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President Donald Trump and first lady Melania Trump leave an Independence Day celebration in front of the Lincoln Memorial, Thursday, July 4, 2019, in Washington. (AP Photo/Carolyn Kaster)
Donald Trump,Melania Trump

Die Trumps im Dauerregen in Washington. Bild: AP

Trump ruft zur Einheit auf – warum er die Nation trotzdem spaltete



US-Präsident Donald Trump hat die Feiern zum Unabhängigkeitstag in Washington für eine umstrittene militärische Machtdemonstration genutzt und die Nation zur Einheit aufgerufen. Trump trat am Donnerstagabend (Ortszeit) auf einer von zwei Panzern flankierten Bühne am Lincoln Memorial in der US-Hauptstadt auf.

Trump sprach hinter schusssicherem Glas vor Zehntausenden Menschen auf der National Mall im Zentrum von Washington. Kritiker warfen ihm vor, die Feierlichkeiten zu politisieren und zu militarisieren.

President Donald Trump speaks in the rain behind glass during an Independence Day celebration in front of the Lincoln Memorial, Thursday, July 4, 2019, in Washington. (AP Photo/Carolyn Kaster)
Donald Trump

Trump während seiner Rede hinter Schusssicherem Glas. Bild: AP

Über was Trump sprach

«Mit dieser sehr besonderen Ehrenbezeugung für Amerika kommen wir heute als eine Nation zusammen», sagte er. «Wir feiern unsere Geschichte, unser Volk und die Helden, die stolz unsere Flagge verteidigen - die tapferen Männer und Frauen des Militärs der Vereinigten Staaten.»

Zum Auftakt seines Auftritts liess Trump eine der beiden Boeing 747 im Tiefflug über Washington fliegen, die zur «Air Force One» werden, wenn der US-Präsident an Bord ist. Es folgten Überflüge von insgesamt 21 Armeehubschraubern und Kampfflugzeugen, darunter auch einem B2-Tarnkappenbomber, während Trump die einzelnen Teilstreitkräfte würdigte. Auf der National Mall waren mehrere Panzer ausgestellt.

President Donald Trump speaks during an Independence Day celebration in front of the Lincoln Memorial in Washington, Thursday, July 4, 2019. The Washington Monument and the reflecting pool are in the background(AP Photo/Susan Walsh, Pool)

Bild: AP

Der Präsident nannte die US-Truppen «die besten Soldaten auf der Erde» und rief junge Amerikaner dazu auf, sich den Streitkräften anzuschliessen. In seiner von Patriotismus getragenen Rede sagte er: «Wir werden nie vergessen, dass wir Amerikaner sind und dass die Zukunft uns gehört.» Trump fügte hinzu: «Wir sind ein Volk, das einen Traum und ein grossartiges Schicksal verfolgt. Wir alle teilen dieselben Helden, dasselbe Zuhause, dasselbe Herz, und wir sind alle von demselben allmächtigen Gott geschaffen worden.»

Warum die Feierlichkeit aussergewöhnlich war

Trump rief in seiner Ansprache zwar zur Einheit auf, er selber ist es aber, der die Nation in vielen Punkten spaltet. Sein Auftritt und die Militärschau am Unabhängigkeitstag sorgten vorab wieder einmal für eine heftige Kontroverse.

Für gewöhnlich begehen US-Präsidenten den Nationalfeiertag im Weissen Haus, eineinhalb Kilometer Luftlinie vom Lincoln Memorial entfernt. Die Feierlichkeiten am «Independence Day» auf der National Mall – einer Promenade zwischen dem Kapitol – dem US-Parlament – und dem Lincoln Memorial – sind traditionell unpolitisch, Höhepunkt ist normalerweise das jährliche Feuerwerk am Abend.

