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Protestierende strömen am Samstagmorgen auf das Gelände. screenshot: twitter

Tausende Klima-Aktivisten stürmen Firmengelände für Braunkohle-Abbau

Die NGO «Ende Gelände» hatte zu den Protestaktionen in Ostdeutschland aufgerufen.



Mehr als 1500 Klimaaktivisten sind am Samstagmorgen in Ostdeutschland in mehrere Braunkohle-Tagebaue eingedrungen. Wie die Organisation «Ende Gelände» mitteilte, gelangten gegen 9 Uhr gut tausend Demonstranten in die Tagebaue Welzow-Süd in Brandenburg sowie Vereinigtes Schleenhain im Grenzgebiet zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt bei Leipzig.

Weitere knapp tausend Aktivisten beteiligten sich demnach seit 8 Uhr an Aktionen in und um den brandenburgischen Tagebau Jänschwalde.

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Via Twitter wurden solche Aufnahmen verbreitet. bild: twitter

Insgesamt waren den Angaben von Ende Gelände zufolge rund 4000 Aktivisten unterwegs, um die Infrastruktur in den Braunkohlerevieren Lausitz und im Raum Leipzig zu blockieren. Sie wollen damit gegen die aus ihrer Sicht unzureichende Klimapolitik der Bundesregierung protestieren. In Jänschwalde drangen demnach rund 500 Demonstranten in den Tagebau ein, weitere 450 blockierten eine Kohlebahn, die mit dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde verbunden ist.

Bewegung leistet «zivilen Ungehorsam»

«Wir befinden uns an einem kritischen Punkt – das Zeitfenster, um die Klimakrise zu stoppen, schliesst sich rapide», erklärte Sprecher Johnny Parks. Nach den bundesweiten Klimaprotesten am Freitag gehe die Bewegung nun einen Schritt weiter und leiste zivilen Ungehorsam, fügte Sprecherin Sina Reisch hinzu. «Während wir handeln, diskutiert die Bundesregierung ein vollkommen unzureichendes Kohleausstiegsgesetz. Leider hat dieses politische Versagen System.»

Reisch forderte aber nicht nur einen schnellen, sondern auch einen «sozial gerechten Strukturwandel» in der Lausitz. «Der dringend notwendige Kohleausstieg darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten umgesetzt werden», sagte die Sprecherin. Das zur Abfederung des Strukturwandels vorgesehene Geld in Milliardenhöhe müsse «wirklich der Region und den dort lebenden Menschen zugute kommen» und dürfe nicht «den Kohlekonzernen den Kohleausstieg vergolden».

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bild: twitter

«Der Bagger steht still, wenn #EndeGelaende es so will! Wir nehmen den sofortigen Kohleausstieg selbst in die Hand!»

quelle: twitter

Eines der klimaschädlichsten Kraftwerke Europas

Der Braunkohletagebau Jänschwalde befindet sich wegen fehlender Umweltverträglichkeitsprüfungen derzeit auf gerichtliche Anordnung hin in einem sogenannten Sicherheitsbetrieb. «Mit unserer heutigen Aktion zeigen wir, dass der Tagebau dauerhaft stillgelegt werden muss», sagte Ende-Gelände-Sprecher Parks. Das Kraftwerk Jänschwalde gilt als eines der klimaschädlichsten in Europa.

Bei Klimaprotesten in ganz Deutschland waren am Freitag nach Veranstalterangaben mehr als 600'000 Menschen auf die Strasse gegangen. Die hauptsächlich von Schülern und Studierenden getragene Bewegung Fridays for Future fordert eine grundlegende Überarbeitung des Klimapakets der Bundesregierung und einen schnelleren Kohleausstieg.

Rechtsextreme riefen zu gewaltsamen Aktionen auf

Vor dem Protest-Wochenende des Bündnisses «Ende Gelände» in der Lausitz hatte ein Foto von Polizisten die ohnehin angespannte Stimmung zusätzlich angeheizt, wie tagesspiegel.de berichtete. Das Foto zeigte Beamte, die in der Nähe von Cottbus vor einer Wand posierten, auf der in grossen Buchstaben gepinselt stand: «Stoppt Ende Gelände». Dazu ein Krebs. Das Foto sei in einer rechtsextremen Telegram-Chatgruppe verbreitet worden, in der seit Tagen zu gewaltsamen Aktionen gegen Klimaaktivisten aufgerufen wurde.

