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Streit um Einreisestopp: Trump kassiert die nächste Niederlage



Im Rechtsstreit um die von ihm geplanten Einreiseverbote hat US-Präsident Donald Trump eine weitere gerichtliche Niederlage erlitten: Ein Bundesberufungsgericht in San Francisco bestätigte am Montag die vorläufige Ungültigkeit des entsprechenden Dekrets.

Letztlich dürfte der Streit um die temporären Einreiseverbote für Bürger mehrerer muslimischer Länder aber vom Obersten Gerichtshof entschieden werden, den die Regierung bereits angerufen hat.

Das Berufungsgericht in San Francisco bestätigte nun in weiten Teilen die Entscheidung eines untergeordneten Gerichtes mit Sitz im Bundesstaat Hawaii, das Trumps jüngstes Einreisedekret ausser Kraft gesetzt hatte. Mit dem Erlass habe der Präsident seine ihm vom Kongress übertragenen Vollmachten in der Einreisepolitik überschritten, befanden die Berufungsrichter.

President Donald Trump smiles during a Cabinet meeting, Monday, June 12, 2017, in the Cabinet Room of the White House in Washington. (AP Photo/Andrew Harnik)

Auch wenn er hier grinst: Donald Trump dürfte über die Entwicklungen alles andere als erfreut sein. Bild: Andrew Harnik/AP/KEYSTONE

Notwendige Massnahme zum Schutz vor Terrorismus

«Einwanderung ist selbst für den Präsidenten keine Ein-Personen-Show», hiess es in dem Beschluss. Grundsätzlich bestätigten sie jedoch das Recht des Präsidenten, die Prozeduren für die Überprüfung einreisewilliger Ausländer einer Revision zu unterziehen.

Trump hat mit seinen Einreiseverboten bereits eine ganze Serie gerichtlicher Niederlagen erlitten. Erst Ende Mai hatte ein anderes Berufungsgericht im Bundesstaat Virginia die Suspendierung seiner Exekutivanordnung bestätigt. In der Begründung hiess es, der Erlass zeuge von «religiöser Intoleranz, Feindseligkeit und Diskriminierung».

Trump bezeichnet die drastischen Massnahmen als notwendige Massnahme zum Schutz vor dem Terrorismus. Die temporären Einreiseverbote sollen den Behörden die Zeit geben, um eine mögliche Verschärfung der Sicherheitschecks zu prüfen. Der juristische Streit zieht sich allerdings schon seit vier Monaten hin, so dass schon allein dadurch bereits Zeit für solche Prüfungen geschaffen wurde.

Das letzte Wort hat der Oberste Gerichtshof

Das Justizministerium beantragte dennoch Anfang Juni beim Obersten Gerichtshof, das Präsidentendekret wieder in Kraft zu setzen.

Die Anordnung sieht vor, dass alle Bürger der sechs mehrheitlich muslimischen Staaten Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan und Syrien 90 Tage lang nicht in die USA einreisen dürfen. Ausserdem soll die Aufnahme sämtlicher Flüchtlinge für mindestens 120 Tage gestoppt werden. Eine vorherige Version des Erlasses war noch schärfer gefasst. (sda/afp)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gummibär 13.06.2017 02:04
    Highlight Highlight In den ersten 5 Monaten dieses Jahres sind in den USA
    6796 Personen erschossen und über 13'000 Personen angeschossen worden. Angesichts dieser Zahlen frage ich mich ob generelle Einreisesperren das vorrangigste Mittel für den Schutz amerikanischer Leben ist.

    http://www.gunviolencearchive.org/
  • rodolofo 12.06.2017 22:27
    Highlight Highlight Einreise-Beschränkungen kommen für die USA eh viel zu spät!
    Das grösste Sicherheitsrisiko für die USA und jetzt auch für die Welt befindet sich bereits im Innersten Zirkel der Macht.
    Es hat sich mit falschen Haaren getarnt und hat Zugang zum "Roten Knopf" für die Atomraketen...
    • Marcel Mohn 13.06.2017 01:34
      Highlight Highlight ...eine Person mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, die gemäss US-Recht auch einen nuklearen Erstschlag befehlen kann und zusammen mit der Familie und den besten Kumpels die Möglichkeit hat, im Atombunker in Cheyenne Mountain mehrere Jahrzehnte zu überleben.

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