President Donald Trump and first lady Melania Trump gather with others on stage as the Blue Angels, the United States Navy's flight demonstration squadron, flies overhead during an Independence Day celebration in front of the Lincoln Memorial, Thursday, July 4, 2019, in Washington. (AP Photo/Carolyn Kaster)
Donald Trump,Melania Trump

Bild: AP

Wie es zur Militärparade kam

Trump wünscht sich eine Militärparade in Washington, seit er eine solche 2017 als Ehrengast beim französischen Nationalfeiertag in Paris gesehen hat. Trumps Pläne für eine Militärparade in der US-Hauptstadt im vergangenen Jahr wurden fallengelassen, als die Kostenschätzungen von rund 92 Millionen Dollar öffentlich wurden.

Am Donnerstag gab es zwar keine klassische Parade mit marschierenden Soldaten und fahrenden Panzern, aber eine Art Light-Version davon - und das reichte schon, um die Debatte anzufachen.

The Blue Angels, the United States Navy's flight demonstration squadron, flies over the Lincoln Memorial during an Independence Day celebration with President Donald Trump, Thursday, July 4, 2019, in Washington. (AP Photo/Carolyn Kaster)

Bild: AP

Warum Trump zudem kritisiert wird

Kritiker warfen dem republikanischen Präsidenten vor, ihm sei es entgegen des von ihm gewählten Mottos der Veranstaltung nicht um ein «Salute to America» gegangen, also um eine Ehrenbezeugung für Amerika, sondern um eine Profilierung seiner Person. Der demokratische Fraktionschef im US-Senat, Chuck Schumer, schrieb vorab auf Twitter, es handele sich um eine Wahlkampfveranstaltung Trumps und um einen «verzweifelten Schrei nach Aufmerksamkeit».

Actor Jon Voight, left, takes photos with guests as they wait for President Donald Trump to speak a an Independence Day celebration in front of the Lincoln Memorial in Washington, Thursday, July 4, 2019. (AP Photo/Susan Walsh, Pool)

Schauspieler Jon Voight mit Trump-Fans. Bild: AP

Allerdings gab sich Trump am Donnerstagabend tatsächlich präsidial, er verzichtete auf seine bei Wahlkampfauftritten übliche Polemik. Das mag auch der Tatsache geschuldet gewesen sein, dass die Veranstaltung ansonsten nicht mit Steuergeldern, sondern mit Mitteln aus Trumps Wahlkampffonds hätte bezahlt werden müssen. Die Kosten für das Spektakel hat die Regierung bislang nicht beziffert. Trump hatte am Mittwoch auf Twitter geschrieben, die Kosten «werden sehr gering sein im Vergleich zu dem, was es wert ist».

Umstritten war neben den Kosten auch, dass ein unmittelbar am Lincoln Memorial gelegener Bereich für Prominente abgesperrt wurde. US-Medien berichteten, ein Teil der VIP-Tickets sei von der Republikanischen Partei an Trump-Unterstützer verteilt worden. Trump nannte die Zuschauer auf Twitter «eine grossartige Menge an Patrioten».

Was die Trump-Gegner trieben

Trump-Gegner protestierten auf der National Mall. Die Organisation «Code Pink», die sich selber als Menschenrechts- und Friedensgruppe bezeichnet, stellte einen rund sechs Meter grossen aufblasbaren Baby-Trump mit Windel zur Schau. Der Baby-Trump musste allerdings - anders als die Kampfjets - am Boden bleiben: Die Behörden erteilten keine Genehmigung dafür, ihn in die Luft steigen zu lassen.

