald Trump. So soll er wiederholt bei Sitzungen gefehlt haben. Auch gegen seinen Rauswurf aus dem Sicherheitsrat habe er sich gewehrt und erneut mit Rücktritt gedroht, berichten Politico und «New York Times».

Trump unzufrieden mit Bannon

Auch Donald Trump selbst soll mit seinem umstrittenen Chefstrategen unzufrieden sein. Er macht ihn gemäss den US-Medien verantwortlich für die negative Berichterstattung und für diverse Fehlschläge, insbesondere die von der Justiz kassierte Einreisesperre für Muslime aus mehreren Ländern und den gescheiterten Angriff auf Obamacare.

Der wachsende Einfluss der «Realos» dürfte Trumps Politik berechenbarer machen. Eine Marginalisierung von Bannon bedeutet für den Präsidenten aber ein Risiko. Er braucht dessen nationalistische, einwanderungsfeindliche Fangemeinde. Mit deren Hilfe hat er die Wahl gewonnen. Angesichts seiner tiefen Beliebtheitswerte braucht er sie sogar mehr denn je.

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    Alle Leser-Kommentare
  • äti 06.04.2017 23:10
    Highlight Highlight "Realpolitiker"? Nur McMaster ist sowas, der andere ist Schwiegersohn und irgendwie zuständig für die Eröffnung von Golfplätzen. Auf Staatskosten.
  • pamayer 06.04.2017 18:03
    Highlight Highlight Cool: Bannon feuern und ihm hintendrein noch die ganze Schuld für alle Miseren als Abgangsentschädigung hinterherschaufeln.

    Also alle 2 Monate einen Sündenbock für alles in die Wüste schicken.


    Es wird leer im Weissen Haus werden.
  • River 06.04.2017 16:00
    Highlight Highlight Eventuell könnte es seine Beliebtheit steigern, wenn er sich von Bannon und seinen Anhängern distanziert? Nur so ne Idee....
    • Echo der Zeit 06.04.2017 17:51
      Highlight Highlight Seine Beliebtheit würde sich steigern wenn er sich von Menschen fern hält und in einer Hölle wohnen geht.
    • alessandro 06.04.2017 18:56
      Highlight Highlight Passender Flüchtigkeitsfehler ;-)
    • ThomasHiller 06.04.2017 21:04
      Highlight Highlight @Echo, you made my day! Einschließlich Rechtsschreibfehler ^^
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alex23 06.04.2017 15:49
    Highlight Highlight Einfach nur eine Chaostruppe! Eine explosive Mixtur aus Ignoranz, perfiden Ideen, Eigennutz, populistischem Gewäsch und Konzeptlosigkeit.
    Wenn das in den nächsten Jahren so weiter geht ....
  • saukaibli 06.04.2017 15:41
    Highlight Highlight Schade, wenn sich die Realpolitiker durchsetzen, werden die News meinen schwarzen Humor zukünftig wohl weniger unterhalten. So voll Bekloppte wie Bannon haben eben schon noch einen grossen Unterhaltungswert, zumindest so lange sie weit weg sind.
  • Typu 06.04.2017 15:27
    Highlight Highlight Bannon und seine sympatisanten sind auf verlorenem posten. Ihre ideologien mögen im kleinen kreis funktionieren aber global gehts nicht. Kommen mir wie dinisaurier vor die langsam wegsterben.
  • TanookiStormtrooper 06.04.2017 15:16
    Highlight Highlight Hab mich schon gefragt wie lange es dauert, bis es zwischen dem nationalistischen und antisemitischen Bannon und dem jüdischen Kuschner mal richtig kracht.
    Hat länger gedauert als erwartet...
    Das Resultat ist wie erwartet und der Lieblingsschwiegersohn setzt sich durch. Besser als Bannon ist er allemal, aber immer noch sehr weit von einem anständigen Menschen entfernt...
    • Oberlehrer 06.04.2017 16:43
      Highlight Highlight Die genannte Bannon- und Breitbart-Unterstützerin, Rebekah Mercer, ist übrigens auch Jüdin.
  • Sophia 06.04.2017 14:57
    Highlight Highlight Es ist kaum um einen Mitarbeier Trumps Entourage schade, egal, wer gehen muss. Trumps Ego verträgt keine Kritik, da spielt es keine Rolle, wer sie äussert. Es hat zufällig den Richtigen getroffen, aber es gibt noch mehr "Richtige" in Trumps Umfeld, am besten wäre natürlich, er selbst würde endlich verschwinden.
  • The oder ich 06.04.2017 14:39
    Highlight Highlight Neben Bannon kommt Rasputin (http://www.watson.ch/!110560400; danke Anna) richtig sympathisch rüber.
    User Image
  • Linus Luchs 06.04.2017 14:20
    Highlight Highlight Zur letzten Aussage, Trump würde wegen der tiefen Umfragewerte die Fangemeinde brauchen, die auf Bannons Linie tickt, frage ich mich, ob es nicht auch sein könnte, dass Trump weniger weit rechts aussen Zuspruch gewinnen kann, wenn er sich vom rechtsextremen Lager distanziert. Also eine Korrektur in die Richtung der "Realos" Kushner und McMaster wird Trump vielleicht längerfristig mehr bringen, als er im braunen Sumpf verliert. Und dass er sich auf parlamentarischer und juristischer Ebene vor allem eine blutige Nase holt, wenn er sich an Bannon orientiert, hat er ja nun mehrfach erleben können.
    • Echo der Zeit 06.04.2017 17:58
      Highlight Highlight Und dann kommt so ein Frustrierter Hillbilly Redneck und Räumt in aus dem Weg - Die Ganze Trump Bande ist Geschichte - und Obama kann die sache wieder übernehmen.

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