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FILE - In this Feb. 24, 2015 file photo Dutch Finance Minister Jeroen Dijsselbloem attends a meeting of the Committee on Economic and Monetary Affairs at the European Parliament in Brussels. The Dutch government says on Friday June 5, 2015, Dijsselbloem has submitted his candidacy for a second term as leader of the group of euro area finance ministers. Ministers from the 17 European Union nations that use the euro vote for a new leader later this month. (AP Photo/Geert Vanden Wijngaert, File)

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem tappte in die Stereotypen-Falle. Bild: Geert Vanden Wijngaert/AP/KEYSTONE

«Geld für Schnaps und Frauen ausgeben und dann um Hilfe bitten» – Südeuropa ist empört



Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hat mit einer abfälligen Bemerkung in südeuropäischen Ländern einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Der Niederländer hatte in einem Interview gesagt, dass sich in der Eurokrise die nördlichen Staaten solidarisch mit den Krisenländern gezeigt hätten.

«Als Sozialdemokrat halte ich Solidarität für äusserst wichtig. Aber wer sie einfordert, hat auch Pflichten. Ich kann nicht mein ganzes Geld für Schnaps und Frauen ausgeben und anschliessend Sie um Ihre Unterstützung bitten», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Montag). Dieses Prinzip gelte auf persönlicher, lokaler, nationaler und eben auch auf europäischer Ebene.

«Ich frage mich wirklich, ob eine Person mit dieser Überzeugung immer noch für fähig gehalten wird, das Amt des Eurogruppenchefs auszuüben.»

Gianni Pitella

Renzi fordert Rücktritt

Italiens ehemaliger Ministerpräsident Matteo Renzi forderte den Rücktritt Dijsselbloems. «Leute wie Dijsselbloem (...) verdienen nicht die Rolle, die sie einnehmen», schrieb er am Mittwoch auf Facebook. Je eher er zurücktrete, desto besser sei es.

Die Bemerkung des 50-jährigen Eurogruppenchefs nannte er «dumm». Spanische Politiker bezeichneten die Aussage als «rassistisch und machohaft».

«Kein Platz für Stereotype»

Der Fraktionsvorsitzende der Sozialisten im Europaparlament, der Italiener Gianni Pitella, nannte die Aussagen «beschämend». «Ich frage mich wirklich, ob eine Person mit dieser Überzeugung immer noch für fähig gehalten wird, das Amt des Eurogruppenchefs auszuüben.»

Manfred Weber, Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament, twitterte: «In der Eurozone geht es um Verantwortung, Solidarität, aber auch um Respekt. Kein Platz für Stereotype.»

Dijsselbloem wies die Empörung über seine Äusserungen derweil zurück. Er habe allgemein über die Solidarität in der Eurozone gesprochen und nicht bestimmte Länder kritisiert, sagte ein Sprecher des niederländischen Finanzministers in Den Haag. (whr/sda/dpa)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sowhat 23.03.2017 22:04
    Highlight Highlight Nein, er hat nicht recht. Auch nicht im Ansatz. Die Nordeuropäische Lebensweise ist nicht die einzig Wahre. Ist ja nicht so, dass im Süden bis EU alle am verhungern oder rückständig waren.
    Ganz abgesehen,davon, dass man von einem Politiker in dieser Position etwas mehr als Stammtischsprüche erwarten darf.
  • ujay 22.03.2017 16:40
    Highlight Highlight Mit dieser (harmlosen) Metapher hat Dijsselbloems voll ins Schwarze getroffen, wie Reaktion von Renzi und Co zeigt. Künstliche Entrüstung...Wer sich getroffen fühlt, heult halt auf....da gibts noch so einen Spruch.....ja...der mit den Hunden😉
  • Ökonometriker 22.03.2017 14:21
    Highlight Highlight Über die Formulierung lässt sich streiten. Aber dass sich nur Länder überschuldet haben die den Vertrag von Maastrich verletzt haben ist quasi schon eine tautologische Aussage.