Protesters move a Baby Trump balloon into position before Independence Day celebrations, Thursday, July 4, 2019, on the National Mall in Washington. (AP Photo/Patrick Semansky)

Keine Genehmigung für Baby-Trump. Bild: AP

«Heute sollte nicht der Tag sein, an dem Donald Trump kommt und unseren Feiertag kapert», sagte Code-Pink-Mitbegründerin Medea Benjamin bei der Protestveranstaltung am Donnerstag. «Heute sollte nicht der Tag sein, an dem wir Panzer auf unseren Strassen sehen.» Benjamin fügte hinzu: «Wir bezahlen dafür, dass Donald Trump das Militär dazu zwingt, eine Kulisse für etwas zu sein, was wie eine Wahlkampfveranstaltung aussieht.» (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Seuli 05.07.2019 17:07
    Highlight Highlight Und dann laesst er in seiner Rede noch so Zeugs vom Stapel:
    "Our Army manned the air, it rammed the ramparts, it took over the *airports*, it did everything it had to do, and at Fort McHenry, under the rocket's red glare it had nothing but victory,” "

    Die Schlacht fand 1775 statt... Und das war eine vorbereitete Rede ab Teleprompter und keine seiner spontanen Ausduenstungen.
  • rodolofo 05.07.2019 13:01
    Highlight Highlight Der "Alte, Weisse Mann" lässt es nochmals so richtig krachen!
    Ungefähr so lächerlich, wie der Tattergreis, der im Altersheim mit dem Rollstuhl herumfährt, aus einem Ghettoblaster ohrenbetäubende Marschmusik hört und dazu mit seinen Armen ruckartig fuchtelt.
    Er ist ja selber fast taub, aber viele Alte auf seiner Abteilung hören durchaus noch gut, wenn Einer "Gut Nacht am Sächsi!" sagt.
    Das Theater, das dieser Tattergreis hier abzieht, ist nichts Anderes, als TERROR!!!
    Hat er das gehört? Wohl kaum...
  • DieFeuerlilie 05.07.2019 12:25
    Highlight Highlight Egal, wieviel genau dieser Trump-Ego-Boost gekostet hat: man hätte davon sehr viel Seife und Zahnbürsten kaufen können..

    Und ich glaube nicht, dass Panzer oder Kampfjets in irgendeiner Form zur Einheit dieses tief gespalteten Landes beitragen.

    Aber was weiss ich denn schon..
  • Quecksalber 05.07.2019 11:48
    Highlight Highlight Panzer gegen die Besucher gerichtet, schöne Einigkeit. Wenigstens hats ihm die Parade tüchtig verregnet.
  • Dreamtraveller 05.07.2019 10:48
    Highlight Highlight Politiker wie Trump, Salvini oder Erdogan werden niemals ihr Land zur Einheit führen. Sie erreichen durch ihre Politik genau das Gegenteil und spalten die Lager mehr und mehr. Irgendwann ist dann überhaupt kein Dialog mehr möglich und das Land geht den Bach runter weil keine Lösungen für wichtige und aktuelle Herausforderungen gefunden werden.
    • Basti Spiesser 05.07.2019 11:32
      Highlight Highlight Gespalten haben die Politiker vor den von dir erwähnten, und die Wähler mit ihrer schlechten Politik dazu geführt, dass sie als Alternative sie Rechtspopulisten wählen.
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 06.07.2019 12:19
      Highlight Highlight Hadt du noch andere märchen als nur das eine von den bösen Linken welche eie Leute zu Rechtspopulisten und Rechtsextremisten treiben?
    • Basti Spiesser 06.07.2019 16:19
      Highlight Highlight Ja hab ich, interessieren sie dich?
  • Gawayn 05.07.2019 10:42
    Highlight Highlight Er muss verzweifelter sein als ich mir vorstellen kann,

    Das er ein derartiges Aufgebot bringt, um Aufmerksamkeit für seine Person zu bekommen.