(dsc/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • JJTheBigDog 01.12.2019 10:21
    Highlight Highlight Sind die alle mit dem fahrrad angereist?
  • Chaoz 01.12.2019 02:35
    Highlight Highlight Liebe Klimaaktivisten, bitte kommt nach Asien und macht hier eure geschätzten Aktionen. Es wäre bitternötig, wenn ihr dort demonstriert, wo das Klima mit Händen und Füssen getreten wird. In Europa, sind die meisten Menschen gebildet und verstehen, worum es geht.
    PS.: Nord- u. Südamerika und vorallem Afrika wären auch dringendere Orte!
  • Kong 01.12.2019 00:47
    Highlight Highlight Erstaunlich das Kohle nicht sauber ist... wo man ja den AKW Stecker nicht schnell genug ziehen konnte...
    Man sollte die Stromversorgung mit Kohle sofort ersatzlos streichen. Das würde viele Prozesse beschleunigen und wir als Gesellschaft könnten uns nach einer kleinen Krise zusammenraufen um statt einer grossen Klappe auch zu liefern. Ich bin dabei, wer noch?
  • Andre Buchheim 01.12.2019 00:34
    Highlight Highlight Bravo, ich gratuliere zu der gelungenen Aktion. Wir müssen an der Stelle vorwärts kommen, und wenn von "Oben" nur blockiert, gezögert und gezaudert wird, dann muss von "Unten" Druck aufgebaut werden. Jede Form gewaltlosen Protestes sollte breite Unterstützung durch die Bevölkerung finden.
  • DerSchöneVomLande 30.11.2019 18:01
    Highlight Highlight "Gewaltsame Aktion gegen Klimaaktivisten"??? Hääää? Sind hier Rechtsextreme die mir das erklären können?
    • dä dingsbums 01.12.2019 00:27
      Highlight Highlight Das Klima ist in deren Köpfen wahrscheinlich Links oder Multikulti.
  • Saerd neute 30.11.2019 17:16
    Highlight Highlight ...und?
    Was hat jetzt das genützt?
    • dä dingsbums 01.12.2019 00:28
      Highlight Highlight Sicher mehr als alle unsere Kommentare hier.
  • Cotten91 30.11.2019 15:24
    Highlight Highlight Hey hey wartet mal, Deutschland braucht doch Kohle für ihre "sauberen" Kraftwerke, sonst haben die gar keinen Strom. Stürmen von Braunkohlewerken kann Leben gefährten. Ironie off
  • El Tirador 30.11.2019 13:45
    Highlight Highlight Dass die Kohlekraftwerke nach wie vor am laufen sind, zeigt wie wenig ernst die Bundesregierung um Merkel den Klimawandel nimmt. Dazu passt auch ihr lächerliches (Symbol-)Klimapaket.
    Der ganze Energiesektor muss so schnell wie möglich auf erneuerbare Energie umgerüstet werden. Es wird viel kosten, aber es kostet mehr, wenn wir nicht handeln.
  • Nino F. 30.11.2019 13:38
    Highlight Highlight Super! Respekt vor den Leuten, die sich mit ihren Körpern der Macht der Konzerne entgegen stellen. Die Zeit der Latsch-Demos und Appelle ist vorbei.
  • Vernunft wo bisch 30.11.2019 13:33
    Highlight Highlight War ja erfolgreicher als die Area 51 zu stürmen 😂
  • Randen 30.11.2019 12:55
    Highlight Highlight Die Kohlekraftwerke müssen sofort aufgegeben werden. Während Erneuerbare Energie ausgebaut wird sollen die AKW weiter laufen. So viele wie es halt braucht und dann laufend reduzieren. Der Umbau darf nicht rentabel sein sonst geht es zu langsam.
    • Freebee 30.11.2019 13:46
      Highlight Highlight Einverstanden. Darum braucht es solche Aktionen. Ohne sie braucht die Politik in der Hand der Lobbys weitere 30 Jahre. Diese Zeit haben wir schlicht nicht mehr.
    • 7immi 30.11.2019 14:10
      Highlight Highlight @Tom
      Nein, das ganze muss sauber geplant und aufgegleist werden. Denn Hauruckaktionen bei solch wichtiger Infrastruktur ist falsch. Das sah man ja bei dem panischen Atomausstieg, wodurch Kohle wieder salonfähig wurde. Es braucht ein Konzept, Infrastruktur, Speicher, uvm. Einfach mal bauen bringt nichts (sieht man gerade beim Windpark nördlich von Hamburg ohne Netzanschluss...
    • Freebee 01.12.2019 15:02
      Highlight Highlight @7immi: Stimmt, wir sollten lieber nochmals 50 Jahre planen, um ganz sicher zu gehen, dass wir nichts uebersehen. Genau aus diesen Gruenden haben wir auch in den letzten 50 Jahren NICHTS gemacht. Hat gut funktionniert, oder?
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