    Der Ökonom in mir würde sich daher nicht über die Aussage empören - sondern wie es Griechenland schon so oft getan hat mit dem Austritt aus dem Euro drohen. Dann dürfte sich der werte Herr Dijsselbloem wieder ziemlich rasch daran erinnern warum man den Süden finanziert und diesen politisch korrekt behandeln sollte.
  • Luca Brasi 22.03.2017 14:07
    Highlight Highlight Der Eurogruppenchef ist Holländer. Faschist! *Erdogan-Modus aus* ;)
  • Wolfsblut_2 22.03.2017 14:04
    Highlight Highlight Will die EU überleben, muss sie sich von Grund auf erneuern. Nicht nur personell.
  • Madison Pierce 22.03.2017 13:44
    Highlight Highlight Ganz falsch ist das nicht, wenn auch massiv überspitzt ausgedrückt.

    Ich habe Verständnis dafür, dass es den produktiven Ländern langsam verleidet, jedes Jahr Milliarden in den Süden zu überweisen, nur damit alle eine gemeinsame Währung haben.

    Die Mentalitäten sind halt unterschiedlich und damit auch die Produktivität. Das ist ja nichts schlechtes, wir gehen ja auch wegen der Italianità dort in die Ferien. Nur eine gemeinsame Währung geht halt nicht.
  • Effersone 22.03.2017 13:29
    Highlight Highlight Ui, da redet einer Tacheles und das halt nicht in PC-Manier und schon haben wir einen Skandal. Südländer ist etwas pauschalisierend wenn man bedenkt das z.B. Spanien grosse Fortschritte macht.

    Andererseits:
    Wieviele Reformen hat bspw. Griechenland vorgenommen seit dem Sie fast jährlich durch den Europäischen Steuerzahler gerettet werden?
    • Effersone 22.03.2017 17:07
      Highlight Highlight Sehe ich anders, in erster Linie wird Griechenland vor dem Bankrott gerettet, in dem die Europäischen Bürger den Griechen ihre Schulden bzw. Die Zinsen bezahlen. Wenn Sie jemandem Geld schulden und Sie können nicht bezahlen, ist dann auch die andere Person schuld, dass Sie pleite sind?
    • phreko 22.03.2017 17:38
      Highlight Highlight @Effersone, mut den Reformen hat man Griechenland ruiniert. Da jeder sah, dass es nicht funktioniert wurden alle folgenden Länder besser behandelt. Den Rest findest du bei Faschossindim....
    • Lichtblau 22.03.2017 20:46
      Highlight Highlight Schnaps und Frauen? Ersteres ist wohl nicht unbedingt "südeuropäisch". Dort setzt man traditionell eher auf Wein, Weib und Gesang. Und das muss nicht unbedingt ins Geld gehen. Trotzdem: wie kann man sich über Dijsselbloems Aussage dermassen aufregen? Hat die allgemeine Empörungskultur jetzt auch schon die Entspannten erreicht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mr. Raclette 22.03.2017 13:28
    Highlight Highlight Na ja, ein bisschen Wahrheit steckt schon dahinter, nur darf man so was heute nicht mehr aussprechen. Komplette Redefreiheit gilt nur für die links. Mitte und rechts, Klappe halten!
    • Sauäschnörrli 22.03.2017 17:08
      Highlight Highlight Dijsselbloem ist Sozialdemokrat 🤔
    • phreko 22.03.2017 17:39
      Highlight Highlight Warum will immer nur Rechts andere beleidigen dürfen?
  • Alnothur 22.03.2017 12:46
    Highlight Highlight Welches Schaf schreit, wenn man einen Stein in die Herde wirft? ^^
    • phreko 22.03.2017 17:39
      Highlight Highlight Darf ich dich nun auch nach Lust und Laune beleidigen, ohne dass du dich wehrst?
  • Olmabrotwurst 22.03.2017 12:27
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