International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A refugee claimant from Mauritania crosses the border into Canada from the United States, Monday, Feb. 20, 2017 near Hemmingford, Quebec. A growing number of people have been walking across the border into Canada to claim refugee status. (Paul Chiasson/The Canadian Press via AP)

Ein Asylbewerber überschreitet die amerikanisch-kanadische Grenze (20.02.2017). Bild: AP/The Canadian Press

Angst vor Trump: Hunderte Asylbewerber fliehen aus den USA nach Kanada



Aus Angst vor der harten Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump sind nach Angaben der UNO bereits hunderte Asylbewerber aus den USA ins Nachbarland Kanada geflohen. Die meisten Menschen, die in den vergangenen Wochen zu Fuss über die Grenze kamen, stammen aus Ländern wie Syrien, dem Sudan, Jemen oder der Türkei.

Seit Trumps Amtsantritt und dem von ihm zeitweise verhängten Einreiseverbot für Flüchtlinge steigt die Zahl der sich in den USA aufhaltenden Einwanderer, die nach Kanada wollen. Am Grenzübergang Lacolle, der rund 70 südlich von Montréal liegt, liefen in den vergangenen Wochen ganze Familien mit schwerem Gepäck und Kinderwagen über die Grenze – teilweise mitten in der Nacht und bei klirrender Kälte.

Um sich ein Bild von der Lage zu machen, schickte das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) zusammen mit der kanadischen Grenzpolizei und der nationalen Polizei eine Delegation nach Lacolle und Umgebung.

«Diese Leute sind eher Flüchtlinge als Migranten», sagt nun der UNHCR-Vertreter in Kanada, Jean-Nicolas Beuze. Sie kämen nicht zwangsläufig nach Kanada, um ein besseres Leben zu haben, sondern weil ihnen in ihrem Herkunftsland Verfolgung drohe.

Illegal eingereiste dürfen Antrag stellen

In den USA fühlten sie sich offenbar nicht mehr sicher. Die Leute hätten Angst, dass sie sich am Ende in einer Situation wiederfinden, in der sie keinen Zugang zu einem fairen System hätten, sagte Beuze. Die meisten der Neuankömmlinge in Kanada seien zuvor mit einem gültigen Visum in die USA eingereist und hätten wegen der Lage in ihren Herkunftsländern «gute Aussichten», als Flüchtlinge anerkannt zu werden.

Asylsuchende aus den USA, die in Kanada an offiziellen Grenzübergängen, Bahnhöfen und Flughäfen ankommen, werden nach einer bilateralen Vereinbarung von den dortigen Behörden zurückgeschickt. Wer sich jedoch illegal an anderer Stelle durchschlägt, darf erst einmal bleiben und einen Asylantrag stellen.

Die meisten Menschen, die in den vergangenen Tagen nach Kanada gekommen seien, seien gut ausgebildet und gehörten der Mittel- und Oberklasse an, sagte Beuze. «Sie wissen, was sie tun und haben ihre Reise gut vorbereitet».

Trudeaus Einladung

Viele hätten sich vorab im Internet informiert und «selbst herausgefunden», wie sie in Kanada einen Asylantrag stellen – auf die Hilfe von Menschenschmugglern seien sie daher nicht angewiesen. Trotzdem koste sie die Reise bis zu 5000 kanadische Dollar (rund 3800 Franken).

Sie fühlten sich auch bestärkt durch die Einladung von Kanadas Premierminister Justin Trudeau. Dieser hatte Ende Januar als Reaktion auf das von Trump verhängte, aber inzwischen gerichtlich ausser Kraft gesetzte, Einreiseverbot demonstrativ den Willen seines Landes unterstrichen, weiterhin Flüchtlinge aufzunehmen

«An alle, die vor Verfolgung, Terror und Krieg flüchten, Kanada wird euch willkommen heissen, ungeachtet eures Glaubens. Vielfalt ist unsere Stärke», schrieb Trudeau im Kurzbotschaftendienst Twitter. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in der Schweiz und der internationale Vergleich

Die Corona-Zahlen für die Schweiz steigen im Moment rapide. Deshalb findest du hier einen Überblick zu allen neuen sowie aktuellen Fallzahlen für die Schweiz und einen Vergleich zu internationalen Daten zu Neuansteckungen mit dem Coronavirus.

Das Coronavirus hält die Schweiz weiterhin in Atem. Die Zahl der Neuansteckung steigt nach neuesten Entwicklungen in den unterschiedlichen Kantonen seit dem August wieder, die zweite Welle in der Schweiz und Europa ist da.

Damit du den Überblick über die sich stetig verändernde epidemiologische Lage behältst, zeigen wir dir hier alle relevanten Statistiken zu den Neuansteckungen, Positivitätsrate, Hospitalisierungen und Todesfällen in den Schweizer Kantonen sowie im internationalen Vergleich:

Am …

Artikel lesen
Link zum Artikel