    Einfach nur krank, das man dieses dekadente, fast 80 Jahre alte quengelnde Baby alles gibt, was es einfordert...
  • Avenarius 05.07.2019 10:35
    Highlight Highlight Mann, was für eine Peinlichkeit !!! Da lässt der Quadratschädel Trump tatsächlich eine sowjetische 1980er-Parade stattfinden, im Mini-Stil. Und lobte Leute wie folgt: "Als Leutnant ... verwundet war tötete er 18 Menschen und als sie eingekesselt waren noch weiter 7 Menschen - was für ein Held!" Ich habe die Zuschauer beobachtet. Weniger als die Hälfte applaudierte grundsätzlich. Bei den Schwarzen waren überhaupt keine Applaudierer- ich denke, die kennen Amerikas Geschichte besser als die Weissen. Wäre cool, wenn man über Erreichtes in Bildung und Wohltätigkeit etc. berichten könnte. Aber eben.
  • zombie woof 05.07.2019 10:15
    Highlight Highlight ....feiern unsere Geschichte, unser Volk und die Helden, die stolz unsere Flagge verteidigen.....Tja, seine Lemminge haben immer noch nicht gemerkt, dass sich Trump mit der Flagge den Hintern abwischt, Hauptsache sein Ego wird gefüttert und die Kasse füllt sich.
    • Avenarius 06.07.2019 13:05
      Highlight Highlight 400 Jahre Sklaverei bis praktisch in die 1960er hinein, sämtlich Indianer gekillt, eine der höchsten Gefängnisraten der Welt (für 23 Cents/Std. für Reiche arbeiten:-), 80% Rückfallquote bei Verbrechern mit mehr als 5 Jahren Gefängnis, kein Bildungssystem für alle, kein medizinischer Support für alle, keine Wohlfahrtsprojekte für die Menschen, die meisten Kriege angefangen, die meisten getöteten "Feinde" ausserhalb des Landes, die meist verfiltze Politrunde mit Lobbyisten-Fritzen (Parlament), die nur für sich schauen plus die grössten Lügner .... America, what a wonderful world !
  • Son Goten 05.07.2019 09:55
    Highlight Highlight Ich kann das mit der schusssicheren Verglasung schon nachvollziehen... aber schon ein seltsames Bild der heutigen Zeit. Findet ihr nicht auch?
  • MachoMan 05.07.2019 09:47
    Highlight Highlight Donald Trump der Militärdienstverweigerer, ruft die jungen Amerikaner auf, sich den Streitkräften anzuschliessen. Skurriler geht es echt nicht mehr.......

  • WeischDoch 05.07.2019 08:55
    Highlight Highlight Sorry aber die Kritik ist an diesem Anlass einfach nicht angebracht. Ist wohl nur aus dem Hate-Trump Hype entstanden. Den Baby-Trump finde ich super! Das er am Boden bleiben musste ist wohl klar wenn Helikopter und Flieger auf Tiefflug sind...
    • Heinzbond 05.07.2019 10:09
      Highlight Highlight Es ist wohl ein Unterschied ob man aus Prinzip ein hater ist oder die ganze Person, die menschenverachtende, rassistische frauenfeindliche Politik und seine schrittweise Abschaffung der Demokratie ablehnt.
    • coheed 05.07.2019 10:13
      Highlight Highlight Jede Militärparade, welche mit Steuergeldern finanziert wird, sollte kritisiert werden. Das Geld könnte anderswo sinnvoller investiert werden!

      Die Kosten einer solchen Parade sind riesig, aber ein paar Seifen und Decken im Auffanglager bei der Grenze von Mexiko sollen zu teuer sein?
    • Tragain 05.07.2019 10:32
      Highlight Highlight Naja, ist wohl Ansichtssache. Mich stört an dem ganzen Anlass vor allem, dass extrem viel Geld für Prestige ausgegeben wurde aber man zur selben Zeit behauptet, Flüchtlingskinder benötigen weder Seife, Zahnpasta und Matratzen.
      Die Prioritäten werden meiner Meinung nach komplett falsch gesetzt und zugleich wird feierlich gelobt, alle Menschen seien vom selben Gott erschaffen worden, obwohl Menschen verschiedenster Herkunft minderwertig behandelt werden.

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